Kategorien
blau-goldhalsig Deutschland Eier goldhalsig Niederlande orangehalsig rotgesattelt silberhalsig

Kraienkopp

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland, Niederlande
  • Farbschläge: silberhalsig, goldhalsig, orangehalsig, blau-goldhalsig, rotgesattelt
  • Eigenschaften: robust, temperamentvoll, zutraulich, frühreif, gute Flugfähigkeit
  • Gewicht Henne: 1,75-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,0 kg
  • Legeleistung: ca. 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Kraienkopp-Hühner sind widerstandsfähige und legefreudige Landhühner. Sie haben ein stolzes und temperamentvollen Auftreten. Damit erinnern sie an typische Kämpfer, auch wenn sie selbst keiner reinen Kämpferrasse angehören. Von ihren Kämpfer-Vorfahren haben sie jedoch das selbstbewusste Verhalten geerbt. So sind Kraienköppe zwar meist ruhig und ausgeglichen. Doch besonders unter Hähnen brechen schnell Konflikte aus. Aufgrund dieses häufig aggressiven Charakters sollte stets nur ein Männchen innerhalb einer Herde gehalten werden.

Die Tiere dieser Rasse sind außerdem sehr neugierig. Sie fassen teilweise schnell Vertrauen zu ihren Halter*innen. Obwohl sie aber zutraulich werden können, sind Kraienköppe keinesfalls Schoßhühner und keine idealen Familientiere. Glauben die Hühner, eine Gefahr entdeckt zu haben, stellen sie sich dieser mutig entgegen. Besonders die Hähne sind schnell verteidigungs- und kampfbereit. Neben ihrer guten Legeleistung macht die Kraienköppe auch ihr hübsches Aussehen bei Züchter*innen und Hobbyhalter*innen beliebt.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Stehen Kraienköppen große Freiflächen und viel Auslauf zur Verfügung, ist die Grundvoraussetzung für die Haltung dieser Rasse erfüllt. Ansonsten stellen die Tiere kaum besondere Ansprüche an ihre Haltung und fühlen sich schnell wohl. Als typische Landhühner haben Kraienköppen viele Verhaltensweisen von ihren Vorfahren behalten. So freuen sie sich über naturnahe Haltungsbedingungen und gehen selbst fleißig auf Futtersuche. Geeignet ist diese Hühnerrasse daher für Halter*innen mit großen Flächen oder einem gut abgesicherten umfangreichen Gehege. Kraienköppe weisen eine gute Flugfähigkeit auf. Deshalb sollten Besitzer*innen auf eine ausreichend hohe Umzäunung achten. Die aktive und robuste Rasse ist gut an raue klimatische Bedingungen angepasst. Die Hühner verlassen daher auch in der kalten Jahreszeit ihren Stall. Sie lassen sich als überaus winterhart beschreiben. So legen die Hennen auch im Winter bei Schnee und Frost frische Eier.

Futter

Wie bereits erwähnt, gehen Kraienköppe in ihrem Freilauf eigenständig auf Nahrungssuche. Stehen auf ihrer Fläche ausreichend Nahrungsquellen zur Verfügung, ist eine Zufütterung nur eingeschränkt notwendig. Der geringe Bedarf an gekauftem Futter trägt gemeinsam mit der umfangreichen Eierproduktion zu einer hohen Wirtschaftlichkeit bei. Bei der Wahl des Futters gibt es im Vergleich zu anderen Hühnerrassen nichts Spezifisches zu beachten.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Kraienköppe gelten als pflegeleichte Hühner, die neben ihrem ansprechenden Äußeren mit einem guten wirtschaftlichen Nutzen überzeugen. So werden die Tiere dieser Rasse häufig zur Eierproduktion gehalten. Als frühreife Rasse legen junge Kraienkopp-Hennen bald ihre ersten Eier und zeigen im ersten Legejahr eine Leistung von etwa 200 Eiern. Die Eier haben eine weiße Schalenfarbe und ein Gewicht von ungefähr 55 Gramm. Zudem können sich Halter*innen dieser Rasse das ganze Jahr hindurch über Eier freuen. Ursprünglich wurden Kraienköppe vermutlich für Hahnenkämpfe gezüchtet. Heute werden sie gerne auch für Ausstellungen eingesetzt, da ihr stolzes Auftreten und der üppig befiederte Körper sehr beliebt sind. Für die Fleischproduktion ist diese Rasse nicht von Bedeutung.

