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Bergische Schlotterkämme

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: schwarz-weißgedobbelt, schwarz-gelbgedobbelt, schwarz, gesperbert
  • Eigenschaften: lebhaft, gute Flugfähigkeit, zutraulich, robust, legefreudig
  • Gewicht Henne: 1,75-2,25 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0-2,75 kg
  • Legeleistung: ca. 180-200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja (nur schwarz-weißgedobbelt)

Haltung

Verhalten

Bergische Schlotterkämme werden als lebhaft und robust beschrieben. Sie gelten als unempfindlich und überzeugen mit einer guten Legeleistung. Die Hühner dieser sehr alten deutschen Rasse werden zudem bei ausreichend Beschäftigung mit den Tieren recht schnell zutraulich. Richtige „Haustiere“ oder „Schoßhühner“ werden Bergische Schlotterkämme allerdings nicht. Grundsätzlich sind die Hühner vor allem für Halter*innen mit großen Freiflächen empfehlenswert. Die freiheitsliebenden Tiere fühlen sich nämlich nur bei entsprechend großem Platzangebot wohl. Gehalten werden Bergische Schlotterkämme sowohl aufgrund ihres schmackhaften Fleisches als auch aufgrund der hohen Eierzahl pro Jahr. Leider ist die Rasse aber inzwischen selten geworden und gilt als bedrohte Nutztierrasse.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Eine artgerechte Haltung der Bergischen Schlotterkämme setzt ausreichend große Freiflächen voraus. Die bewegungsfreudigen Tiere sind ständig unterwegs und scharren fleißig selbst nach Futter. In engen Gehegen oder auf zu kleinen Flächen fühlen sich die Hühner nicht wohl. Halter*innen sollten zudem auf eine ausreichend hohe Umzäunung achten. Bergische Schlotterkämme sind nämlich nicht nur neugierig, sondern auch flugfähig. So finden sich die Tiere gerne auch mal auf Bäumen wieder, die im Auslauf nicht vergessen werden sollten.

Die Hühner gelten als robust, jedoch gibt es für Halter*innen dieser Rasse einige Punkte zu bedenken: Bergische Schlotterkämme zeichnen sich durch besonders große Kämme und Kehllappen aus. Daher sind die Tiere frostanfällig und brauchen im Winter besondere Pflege. Unerlässlich ist selbstverständlich ein frost- und zugluftfreier Stall, in den sich die Schlotterkämme zurückziehen können. Zusätzlich sollten Besitzer*innen in der kalten Jahreszeit allerdings auch die Kopfanhängsel ihrer Tiere schützen. Dazu eignet sich etwa das Einreiben von Kamm und Kehllappen mit Melkfett.

Futter

Wie bereits angesprochen, sind Bergische Schlotterkämme eifrige Futtersucher. Im Freilauf scharren sie gerne nach Futter, womit ein Großteil des Nahrungsbedarfes der Tiere gedeckt wird. In den warmen Monaten kann die Menge des zusätzlich gegebenen Futters daher angepasst werden. An ihr Futter stellen die Tiere dieser Rasse sonst jedoch kaum besondere Ansprüche. So gestalten sich die Ernährungsanforderungen nicht anders als bei anderen Hühnerrassen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Bergische Schlotterkämme gelten als sehr wirtschaftliche Tiere, die als Zweinutzungshühner gleichermaßen Fleisch und Eier bringen. Mit einer Legeleistung von etwa 180 bis 200 Eiern im ersten Legejahr erfreuen die Hennen ihre Besitzer*innen. Die Schalenfarbe der ungefähr 55 Gramm schweren Eier ist weiß. Im zweiten Legejahr nimmt die Eierzahl ab und sinkt auf 140 bis 160 pro Jahr. Dafür kann das Gewicht der einzelnen Eier auf über 60 Gramm ansteigen. Auch die Fleischleistung wird geschätzt. Das Fleisch wird als sehr schmackhaft beschrieben und gerne verspeist.

Küken

Allgemein gilt der Bruttrieb bei dieser Hühnerrasse als wenig ausgebildet. Gelingt die natürliche Brut dennoch, erweisen sich die Hennen meist als zuverlässige und verantwortungsvolle Mütter. Die Küken sind sehr lebhaft und robust. Mit etwa sechs Monaten beginnen die jungen Hennen mit dem Eierlegen und erfreuen ihre Halter*innen mit ihrer guten Legeleistung.

Aussehen und Farbschläge

Folgende Farbschläge der Bergischen Schlotterkämme gelten heute als anerkannt:

  • schwarz-weißgedobbelt
  • schwarz-gelbgedobbelt
  • schwarz
  • gesperbert

Zunächst traten Bergische Schlotterkämme überhaupt nur im schwarzen Farbschlag auf. Die gesperberten Tiere wurden ursprünglich als eigene Rasse angesehen. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden sie gemeinsam mit dem schwarzen Farbschlag zusammengefasst. Die schwarz-weißgedobbelten Hühner zählten ebenfalls zunächst nicht zu den Schlotterkämmen. In der Tat handelte es sich um einen Farbschlag der Bergischen Kräher. Eine Zuordnung zur Rasse der Bergischen Schlotterkämme erfolgte auch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Aus einer Kreuzung aus Bergischen Krähern und Schlotterkämmen des schwarzen Farbschlags entstand die schwarz-gelbgedobbelte Form. Bis auf den schwarzen Typ sind eigentlich alle Farbschläge ausgestorben. Die heutige Farbenvielfalt ist auf gezielte Wiedererzüchtung zurückzuführen. Auch einen weißen Farbschlag gab es, der jedoch mit dem Aufkommen der Leghorns ausstarb.

Die Körperform der Bergischen Schlotterkämme erscheint gedrungen und recht tief gestellt. Charakteristisch sind auch die breite Brust und der hoch getragene Schwanz. Außerdem weisen sie kräftige Schenkel und eine üppige, anliegende Befiederung auf. Ein Blick auf den Kopf der Tiere könnte Vermutungen über den Namensursprung anstoßen. Die Hähne verfügen über einfach-gezackte und aufrecht stehende Kämme. Bei den Hennen ist der Kamm dagegen im hinteren Bereich leicht zur Seite geneigt. Bewegt sich das Huhn, „schlottert“ auch der Kamm mit. Auffällig sind auch die rote bis braune Färbung der Augen sowie die reinweißen Ohrscheiben, die etwas länglich sind.

Herkunft

Bergische Schlotterkämme stammen ursprünglich aus dem namensgebenden Bergischen Land. Sie gelten als eine der ältesten Hühnerrassen Deutschlands. In der Literatur zu finden ist diese Rasse seit dem 19. Jahrhundert, wobei die genaue Herkunft nicht vollständig geklärt ist. Eventuell haben sich die Schlotterkämme aus Kreuzungen bergischer Landhühner und importierter spanischer Rassen entwickelt. Einflüsse könnte es von Rassen wie Bergischen Krähern, Krüpern und Kastilianern gegeben haben. Wie bereits beschrieben, hat die Rasse mit ihren einzelnen Farbschlägen eine recht komplizierte Entwicklungsgeschichte hinter sich. Heute gelten Bergische Schlotterkämme leider als sehr selten. So stehen sie auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen Deutschlands und gelten als „extrem gefährdet“. Bleibt zu hoffen, dass sich auch weiterhin engagierte Züchter*innen finden, die zum Erhalt dieser alten und wirtschaftlichen Rasse beitragen möchten.

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blaugesäumt braunbrüstig Deutschland schwarz weiß Zweinutzung

Deutsches Langschan

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: schwarz, weiß, blaugesäumt, braunbrüstig
  • Eigenschaften: kälteunemfindlich, frühreif, robust, zutraulich
  • Gewicht Henne: 2,5-3,5 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0-4,5 kg
  • Legeleistung: ca. 160-180 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 58 g
  • Eierschalenfarbe: stroh- bis braungelb
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Deutsche Langschan werden als sehr friedlich und ruhig beschrieben. Sie gelten nicht nur als zutraulich, sondern auch als gelehrig. Der Hühnerstall muss keine besonderen Eigenschaften aufweisen, da sie sich mit wenig begnügen und die meiste Zeit damit beschäftigt sind, Futter zu suchen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Sie gehören zu den schweren Hühnern, die aufgrund ihres Gewichts kaum noch vom Boden abheben. Obwohl sie es theoretisch könnten, sind sie meistens jedoch zu bequem dafür, weshalb der Freilauf nicht allzu hoch umzäunt werden muss. Ein einfaches Hühnernetz mit 1,4 Metern Höhe an ein paar Zaunpfosten ist für den Deutschen Langschan ausreichend.

