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Bergische Schlotterkämme

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: schwarz-weißgedobbelt, schwarz-gelbgedobbelt, schwarz, gesperbert
  • Eigenschaften: lebhaft, gute Flugfähigkeit, zutraulich, robust, legefreudig
  • Gewicht Henne: 1,75-2,25 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0-2,75 kg
  • Legeleistung: ca. 180-200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja (nur schwarz-weißgedobbelt)

Haltung

Verhalten

Bergische Schlotterkämme werden als lebhaft und robust beschrieben. Sie gelten als unempfindlich und überzeugen mit einer guten Legeleistung. Die Hühner dieser sehr alten deutschen Rasse werden zudem bei ausreichend Beschäftigung mit den Tieren recht schnell zutraulich. Richtige „Haustiere“ oder „Schoßhühner“ werden Bergische Schlotterkämme allerdings nicht. Grundsätzlich sind die Hühner vor allem für Halter*innen mit großen Freiflächen empfehlenswert. Die freiheitsliebenden Tiere fühlen sich nämlich nur bei entsprechend großem Platzangebot wohl. Gehalten werden Bergische Schlotterkämme sowohl aufgrund ihres schmackhaften Fleisches als auch aufgrund der hohen Eierzahl pro Jahr. Leider ist die Rasse aber inzwischen selten geworden und gilt als bedrohte Nutztierrasse.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Eine artgerechte Haltung der Bergischen Schlotterkämme setzt ausreichend große Freiflächen voraus. Die bewegungsfreudigen Tiere sind ständig unterwegs und scharren fleißig selbst nach Futter. In engen Gehegen oder auf zu kleinen Flächen fühlen sich die Hühner nicht wohl. Halter*innen sollten zudem auf eine ausreichend hohe Umzäunung achten. Bergische Schlotterkämme sind nämlich nicht nur neugierig, sondern auch flugfähig. So finden sich die Tiere gerne auch mal auf Bäumen wieder, die im Auslauf nicht vergessen werden sollten.

Die Hühner gelten als robust, jedoch gibt es für Halter*innen dieser Rasse einige Punkte zu bedenken: Bergische Schlotterkämme zeichnen sich durch besonders große Kämme und Kehllappen aus. Daher sind die Tiere frostanfällig und brauchen im Winter besondere Pflege. Unerlässlich ist selbstverständlich ein frost- und zugluftfreier Stall, in den sich die Schlotterkämme zurückziehen können. Zusätzlich sollten Besitzer*innen in der kalten Jahreszeit allerdings auch die Kopfanhängsel ihrer Tiere schützen. Dazu eignet sich etwa das Einreiben von Kamm und Kehllappen mit Melkfett.

Futter

Wie bereits angesprochen, sind Bergische Schlotterkämme eifrige Futtersucher. Im Freilauf scharren sie gerne nach Futter, womit ein Großteil des Nahrungsbedarfes der Tiere gedeckt wird. In den warmen Monaten kann die Menge des zusätzlich gegebenen Futters daher angepasst werden. An ihr Futter stellen die Tiere dieser Rasse sonst jedoch kaum besondere Ansprüche. So gestalten sich die Ernährungsanforderungen nicht anders als bei anderen Hühnerrassen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Bergische Schlotterkämme gelten als sehr wirtschaftliche Tiere, die als Zweinutzungshühner gleichermaßen Fleisch und Eier bringen. Mit einer Legeleistung von etwa 180 bis 200 Eiern im ersten Legejahr erfreuen die Hennen ihre Besitzer*innen. Die Schalenfarbe der ungefähr 55 Gramm schweren Eier ist weiß. Im zweiten Legejahr nimmt die Eierzahl ab und sinkt auf 140 bis 160 pro Jahr. Dafür kann das Gewicht der einzelnen Eier auf über 60 Gramm ansteigen. Auch die Fleischleistung wird geschätzt. Das Fleisch wird als sehr schmackhaft beschrieben und gerne verspeist.

Küken

Allgemein gilt der Bruttrieb bei dieser Hühnerrasse als wenig ausgebildet. Gelingt die natürliche Brut dennoch, erweisen sich die Hennen meist als zuverlässige und verantwortungsvolle Mütter. Die Küken sind sehr lebhaft und robust. Mit etwa sechs Monaten beginnen die jungen Hennen mit dem Eierlegen und erfreuen ihre Halter*innen mit ihrer guten Legeleistung.

Aussehen und Farbschläge

Folgende Farbschläge der Bergischen Schlotterkämme gelten heute als anerkannt:

  • schwarz-weißgedobbelt
  • schwarz-gelbgedobbelt
  • schwarz
  • gesperbert

Zunächst traten Bergische Schlotterkämme überhaupt nur im schwarzen Farbschlag auf. Die gesperberten Tiere wurden ursprünglich als eigene Rasse angesehen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie gemeinsam mit dem schwarzen Farbschlag zusammengefasst. Die schwarz-weißgedobbelten Hühner zählten ebenfalls zunächst nicht zu den Schlotterkämmen. In der Tat handelte es sich um einen Farbschlag der Bergischen Kräher. Eine Zuordnung zur Rasse der Bergischen Schlotterkämme erfolgte auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aus einer Kreuzung aus Bergischen Krähern und Schlotterkämmen des schwarzen Farbschlags entstand die schwarz-gelbgedobbelte Form. Bis auf den schwarzen Typ sind eigentlich alle Farbschläge ausgestorben. Die heutige Farbenvielfalt ist auf gezielte Wiedererzüchtung zurückzuführen. Auch einen weißen Farbschlag gab es, der jedoch mit dem Aufkommen der Leghorns ausstarb.

Die Körperform der Bergischen Schlotterkämme erscheint gedrungen und recht tief gestellt. Charakteristisch sind auch die breite Brust und der hoch getragene Schwanz. Außerdem weisen sie kräftige Schenkel und eine üppige, anliegende Befiederung auf. Ein Blick auf den Kopf der Tiere könnte Vermutungen über den Namensursprung anstoßen. Die Hähne verfügen über einfach-gezackte und aufrecht stehende Kämme. Bei den Hennen ist der Kamm dagegen im hinteren Bereich leicht zur Seite geneigt. Bewegt sich das Huhn, „schlottert“ auch der Kamm mit. Auffällig sind auch die rote bis braune Färbung der Augen sowie die reinweißen Ohrscheiben, die etwas länglich sind.

Herkunft

Bergische Schlotterkämme stammen ursprünglich aus dem namensgebenden Bergischen Land. Sie gelten als eine der ältesten Hühnerrassen Deutschlands. In der Literatur zu finden ist diese Rasse seit dem 19. Jahrhundert, wobei die genaue Herkunft nicht vollständig geklärt ist. Eventuell haben sich die Schlotterkämme aus Kreuzungen bergischer Landhühner und importierter spanischer Rassen entwickelt. Einflüsse könnte es von Rassen wie Bergischen Krähern, Krüpern und Kastilianern gegeben haben. Wie bereits beschrieben, hat die Rasse mit ihren einzelnen Farbschlägen eine recht komplizierte Entwicklungsgeschichte hinter sich. Heute gelten Bergische Schlotterkämme leider als sehr selten. So stehen sie auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen Deutschlands und gelten als „extrem gefährdet“. Bleibt zu hoffen, dass sich auch weiterhin engagierte Züchter*innen finden, die zum Erhalt dieser alten und wirtschaftlichen Rasse beitragen möchten.

