Hühner in der Stadt halten

Es gibt viele Städter*innen, die gerne ein Stück Land in der Stadt hätten. Hühnerhaltung im eigenen Stadtgarten wäre ein Gedanke. Dabei stellt sich jedoch gleich die Frage: Ist das überhaupt möglich?

Die Antwort lautet: Ja, auf alle Fälle!
Ein paar Punkte sind dabei jedoch zu beachten.

Rechtliche Aspekte bei der Hühnerhaltung in der Stadt

Die meisten Gesetze verbieten eine Haltung von Hühnern in der (Vor-)Stadt zwar nicht direkt, dennoch sollte nur eine übersichtliche Anzahl an Tieren gehalten werden. Als Richtwert sind um die 10 Hühner gut geeignet – von 20 oder mehr Tieren ist jedoch abzuraten.

Im rechtlichen Sinne führt eine geringere Anzahl an Hühnern tendenziell zu weniger Problemen. Im Zweifelsfall kann auch direkt Auskunft bei der jeweiligen Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung eingeholt werden.

Viele Gesetze sind auch online nachzulesen:
Deutschland: Unter www.gesetze-im-internet.de befindet sich das deutsche Bundesrecht, jedoch ohne die jeweiligen Gesetze der einzelnen Bundesländer.
Österreich: Das Bundeskanzleramt (BKA) stellt fast alle österreichischen Bundes- und Landesgesetze und Verordnungen (inkl. Veterinärnachrichten) gesammelt unter www.ris.bka.gv.at zur Verfügung.
Schweiz: Das Schweizer Pendant findet sich unter www.admin.ch.

In Wohnanlagen bzw. Wohnsiedlungen ist die jeweilige Hausordnung zu beachten oder bei der Hausverwaltung nachzufragen. In Kleingartenanlagen ist die Haltung von Geflügel meist von vornherein durch die Satzung des Vereins ausgeschlossen. Es besteht jedoch jederzeit die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung beim Vereinsvorstand zu beantragen.

Stadthühner und die lieben Nachbarn

Während auf dem Land die Nachbarschaft meist weiter entfernt liegt und somit ein geringeres Problem darstellt, grenzen in der Stadt die nächsten Nachbar*innen meist unmittelbar ans eigene Heim. Da im urbanen Gebiet die Bevölkerungsdichte viel höher ist, muss entsprechend auf mehr Menschen Rücksicht genommen werden muss. Hier ist es besonders wichtig, Nachbar*innen rechtzeitig und ausführlich über den anstehenden Einzug der Hühner zu informieren. Hier lassen sich meist schon die ersten Unklarheiten und Missverständnisse klären.

Manche Nachbar*innen freuen sich über das Vorhaben und lassen sich schlussendlich auch von der Begeisterung für Hühner anstecken. Diese Nachbar*innen kommen dann eventuell auch zum Hühner-Sitten infrage, wenn irgendwann ein Urlaub oder sonstiges ansteht.

Auf der anderen Seite gibt es auch Nachbar*innen, die ihre negative Meinung über Hühner nicht ändern werden. In den meisten Fällen können diese jedoch nichts dagegen unternehmen.

Tipp: Es ist ratsam, sich bereits während der Anschaffung der Hühner nach einer geeigneten Tierärztin oder einem geeigneten Tierarzt umzusuchen. Gerade in der Stadt kann es durchaus vorkommen, dass in der Nähe keine tiermedizinische Praxis vorhanden ist.

Nicht nur Sie werden sich über die ersten Eier Ihrer Hühner freuen – auch Ihre Nachbarschaft! Schenken Sie daher am besten hin und wieder ein paar Eier her, so sind eventuell aufgetretene Konflikte wegen der Hühnerhaltung schneller wieder vergessen.

→ Weiterlesen: Was tun bei Geruch- und Lärmbelästigung seiner Hühner in der Nachbarschaft?