Obwohl Deutsche Langschan sehr schnell an Gewicht zulegen, ist es wichtig, sie entsprechend ihrer Leistung zu füttern. Oftmals ist ihr hohes Gewicht durch die aufrechte Haltung nicht bemerkbar und sie werden zu wenig gefüttert, was sich in stagnierender Leistung zeigt.

Die großen Hühner brauchen im Hühnerstall mindestens 1 m² auf drei Exemplare, sonst mehr. Auch mit knappem Freilauf sollte der Hühnerstall größer bemessen werden. Der Deutsche Langschan lässt sich zwar selbst im Gehege aufziehen, freut sich aber über seinen Freilauf.

F. Kunz, Greifenstein / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Futter

Die schweren Hühner sind gut zur Mästung geeignet. Hennen dagegen neigen zur Verfettung, wodurch ihre Legeleistung schwinden würde. Werden aufwachsende Hähne jedoch überwiegend mit Mastfutter gefüttert, bauen sie schneller Masse als Knochen auf. Deswegen sollte hierauf verzichtet werden und Legehennen mit wenig Auslauf sollen knapp gefüttert werden. Ein paar Körner im Scharrraum oder Freilauf verhelfen den Hühnern zu mehr Bewegung, da sie von Natur aus eifrig nach Futter suchen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Deutsche Langschan eignen sich vorallem als Zwiehuhn, da sie aufgrund ihres hohen Gewichts nicht nur außerordentliche Fleischlieferanten sind, sondern auch viele Eier legen. Im ersten Legejahr legen sie 150-180 Eier. Das zweite Jahr ist weniger vielversprechend, hier werden 20-30% weniger Eier geliefert, sie legen ca. 120. Legen die Hennen auffallend wenige Eier, kann es daran liegen, dass sie verfetten. Diese Hennen wieder zu guten Legehennen zu machen, ist eine große Herausforderung, weshalb man auf die korrekte Fütterung achten sollte.

Küken

Die Hähne der Deutschen Langschan erreichen selbst bei 8 Hennen noch gute Befruchtungsraten. Letztere werden auch brütig und sind anschließend gute Glucken. Wegen des hohen Stands zerdrücken sie jedoch gelegentlich Eier und zerstören die gesamte Brut. Deswegen werden Deutsche Langschan meist im Brutapparat ausgebrütet, eventuell können auch Leihhennen verwendet werden. Die Aufzucht der Küken gelingt einfach. Zudem setzen sie schnell Fleisch an, sie sollten mit normalem Kükenfutter aufgezogen werden. Junghühnern sollte man kein Maisfutter geben. Bei ihnen zeigt sich schon der Drang nach Bewegung, weshalb ihnen ein kleiner Freilauf zur Verfügung gestellt werden sollte.

Aussehen und Farbschläge

Die Farbschläge sind an die der Croad-Langschans angelehnt, wobei der Deutsche Langschan zusätzlich noch eine braunbrünstige Variante aufweist. Alle Farbvarianten haben schwarz- bis rotbraune Augen, dunkle Läufe, sowie rote Ohr- und Kehllappen. Das gering behaarte Gesicht sticht vorallem durch seine glühend rote Farbe ins Auge.

Folgende Farbschläge sind anerkannt:

  • schwarz
  • weiß
  • blaugesäumt
  • braunbrüstig

Deutsche Langschans sind nicht nur schwer, sondern auch äußerst große Hühner mit tiefer, breiter Brust. Den Kopf ziert ein kleiner, roter Einzelkamm mit fünf breiten Zacken. Sie weisen überdurchschnittlich lange Ober- und Unterschenkel auf, weshalb sich die Zucht als eine Herausforderung gestaltet. Der Hals erscheint ebenfalls sehr lang, was durch die leichte Biegung der Halslinie noch verstärkt wird.

Herkunft

Deutsche Langschans sind eine Züchtung von Croad-Langschans, welche erstmals 1872 von China nach England gebracht wurden. Nur 7 Jahre später kamen sie in Deutschland an und wurden mit Minorkas und Plymouth Rocks gekreuzt. Das Ziel dieser Kreuzung war ein nacktfüßiges, hochgestelltes Zwiehuhn mit guter Legeleistung und gutem Fleischansatz. Enstanden ist das Deutsche Langschan. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem Cochin Huhn wurde in Deutschland diskutiert, ob diese Rasse überhaupt erhalten werden sollte. Als Reaktion darauf bildete sich sehr früh der erste Langschan-Züchterclub, der sich durchsetzte und den Erhalt des Deutschen Langschans sicherte.

Züchter*innen

Die Deutschen Langschans gelten leider als extrem gefährdete Rasse. Weltweit existieren nicht mehr als 400 Exemplare, vom Farbschlag blau-gesäumt existierten im Jahre 2016 nichtmal mehr 31 Tiere. Bei Interesse an den Tieren, kann der „SV der Langschanzüchter von 1895 e.V.“ kontaktiert werden. So kann jede/r Einzelne/r zum Erhalt dieser gefährdeten Rasse beitragen.

http://www.sv-langschan.de/index.php?pg=verein

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blau blau-rotbunt blau-silberhalsig fasanenbraun gelb-bunt Indien rot rotgesattelt schwarz-weiß-gescheckt weiß wildfarben Zierhuhn

Asil

Eniwaj / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Steckbrief

  • Herkunftsland: Indien (Punjab)
  • Farbschläge: rot gesattelt, blau-silberhalsig, blau, weiß, fasanenbraun, schwarz-weiß gescheckt, blau-rotbunt, wildfarbig, gelb-bunt
  • Eigenschaften: unkompliziert zu halten, zutraulich gegenüber Halter*in, mutig
  • Gewicht Henne: 1,75-2,25 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,0 kg
  • Legeleistung: ca. 60 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 40 g
  • Eierschalenfarbe: cremefarbig bis bräunlich
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Das Asil Huhn ist die älteste Haushuhnrasse der Welt. Es zeichnet sich durch seinen Mut und seine Aggressivität gegenüber Artgenossen aus, welche sich meist unter Hähnen zeigt. Die Haltung ist wegen dieses Verhaltens jedoch nur als Paar oder in einer kleinen Gruppe von einem Hahn mit zwei Hennen problemlos möglich, da es auch unter den Hennen zu Konflikten kommen kann. Abgesehen davon ist die Haltung sehr unkompliziert, da dieses Huhn seinen Halter*innen gegenüber sehr schnell zutraulich wird. In Hinsicht auf die Beziehung zwischen Tier und Halter sollte jedoch Vorsicht und Zurückhaltung gewaltet werden.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Das Gehege benötigt keine große Umzäunung. Er erhebt sich nur selten, da er von Natur aus sehr neugierig und wenig ängstlich ist. Wie eben erwähnt sollte gut aufgepasst werden, welche Kombination von Hennen und Hähnen aufgrund ihres aggressiven Verhaltens möglich ist. Da der Asil ein für den Kampf gezüchtetes Huhn ist, sollten nie zwei Hähne miteinander leben. Man sollte sie immer einzeln halten. Ihr natürliches Verhalten gegenüber Konkurrenten würde Konflikte und brutale Kämpfe verursachen. Für das halten mehrerer ausgewachsener Kampfhähne bieten sich geräumige Hahnenboxen an, die zwar Sichtkontakt, aber keinen Körperkontakt der Kontrahenten erlauben. In der Aufzucht hat es sich bewährt in bei den Junghähnen einen Althahn als Erzieher dabei zu haben.