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gesperbert USA Zweinutzung

Dominikaner

JapanBreakfast at en.wikipedia / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Steckbrief

  • Herkunftsland: Vereinigte Staaten von Amerika
  • Farbschläge: gesperbert
  • Eigenschaften: pflegeleicht, unkompliziert, wetterfest
  • Gewicht Henne: 1,75-2,25 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0-2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 58 g
  • Eierschalenfarbe: hellbraun
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Dominikaner sind die älteste in den USA erzüchtete Hühnerrasse. Sie sind größtenteils sehr ruhig und unkompliziert, was sie neben neben ihrer guten Legeleistung ebenfalls zu guten Haustieren macht. Allerdings können sie manchmal sehr lebhaft und aggressiv sein; sie sind dafür bekannt, in der Lage zu sein, kleinere Tiere wie Schlangen töten zu können. Vor allem für Selbstversorger*innen sind sie aufgrund ihrer Nutzung als Zwiehühner mit guter Eier- und Fleischleistung sehr interessant. Außerdem sind sie ungewöhnlich robust.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Ein Dominikaner Huhn zu halten, ist selbst für Anfänger*innen keine große Herausforderung. Sie stellen keine sehr hohen Ansprüche. Für die adäquate Haltung muss man ihnen einen großen Auslauf bieten. Man sollte dabei ebenfalls auf eine hohe Umzäunung achten, da Dominikaner sehr gute Flieger sind.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Als Zwiehühner sind Dominikaner einerseits sehr gute Eierliferanten, und aufgrund ihres Gewichts und kräftigen Körperbaus andererseits auch ausgezeichnete Fleischlieferanten. Im ersten Jahr haben sie eine Legeleistung von ungefähr 200 Eiern.

Küken

Bruteier lassen sich im Internet erwerben. Die Hühner sind leicht aufzuziehen und produzieren schnell eigene Bruteier, wenn ein Hahn vorhanden ist. Sie brüten ebenfalls sehr gerne, sodass der Bestand schnell wächst.

Aussehen und Farbschläge

Dominikaner sind mittelgroße, kräftige Landhühner mit hoher Stellung und eng anliegendem Gefieder in Sperberfarbe. Sie haben nur diesen einen Farbschlag.

Der Hahn hat eine volle, hoch getragene Brust, sowie einen breiten Rücken mit breiten Schultern. Seine Schenkel zeichnen sich ebenfalls durch ihre Masse und Kraft aus. Die Flügel sind mittellang und liegen eng am Körper an. Kehl- und Ohrlappen sind klein und rot.

Die Henne unterscheidet sich vom Hahn durch ihre tiefe Brust, den langen Rücken und den vollentwickelten Bauch.

Herkunft

Da das Dominikaner Huhn sehr viele positive Eigenschaften hat, wurden auf seiner Basis viele neue Rassen gezüchtet. So ist es der Urvater von bekannten Rassen wie Deutsches Reichshuhn oder Amrock.

Sein Ursprung ist nicht bekannt, man weiß jedoch, dass es 1870 nach Deutschland importiert und dort gekreuzt wurde.

Züchter*innen

Zuchtverband:
SV d. Z. der gesperberten Dominikaner v.1902 und Zwerg-Dominikaner
Heinrichstr. 6
32257 Bünde
Erich.Kowert@t-online.de
Tel.: +43/(0)6645554836

Deutschland:
Uwe Julian Matthick
D – 16259 Neulewin
Neulewin 90
julian.thomalla@gmx.de
Tel.: 0162 9412168

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Deutschland Eier Farbschläge Fleisch gesperbert

Deutscher Sperber

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: gesperbert
  • Eigenschaften: lebhaft, zutraulich, aktiv, robust, frühreif
  • Gewicht Henne: 2,0-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,0 kg
  • Legeleistung: 180 bis über 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Deutsche Sperber sind für ihren angenehmen Charakter bekannt. Die Hühner sind zwar durchaus lebhaft und aktiv, zeichnen sich aber durch ein freundliches und friedliches Wesen aus. Da sie auch sehr zutraulich werden und gut mit ihnen gearbeitet werden kann, sind sie als „Familienhühner“ geeignet. Zudem erweist sich die Haltung dieser Rasse als relativ unkompliziert, da Deutsche Sperber keine allzu hohen Ansprüche an ihre Umgebung stellen.

Neben ihrem freundlichen Wesen erfreuen die frühreifen und robusten Tiere mit einer hohen Wirtschaftlichkeit: Halter*innen werden vor allem die gute Legeleistung schätzen, aber auch die Fleischqualität ist beachtlich. Obwohl Deutsche Sperber aber so gute Eigenschaften und ein friedliches Gemüt zeigen, sind sie leider mittlerweile sehr selten geworden und gelten als stark gefährdete Rasse.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die Haltung von Deutschen Sperbern ist recht einfach möglich, da diese im Vergleich zu anderen Rassen wenige Anforderungen voraussetzen. Notwendig ist aber auf jeden Fall eine sehr große Fläche, auf der sich die Hühner bewegen können. Durch die aktive Art ist ein deutscher Sperber gerne unterwegs und scharrt eifrig nach Futter. Eine abwechslungsreiche Umgebung freut das Tier, sodass ein vielfältig gestalteter Auslauf zu empfehlen ist.

Falls die Hühner überhaupt nicht freilaufen können, ist nur eine niedrige Umzäunung notwendig: Bei Deutschen Sperbern ist eine gewisse Flugfähigkeit zwar durchaus vorhanden, tatsächlich fliegen sie aber sehr selten. Solange ihnen also auf der umzäunten Fläche alles Notwendige zur Verfügung gestellt wird und sie sich wohlfühlen, bleiben Deutsche Sperber fast immer freiwillig innerhalb der Umzäunung. Grundsätzlich sind Hühner dieser Rasse sehr robust und widerstandsfähig.

Futter

Prinzipiell ist bei der Fütterung Deutscher Sperber nicht viel mehr zu beachten als bei anderen Rassen. Sie gelten als sehr eifrige Futtersucher, die sich bei genügend Auslauf den Großteil ihrer Nahrung selbst suchen. Daher müssen Halter*innen nicht allzu viel zufüttern. Aufgrund der hohen Legeleistung und des daraus resultierenden hohen Nährstoffbedarfs empfiehlt es sich aber, zusätzlich gesundes Futter zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise bleiben Legeleistung und Bewegungsfreude aufrecht und die Tiere aktiv und aufgeweckt.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Deutschen Sperbern um sehr wirtschaftliche Hühner mit vielen guten Eigenschaften. Zunächst beeindrucken sie mit einer sehr hohen Legeleistung: Der Bruttrieb ist zwar nicht so stark ausgeprägt, dafür sind die Hennen sehr legefreudig. Angefangen bei 180 Eiern pro Jahr können Hennen dieser Rasse bis zu 200 Eier oder mehr legen. Da sie frühreif sind, beginnen die jungen Tiere schon recht früh mit der Eierproduktion.

Gleichzeitig zeigt ein Deutscher Sperber auch gute Fleischleistung. Das Fleisch dieser Rasse soll besonders fein und hochqualitativ sein, sodass es vor allem früher durchaus gerne auf den Teller kam. Zudem sind Deutsche Sperber fleißige Futtersucher, bei denen nicht allzu viel zugefüttert werden muss. Dies freut Halter*innen, die darüber hinaus den schönen Anblick des gesperberten Gefieders genießen können. Bei so vielen positiven Eigenschaften stellt sich die Frage, wieso Hühner dieser Rasse so selten geworden sind.

Küken

Der Bruttrieb ist bei Deutschen Sperbern nicht sehr stark ausgeprägt. Die Hennen legen zwar viel, brüten aber meist nicht von selbst. Daher empfiehlt sich eher Kunstbrut als Alternative. Küken dieser Rasse sind schnell aktiv, frohwüchsig und bekommen bald ihr Gefieder. Die Hennen gelten als frühreif und fangen vergleichsweise schnell damit an, Eier zu legen.