Küken

Ebenso wie an die Haltung stellen Kraienköppe wenig Ansprüche an die Zucht. So gestaltet sich die Aufzucht der Küken recht einfach. Der Nachwuchs ist schnell robust und lebhaft. Zudem gelten die Kleinen als frohwüchsig und legen schnell an Gewicht zu. Schneller als andere Rassen sind Kraienkopp-Küken ausgewachsen. Die Hennen beginnen bald mit dem Eierlegen.

Aussehen und Farbschläge

Kraienkopp-Hühner lassen sich in verschiedenen Farbschlägen finden. Während der silberhalsige und goldhalsige Typ am weitesten verbreitet sind, gelten die anderen Färbungen eher als selten. Rotgesattelte Kraienköppe sind erst seit Kurzem in Deutschland anerkannt. Züchter*innen arbeiten ständig an der Erzüchtung weiterer Färbungen. Folgende Farbschläge gelten derzeit in Deutschland als zugelassen:

  • silberhalsig
  • goldhalsig
  • orangehalsig
  • blau-goldhalsig
  • rotgesattelt

Kraienkopp-Hühner vereinen Merkmale des Kampf- sowie Landhuhnes. So entsprechen die muskulöse Brust und der aufrechte Gang dem Kampfhuhntyp. Den langgezogenen und zierlichen Körperbau sowie die üppige Schwanzbefiederung hat die Rasse jedoch von den Landhühnern bewahrt. Zudem tragen Kraienköppe ihre Flügel knapp am Körper und zeigen breite Schultern. Charakteristisch ist auch die besondere Kopfform dieser Rasse, die Ähnlichkeit mit jener von Krähen aufweist. Eventuell hat dies zur Bezeichnung „Kraienkopp“ beigetragen.

Der Kamm der Tiere ist bei den Hennen kaum ausgebildet und auch bei den Hähnen recht unscheinbar. Er weist die Form einer kleinen Halbkugel auf und besitzt eine mit Warzen bedeckte Oberfläche. Die rote Färbung dieses Kammes zieht sich hinunter bis zu den kleinen Ohr- und Kehllappen. Gerade die schwache Ausprägung der Kopfanhängsel macht diese Tiere winterhart und frostbeständig. Auffällig sind zudem die orangerote Färbung der Augen und die intensive Gelbfärbung des kurzen, aber kräftigen Schnabels. Auch die Läufe weisen einen gelben Farbton auf.

Herkunft

Erzüchtet wurde die Rasse der Kraienköppe Mitte des 19. Jahrhunderts in der Region um Bentheim sowie in jener um Enschede, also in angrenzenden Gebieten auf beiden Seiten der niederländisch-deutschen Grenze. Als Ausgangspunkt wählten die Züchter*innen Malaien, Leghorns und Belgische Kämpfer, die mit verschiedenen Landhühnern gekreuzt wurden. Ziel war zunächst wohl die Züchtung einer reinen Kampfhuhnrasse, die in den gerade gegen Ende des 19. Jahrhunderts beliebten Hahnenkämpfen Einsatz fand. In den 1880er-Jahren wurde diese Rasse schließlich erstmals auf einer Ausstellung präsentiert.

Schon früh sollten Kraienköppe jedoch von schön anzusehenden und erfolgreichen Kampfhühnern zu wirtschaftlicheren Tieren gemacht werden. Vor allem die Hühner des silberhalsigen Farbschlags wurden durch gezielte Selektion und Kreuzungen zu guten Legehühnern gezüchtet. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden dann der Sonderverein der Kraienköppe sowie eine Zuchtgemeinschaft. Heute gelten die ehemaligen Kämpfer als legefreudige und überaus wirtschaftliche Hühner. Sie sind nicht nur auf Ausstellungen, sondern auch bei Hobbyhalter*innen beliebt.