Da der Asil einen kompakten Körper mit sehr großer Masse und geringer Oberfläche hat, ergeben sich wenig Probleme mit Frost.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Da der Asil seit Jahrtausenden zum Kampfhuhn gezüchtet wurde, ist er als Ei- oder Fleischlieferant nicht zu gebrauchen und fast ein reines Zierhuhn. Abgesehen von den vergleichsweise wenigen 60-70 Eiern pro Jahr, die er legt, liefern bloß die Junghühner Fleisch, das zum Verzehr geeignet ist. Bei älteren Tieren wird das Fleisch sehr fest und ungenießbar. In der westlichen Welt ist der Hahnenkampf heutzutage größtenteils verboten, weshalb der Asil seine ursprüngliche Funktion verlor und meistens nur als Zuchtobjekt gehalten wird.

Küken

Auch wenn sie als Legerinnen unbrauchbar sind, sind die Asil-Hennen sehr fürsorglich, wenn es um die Brut geht, und kümmern sich uneigennützig um ihre Küken.

Aussehen und Farbschläge

Die verschiedenen Farben und Farbschlägen des Asil-Huhns entstanden dadurch, dass man die Tiere nach Kraft und Mut selektiert hat und sie sich unabhängig voneinander entwickelten.

Folgende Farbschläge sind anerkannt:

  • rot gesattelt
  • blau-silberhalsig
  • blau
  • weiß
  • fasanenbraun
  • schwarz-weiß gescheckt
  • blau-rotbunt
  • wildfarbig
  • gelb-bunt

Das für Kampfhühner typische kurze Gefieder liegt eng an dem athletischen Körper der Asil-Hühner. Neben ihrem markanten Brustbein fällt vorallem die für sie charakteristische, aufrechte Körperhaltung auf. Zudem besitzen sie muskulöse Ober- sowie Unterschenkel und kurze, kräftige Flügel. Sie werden eng am Körper anliegend getragen und haben eine markante Schulterung.

Herkunft

Der Asil ist nicht nur die älteste Haushuhnrasse überhaupt, sondern zählt ebenfalls zu den ältesten Kampfhuhnrassen der Welt. Sein Ursprung liegt in Indien, wo er seit ewigen Zeiten aufgrund seines Muts als Kampfhuhn zur Bespaßung der Halter genutzt wurde. Diese Tradition ist schon so gefestigt, dass in Indien alle Kampfhuhnrassen mit „Asil“ bezeichnet werden. Mitte des 18. Jahrhunderts brachten europäische Händler Asil-Hühner mit in ihre Heimat. Dort hat man sie für ähnliche Zwecke verwendet und gezüchtet.

Züchter*innen

Dirk Böing
Tel.: 02852/509975
dirkboeing@web.de
https://www.facebook.com/dirk.boing.9

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birkenfarbig blau-birkenfarbig blau-goldhalsig blau-orangebrüstig blau-silberhalsig blau-weizenfarbig England gesperbert gold-weizenfarbig goldhalsig Kampfhuhn orangebrüstig rotgesattelt rotgesattelt-weizenfarbig schwarz schwarz-weiß-gescheckt silber-weizenfarbig silberhalsig weiß

Altenglischer Kämpfer

4028mdk09 / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Steckbrief

  • Herkunftsland: England
  • Farbschläge: goldhalsig; gold-weizenfarbig; rotgesattelt; rotgesattelt-weizenfarbig; silber-weizenfarbig; blau-weizenfarbig; rebhuhnfarbig mit weißen Federspitzen (Bunt); blau-goldhalsig; silberhalsig; silberhalsig mit Orangerücken; blau-silberhalsig; blau-silberhalsig mit Orangerücken; orangebrüstig; blau-orangebrüstig; birkenfarbig; blau-birkenfarbig; blau mit und ohne Saum; weiß; schwarz; schwarz-weißgescheckt; gesperbert
  • Eigenschaften: robust, muskulös, kämpferisch, beweglich, unkompliziert, widerstandsfähig
  • Gewicht Henne: 1,75–2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0–3,0 kg
  • Legeleistung: ca. 120 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 50 g
  • Eierschalenfarbe: weiß bis gelblich
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Der Altenglische Kämpfer ist ein 1850 in England aus römischen Kampfhühnern gezüchtetes Huhn. Er wurde ausschließlich für Hahnenkämpfe gezüchtet. Daher ist er sehr kampfeslustig und aktiv. Außerdem zeichnen sich Altenglische Kämpfer durch ihre Kraft, Lautstärke und Robustheit aus. Sie widerstehen harten Umweltbedingungen bestens und sind in der Haltung unkompliziert. Es ist sehr wichtig, erwachsene Hähne zu trennen, da diese sonst bis zum bitteren Ende kämpfen. Die Hennen sind ebenfalls sehr kampfeslustig, weshalb Änderungen am Stamm (der Gruppenzusammensetzung) vermieden werden sollten.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Altenglische Kämpfer sind sehr aktive Kampfhühner und sollten daher mit freiem Wiesenauslauf gehalten werden. Sie fühlen sich im Gehege nicht besonders wohl. Zudem unterstützt die Bewegung die Bildung der Brustmuskulatur. Bei der Umzäunung sollte berücksichtigt werden, dass sie ungefähr zwei Meter hoch fliegen können.

Futter

Beim Futter ist der Altenglische Kämpfer ebenfalls sehr unkompliziert und genügsam, da er sich sein Futter selbst sucht. Bei der Zwergform sollte man besonders auf den Auslauf und die Zufütterung achten, da sie bei Überfütterung leicht zur Verfettung neigt.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Da das Huhn ursprünglich für den Hahnenkampf gezüchtet wurde und immer noch ein Kampfhuhn ist, fällt der Eiertrag recht mager aus. Im Jahr kommt man auf ungefähr 120 Eier. Der Fleischertrag ist im Vergleich zur Legeleistung und der Körpergroße jedoch gut.

Küken

Die Hennen sind zuverlässige Brüterinnen und auch sehr fürsorgliche Glucken. Die Küken reifen langsam heran. Sie sind von klein an schon sehr kämpferisch veranlagt.

Aussehen und Farbschläge

Der Altenglische Kämpfer ist landhuhnartig und sehr muskulös. Er hat eine mittelhohe Stellung, einen breiten Stand und festes Gefieder. Damit ist er das ideale Kampfhuhn. Charakteristisch ist der Beinwinkel zwischen Lauf und Unterschenkel. Die Rasse ist einfachkämmig, wobei in England oft die Kämme und Kehllappen kupiert werden.

Folgende Farbschläge sind anerkannt:

  • goldhalsig
  • gold-weizenfarbig
  • rotgesattelt
  • rotgesattelt-weizenfarbig
  • silber-weizenfarbig
  • blau-weizenfarbig
  • rebhuhnfarbig mit weißen Federspitzen (Bunt)
  • blau-goldhalsig
  • silberhalsig
  • silberhalsig mit Orangerücken
  • blau-silberhalsig
  • blau-silberhalsig mit Orangerücken
  • orangebrüstig
  • blau-orangebrüstig
  • birkenfarbig
  • blau-birkenfarbig
  • blau mit und ohne Saum
  • weiß
  • schwarz
  • schwarz-weißgescheckt
  • gesperbert

Herkunft

Wie oben schon erwähnt, wurde der Altenglische Kämpfer im 19. Jahrhundert in England von römischen Kampfhühnern gezüchtet. Damit sind sie eine der ältesten Kampfhuhnrassen der Welt. Für die Kämpfe wurden damals Kamm und Kehllappen entfernt, um ein aggressiveres Aussehen zu erreichen, dadurch konnte man ebenfalls Verletzungen bei den Kämpfen vermeiden. Dies wurde „Dubbing“ genannt.

In den 1930er Jahren wurde der englische Zuchtverein „Old English Game Club“ in zwei Gruppen geteilt, sodass es heute zwei Arten von Altenenglischen Kämpfern gibt: Carlisle und Oxford. Die Carlisle-Variante ist in 13 verschiedenen Farbenschlägen zu finden, während es die Oxford-Variante in 30 verschiedenen Farbenschlägen gibt.

