Nahrungsaufnahme

Die Hauptnahrung der Hühner besteht leider nicht nur aus dem Naturfutter im Auslauf, sondern aus dem zugefütterten Körnerfutter, welches meist aus Weizen, Mais, Gerste oder Hafer besteht.

Bei der Aufnahme eines Korns muss das Huhn den Kopf so weit zurücknehmen, dass es dies mit beiden Augen sehen kann. Hat es so seine Lage fixiert, stößt es zielgerecht zu.
Trifft es daneben, muss der Kopf wieder zurückgenommen und das Korn erneut fixiert werden.

Henne bei der Nahrungsaufnahme im GartenWichtig ist, dass der Schnabel seine natürliche Form behalten sollte. Bei Hühnern in Intensiv- oder Massentierhaltung kürzt man oft den Oberschnabel, um zu verhindern, dass die Vögel sich gegenseitig picken und dadurch ihr Federkleid verlieren oder im schlimmsten Fall sogar Kannibalismus übergehen. Doch dieses sogenannte Schnabelkupieren oder Schnabelkürzen, das für das Tier mit großen Schmerzen verbunden ist, verhindert auch die natürliche Nahrungssuche, denn so kann das Huhn zum Beispiel keinen Grashalm mehr zupfen und nur noch schwer kleine Objekte aufpicken. In der biologischen Haltung ist das Schnabelkürzen verboten. Ich bin für eine artgerechte Haltung, und lehne diese Praxis daher entschieden ab.

Die Körner, wie auch alles andere Futter, gelangen nach der Aufnahme in den Kropf, den körpereigenen Vorratsbehälter. Dort wird die Nahrung aufgeweicht. Danach gelangt Sie in den Drüsenmagen und anschließend in den Muskelmagen. Dieser besteht aus zwei großen Muskelsträngen, welche die Nahrung mit Hilfe von Grit (kleine Steinchen und Muschelschalenstücken) vermischen und verkleinern. Dieser Brei gelangt anschließend wie bei uns Menschen in den Darm, wo Nährstoffe und Wasser entzogen werden. Der Rest wird über die Kloake ausgeschieden.

Die Bereitwilligkeit des Huhns, ein Korn aufzupicken, hängt von dessen Größe ab. Das Huhn besitzt nämlich einen angeborenen Sinn für die seinem Schluckapparat angemessene Größe des Kornes.

Erst Erfahrung, Neugier, Hunger oder das Beispiel eines anderen Huhnes bringen ein Huhn dazu auch größere Körner, wie zum Beispiel Mais, aufzupicken. Um diese neue Erfahrung reicher, verzehren sie dann die größeren Körner sogar als erste, wahrscheinlich um ein schnelleres Sättigungsgefühl zu erreichen.

Beim Fressen spielt Geschmack keine große Rolle, denn der Geschmackssinn ist bei Hühnern nur sehr schwach entwickelt. Dagegen scheint der Geruchssinn sehr stark ausgeprägt zu sein.

Um zu trinken müssen die Hühner den Schnabel tief in das Wasser tauchen; dann schnellen sie den Kopf hoch in den Nacken und lassen es die Kehle hinunter rinnen. Diesen Trinkvorgang führen vorzugsweise mehrere Tieren gleichzeitig und im selben Rhythmus aus.

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