Züchter*innen

Sonderverein der Züchter der Kraienköppe und Zwerg-Kraienköppe: http://www.kraienkoeppe.de/

Kategorien
Deutschland Niederlande schwarz-weiß Zweinutzung

Lakenfelder

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland, Niederlande
  • Farbschläge: schwarz-weiß
  • Eigenschaften: temperamentvoll, lebhaft, robust, scheu, kälteunempfindlich
  • Gewicht Henne: 1,5-2,0 kg
  • Gewicht Hahn: 1,75-2,25 kg
  • Legeleistung: 160 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 50 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Lakenfelder-Hühner gelten als sehr temperamentvolle und aktive Tiere. Sie sind typische Vertreter der deutschen Landhühner. Als solche haben sie viel von ihren Ahnen bewahrt: Lakenfelder lassen sich als robust und wetterunempfindlich beschreiben. Daher sind sie für Halter*innen gut geeignet, die große Freiflächen zur Verfügung stellen können und die Tiere in Ruhe lassen. „Schoßhühner“ sind Lakenfelder nämlich keine. Am liebsten beschäftigen sie sich selbst und scharren im Auslauf nach Futter. Zudem regen sich die lebhaften Tiere schnell auf und sind scheu. Anfassen oder sogar hochheben lassen sich diese Hühner nicht. Zu empfehlen sind sie daher nicht für Familien mit kleinen Kindern oder Anfänger*innen. Wer allerdings eine „ursprüngliche“, natürliche Haltung anbieten kann, wird sich über die Hühner mit der besonderen Gefieder-Zeichnung und einer hohen Wirtschaftlichkeit freuen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Eine reine Stallhaltung wäre bei diesen bewegungsfreudigen Hühnern keinesfalls artgerecht. Abgesehen von ausreichend Auslauffläche stellen Lakenfelder-Hühner aber relativ wenig Ansprüche an ihre Haltung. Sie bewegen sich gerne frei im Gelände oder in einem ausreichend großen Gehege. Steht Lakenfeldern genügend Fläche zur Verfügung, werden sie rasch zu fleißigen Futtersuchern. Am liebsten bleiben die Hühner ungestört und beschäftigen sich selbst.

Beachten sollten Halter*innen, dass diese Rasse über eine gute Flugfähigkeit verfügt. Aufgrund ihres geringen Gewichtes gelangen sie leicht auf Bäume oder sogar auf Hausdächer. Auf eine ausreichend hohe Umzäunung oder eine Überspannung des Auslaufs mit einem Netz sollte daher nicht vergessen werden.

Noch stärker als andere Rassen sollten die Besitzer*innen bei Lakenfeldern auf den Schutz vor Beutegreifern achten: Ihre auffällige Zeichnung macht sie nämlich für Räuber auch bei Dunkelheit gut sichtbar. Lakenfelder-Hühner besitzen eine sehr dichte und widerstandsfähige Befiederung. So sind sie auch bei rauen Wetterverhältnissen robust und verbringen gerne auch in den kalten Monaten Zeit im Freien.

Futter

Die Ernährung der Lakenfelder stellt sich als sehr unkompliziert heraus. Wenn der Freilauf ausreichend groß ist und genügend Nahrungsquellen zur Verfügung stehen, sind sie fleißige Futtersucher. In der warmen Jahreszeit ist daher nur wenig Zufütterung notwendig, was sie für die Halter*innen zu recht wirtschaftlichen Hühnern macht. An das Futter stellen die Lakenfelder sonst keine großen Ansprüche. Die Anforderungen unterscheiden sich hier also nicht von denen anderer Rassen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Das Lakenfelder-Huhn wird als Zweinutzungsrasse beschrieben. Als solche bringt es sowohl eine beachtliche Menge an Eiern, aber auch die hohe Fleischqualität wird geschätzt. Mit ungefähr 160 oder sogar mehr gelegten Eiern erfreuen die Hennen mit einer guten Legeleistung. Die Eier besitzen eine weiße Schalenfarbe und wiegen um die 50 Gramm. Lakenfelder legen nicht schnell an Gewicht zu und bringen daher im Vergleich zu anderen Rassen keine enormen Mengen an Fleisch. Dennoch wird das Fleisch als sehr fein und schmackhaft beschrieben. Immer häufiger wird das Lakenfelder-Huhn jedoch aufgrund seines außergewöhnlichen Aussehens und nicht mehr als reines Nutzhuhn gehalten.