Züchter*innen

Jens Dopheide
Landmannstr. 12, 33790 Halle/Westf.
Tel.: 05201/5799
jens.dopheide@t-online.de

Weitere Informationen auf kampfhuehner.de

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gesperbert USA Zweinutzung

Dominikaner

JapanBreakfast at en.wikipedia / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

Steckbrief

  • Herkunftsland: Vereinigte Staaten von Amerika
  • Farbschläge: gesperbert
  • Eigenschaften: pflegeleicht, unkompliziert, wetterfest
  • Gewicht Henne: 1,75-2,25 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0-2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 58 g
  • Eierschalenfarbe: hellbraun
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Dominikaner sind die älteste in den USA erzüchtete Hühnerrasse. Sie sind größtenteils sehr ruhig und unkompliziert, was sie neben neben ihrer guten Legeleistung ebenfalls zu guten Haustieren macht. Allerdings können sie manchmal sehr lebhaft und aggressiv sein; sie sind dafür bekannt, in der Lage zu sein, kleinere Tiere wie Schlangen töten zu können. Vor allem für Selbstversorger*innen sind sie aufgrund ihrer Nutzung als Zwiehühner mit guter Eier- und Fleischleistung sehr interessant. Außerdem sind sie ungewöhnlich robust.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Ein Dominikaner Huhn zu halten, ist selbst für Anfänger*innen keine große Herausforderung. Sie stellen keine sehr hohen Ansprüche. Für die adäquate Haltung muss man ihnen einen großen Auslauf bieten. Man sollte dabei ebenfalls auf eine hohe Umzäunung achten, da Dominikaner sehr gute Flieger sind.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Als Zwiehühner sind Dominikaner einerseits sehr gute Eierliferanten, und aufgrund ihres Gewichts und kräftigen Körperbaus andererseits auch ausgezeichnete Fleischlieferanten. Im ersten Jahr haben sie eine Legeleistung von ungefähr 200 Eiern.

Küken

Bruteier lassen sich im Internet erwerben. Die Hühner sind leicht aufzuziehen und produzieren schnell eigene Bruteier, wenn ein Hahn vorhanden ist. Sie brüten ebenfalls sehr gerne, sodass der Bestand schnell wächst.

Aussehen und Farbschläge

Dominikaner sind mittelgroße, kräftige Landhühner mit hoher Stellung und eng anliegendem Gefieder in Sperberfarbe. Sie haben nur diesen einen Farbschlag.

Der Hahn hat eine volle, hoch getragene Brust, sowie einen breiten Rücken mit breiten Schultern. Seine Schenkel zeichnen sich ebenfalls durch ihre Masse und Kraft aus. Die Flügel sind mittellang und liegen eng am Körper an. Kehl- und Ohrlappen sind klein und rot.

Die Henne unterscheidet sich vom Hahn durch ihre tiefe Brust, den langen Rücken und den vollentwickelten Bauch.

Herkunft

Da das Dominikaner Huhn sehr viele positive Eigenschaften hat, wurden auf seiner Basis viele neue Rassen gezüchtet. So ist es der Urvater von bekannten Rassen wie Deutsches Reichshuhn oder Amrock.

Sein Ursprung ist nicht bekannt, man weiß jedoch, dass es 1870 nach Deutschland importiert und dort gekreuzt wurde.

Züchter*innen

Zuchtverband:
SV d. Z. der gesperberten Dominikaner v.1902 und Zwerg-Dominikaner
Heinrichstr. 6
32257 Bünde
Erich.Kowert@t-online.de
Tel.: +43/(0)6645554836

Deutschland:
Uwe Julian Matthick
D – 16259 Neulewin
Neulewin 90
julian.thomalla@gmx.de
Tel.: 0162 9412168

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blau-weizenfarbig braun-rotbunt fasanenbraun gesperbert gold-weizenfarbig Indien Kampfhuhn rotgesattelt schwarz weiß wildbraun

Malaien

Steckbrief

  • Herkunftsland: Indien
  • Farbschläge: gold-weizenfarbig, blau-weizenfarbig, fasanenbraun, wildbraun, rotgesattelt, weiß, schwarz, gesperbert, braun-rotbunt
  • Eigenschaften: selbstbewusst, robust, kraftvoll, zutraulich, kämpferisch
  • Gewicht Henne: 2,8-4,2 kg
  • Gewicht Hahn: 3,8-5,5 kg
  • Legeleistung: ca. 100 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: 55-65g
  • Eierschalenfarbe: cremefarben
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Malaien gehören zu den größten Hühnerrassen überhaupt. Gezüchtet wurden sie als riesige Kampfhühner, was ihren außergewöhnlichen Körperbau erklärt. Deswegen ist der Kampfstil eher langsam. Gerade ihr besonderes Aussehen macht einen Reiz dieser Rasse aus, ebenso wie das kraftvolle und selbstbewusste Verhalten.

Untereinander vertragen sich Malaien-Hähne bist zu einem Alter von 8 Monaten sehr gut. Dann treten Streitereien und Kämpfe auf, weil diese stolzen Tiere in der Hackordnung aufsteigen möchten. Sehr oft zanken auch die Hennen, wobei eine größere Fläche zum Ausweichen eine gute Abhilfe schaffen kann. Es empfiehlt sich, Malaien in größeren Gruppen von einem Hahn und fünf bis zehn Hennen zu halten. Es ist nicht nötig, Jungtiere zu trennen, wenn sie beginnen zu kämpfen. Hauptsache, Auslauffläche und Stall sind groß und geräumig.

Neben diesen zu beachtenden Aspekten gestalten sich Haltung und Zucht nicht übermäßig kompliziert. Malaien sind nicht ganz so robust, wie vielleicht häufig angenommen. Grundsätzlich sind sie aber widerstandsfähig und stellen nur den Anspruch an einen frostfreien Stall. Die Haltung von Malaien ist ausgesprochen reizvoll, um die charaktervollen Hühner mit ihrer selbstbewussten Art und ihrem interessanten Äußeren zu beobachten. Zudem verhalten sich Malaien Menschen gegenüber nicht nur friedlich, sondern auch sehr freundlich. Sie halten aber gerne Sicherheitsabstand und nur wenige werden zutraulich. Malaien werden in Europa heutzutage ausschließlich als Ausstellungshühner gehalten.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Malaien zeichnen sich durch ihre enorme Körpergröße aus: 70 bis 85 cm. Daraus folgt die Notwendigkeit eines entsprechenden Platzangebots. Hühner dieser Rasse eignen sich also nur für Halter*innen, die genügend Fläche zur Verfügung stellen. Steht ausreichend Auslauffläche zur Verfügung, wird übrigens empfohlen, Junghähne unter Aufsicht eines älteren Hahns aufzuziehen. Dieser kann Streitereien meist weitgehend schlichten. Erst, wenn ernsthafte Kämpfe auftreten, sollte eine Trennung erfolgen. Wer Malaien züchten möchte, sollte gehörige Erfahrung mitbringen.

Bei der Gestaltung des Geheges muss beachtet werden, Wiesenfläche, Beerenbüsche und Obstbäume zu pflanzen. Die Tiere sind, wie bereits erwähnt, nicht sehr robust und leider kälteempfindlich. Malaien sollten einen windgeschützten Auslauf bekommen und für die Nacht ist ein frostfreier Stall erforderlich.

Futter

Die Anforderungen der Malaien an ihr Futter unterscheiden sich nicht wesentlich von den Bedürfnissen anderer Rassen. Halter*innen sollten auf eine ausgewogene Ernährung der Hühner mit allen notwendigen Nährstoffen achten. Durch die muskulösen Körper und den recht hohen Energiebedarf benötigen Malaien zudem eine besonders vollwertige Nahrung. Dies sollten Halter*innen schon bei der Fütterung der Jungtiere beachten.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Bei Malaien handelt es sich zumindest in heutiger Zeit um reine Ausstellungs-Kampfhühner. Daher ist die Wirtschaftlichkeit in dem Sinn nicht erwähnenswert: Malaien-Hennen legen regelmäßige Gelege, oft 15 bis 30 Stück. Mit ca. 100 Stück pro Jahr ist die Anzahl der Eier recht gering. Dennoch können die Eier selbstverständlich wie das Fleisch genutzt werden. Es handelt sich um recht festes Fleisch. Deshalb sind Jungtiere zu empfehlen. Für Selbstversorger*innen ist die Rasse nicht unbedingt geeignet. Faszinierend finden viele den noblen Charakter und das kraftvolle Aussehen der Hühner. Neben der Präsentation auf Ausstellungen eignen sich Malaien nur als Hobbyhühner und Hingucker. Wer also wirtschaftliche Erfolge erwartet, ist mit Malaien falsch beraten.