Aussehen und Farbschläge

Vom Körperbau her entspricht ein Deutscher Sperber dem Landhuhntyp. Auffällig sind der lange Rumpf sowie der breite, lang gestreckte Rücken. Hennen zeichnen sich zudem durch einen gut nach vorne gewölbten Bauch aus, der auf ihre gute Legeleistung hinweist. Die Flügel werden sehr nah am Körper getragen und der Schwanz steht in einem stumpfen Winkel zum Rumpf. Außerdem besitzen Deutsche Sperber unbefiederte, fleischfarbige Läufe und einen Einfachkamm mit vier bis sechs Zacken. Geziert werden sie außerdem von runden roten Kehllappen und rein weißen Ohrscheiben. Das Gesicht der Hühner ist dunkelrot gefärbt, ebenso wie Augen und Kehllappen. Der mittellange Schnabel erscheint in Hornfarbe. Deutsche Sperber existieren, wie der Name schon vermuten lässt, in nur einem einzigen Farbschlag:

  • Gesperbert

Dabei ist das gesamte Gefieder schwarz-blau-weiß gesperbert, wobei die Henne oft etwas dunkler wirkt als der Hahn. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ihr Gefieder mehr dunkle Farbpartien aufweist, während der Hahn zu gleichen Teilen helle und dunkle Farbfelder zeigt.

Herkunft

Um 1900 begann Otto Trieloff, ein Geflügelzüchter aus Duisburg, diese Rasse zu züchten. Dafür zog er unter anderem Minorkas, Italiener, Plymouth Rocks und Bergische Schlotterkämme mit gesperbertem Farbschlag heran. Ausgangspunkt war das Ziel, eine sehr wirtschaftliche Rasse mit guter Legeleistung und einem ansprechenden Aussehen zu züchten. Der heute noch bestehende Sonderverein der Deutschen Sperber wurde schon im Jahr 1907 gegründet. Erst 1917 bekam die Rasse allerdings ihren heutigen Namen „Deutsche Sperber“ in Anlehnung an den Greifvogel. Dieser weist nämlich eine ähnliche Gefiederfärbung auf.

Heute gelten Hühner dieser Rasse als „stark gefährdet“ und zählen zu den gefährdeten Geflügelrassen. Die Zahlen waren lange Zeit sehr gering, wobei sich mittlerweile zum Glück wieder mehr Züchter*innen finden lassen. Dazu beigetragen hat möglicherweise auch die Ernennung der Deutschen Sperber zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2012“. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich um eine sehr attraktive Rasse mit optimalen Eigenschaften handelt. Bleibt zu hoffen, dass Deutsche Sperber wieder mehr Beachtung finden und sich der Bestand bald erholt.

Züchter*innen

Peter Schröer
An der Vogelwiese 11a
47139 Duisburg
Tel.: 020386128
Mobil: 01716567376

Christian Lammerding
chr.lammerding@googlemail.com
Tel.: 017684070700

Marcel Gegenwarth
Sachsen-Anhalt
marcelgegenwarth@googlemail.com

Alexandra Neudecker
Nutztierarche von den 7 Hügeln
Wiesenweg 1
91466 Gerhardshofen
Tel.: 09163/7901
www.nutztierarche-von-den-7-huegeln.de

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Deutschland Eier gold silber

Westfälischer Totleger

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: gold, silber
  • Eigenschaften: robust, frühreif, lebhaft, wetterhart
  • Gewicht Henne: 1,5-2,0 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0-2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 180-200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 65 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: nein

Haltung

Verhalten

Der Name des Westfälischen Totlegers kann im ersten Moment irritierend oder sogar abschreckend wirken. Aber keine Sorge: Die Hühner dieser Rasse legen weder Eier mit toten Küken noch legen sie sich selbst zu Tode. Ganz im Gegenteil: Westfälische Totleger beeindrucken mit einer sehr guten Legeleistung. Daher wurden sie als „Alltagsleger“ oder „Dauerleger“ bezeichnet. Im Niederdeutschen entstand den Name „Doutleijer“, der als „Totleger“ wieder zurück in die hochdeutschen Dialekte kam. Westfälische Totleger gelten als sehr robuste und aufgeweckte Tiere, die wenig Anforderungen an ihre Haltung stellen. Mit ihrem recht temperamentvollen Charakter sind die Hähne untereinander wenig verträglich. Insgesamt gestaltet sich die Haltung bei ausreichendem zur Verfügung gestelltem Platz recht unkompliziert.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Große Freiflächen und viel Auslauf gehören zu den Grundbedingungen für die Haltung dieser Rasse. Als widerstandsfähige Landhühner suchen sich die Westfälischen Totleger gerne selbst ihr Futter. Sie sind stets in Bewegung und sollten im Freilauf ausreichend Nahrungsquellen finden können. Geeignet ist diese Rasse daher nicht für eine Haltung in kleinen Gärten oder geschlossenen Gehegen. Auf abwechslungsreich gestalteten Flächen wie Wiesen mit Bäumen und Gebüsch fühlen sich die Tiere besonders wohl. Zu achten ist auf eine recht hohe Umzäunung oder Überspannung des Freilaufs. Westfälische Totleger gelten nämlich als recht gute Flieger. Sie sind zudem sehr widerstandsfähig und an raue, kühle Wetterverhältnisse angepasst. Der kleine Rosenkamm ist nicht anfällig für Erfrierungen und macht die Totleger unempfindlicher als andere Rassen. Gerne verbringen die Hühner somit auch in der kalten Jahreszeit ihren Tag im Freien.

Futter

Westfälische Totleger sind, wie bereits erwähnt, fleißige Nahrungssucher. Steht ihnen ein großer Freilauf mit vielen Futterquellen zur Verfügung, ist in den warmen Monaten kaum Zufütterung notwendig. Die Ansprüche der Rasse an das Futter unterscheiden sich nicht von denen anderer Hühner. Folglich gibt es nichts Spezifisches zu beachten.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Westfälische Totleger werden nicht nur wegen ihres hübschen Aussehens, sondern auch aufgrund ihrer hohen Legeleistung gehalten. Im ersten Legejahr können Halter*innen dieser Rasse mit etwa 180 bis 200 Eiern rechnen. Ab dem zweiten Legejahr nimmt diese Zahl ab. In einigen Fällen können sogar bis zu 220 Eier pro Jahr erreicht werden. Die Eier weisen eine weiße Schalenfarbe auf und erreichen ein Gewicht von etwa 65 Gramm. Zudem gelten junge Totleger als frühreif, weshalb sich Besitzer*innen schon bald über frische Eier freuen dürfen. Es handelt sich um gute Legehühner, die aber für die Fleischproduktion kaum eine Rolle spielen.

Küken

Die Hennen der Westfälischen Totleger weisen keinen starken Bruttrieb auf. Wer Nachwuchs züchten möchte, sollte daher auf einen Brutapparat zurückgreifen oder auf eine Leihhenne setzen. Westfälische Totleger gelten jedoch als überaus fürsorgliche Mütter, die sich gut um die Küken kümmern. Der Nachwuchs entwickelt sich äußerst schnell: Die Küken befiedern und wachsen rasch, sind aktiv und robust. Nach etwa sechs Wochen lässt sich dann das Geschlecht der Tiere bestimmen. Während die Junghennen nach ungefähr vier Monaten ausgewachsen sind, gelten die Hähne erst nach sechs Monaten als erwachsen. Geachtet werden sollte darauf, dass sich die männlichen Tiere untereinander meist nicht gut verstehen. Halter*innen sollten die jungen Hähne daher rechtzeitig trennen.

Aussehen und Farbschläge

Westfälische Totleger weisen einen kräftigen Körperbau auf, der dem Landhuhntyp entspricht. Charakteristisch ist zudem die üppige Befiederung. So findet sich am Hals ein voller Behang und auch der Schwanz des Hahnes ist stark ausgeprägt. Die Hähne zeichnen sich durch eine volle Brust aus, während die Hennen einen fülligen Legebauch aufweisen. Der Kopf der Totleger ist eher schmal und mittelgroß. Typisch ist außerdem der unscheinbare Rosenkamm sowie die intensive rote Färbung der Kehllappen. Im Kontrast dazu stehen die zarten bläulich bis weiß gefärbten Ohrscheiben. Ebenfalls bläulich erscheint der Schnabel der Rasse. Die Augen der Totleger hingegen weisen eine dunkelbraune Färbung auf.