Küken

Lakenfelder-Hennen haben ihren Bruttrieb heute fast vollständig verloren. Höchst selten werden die Tiere also brütig, weshalb eine Naturbrut nicht vielversprechend ist. Dafür verläuft eine Kunstbrut meist problemlos, da die Eier sehr gut dafür geeignet sind. Bald nach dem Schlupf sind die Küken aktiv und aufgeweckt. Zudem sind sie frohwüchsig und robust. Beachtet werden sollte allerdings, dass der Nachwuchs anders als die ausgewachsenen Lakenfelder Kälte und Feuchtigkeit noch nicht gut verträgt. Aus diesem Grund sollten die Küken zunächst im warmen und trockenen Stall bleiben und erst bei ausreichender Befiederung und Größe in den Freilauf dürfen. Die typische Gefieder-Färbung bildet sich bei den jungen Lakenfeldern erst nach der dritten Mauser aus. Ab dem sechsten Monat sind die ersten gelegten Eier zu erwarten.

Aussehen und Farbschläge

Bei den Lakenfelder-Hühnern ist in allen Ländern, in denen diese Rasse gezüchtet wird, nur eine einzige Färbung anerkannt: Die typische Lakenfelder-Zeichnung setzt sich aus tiefschwarzen und manchmal blaugrauen Elementen zusammen. Der Kopf der Tiere ist ebenso wie der Rumpf weiß befiedert, während Halsbehang und Schwanz eine schwarze Färbung aufweisen. Diese Farbzeichnung findet sich genau wie die Bezeichnung „Lakenfelder“ übrigens auch bei anderen Haus- und Nutztieren. Auch beispielsweise Kühe, Ziegen oder Mäuse kommen mit diesem Muster vor.

Die kräftigen Lakenfelder verfügen über einen langgestreckten und leichten Körperbau. Bei den Hennen sollte ein fülliger Legebauch erkennbar sein. Den üppigen Schwanz tragen die Hähne etwas höher als die weiblichen Tiere. Auch die Flügel sind dicht befiedert und werden nah am Körper gehalten. Eines der wenigen Unterscheidungsmerkmale zwischen männlichen und weiblichen Lakenfeldern ist zudem der mittelgroße Einzelkamm: Er ist bei den Hennen ein wenig kleiner und darf bei den Hähnen etwas geneigt sein. Gemeinsam haben die Geschlechter die intensiv orange- bis rotbraune Iris und die reinweißen Ohrlappen. Gesicht, Kamm und Kehllappen stehen mit ihrem satten Rot-Ton im Kontrast zu der schwarz-weißen Befiederung.

Herkunft

Die Herkunft dieser Rasse konnte nicht eindeutig geklärt werden. So existieren zwei verschiedene Vermutungen über die Geschichte der Lakenfelder. Einer Theorie zufolge wurden die Lakenfelder zu Beginn des 18. Jahrhunderts in der niederländischen Stadt Lakerveld erzüchtet. Eine andere mögliche Herkunft ist das deutsche Westfalen. Dort soll sich der Theorie nach gleichzeitig wie in den Niederlanden die besondere Färbung bei unterschiedlichen Nutztierrassen herausgebildet haben. Entstanden ist das Lakenfelder-Huhn vermutlich unter Einflüssen der Totleger-, Zottegem- und Campiner-Hühner. Im Laufe des 20. Jahrhunderts nahm die Popularität dieser Rasse immer mehr ab. Andere wirtschaftlichere und vor allem Rassen aus anderen Ländern erlebten einen Aufschwung. Heute ist das Lakenfelder-Huhn selten geworden und wurde auf die Liste der gefährdeten Nutztierrassen aufgenommen.