Küken

Prinzipiell legen Malaien-Hennen ausreichend Eier zur Nachzucht. Die Küken benötigen recht lange, bis sie vollständig ausgereift sind.

Aussehen und Farbschläge

Ein Blick auf den Körperbau der großen Malaien zeigt sofort, um welch kraftvolle und muskulöse Tiere es sich handelt. Auffällig sind die Drei-Bogen-Linie, die aufrechte Haltung, der lange Hals, die langen, hochgestellten kräftigen Läufe und Oberschenkel, wodurch die Hühner sehr imposant und einzigartig wirken. Zudem weisen sie ein kurzes, knappes und eng anliegendes Gefieder auf.

Typisch für Kampfhuhnrassen sind darüber hinaus der mächtige Kopf und der breite Schädel. Der kräftige Schnabel und die „Augenbrauen“ lassen an einen Raubvogel denken und verleihen den Malaien einen entschlossenen, fast grausamen Gesichtsausdruck. Ein gut sichtbarer Walnusskamm bei den Hähnen und ein weniger sichtbarer bei den Hennen ziert zudem die Köpfe.

Die Linien von Hals, Rücken und Schwanz bilden drei Bögen, weshalb von einem Dreibogentyp gesprochen wird. Bei dieser Rasse sind in erster Linie der besondere Körperbau sowie der einzigartige Charakter relevant. Der Körperbau und Typ ist daher entscheidender als der Farbenschlag, aber es werden einige anerkannte Farbenschläge gezüchtet:

  • gold-weizenfarbig
  • blau-weizenfarbig
  • fasanenbraun
  • wildbraun
  • rotgesattelt
  • weiß
  • schwarz
  • gesperbert
  • braun-rotbunt

Herkunft

Bei Malaien handelt es sich um eine sehr alte Hühnerrasse, die ursprünglich aus Indien stammt. 

Die Ostindien-Companie importierte den Malaientyp aus Indien nach Westeuropa. Philippinische Seefahrer boten diese Riesenkämpfer in Europa an und antworteten auf die Frage des Herkunftsnachweises den europäischen Käufern in deren Sprache Tagalo: „Malayo“ (= weit entfernt). Denn sie wollten aus Konkurrenzangst die Herkunft Indien nicht preisgeben. Möglicherweise entstand dadurch das Missverständnis, diese Riesenkämpfer kämen aus Malaysia. In Südindien wird die Sprache Malayalam gesprochen. Möglicherweise nannten die Züchter diese Hühner dann „Malayo“. Die genaue Herkunft ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass Kampfhühner schon lange Teil der menschlichen Kultur waren. Gehalten wurden sie für Kämpfe mit Wetten sowie aus Prestige.

Schon 1570 wurden in Frankfurt am Main Malaien gezüchtet! Der Import der ursprünglichen Malaien nach Europa fand 1550-1830 statt. Malaien sind außerdem das erste anerkannte Rassegeflügel im BDRG 1897. Es wurde dann vor allem in England, Holland und Deutschland weitergezüchtet und die heutigen Ausstellungshühner entstanden.

Vielen Dank an Werner Lamkemeyer für die inhaltliche Beratung!

Züchter*innen

Sonderverein deutscher Malaienzüchter: http://sv-malaien.de/

Facebook-Gruppen:

  • Show Type Malay Club
  • Criadores de Malaio „America do Sul“

Kategorien
blau-goldhalsig Deutschland Eier goldhalsig Niederlande orangehalsig rotgesattelt silberhalsig

Kraienkopp

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland, Niederlande
  • Farbschläge: silberhalsig, goldhalsig, orangehalsig, blau-goldhalsig, rotgesattelt
  • Eigenschaften: robust, temperamentvoll, zutraulich, frühreif, gute Flugfähigkeit
  • Gewicht Henne: 1,75-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,0 kg
  • Legeleistung: ca. 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Kraienkopp-Hühner sind widerstandsfähige und legefreudige Landhühner. Sie haben ein stolzes und temperamentvollen Auftreten. Damit erinnern sie an typische Kämpfer, auch wenn sie selbst keiner reinen Kämpferrasse angehören. Von ihren Kämpfer-Vorfahren haben sie jedoch das selbstbewusste Verhalten geerbt. So sind Kraienköppe zwar meist ruhig und ausgeglichen. Doch besonders unter Hähnen brechen schnell Konflikte aus. Aufgrund dieses häufig aggressiven Charakters sollte stets nur ein Männchen innerhalb einer Herde gehalten werden.

Die Tiere dieser Rasse sind außerdem sehr neugierig. Sie fassen teilweise schnell Vertrauen zu ihren Halter*innen. Obwohl sie aber zutraulich werden können, sind Kraienköppe keinesfalls Schoßhühner und keine idealen Familientiere. Glauben die Hühner, eine Gefahr entdeckt zu haben, stellen sie sich dieser mutig entgegen. Besonders die Hähne sind schnell verteidigungs- und kampfbereit. Neben ihrer guten Legeleistung macht die Kraienköppe auch ihr hübsches Aussehen bei Züchter*innen und Hobbyhalter*innen beliebt.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Stehen Kraienköppen große Freiflächen und viel Auslauf zur Verfügung, ist die Grundvoraussetzung für die Haltung dieser Rasse erfüllt. Ansonsten stellen die Tiere kaum besondere Ansprüche an ihre Haltung und fühlen sich schnell wohl. Als typische Landhühner haben Kraienköppen viele Verhaltensweisen von ihren Vorfahren behalten. So freuen sie sich über naturnahe Haltungsbedingungen und gehen selbst fleißig auf Futtersuche. Geeignet ist diese Hühnerrasse daher für Halter*innen mit großen Flächen oder einem gut abgesicherten umfangreichen Gehege. Kraienköppe weisen eine gute Flugfähigkeit auf. Deshalb sollten Besitzer*innen auf eine ausreichend hohe Umzäunung achten. Die aktive und robuste Rasse ist gut an raue klimatische Bedingungen angepasst. Die Hühner verlassen daher auch in der kalten Jahreszeit ihren Stall. Sie lassen sich als überaus winterhart beschreiben. So legen die Hennen auch im Winter bei Schnee und Frost frische Eier.

Futter

Wie bereits erwähnt, gehen Kraienköppe in ihrem Freilauf eigenständig auf Nahrungssuche. Stehen auf ihrer Fläche ausreichend Nahrungsquellen zur Verfügung, ist eine Zufütterung nur eingeschränkt notwendig. Der geringe Bedarf an gekauftem Futter trägt gemeinsam mit der umfangreichen Eierproduktion zu einer hohen Wirtschaftlichkeit bei. Bei der Wahl des Futters gibt es im Vergleich zu anderen Hühnerrassen nichts Spezifisches zu beachten.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Kraienköppe gelten als pflegeleichte Hühner, die neben ihrem ansprechenden Äußeren mit einem guten wirtschaftlichen Nutzen überzeugen. So werden die Tiere dieser Rasse häufig zur Eierproduktion gehalten. Als frühreife Rasse legen junge Kraienkopp-Hennen bald ihre ersten Eier und zeigen im ersten Legejahr eine Leistung von etwa 200 Eiern. Die Eier haben eine weiße Schalenfarbe und ein Gewicht von ungefähr 55 Gramm. Zudem können sich Halter*innen dieser Rasse das ganze Jahr hindurch über Eier freuen. Ursprünglich wurden Kraienköppe vermutlich für Hahnenkämpfe gezüchtet. Heute werden sie gerne auch für Ausstellungen eingesetzt, da ihr stolzes Auftreten und der üppig befiederte Körper sehr beliebt sind. Für die Fleischproduktion ist diese Rasse nicht von Bedeutung.