Folgende beiden Farbschläge gelten als anerkannt:

  • silber
  • gold

Bei dem silbernen Farbschlag sind die Schultern, der Rücken, Hals- und Sattelbehänge grau bis silbern gefärbt, bei dem goldenen Farbschlag erscheinen sie in einem Goldton. Das restliche Gefieder der Tiere ist hingegen gesprenkelt. Zudem ist der Schwanz schwarz gefärbt und das Untergefieder weist eine dunkelgraue Farbe auf.

Herkunft

Die genaue Herkunft der Westfälischen Totleger lässt sich nicht eindeutig klären. Bereits um 1600 scheint es Vorfahren der Rasse gegeben zu haben, die als „Türkische Hühner“ bezeichnet wurden. Spätestens seit Beginn des 19. Jahrhunderts waren Westfälische Totleger unter ihrem Namen bekannt. Verwandt sind sie mit Brakel-Hühnern und Ostfriesischen Möwen. Im östlichen Westfalen dürfte die Rasse ihren Ursprung haben, doch schon bald breitete sie sich im gesamten Nordseeraum aus. Aufgrund ihrer Legeleistung und Wirtschaftlichkeit waren diese Hühner sehr beliebt. Mit dem Import ausländischer und wirtschaftlicherer Rassen verloren die Westfälischen Totleger jedoch an Bedeutung. Seit dem 20. Jahrhundert bemühten sich zahlreiche Züchter*innen und Vereinigungen um den Erhalt der alten Rasse. Westfälische Totleger gelten als selten und stehen auf der Liste der gefährdeten Nutztierrassen. Glücklicherweise interessieren sich heutzutage wieder mehr Hobbyhalter*innen und Züchter*innen für diese optisch ansprechende und legefreudige Rasse.

Züchter*innen

Fam. Grundmeier
33397 Rietberg
Im Thüle 70
www.unser-kleiner-nutztierhof.de.tl

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Eier Gelb Spanien weiß

Empordanesa

Steckbrief

  • Herkunftsland: Spanien
  • Farbschläge: gelb mit schwarzem/blauem/weißem Schwanz, weiß
  • Eigenschaften: robust, lebhaft, hitzeempfindlich, kältebeständig
  • Gewicht Henne: ca. 1,7-2,3 kg
  • Gewicht Hahn: ca. 2,4-3 kg
  • Legeleistung: ca. 180-200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: rotbraun

Haltung

Verhalten

Bei Empordanesa-Hühnern handelt es sich um eine im deutschen Sprachraum eher seltene Rasse. Die Tiere dieser alten katalanischen Landrasse sind lebhaft und robust. Sie beeindrucken mit ihrem eleganten und stolzen Auftreten und erfreuen Halter*innen mit einer guten Legeleistung. Empordanesa-Hühner schätzen ausreichend Platz und Freiraum. Die unabhängigen Tiere bauen zu Menschen meist keine enge Beziehung auf und bleiben distanziert. Es handelt sich daher nicht um Schoßhühner oder Tiere für Familien mit kleinen Kindern. Bei vielen Züchter*innen und Hobbyhalter*innen sind diese Hühner jedoch sehr beliebt. Das ansprechende Aussehen der Hühner macht sie zu idealen Ausstellungstieren. Mit ihrer aktiven und aufgeweckten Art sind Empordanesas zudem faszinierend zu beobachten.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Grundsätzlich stellen Empordanesa-Hühner keine allzu hohen Ansprüche an ihre Umgebung. Zu beachten ist jedoch, dass die agilen Tiere viel Platz benötigen. So sollte ihnen ein möglichst großer Freilauf zur Verfügung gestellt werden. Aufgrund ihres relativ geringen Gewichts zeichnen sich Hühner dieser Rasse durch eine hohe Flugfähigkeit aus. Wichtig ist daher, das Gehege gut abzusichern und eine ausreichend hohe Umzäunung zu errichten. Sonst würden die Tiere davonfliegen.

Empordanesas können außerdem als robuste Hühner beschrieben werden. Auch bei tiefen Temperaturen halten sie sich gerne im Freien auf, weshalb die Tiere auch in der kalten Jahreszeit ihren Auslauf bekommen sollten. Nicht vergessen werden sollte allerdings, dass Empordanesas trotz ihrer Unempfindlichkeit gegenüber Kälte sehr hohe Temperaturen nicht gut vertragen. Zu starke Sonneneinstrahlung sollte daher vermieden werden. Aus diesem Grund sollten Halter*innen stets ausreichend schattige Plätze im Freilauf errichten. Bei großer Hitze ziehen sich die Hühner gerne unter Bäume oder Büsche zurück.

Futter

Empordanesa-Hühner gelten als fleißige Futtersucher. Die Tiere sind ständig in Bewegung und scharren eifrig nach Futter. Werden ihnen ausreichend Freiflächen sowie Nahrungsquellen zur Verfügung gestellt, ist daher nur wenig Zufütterung notwendig. Bei der Fütterung der Empordanesas gibt es nichts Spezielles zu beachten. Die Ansprüche der Tiere unterscheiden sich nämlich nicht von denen anderer Rassen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Hühner dieser Rasse werden wegen ihres hübschen Aussehens, aber auch wegen ihrer guten Legeleistung gehalten. Im ersten Legejahr können Halter*innen mit 180 oder mehr Eiern rechnen. Die Eier wiegen etwa 60 Gramm und sind recht groß. Besonders die Färbung zeichnet die Eier der Empordanesa-Hennen aus: Die Schalen erscheinen in einem sehr dunklen Rotbraun. Häufig findet sich zudem ein bläulicher Schimmer auf der Oberfläche.

Küken

Empordanesa-Hennen gelten als fürsorgliche und bemühte Mütter, die sich liebevoll um ihren Nachwuchs kümmern. Der Bruttrieb ist bei den Hühnern dieser Rasse jedoch nicht sehr stark ausgeprägt. Am häufigsten wird daher in der Zucht auf künstliche Brut gesetzt. In der Regel funktioniert das Brüten mit einer Brutmaschine problemlos. Bei einem Verhältnis von einem Hahn zu zehn Hennen ist in der warmen Jahreszeit mit einer Fruchtbarkeitsrate der Eier von etwa 90% zu rechnen. Ungefähr 70% der befruchteten Eier bringen schließlich durchschnittlich gesunde Küken hervor. Der Nachwuchs ist robust und sehr aktiv. Zudem wachsen die Küken schnell. Im Alter von etwa vier bis fünf Monaten erreichen die jungen Hühner die Geschlechtsreife. Somit können sich die Halter*innen schon nach weniger als einem halben Jahr über frische Eier freuen.

Aussehen und Farbschläge

Empordanesa-Hühner zeichnen sich durch eine selbstbewusste und elegante Haltung aus. Der walzenförmige Rumpf und der breite Rücken entsprechen der robusten Landhuhnform. Den mittellangen Schwanz trägt der Hahn offen. Männliche und weibliche Tiere weisen eine breite und tief liegende Brust auf. Der Bauch dagegen ist bei den Hennen fülliger und deutlicher ausgeprägt als bei den Hähnen.

Auf dem rundlichen Kopf der Empordanesa-Hühner findet sich der charakteristische Kamm der Rasse: Am Kammende wachsen aus der Kammfahne ein oder zwei Zacken heraus. Wird der Kopf von hinten betrachtet, erscheint der Kamm kreuzartig abgeschlossen. Dieser Kreuzabschluss wird im Spanischen „Clavel“ genannt. Bei den Hennen kann der Stehkamm am Ende etwas zur Seite geneigt sein. Das Gesicht weist ebenso wie die Kehllappen eine intensive rote Färbung auf. Der eher kurze Schnabel ist gelb- bis hornfarben und zeigt eine nur leichte Biegung. Die Augen der Empordanesa-Hühner sollten in einem Orangerot erscheinen.