Züchter*innen

Fam. Grundmeier
33397 Rietberg
Im Thüle 70
www.unser-kleiner-nutztierhof.de.tl

Kategorien
blau Eier geflockt gesperbert Niederlande schwarz schwarz-weiß-gescheckt weiß

Friesenhuhn

Steckbrief

  • Herkunftsland: Niederlande
  • Farbschläge: geflockt, blau, weiß, schwarz, gesperbert, schwarz-weiß-gescheckt
  • Eigenschaften: aktiv, robust, lebhaft, temperamentvoll, widerstandsfähig gegen Krankheiten
  • Gewicht Henne: 1,2-1,3 kg
  • Gewicht Hahn: 1,5-1,6 kg
  • Legeleistung: 160 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 52 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Das Friesenhuhn lässt sich als überaus aktives und temperamentvolles Tier beschreiben. Es ist sehr robust und freiheitsliebend. Als typische Landhühner haben die Tiere viel von ihren Vorfahren bewahrt. Daher ist eine „ursprüngliche“, natürliche Haltung optimal. Ideal ist dafür eine Haltung auf großen Freiflächen, auf denen die schreckhaften Hühner in Ruhe gelassen werden. Zudem ist das Friesenhuhn widerstandsfähig gegen Krankheiten und an raue Wetterbedingungen angepasst. Wer also keine Schoßhühner, sondern aufgeweckte und wirtschaftliche Tiere sucht, die außerdem schön anzuschauen sind, wird mit dieser Rasse sicherlich glücklich sein.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Solange Friesenhühnern ausreichend Auslauf und eine abwechslungsreich gestaltete Freifläche zur Verfügung gestellt wird, ist die Haltung dieser Rasse relativ unkompliziert. Die Tiere scharren gerne aktiv nach Futter und sind ständig in Bewegung. Ratsam ist es, Flächen anzulegen, auf denen die Hühner buddeln können. Gemüsebeete sollten dagegen abgezäunt werden, sonst sind sie schnell umgegraben. Das Friesenhuhn kann zudem gut fliegen. So findet es sich nicht selten auf Bäumen oder Dächern wieder. Eine ausreichend hohe Umzäunung des Auslaufs ist daher unerlässlich.

Ein Merkmal dieser Rasse ist ihre Schreckhaftigkeit. Am liebsten beschäftigen sich die Tiere selbst und freuen sich, wenn sie ungestört bleiben. Bei lauten Geräuschen oder drohender Gefahr flüchten sie rasch unter Gebüsche oder auf Bäume. Auf genügend Versteckmöglichkeiten sollten Halter*innen daher bei der Gestaltung des Auslaufs nicht vergessen. Friesenhühner sind sehr wetterhart und verbringen gerne auch bei tiefen Temperaturen die Nacht im Freien, besonders auf Bäumen. Bedenken sollten Besitzer*innen auch, dass Friesenhühner bei der Kommunikation untereinander im Vergleich zu anderen Rassen recht laut werden.

Futter

Wie auch bei der Haltung der Friesenhühner gibt es bei der Ernährung der Tiere wenig Spezifisches zu beachten. Sie sind fleißige Futtersucher und sorgen bei ausreichend Nahrungsquellen gut für sich selbst. Zufütterung ist in der warmen Jahreszeit kaum notwendig. Aufgrund ihrer relativ geringen Größe benötigen sie allgemein eher wenig Futter.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Friesenhühner gelten als sehr wirtschaftliche Tiere. Als typische Legerasse erfreuen sie ihre Halter*innen mit ungefähr 160 Eiern pro Jahr und legen auch im Winter. Im Verhältnis zu der eher kleinen Körpergröße der Hühner sind die Eier sehr groß und wiegen um die 50 Gramm. Doch auch die Fleischqualität der Friesenhühner gilt als ausgezeichnet. So wird das feste Fleisch als sehr schmackhaft beschrieben.