Küken

Ebenso wie an die Haltung stellen Kraienköppe wenig Ansprüche an die Zucht. So gestaltet sich die Aufzucht der Küken recht einfach. Der Nachwuchs ist schnell robust und lebhaft. Zudem gelten die Kleinen als frohwüchsig und legen schnell an Gewicht zu. Schneller als andere Rassen sind Kraienkopp-Küken ausgewachsen. Die Hennen beginnen bald mit dem Eierlegen.

Aussehen und Farbschläge

Kraienkopp-Hühner lassen sich in verschiedenen Farbschlägen finden. Während der silberhalsige und goldhalsige Typ am weitesten verbreitet sind, gelten die anderen Färbungen eher als selten. Rotgesattelte Kraienköppe sind erst seit Kurzem in Deutschland anerkannt. Züchter*innen arbeiten ständig an der Erzüchtung weiterer Färbungen. Folgende Farbschläge gelten derzeit in Deutschland als zugelassen:

  • silberhalsig
  • goldhalsig
  • orangehalsig
  • blau-goldhalsig
  • rotgesattelt

Kraienkopp-Hühner vereinen Merkmale des Kampf- sowie Landhuhnes. So entsprechen die muskulöse Brust und der aufrechte Gang dem Kampfhuhntyp. Den langgezogenen und zierlichen Körperbau sowie die üppige Schwanzbefiederung hat die Rasse jedoch von den Landhühnern bewahrt. Zudem tragen Kraienköppe ihre Flügel knapp am Körper und zeigen breite Schultern. Charakteristisch ist auch die besondere Kopfform dieser Rasse, die Ähnlichkeit mit jener von Krähen aufweist. Eventuell hat dies zur Bezeichnung „Kraienkopp“ beigetragen.

Der Kamm der Tiere ist bei den Hennen kaum ausgebildet und auch bei den Hähnen recht unscheinbar. Er weist die Form einer kleinen Halbkugel auf und besitzt eine mit Warzen bedeckte Oberfläche. Die rote Färbung dieses Kammes zieht sich hinunter bis zu den kleinen Ohr- und Kehllappen. Gerade die schwache Ausprägung der Kopfanhängsel macht diese Tiere winterhart und frostbeständig. Auffällig sind zudem die orangerote Färbung der Augen und die intensive Gelbfärbung des kurzen, aber kräftigen Schnabels. Auch die Läufe weisen einen gelben Farbton auf.

Herkunft

Erzüchtet wurde die Rasse der Kraienköppe Mitte des 19. Jahrhunderts in der Region um Bentheim sowie in jener um Enschede, also in angrenzenden Gebieten auf beiden Seiten der niederländisch-deutschen Grenze. Als Ausgangspunkt wählten die Züchter*innen Malaien, Leghorns und Belgische Kämpfer, die mit verschiedenen Landhühnern gekreuzt wurden. Ziel war zunächst wohl die Züchtung einer reinen Kampfhuhnrasse, die in den gerade gegen Ende des 19. Jahrhunderts beliebten Hahnenkämpfen Einsatz fand. In den 1880er-Jahren wurde diese Rasse schließlich erstmals auf einer Ausstellung präsentiert.

Schon früh sollten Kraienköppe jedoch von schön anzusehenden und erfolgreichen Kampfhühnern zu wirtschaftlicheren Tieren gemacht werden. Vor allem die Hühner des silberhalsigen Farbschlags wurden durch gezielte Selektion und Kreuzungen zu guten Legehühnern gezüchtet. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden dann der Sonderverein der Kraienköppe sowie eine Zuchtgemeinschaft. Heute gelten die ehemaligen Kämpfer als legefreudige und überaus wirtschaftliche Hühner. Sie sind nicht nur auf Ausstellungen, sondern auch bei Hobbyhalter*innen beliebt.

Züchter*innen

Sonderverein der Züchter der Kraienköppe und Zwerg-Kraienköppe: http://www.kraienkoeppe.de/

Kategorien
birkenfarbig Deutschland gelb-schwarzcolumbia gestreift gold-schwarzgesäumt rot schwarz silber-schwarzgesäumt weiß weiß-schwarzcolumbia Zweinutzung

Deutsche Reichshühner

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: weiß, schwarz, rot, silber-schwarzgesäumt, gold-schwarzgesäumt, weißschwarz-columbia, gelbschwarz-columbia, gestreift, birkenfarbig
  • Eigenschaften: robust, zutraulich, ruhig, frohwüchsig, Winterleger
  • Gewicht Henne: 2,0-2,5kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,5 kg
  • Legeleistung: ca. 180 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: rahmfarben bis gelb
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Ein widerstandsfähiges und wirtschaftliches Nationalhuhn zu erzüchten. – Das war das große Ziel im 19. Jahrhundert, das mit dem Deutschen Reichshuhn verwirklicht wurde. Interessanterweise wurde bei der Züchtung auf keine einzige deutschstämmige Rasse zurückgegriffen. Vielmehr fanden asiatische und italienische Rassen Eingang in die neue Züchtung. Deutsche Reichshühner sind robuste und wetterharte Tiere. Trotz der Mittelmeer-Einflüsse sind sie nicht distanziert oder unruhig. Stattdessen erfreuen sie die Halter*innen mit einem ruhigen Verhalten und gelten als friedlich untereinander.

Außerdem können Deutsche Reichshühner rasch Vertrauen zu ihren Besitzer*innen fassen und werden bei ausreichend Beschäftigung recht zahm. Mit ihrem angenehmen Charakter und den geringen Haltungsansprüchen ist die Rasse auch bei Familien mit Kindern beliebt. Diese leistungsfähigen Zweinutzungshühner sind heute leider selten geworden und gelten als gefährdet.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Deutsche Reichshühner stellen im Vergleich zu anderen Rassen allgemein recht wenig besondere Ansprüche an ihre Haltung. So gestaltet sich die Haltung in der Regel unkompliziert. Wichtig ist, dass die Hühner neben einem wettergeschützten Stall auch viel Auslauf benötigen. Stehen ihnen ausreichend große Freiflächen zur Verfügung, sind Deutsche Reichshühner ständig in Bewegung. Zudem lassen sich die Tiere dieser Rasse als emsige Futtersucher beschreiben. Geeignet ist die Haltung der Deutschen Reichshühner für Besitzer*innen mit umfangreichen Flächen, auf denen sich die Tiere idealerweise frei bewegen dürfen.

Das Deutsche Reichshuhn zeigt keine besonders ausgeprägte Flugfähigkeit. Zwar legen die lebendigen Tiere auf dem Boden gerne große Strecken zurück, in die Luft wagen sie sich aber kaum. Daher reicht eine Höhe der Umzäunung von etwa 1,2 bis 1,3 Metern aus, um die Reichshühner in ihrem Gehege zu behalten. Raue Witterungsverhältnisse machen der Rasse wenig aus. Auch in der kalten Jahreszeit verbringen die Hühner Zeit im Freilauf und erfreuen die Halter*innen auch im Winter mit Eiern.

Futter

Deutsche Zwerg-Reichshühner im Freilauf (Foto: Andreas Wagner)

Wie auch an die Haltung stellen Deutsche Reichshühner wenig Ansprüche an ihr Futter. So gestaltet sich die Wahl des Futters nicht anders als bei anderen Hühnerrassen. Reichshühner gehen gerne eigenständig im Auslauf auf Nahrungssuche. Wenn ausreichend Nahrungsquellen im Gehege zur Verfügung stehen, müssen Halter*innen nur wenig zufüttern. Dies trägt zur besonderen Wirtschaftlichkeit der Rasse bei.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Das Deutsche Reichshuhn gilt als einfach zu haltende Zweinutzungsrasse. Neben der guten Legeleistung schätzen Halter*innen die Fleischqualität und die Mastfähigkeit dieser Tiere. Im ersten Legejahr ist mit durchschnittlich 180 Eiern zu rechnen, wobei einige Hennen bis zu 200 Eier schaffen können. Im zweiten Legejahr sinkt die Eierzahl auf ungefähr 140 Stück ab. Die Eier haben eine rahm- bis cremefarbene Schalenfarbe und ein Gewicht von mindestens 55 Gramm. Beliebt sind Deutsche Reichshühner auch, weil sie Winterleger sind: Die Besitzer*innen können auch in der kalten Jahreszeit mit frischen Eiern rechnen. Doch auch in der Fleischproduktion findet die Rasse Einsatz. So legen die Tiere schnell an Gewicht zu und gelten als leicht zu mästen. Das weiße Fleisch soll besonders fein und wohlschmeckend sein.