Bei allen drei Formen des gelben Farbschlags zeigen Hahn und Henne annähernd die gleiche Färbung. Während der Großteil des Körpers in einem reinen Gelb gehalten ist, weist der Schwanz je nach Typ eine schwarze, blaue oder weiße Färbung auf. In Deutschland sind folgende Farbschläge zugelassen:

  • gelb mit
    • schwarzem Schwanz
    • blauem Schwanz
    • weißem Schwanz
  • weiß

Herkunft

Empordanesa-Hühner stammen ursprünglich aus Spanien. Um das Jahr 1920 wurde diese alte Landrasse in der katalanischen Region Empordà entdeckt. An der Landwirtschaftsschule in Barcelona züchteten Professoren wie etwa Pere Màrtir Rossell i Vilar diese Rasse weiter. In der Nachkriegszeit ging die Zahl der Empordanesa-Hühner stark zurück. Die Rasse wurde für vom Aussterben bedroht erklärt. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts bemühten sich zahlreiche Züchter*innen und Vereine um die Erhaltung der Rasse. Seit 1999 sind Empordanesa-Hühner in Deutschland zugelassen. Heute gilt diese Rasse als selten und ist im deutschsprachigen Raum recht wenig bekannt.

Züchter*innen

Rudolf Haas
Gersdorfer Straße 22
8472 Straß
rudolf.haas70@gmx.at
Tel.: +43/(0)6645554836

Kategorien
blau-gesäumt Gelb gelb-schwarzcolumbia schwarz schwarz-weiß silberfarbig-gebändert USA weiß weiß-schwarzcolumbia Zweinutzung

Plymouth Rock

Steckbrief

  • Herkunftsland: USA
  • Farbschläge: u. a. schwarz, weiß, gelb, blau gesäumt (weitere unten)
  • Eigenschaften: Winterleger, robust, zutraulich, ruhig, zahm
  • Gewicht Henne: 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0 – 4,0 kg
  • Legeleistung: ca. 190 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: 55 g
  • Eierschalenfarbe: gelbbraun
  • Zwergform vorhanden: Ja

Haltung

Verhalten

Das Wesen der Plymouth Rock Hühner ist sehr friedlich und zahm. In der Gruppe verhalten sich die Hühner so harmonisch, dass bei genügend Platz und Bestand sogar mehrere Hähne gehalten werden können. Sie sind robust, eignen sich für Anfänger*innen, aber auch Familien. Außerdem sind die Tiere lebhaft, robust und neugierig. Des Weiteren handelt es sich um unkomplizierte und leichtfuttrige Hühner, die genau deshalb so beliebt sind. Diese zutraulichen Winterleger sind nicht nur witterungsbeständig, sondern auch robust gegen Krankheiten. Aufgrund ihres Gewichtes werden sie als große und kräftige Hühner bezeichnet.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Plymouth Rocks stellen wenige Ansprüche an ihre Umgebung, jedoch schätzen sie den Freilauf an der frischen Luft. Sie brauchen nicht besonders viel Platz, solange nur ein Hahn führt. Wenn man sich entscheidet, dass man mehrere Hähne miteinander halten möchte, sollte man für ausreichend Fläche sorgen. Da die Hühner gerne und viel fressen, neigen sie zur Verfettung und sollten den Platz nutzen, um sich zu bewegen. Außerdem gelten diese Tiere als äußerst flugfaul, weshalb eine niedrige Umzäunung ausreicht.

Futter

Auch beim Futter sind Plymouth Rocks anspruchslos und ernähren sich hauptsächlich von Würmern und Insekten, die sie im Freilauf finden. Dennoch ist es ratsam, auch zusätzlich Futter zu verteilen, denn die Hühner brauchen genug, um ihrem schnellen Wachstum nachzukommen. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da diese Rasse stark zur Verfettung neigt. Um dem vorzubeugen, ist eine Installation eines Futterautomaten ratsam oder eine Portionierung der Futtermenge. Ebenso ist es klug, das Futter großflächig zu verteilen und so die Hühner zur Bewegung zu motivieren, denn sie sind fleißige Futtersucher.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Plymouth Rocks werden für ihr zartes mageres Fleisch geschätzt, aber auch ihre Legleistung. Durch ihre guten Legeeigenschaften erfreut sich der/die Züchter*in jährlich an 190 großen Eiern und das sogar im Winter. Die gelbbraunen Eier wiegen durchschnittlich 55 Gramm, weshalb Plymouth Rocks als gute Legerasse gelten. Die Legeleistung kann je nach Farbschlag oder Zuchtlinie variieren.

Küken

Plymouth Rock Hennen legen und brüten zuverlässig und gerne. Küken sind schnellwüchsig und robust, weshalb es wenig Ausfälle gibt. Hennen sind tolle Glucken und führen den Nachwuchs mit Bedacht. Diese Kücken brauchen viel Futter, um schnell zu wachsen und reifen. Auch Jungtiere sind gesundheitlich robust und lernfähig, sowie zahm.

Aussehen und Farbschläge

Plymouth Rock Hühner haben eine breite, tiefe Brust, jedoch eine aufrechte Haltung und einen stolzierenden Gang. Je nach Farbschlag unterscheidet sich das Gefieder dieser Rasse, woran man unter anderem das Geschlecht erkennen kann. Das Gefieder sitzt straff am Körper, wobei beim Hahn ein kurzer, voller, runder Schwanz erkennbar ist. Der Körperbau der Henne hingegen ist deutlich runder, was ihre Legeleistung deutlich macht. Allgemein haben Plymouth Rocks einen langen, breiten und rechteckigen Körperbau.

Da die Großform der Plymouth Rocks viel Platz und Futter braucht, ist in manchen Regionen die Zwergform beliebter. Tatsächlich gibt es für die Zwergrasse auch zusätzliche Farbschläge, jedoch schauen sich beide Formen ähnlich.

Folgende Farbschläge der Plymouth Rocks werden gezüchtet:

  • weiß-schwarz gestreift
  • schwarz
  • weiß
  • gelb
  • blau gesäumt
  • rebhuhnfarbig-gebändert
  • weiß-schwarzcolumbia
  • silberfarbig-gebändert
  • gelb schwarz columbia

Herkunft

Der Name der Plymouth Rocks ist auf eine Stadt in Amerika zurückzuführen, wo sie um 1860 herum anerkannt und schnell populär wurden. Grund für die Beliebtheit ist die Legeleistung, das wohlschmeckende Fleisch, aber auch der Charakter dieser Hühnerrasse. Diese Haushuhnrasse entstammt einer Mischung aus den Rassen Javahühnern, Dominikanern, Brahma und Cochin.

Der erste amerikanische Plymouth Rock Club wurde bereits 1886 gegründet.

Kategorien
blau Frankreich geflockt schwarz weiß Zweinutzung

Bressehuhn / Bresse-Gauloise

Steckbrief

  • Herkunftsland: Frankreich
  • Farbschläge: weiß; schwarz; blau; geflockt
  • Eigenschaften: ruhig, zäh, neugierig, zahm, pflegeleicht, lebhaft, anpassungsfähig, robust, frohwüchsig
  • Gewicht Henne: 2,0 – 2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5 – 3,0 kg
  • Legeleistung: 240 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: nein

Ursprung

Bressehuhn bzw. Bresse-Gauloise ist eine französische Hühnerrasse benannt nach der Region Bresse im Osten Frankreichs. Das Außergewöhnliche an der Rasse ist ihr Namensschutz. Bereits im Jahr 1601 wurde unter dem französischen König Heinrich IV. erlassen, dass „das Huhn der Bresse“ (frz. Poule de Bresse) unter diesem Namen in keiner anderen Regionen gehalten werden darf. Außerhalb dieses Gebiets erhalten die Hühner demnach den Zusatz „Gauloise“.

Traditionell waren in der Bresse drei Farbschläge verbreitet: die Schwarzen von Louhans, die Grauen von Bourg und die Weißen von Bény. Durch Einfluss von Händlern und einer gezielten Zucht entwickelten sich die Weißen von Bény zu den eigentlichen Bressehühnern. Das Bressehuhn ist bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Im Jahr 1864 konnte es sich haushoch gewinnend bei einem nationalen Schlachttierwettbewerb durchsetzen. 1904 folgte die Gründung des ersten Bresse Clubs, der sich für genaue Rassestandards einsetzte und die Zucht förderte. 1957 erhielt das Huhn schließlich seinen Namensschutz, der die angemessene Nutzung des Rassennamens regelt.