Küken

Deutsche Reichshuhn-Hennen haben ihren Bruttrieb fast vollständig verloren. Nur äußerst selten gelingt daher eine natürliche Brut und Aufzucht. Wer Nachwuchs wünscht, sollte daher besser auf Kunstbrut zurückgreifen. Das Ausbrüten der Eier mittels Brutapparat oder Leihhenne funktioniert in der Regel recht unproblematisch. Nach dem Schlupf sind die Küken rasch aktiv und frohwüchsig. Um ein gesundes Wachstum zu fördern, sollten die Kleinen die erste Zeit in einem gut geschützten und warmen Raum mit Wärmelampe verbringen. Damit sie sich schnell entwickeln, sollte auf hochwertiges Kükenfutter zurückgegriffen werden.

Aussehen und Farbschläge

Deutsche Zwerg-Reichshühner Hahn und Hennen (Foto: Andreas Wagner)

Ursprünglich wurden Deutsche Reichshühner nur in weißen und hellen Farben gezüchtet. Heute gilt jedoch eine Vielfalt verschiedener Farbschläge in Deutschland als anerkannt:

  • weiß
  • schwarz
  • rot
  • silber-schwarzgesäumt
  • gold-schwarzgesäumt
  • weißschwarz-columbia
  • gelbschwarz-columbia
  • gestreift
  • birkenfarbig

Der Körperbau der Deutschen Reichshühner entspricht dem sogenannten Backsteintypus. Dennoch wirken die Tiere stolz und elegant. Die Rückenlinie verläuft waagrecht bis hin zum leicht aufrecht und geschlossen getragenen Schwanz. Zudem liegen die Flügel der Tiere eng am Körper an. Charakteristisch ist außerdem der recht kleine Kopf, auf dem ein Rosenkamm zu finden ist. Dieser weist eine intensive rote Färbung auf, ist gewölbt und fein geperlt. Der Kammdorn soll der Nackenlinie folgen. Ebenfalls rot erscheint das unbefiederte Gesicht der Deutschen Reichshühner. Wie auch der Kamm sind die Kehl- und Ohrlappen mittelgroß. Besonders ist auch der lebendige Ausdruck in den orange- bis rotgefärbten Augen. Ausschließlich beim birkenfarbigen Schlag finden sich braune Augen. Die kräftigen, unbefiederten Läufe sowie der robuste Schnabel sind hell.

Herkunft

Wie bereits erwähnt, entstand die Rasse der Deutschen Reichshühner im 19. Jahrhundert. Ziel war die Erzüchtung einer sehr leistungsfähigen Rasse, die zudem als Nationalhuhn bekannt werden sollte. Unter Otto von Bismarck entstand unter vielen Deutschen das Gefühl einer neuen Freiheit und eines neuen Nationalstolzes. Die Entwicklung dieser Hühnerrasse war also eng mit den gesellschaftlichen Wünschen und Bedürfnissen in ihrer Entstehungszeit verbunden. Paradoxerweise setzten die Züchter*innen nicht etwa auf alte deutsche Landhuhnrassen. Stattdessen wurden asiatische Rassen wie Sussex, Orpington oder Brahma eingesetzt. Auch Rassen aus dem Mittelmeerraum wie Italiener oder Minorka spielten eine Rolle.

Im Jahr 1907 erhielt die neue Rasse ihren Namen „Deutsches Reichshuhn“. Heutzutage ist sie leider sehr selten geworden. So findet sich das Deutsche Reichshuhn auf der Liste gefährdeter Nutztierrassen. Besonders der weiße Farbschlag gilt als bedroht. Nur dank engagierter Züchter*innen haben die faszinierenden Deutschen Reichshühner bis heute überlebt. Hoffentlich finden viele angehende Halter*innen Gefallen an der leistungsfähigen und ruhigen Zweinutzungsrasse und tragen so zum Erhalt des Reichshuhns bei.

Züchter*innen

Sonderverein der Züchter deutscher Reichshühner und deutscher Zwergreichshühner: http://www.reichshuhn.de/blog/

Zwerg-Reichshühner:
Andreas Wagner
Berliner Str. 24
35216 Biedenkopf – Wallau
Tel.: 06461/88791
andibine@web.de

Kategorien
Belgien schwarz silber-wildfarbig weiß Zierhuhn

Ardenner

Thomon / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

  • Herkunftsland: Belgien (Ardennen)
  • Farbschläge: schwarz, weiß, gold- und silberhalsig-schwarz, wildfarbig, silber-wildfarbig, golden- und silbern-lachsfarbig
  • Eigenschaften: kälteunemfindlich, frühreif, robust, zutraulich
  • Gewicht Henne: 1,5-1,75 kg
  • Gewicht Hahn: 1,75-2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 190 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Das Ardenner Huhn ist ein sehr aktives Huhn, das gerne seine Nächte in den Bäumen verbringt und viel Auslauf benötigt. Außerdem zeigt es Freude am Scharren. Es fällt durch seine besonderen Läufe, sowie seine Gesichtshaut auf. Handzahm wird es selten. Trotzdem ist es kein scheues Huhn und wird bei artgerechter Haltung recht zutraulich.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Da dieses Huhn ursprünglich aus dem Ardenner Wald stammt und noch einiges von dem Verhalten in dieser Umgebung in sich trägt, sollte man es nicht in einen Hühnerstall mit kleinem Gehege stecken. Ardenner Hühner können sehr gut für sich selber sorgen und sind äußerst robust sowie vital. Man sollte ihnen daher gänzlich freien Auslauf zur Verfügung stellen. Den Tag verbringen sie dann mit Scharren und nächtigen hoch oben in den Bäumen. Sie sind außerdem ausgezeichnete Flieger.

Futter

Aufgrund ihres „wilden“ Verhaltens stellen Ardenner in Bezug auf ihr Futter auch keine Ansprüche. Bei ausreichender Freifläche suchen sie sich den Großteil ihres Futters selbst.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Die Ardenner Hühner warten mit einer sehr guten Legeleistung von etwa 190 großen Eiern im Jahr auf. Mit ihnen kann man sich sicher sein, Eier von freilaufenden Hühnern zu bekommen.

Küken

Die Zucht mit dem Ardenner Huhn gestaltet sich schwer. Wie bei allen Legerassen wurde schon frühzeitig versucht, den Bruttrieb durch Züchtung zu zerstören. Heute ist es allerdings möglich, sich die bereits befruchteten Eier im Internet zu bestellen.

Aussehen und Farbschläge

Folgende Farbschläge sind anerkannt:

  • schwarz
  • weiß
  • gold- und silberhalsig-schwarz
  • wildfarbig, silber-wildfarbig
  • golden- und silbern-lachsfarbig

Der Ardenner ist ein schlankes Huhn mit leichtem, athletischem Körperbau. Dies wird durch die eng anliegend getragenen Flügel und die langgestreckte Körperform verstärkt.

Der Hahn trägt einen tief getragenen Schwanz. Die Henne wartet ebenfalls mit einem gut befiederten Hinterteil auf. Es gibt jedoch auch eine Variante des Ardenners, die keinen Schwanz hat. Dies ist für belgische Hühner nicht ungewöhnlich.

Den Kopf ziert ein Einzelkamm. Das Gesicht sowie die Kehl- und Ohrlappen sind rot. Die Läufe und Schnäbel sind sehr dunkel gefärbt.

Herkunft

Das Ardenner Huhn ist die älteste Hühnerrasse Belgiens. Wie der Name vermuten lässt, stammt es aus den Waldgebirgen der Ardennen. In Belgien war es immer schon als robustes Landhuhn mit guter Legeleistung bekannt. Aus welchen Rassen sich der Ardenner entwickelt hat, ist jedoch bis heute unbekannt.