Aussehen

Bressehühner sind einfachkämmige Landhühner mit blauen Läufen und weißen Ohrscheiben. Der weiße Farbschlag ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung, vor allem aber sind die Farben der französischen Flagge kennzeichnend (weißes Gefieder, roter Kamm und Kehllappen, blaue Läufe). Bei der Henne wird der abstehende Kamm umgelegt. Die Hühner haben außerdem einen langen, gut gerundeten Rumpf und einen breiten Rücken, der leicht abfällt. Die Brust ist breit und voll und die Flügel liegen eng an.

Haltung

Aufgrund des Namensschutzes kann die Rasse nicht überall einheitlich „Bressehuhn“ genannt werden. Das erfordert nämlich die Einhaltung gewisser Haltungs-, Mast- und Vermarktungsvorschriften. Außerdem muss die entsprechende Zuchtrichtung und die regionale Zugehörigkeit erfüllt sein. Es gibt rund 250 Züchter*innen in der französischen Region, die dadurch einheitliche Prinzipien verfolgen, was Haltung, Fütterung und Schlachtung betrifft. Das umfasst unter anderem geregelte Bedingungen für die Aufzucht der Küken sowie älterer Hühner und Vorgaben zum Futter. Dadurch bleibt das Rassekennzeichen erhalten, das die Authentizität des Bressehuhns bestätigt. Außerhalb all dieser Bedingungen ist die Rasse als Bresse-Gauloise zu bezeichnen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die ruhigen, neugierigen und zähen Hühner haben keine speziellen Anforderungen an die Haltung, jedoch haben sie einen durchaus hohen Bewegungsdrang. Eine Freilandhaltung ist daher empfehlenswert. Beim Platzbedarf sollten 10 m² pro Huhn einberechnet werden. Da die Hühner jedoch nicht gern fliegen, reicht eine niedrige Umzäunung aus.

Futter

Durch die Freilandhaltung nehmen die Hühner bereits den Großteil ihres Futters auf, allerdings kann mit regionalem Futter wie Mais und Buchweizen zugefüttert werden.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Bressehühner bzw. Bresse-Gauloise werden hauptsächlich als Wirtschaftshühner gezüchtet und gehalten. Besonders wegen ihres schmackhaften Fleisches, das durch sorgfältige Haltung hohe Qualität aufweist, sind sie eine begehrte Rasse. Bereits nach 20 Wochen erreichen sie ein Schlachtgewicht von 2,3 kg bei Hennen und 2,9 kg bei Hähnen. Doch auch die Legeleistung von bis zu 240 Eiern im Jahr ist bemerkenswert und macht Bressehühner somit zu einem wertvollen Zweinutzungshuhn.

Küken

Bressehühner brüten kaum, weshalb eine Leihhenne oder eine Kunstbrut empfehlenswert ist. Die Küken sind jedoch robust und wachsen schnell heran. Die Hennen beginnen bereits ab einem Alter von 18 Wochen, Eier zu legen.

Farbschläge

Beim originalen Bressehuhn gibt es nur den weißen Farbschlag mit weißem Gefieder, roten Kopfmerkmalen, blauen Läufen sowie dunkelbraunen Augen.

Bei den Bresse-Gauloise hingegen gibt es mehrere Farbschläge:

  • blau
  • schwarz
  • geflockt

Auch sie haben rote Kopfmerkmale sowie blaue Läufe, nur die Farbe des Gefieders variiert entsprechend. Ebenso kann die Augenfarbe je nach Farbschlag verschiedene Brauntöne annehmen.

Züchter*innen
(Bresse-Gauloise)

Deutschland:
Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

Kategorien
blau Eier gesperbert schwarz unklar weiß Zierhuhn

Strupphuhn

Steckbrief

  • Herkunftsland: unklar
  • Farbschläge: schwarz, weiß, gesperbert, blau
  • Eigenschaften: lebhaft, zutraulich, robust, kälteunempfindlich, ruhig
  • Gewicht Henne: 2,0-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0-3,5 kg
  • Legeleistung: 130 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: gelbbraun
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Strupphuhn-Hahn und -Henne (Foto: Martin Schmidt)

Das Strupphuhn ist ein außergewöhnliches Tier, das neben dem besonderen Aussehen mit seinem angenehmen Charakter überzeugt. Hühner dieser Rasse gelten als lebhafte, aber ruhige und ausgeglichene Tiere. Sie fassen zudem recht schnell Vertrauen zu ihren Halter*innen und werden sogar handzahm. Bei guter Pflege werden sie anhänglich und lassen sich streicheln. Immer wieder gibt es die Behauptung, Strupphühner wären empfindliche Zierhühner. Auch wenn ihr Äußeres vielleicht anderes vermuten lässt: Die Rasse gilt als äußerst robust und kälteunempfindlich. Die Annahme, Strupphühner wären nur zum Anschauen gut, lässt sich ebenfalls leicht widerlegen: Mit ungefähr 130 Eiern im ersten Legejahr können Halter*innen sicherlich zufrieden sein. Jedenfalls sollte allerdings beachtet werden, dass es bei der Haltung von Strupphühnern einige Punkte zu bedenken gibt. So sind sie keine guten Anfängerhühner. Wer Strupphühner halten möchte, sollte den Tieren viel Zeit widmen können.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Wie bereits erwähnt, sind Strupphühner viel robuster als vielleicht zunächst vermutet. Trotz ihres struppigen Gefieders sind sie auch gegen Regen oder Kälte recht widerstandsfähig. Trotzdem gilt bei diesen Hühnern, vielleicht noch mehr als bei anderen Rassen: Bei rauen Wetterverhältnissen, besonders im Winter oder bei heftigen Regenfällen muss ständig der Zugang zu einem trockenen und zugluftfreien Stall möglich sein. Auf Hygiene in Stall und Freilauf sollte bei dieser Rasse ebenfalls verstärkt geachtet werden. Das Gehege der Strupphühner sollte möglichst groß sein. Die aktiven Tiere scharren dann fleißig nach Futter und bewegen sich bei ausreichend Platz gerne und viel. Die außergewöhnliche Befiederung führt zu einer sehr eingeschränkten Flugfähigkeit. Eine niedrige Umzäunung ist daher ausreichend, um die Tiere am Ausbrechen zu hindern.

Futter

Die Ernährung der Strupphühner stellt sich als unkompliziert heraus. Es gibt im Vergleich zu anderen Hühnerrassen wenig Spezifisches zu beachten. Ist der Freilauf ausreichend groß und stehen auf der Fläche genügend Nahrungsquellen zur Verfügung, so sind die Tiere fleißige Futtersucher. Daher ist in der warmen Jahreszeit nur wenig Zufütterung notwendig. Die Ansprüche an das Futter unterscheiden sich nicht von denen anderer Rassen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Strupphühner sind, wie bereits angesprochen, keineswegs nur schön anzusehende Zierhühner. Im ersten Legejahr bringen sie bis zu 130 Eier. Diese sind mit ungefähr 60 Gramm recht schwer und weisen eine cremefarbene bis gelbbraune Schalenfarbe auf. Aber auch als Fleischlieferant wird das Strupphuhn teilweise geschätzt. Aufgrund ihres hohen Gewichtes bringen sie eine ansehnliche Fleischmenge.

Küken

Strupphühner gelten als überaus liebevolle und verantwortungsvolle Mütter. Die Küken dieser Rasse wachsen schnell und sind bald robust und lebhaft. Nach dem Schlupf sind die Kleinen von dem Nachwuchs anderer Rassen kaum zu unterscheiden. Erst nach einigen Tagen zeigt sich die besondere Beschaffenheit des Gefieders. An den Flügeln sind meist die ersten nach oben gebogenen Federn erkennbar. Allerdings sollten sich Halter*innen nicht wundern, wenn nicht alle Hühner eine struppige Befiederung ausbilden. Nur ungefähr zwei Drittel des Nachwuchses sind gestruppt, selbst wenn beide Elternteile dieses Merkmal aufweisen.

Aussehen und Farbschläge

Weiße Strupphuhn-Henne (Foto: Martin Schmidt)

Strupphühner treten in verschiedenen Farbschlägen auf. Folgende Typen gelten als anerkannt:

  • schwarz
  • weiß
  • gesperbert
  • blau

Der Körper der Strupphühner entspricht dem Landhuhntyp. Strupphühner sind kräftig und weisen eine mittelhohe Stellung auf. Der mittellange Hals der Rasse führt hinunter zu einer breiten Brust. Besonders auffällig ist selbstverständlich die struppige Befiederung, die sich bei dem struppigen Typ über den gesamten Körper zieht. Lediglich die mittellangen Läufe sind unbefiedert. Im Idealfall stehen die Bögen der Federn in Richtung des Kopfes ab. Der üppige Schwanz wird aufrecht oder leicht abfallend getragen.

Alle Farbschläge haben die rote Färbung von Gesicht, Ohr- und Kehllappen gemeinsam. Dagegen sind bei den Läufen, Augen und Schnäbeln deutliche Unterschiede zu erkennen. Während weiße Strupphühner eine gelbe Färbung der Läufe aufweisen, sind die der anderen Farbschläge grau bis schwarz. Allgemein gilt: Je heller die Gefiederfarbe, desto heller sollen Augen und Schnabel sein.

Herkunft

Die Herkunft dieser Rasse konnte nicht vollständig geklärt werden. Häufig wird vermutet, dass Strupphühner in Asien ihren Ursprung haben. So gibt es Berichte über die Existenz dieser Rasse auf Java und den Philippinen. Dort sollen Strupphühner schon vor über 300 Jahren vorgekommen sein. Weit verbreitet waren die struppigen Hühner auch in Ländern wie Russland, Japan oder Indien.

Später dürfte die Rasse dann nach Europa gekommen sein. In englischer Fachliteratur des 17. Jahrhunderts lassen sich bereits Hinweise auf Hühner mit gelockter Befiederung finden. Im 18. Jahrhundert folgten Erwähnungen auch in deutschsprachigen Texten. 1874 wurden in den USA erstmals Standards der Rasse festgehalten. Im deutschen Raum gelten Strupphühner heute als eher seltene Exoten. Dennoch bereiten sie immer mehr Halter*innen Freude, die nach außergewöhnlich aussehenden, aber auch wirtschaftlichen Tieren suchen.

Züchter*innen

Martin Schmidt
33449 Langenberg
mucuschmidt@web.de

Hühnerhof Juesven
www.huehnerhof-juesven.de

Kategorien
blau-gesäumt Frankreich gesperbert perlgrau schwarz weiß Zweinutzung

La Flèche

Steckbrief

  • Herkunftsland: Frankreich
  • Farbschläge: schwarz; weiß; blau-gesäumt; gesperbert; perlgrau
  • Eigenschaften: scheu, wachsam, neugierig, misstrauisch, schwer zähmbar, robust, lebhaft
  • Gewicht Henne: 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0 – 4,0 kg
  • Legeleistung: 180 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 70 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Ursprung

Das La Flèche Huhn ist ein seltenes Rassehaushuhn aus Frankreich, das aus Haubenhühnern gezüchtet wurde. Der Name verweist auf den Herkunftsort, und zwar die Gemeine La Flèche im nordwestlichen Frankreich. Die Rasse geht vermutlich auf schwarze Spanier und Crève-Coeur Hühner zurück. La Flèche Hühner waren damals vor allem wegen ihrer hohen Fleischqualität sowie der weißen Haut ansehnlich. Um 1860 kam die Rasse nach Deutschland, allerdings ist sie heute selten außerhalb Frankreichs verbreitet.

Aussehen

Eine außergewöhnliche Eigenschaft der La Flèche Hühner ist der V-förmige Kamm, auch „Hörnerkamm“ genannt.

Haltung

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

La Flèche Hühner sind robuste und lebhafte Tiere, doch zahm und zutraulich sind sie nicht, da sie zur Vorsicht neigen. Sie sind sehr wachsam, misstrauisch, aber dennoch neugierig. Die Hühner haben einen hohen Bewegungsdrang , den sie in einem weiten, abwechslungsreichen Freilauf gut ausleben können. Allerdings fliegen die Tiere auch gern. Wenn die Hühner nicht daran gewöhnt werden, bei Tagesende für die Nacht in den Stall zu gehen, dann kann es sein, dass sie sich stattdessen auf Bäume zurückziehen. Die Umzäunung muss daher aber auch mindestens zwei Meter hoch sein.

Futter

Wird den La Flèche Hühnern genügend Freilauf gewährt, suchen sie den Großteil ihres Futters selbst und sie sind gut versorgt. Am Abend können die Tiere noch mit etwas Futter in den Stall gelockt werden, sonst übernachten die Hühner auch gern auf Bäumen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Ursprünglich wurde das La Flèche Huhn aufgrund seines kräftigen Körpers, des raschen Wachstums und der guten Fleischeigenschaften gezüchtet. Allerdings ist auch die hohe Legeleistung von 180 Eiern im Jahr bemerkenswert. Die Hennen legen außerdem jahrelang, noch dazu auch im Winter. Es handelt sich hierbei also um ein ideales Zweinutzungshuhn.

Küken

La Flèche Hennen sind selten in Brutstimmung, weshalb eine Leihhenne oder ein Brutkasten notwendig ist. Ist die Brut erfolgreich, sind die Hennen jedoch hervorragende Glucken.

Wer Küken aufzieht, kann sie durchaus zähmen, doch Streichelhühner werden keine aus ihnen. Wichtig ist dennoch die Vermittlung von Sicherheit, damit die Küken an Zutrauen gewinnen. Durch wenig Beachtung werden die Küken jedoch später misstrauisch und distanziert.

Abhängig vom Entwicklungsstand wachsen die Küken schneller oder langsamer. Innerhalb der ersten drei Wochen werden aus den Küken kleine Geier. Bis zur 23. Woche reifen sie jedoch zu edlen Jungtieren heran.

Farbschläge

Folgende Farbschläge sind bei La Flèche anerkannt:

  • schwarz
  • weiß
  • gesperbert
  • blau-gesäumt
  • perlgrau

Beim schwarzen Farbschlag liegt auf den dunklen Federn ein grüner Glanz. Der grauschwarze Schnabel hat eine helle Spitze und die vorerst dunkel-schiefernfarbigen Läufe werden im zunehmenden Alter bleigrau.

Durch den weißen Farbschlag sind alle Hühner rein weiß. Im Gefieder des Hahns zeigt sich zusätzlich ein leichter Gelbstich. Schnabel und Läufe sind entweder hellbraun oder bleigrau.

Beim gesperberten Farbschlag ist auf jeder Feder ein quergebänderter Übergang von Schwarz zu Blaugrau zu sehen. Beim Hahn sind diese Streifen alle gleich breit, bei der Henne sind die dunklen Streifen breiter als die hellen, womit diese dunkler erscheinen. Schnabel und Läufe sind hellbraun und manchmal leicht gefleckt.

Der blau-gesäumte Farbschlag weist dunkelhornfarbene Schnäbel und schieferblaue Läufe auf. Dabei wirken die Hähne etwas dunkler als die Hennen.

Hühner des perlgrauen Farbschlags haben sowohl bei Hahn als auch Henne ein gleichmäßig hellgraues Gefieder. Der Hahn erscheint dabei etwas dunkler als die Hennen.