Nach dem ersten Weltkrieg, im Zuge der Industrialisierung der Hühnerzucht und der Konditionierung von Hühnern auf enorme Legeleistungen, konnte der Ardenner mit den modernen Hybridrassen nicht mehr mithalten. Heute ist er als Rasse für Hühner-Liebhaber*innen in ganz Europa verbreitet.

Züchter*innen

Ardenner-Bruteier gibt es im Internet zu kaufen:

https://www.landwirt.com/Kleinanzeigen/angebote-Bruteier,741.html

https://www.tieranzeigen.at/suche/gefluegel-bruteier

Kategorien
Deutschland Eier Farbschläge Fleisch gesperbert

Deutscher Sperber

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: gesperbert
  • Eigenschaften: lebhaft, zutraulich, aktiv, robust, frühreif
  • Gewicht Henne: 2,0-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,0 kg
  • Legeleistung: 180 bis über 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Deutsche Sperber sind für ihren angenehmen Charakter bekannt. Die Hühner sind zwar durchaus lebhaft und aktiv, zeichnen sich aber durch ein freundliches und friedliches Wesen aus. Da sie auch sehr zutraulich werden und gut mit ihnen gearbeitet werden kann, sind sie als „Familienhühner“ geeignet. Zudem erweist sich die Haltung dieser Rasse als relativ unkompliziert, da Deutsche Sperber keine allzu hohen Ansprüche an ihre Umgebung stellen.

Neben ihrem freundlichen Wesen erfreuen die frühreifen und robusten Tiere mit einer hohen Wirtschaftlichkeit: Halter*innen werden vor allem die gute Legeleistung schätzen, aber auch die Fleischqualität ist beachtlich. Obwohl Deutsche Sperber aber so gute Eigenschaften und ein friedliches Gemüt zeigen, sind sie leider mittlerweile sehr selten geworden und gelten als stark gefährdete Rasse.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die Haltung von Deutschen Sperbern ist recht einfach möglich, da diese im Vergleich zu anderen Rassen wenige Anforderungen voraussetzen. Notwendig ist aber auf jeden Fall eine sehr große Fläche, auf der sich die Hühner bewegen können. Durch die aktive Art ist ein deutscher Sperber gerne unterwegs und scharrt eifrig nach Futter. Eine abwechslungsreiche Umgebung freut das Tier, sodass ein vielfältig gestalteter Auslauf zu empfehlen ist.

Falls die Hühner überhaupt nicht freilaufen können, ist nur eine niedrige Umzäunung notwendig: Bei Deutschen Sperbern ist eine gewisse Flugfähigkeit zwar durchaus vorhanden, tatsächlich fliegen sie aber sehr selten. Solange ihnen also auf der umzäunten Fläche alles Notwendige zur Verfügung gestellt wird und sie sich wohlfühlen, bleiben Deutsche Sperber fast immer freiwillig innerhalb der Umzäunung. Grundsätzlich sind Hühner dieser Rasse sehr robust und widerstandsfähig.

Futter

Prinzipiell ist bei der Fütterung Deutscher Sperber nicht viel mehr zu beachten als bei anderen Rassen. Sie gelten als sehr eifrige Futtersucher, die sich bei genügend Auslauf den Großteil ihrer Nahrung selbst suchen. Daher müssen Halter*innen nicht allzu viel zufüttern. Aufgrund der hohen Legeleistung und des daraus resultierenden hohen Nährstoffbedarfs empfiehlt es sich aber, zusätzlich gesundes Futter zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise bleiben Legeleistung und Bewegungsfreude aufrecht und die Tiere aktiv und aufgeweckt.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Deutschen Sperbern um sehr wirtschaftliche Hühner mit vielen guten Eigenschaften. Zunächst beeindrucken sie mit einer sehr hohen Legeleistung: Der Bruttrieb ist zwar nicht so stark ausgeprägt, dafür sind die Hennen sehr legefreudig. Angefangen bei 180 Eiern pro Jahr können Hennen dieser Rasse bis zu 200 Eier oder mehr legen. Da sie frühreif sind, beginnen die jungen Tiere schon recht früh mit der Eierproduktion.

Gleichzeitig zeigt ein Deutscher Sperber auch gute Fleischleistung. Das Fleisch dieser Rasse soll besonders fein und hochqualitativ sein, sodass es vor allem früher durchaus gerne auf den Teller kam. Zudem sind Deutsche Sperber fleißige Futtersucher, bei denen nicht allzu viel zugefüttert werden muss. Dies freut Halter*innen, die darüber hinaus den schönen Anblick des gesperberten Gefieders genießen können. Bei so vielen positiven Eigenschaften stellt sich die Frage, wieso Hühner dieser Rasse so selten geworden sind.

Küken

Der Bruttrieb ist bei Deutschen Sperbern nicht sehr stark ausgeprägt. Die Hennen legen zwar viel, brüten aber meist nicht von selbst. Daher empfiehlt sich eher Kunstbrut als Alternative. Küken dieser Rasse sind schnell aktiv, frohwüchsig und bekommen bald ihr Gefieder. Die Hennen gelten als frühreif und fangen vergleichsweise schnell damit an, Eier zu legen.

Aussehen und Farbschläge

Vom Körperbau her entspricht ein Deutscher Sperber dem Landhuhntyp. Auffällig sind der lange Rumpf sowie der breite, lang gestreckte Rücken. Hennen zeichnen sich zudem durch einen gut nach vorne gewölbten Bauch aus, der auf ihre gute Legeleistung hinweist. Die Flügel werden sehr nah am Körper getragen und der Schwanz steht in einem stumpfen Winkel zum Rumpf. Außerdem besitzen Deutsche Sperber unbefiederte, fleischfarbige Läufe und einen Einfachkamm mit vier bis sechs Zacken. Geziert werden sie außerdem von runden roten Kehllappen und rein weißen Ohrscheiben. Das Gesicht der Hühner ist dunkelrot gefärbt, ebenso wie Augen und Kehllappen. Der mittellange Schnabel erscheint in Hornfarbe. Deutsche Sperber existieren, wie der Name schon vermuten lässt, in nur einem einzigen Farbschlag:

  • Gesperbert

Dabei ist das gesamte Gefieder schwarz-blau-weiß gesperbert, wobei die Henne oft etwas dunkler wirkt als der Hahn. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ihr Gefieder mehr dunkle Farbpartien aufweist, während der Hahn zu gleichen Teilen helle und dunkle Farbfelder zeigt.

Herkunft

Um 1900 begann Otto Trieloff, ein Geflügelzüchter aus Duisburg, diese Rasse zu züchten. Dafür zog er unter anderem Minorkas, Italiener, Plymouth Rocks und Bergische Schlotterkämme mit gesperbertem Farbschlag heran. Ausgangspunkt war das Ziel, eine sehr wirtschaftliche Rasse mit guter Legeleistung und einem ansprechenden Aussehen zu züchten. Der heute noch bestehende Sonderverein der Deutschen Sperber wurde schon im Jahr 1907 gegründet. Erst 1917 bekam die Rasse allerdings ihren heutigen Namen „Deutsche Sperber“ in Anlehnung an den Greifvogel. Dieser weist nämlich eine ähnliche Gefiederfärbung auf.

Heute gelten Hühner dieser Rasse als „stark gefährdet“ und zählen zu den gefährdeten Geflügelrassen. Die Zahlen waren lange Zeit sehr gering, wobei sich mittlerweile zum Glück wieder mehr Züchter*innen finden lassen. Dazu beigetragen hat möglicherweise auch die Ernennung der Deutschen Sperber zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2012“. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich um eine sehr attraktive Rasse mit optimalen Eigenschaften handelt. Bleibt zu hoffen, dass Deutsche Sperber wieder mehr Beachtung finden und sich der Bestand bald erholt.

Züchter*innen

Peter Schröer
An der Vogelwiese 11a
47139 Duisburg
Tel.: 020386128
Mobil: 01716567376

Christian Lammerding
chr.lammerding@googlemail.com
Tel.: 017684070700

Marcel Gegenwarth
Sachsen-Anhalt
marcelgegenwarth@googlemail.com

Alexandra Neudecker
Nutztierarche von den 7 Hügeln
Wiesenweg 1
91466 Gerhardshofen
Tel.: 09163/7901
www.nutztierarche-von-den-7-huegeln.de