Züchter*innen

Österreich:
Johannes Janus
Großgrabenstraße 36
3052 Innermanzing
Tel.: +43 (0) 676 347 980 9
kontakt@huehnernest.at
www.huehnernest.at

Kategorien
Deutschland Niederlande schwarz-weiß Zweinutzung

Lakenfelder

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland, Niederlande
  • Farbschläge: schwarz-weiß
  • Eigenschaften: temperamentvoll, lebhaft, robust, scheu, kälteunempfindlich
  • Gewicht Henne: 1,5-2,0 kg
  • Gewicht Hahn: 1,75-2,25 kg
  • Legeleistung: 160 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 50 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Lakenfelder-Hühner gelten als sehr temperamentvolle und aktive Tiere. Sie sind typische Vertreter der deutschen Landhühner. Als solche haben sie viel von ihren Ahnen bewahrt: Lakenfelder lassen sich als robust und wetterunempfindlich beschreiben. Daher sind sie für Halter*innen gut geeignet, die große Freiflächen zur Verfügung stellen können und die Tiere in Ruhe lassen. „Schoßhühner“ sind Lakenfelder nämlich keine. Am liebsten beschäftigen sie sich selbst und scharren im Auslauf nach Futter. Zudem regen sich die lebhaften Tiere schnell auf und sind scheu. Anfassen oder sogar hochheben lassen sich diese Hühner nicht. Zu empfehlen sind sie daher nicht für Familien mit kleinen Kindern oder Anfänger*innen. Wer allerdings eine „ursprüngliche“, natürliche Haltung anbieten kann, wird sich über die Hühner mit der besonderen Gefieder-Zeichnung und einer hohen Wirtschaftlichkeit freuen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Eine reine Stallhaltung wäre bei diesen bewegungsfreudigen Hühnern keinesfalls artgerecht. Abgesehen von ausreichend Auslauffläche stellen Lakenfelder-Hühner aber relativ wenig Ansprüche an ihre Haltung. Sie bewegen sich gerne frei im Gelände oder in einem ausreichend großen Gehege. Steht Lakenfeldern genügend Fläche zur Verfügung, werden sie rasch zu fleißigen Futtersuchern. Am liebsten bleiben die Hühner ungestört und beschäftigen sich selbst.

Beachten sollten Halter*innen, dass diese Rasse über eine gute Flugfähigkeit verfügt. Aufgrund ihres geringen Gewichtes gelangen sie leicht auf Bäume oder sogar auf Hausdächer. Auf eine ausreichend hohe Umzäunung oder eine Überspannung des Auslaufs mit einem Netz sollte daher nicht vergessen werden.

Noch stärker als andere Rassen sollten die Besitzer*innen bei Lakenfeldern auf den Schutz vor Beutegreifern achten: Ihre auffällige Zeichnung macht sie nämlich für Räuber auch bei Dunkelheit gut sichtbar. Lakenfelder-Hühner besitzen eine sehr dichte und widerstandsfähige Befiederung. So sind sie auch bei rauen Wetterverhältnissen robust und verbringen gerne auch in den kalten Monaten Zeit im Freien.

Futter

Die Ernährung der Lakenfelder stellt sich als sehr unkompliziert heraus. Wenn der Freilauf ausreichend groß ist und genügend Nahrungsquellen zur Verfügung stehen, sind sie fleißige Futtersucher. In der warmen Jahreszeit ist daher nur wenig Zufütterung notwendig, was sie für die Halter*innen zu recht wirtschaftlichen Hühnern macht. An das Futter stellen die Lakenfelder sonst keine großen Ansprüche. Die Anforderungen unterscheiden sich hier also nicht von denen anderer Rassen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Das Lakenfelder-Huhn wird als Zweinutzungsrasse beschrieben. Als solche bringt es sowohl eine beachtliche Menge an Eiern, aber auch die hohe Fleischqualität wird geschätzt. Mit ungefähr 160 oder sogar mehr gelegten Eiern erfreuen die Hennen mit einer guten Legeleistung. Die Eier besitzen eine weiße Schalenfarbe und wiegen um die 50 Gramm. Lakenfelder legen nicht schnell an Gewicht zu und bringen daher im Vergleich zu anderen Rassen keine enormen Mengen an Fleisch. Dennoch wird das Fleisch als sehr fein und schmackhaft beschrieben. Immer häufiger wird das Lakenfelder-Huhn jedoch aufgrund seines außergewöhnlichen Aussehens und nicht mehr als reines Nutzhuhn gehalten.

Küken

Lakenfelder-Hennen haben ihren Bruttrieb heute fast vollständig verloren. Höchst selten werden die Tiere also brütig, weshalb eine Naturbrut nicht vielversprechend ist. Dafür verläuft eine Kunstbrut meist problemlos, da die Eier sehr gut dafür geeignet sind. Bald nach dem Schlupf sind die Küken aktiv und aufgeweckt. Zudem sind sie frohwüchsig und robust. Beachtet werden sollte allerdings, dass der Nachwuchs anders als die ausgewachsenen Lakenfelder Kälte und Feuchtigkeit noch nicht gut verträgt. Aus diesem Grund sollten die Küken zunächst im warmen und trockenen Stall bleiben und erst bei ausreichender Befiederung und Größe in den Freilauf dürfen. Die typische Gefieder-Färbung bildet sich bei den jungen Lakenfeldern erst nach der dritten Mauser aus. Ab dem sechsten Monat sind die ersten gelegten Eier zu erwarten.

Aussehen und Farbschläge

Bei den Lakenfelder-Hühnern ist in allen Ländern, in denen diese Rasse gezüchtet wird, nur eine einzige Färbung anerkannt: Die typische Lakenfelder-Zeichnung setzt sich aus tiefschwarzen und manchmal blaugrauen Elementen zusammen. Der Kopf der Tiere ist ebenso wie der Rumpf weiß befiedert, während Halsbehang und Schwanz eine schwarze Färbung aufweisen. Diese Farbzeichnung findet sich genau wie die Bezeichnung „Lakenfelder“ übrigens auch bei anderen Haus- und Nutztieren. Auch beispielsweise Kühe, Ziegen oder Mäuse kommen mit diesem Muster vor.

Die kräftigen Lakenfelder verfügen über einen langgestreckten und leichten Körperbau. Bei den Hennen sollte ein fülliger Legebauch erkennbar sein. Den üppigen Schwanz tragen die Hähne etwas höher als die weiblichen Tiere. Auch die Flügel sind dicht befiedert und werden nah am Körper gehalten. Eines der wenigen Unterscheidungsmerkmale zwischen männlichen und weiblichen Lakenfeldern ist zudem der mittelgroße Einzelkamm: Er ist bei den Hennen ein wenig kleiner und darf bei den Hähnen etwas geneigt sein. Gemeinsam haben die Geschlechter die intensiv orange- bis rotbraune Iris und die reinweißen Ohrlappen. Gesicht, Kamm und Kehllappen stehen mit ihrem satten Rot-Ton im Kontrast zu der schwarz-weißen Befiederung.

Herkunft

Die Herkunft dieser Rasse konnte nicht eindeutig geklärt werden. So existieren zwei verschiedene Vermutungen über die Geschichte der Lakenfelder. Einer Theorie zufolge wurden die Lakenfelder zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der niederländischen Stadt Lakerveld erzüchtet. Eine andere mögliche Herkunft ist das deutsche Westfalen. Dort soll sich der Theorie nach gleichzeitig wie in den Niederlanden die besondere Färbung bei unterschiedlichen Nutztierrassen herausgebildet haben. Entstanden ist das Lakenfelder-Huhn vermutlich unter Einflüssen der Totleger-, Zottegem- und Campiner-Hühner. Im Laufe des 20. Jahrhunderts nahm die Popularität dieser Rasse immer mehr ab. Andere wirtschaftlichere und vor allem Rassen aus anderen Ländern erlebten einen Aufschwung. Heute ist das Lakenfelder-Huhn selten geworden und wurde auf die Liste der gefährdeten Nutztierrassen aufgenommen.

Züchter*innen

Fam. Grundmeier
33397 Rietberg
Im Thüle 70
www.unser-kleiner-nutztierhof.de.tl