Küken

Friesenhühner sind fruchtbare und brutfreudige Tiere. So erweist sich die Naturbrut meist als unproblematisch. Die Hennen gelten als zuverlässige Mütter, die sich gut um den Nachwuchs kümmern und ihre Küken stets verteidigen. Nach dem Schlupf sind die Küken bald robust und lebhaft.

Aussehen und Farbschläge

Friesenhühner treten in einer Vielfalt an verschiedenen Farben auf. Am weitesten verbreitet sind die Farbschläge silber-, golden- und gelb-weiß geflockt. Während die Hähne nahezu einfärbig sind, ziehen sich die feinen, flockenähnlichen Zeichnungen über den Großteil der Hennen-Körper. Auf jeder Feder finden sich links und rechts des Federkiels mehrere weizenkornförmige Flocken. In Deutschland gelten derzeit folgende Farbschläge als anerkannt:

  • gelb-weißgeflockt
  • zitron-schwarzgeflockt
  • gold-schwarzgeflockt
  • silber-schwarzgeflockt
  • rot-schwarzgeflockt
  • rot-schwarzgeflockt mit weißen Federenden
  • schwarz-weißgescheckt
  • gesperbert
  • schwarz
  • blau
  • weiß

Wie bereits erwähnt, zählen Friesenhühner zu den eher kleineren Vertretern der Landhühner. Die Schultern der Tiere sind recht breit, während der Rücken Richtung Schwanz immer dünner wird. Charakteristisch ist der füllige Schwanz, der stets hoch getragen wird. Auf dem Kopf der Friesenhühner ist außerdem ein aufrecht stehender roter Einzelkamm zu finden. Bei allen Farbschlägen sind die Läufe der Tiere schieferblau. Auffällig sind zudem die weißen Ohrlappen und die orangerot gefärbten Augen.

Herkunft

Gesicherte Informationen über den Ursprung der Rasse lassen sich nicht finden. Fest steht jedoch, dass Friesenhühner bereits seit mehreren Jahrhunderten in den Niederlanden gezüchtet wurden. Vermutet wird, dass die Rasse aus europäischen Wildhühnern hervorgegangen ist. In dieser Zeit wurde das Friesenhuhn kaum mit anderen Rassen gekreuzt. Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden Friesenhühner als eigenständige Rasse beschrieben. Eng verwandt scheint diese Rasse mit dem ebenfalls aus Holland stammenden Drenther-Huhn zu sein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging die Zahl der Friesenhühner stark zurück. Neu aufkommende Wirtschaftsrassen galten als vielversprechender. Seit den 1920er-Jahren entstanden jedoch Züchtervereinigungen, die sich um den Rückkehr der Rasse bemühten. In Deutschland entstand hierzu der Sonderverein der Friesenhühner und Zwerg-Friesenhühner. Heute gelten Friesenhühner wieder als weiter verbreitet und sind unter Züchter*innen und Hobbyhalter*innen beliebt.

Züchter*innen

Peter Schröer
An der Vogelwiese 11a
47139 Duisburg
Tel.: 020386128
Mobil: 01716567376

Kategorien
blau-gesäumt Deutschland Eier England gold gesprenkelt goldlack Niederlande schwarz silber gesprenkelt silberlack weiß

Hamburger

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland, England, Niederlande
  • Farbschläge: schwarz, weiß, silberlack, goldlack, silber gesprenkelt, gold gesprenkelt, blaugesäumt
  • Eigenschaften: aktiv, lebhaft, robust, gute Flugfähigkeit, frühreif
  • Gewicht Henne: 1,5-2 kg
  • Gewicht Hahn: 2-2,5 kg
  • Legeleistung: 160-180 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Bei Hamburger-Hühnern handelt es sich um eine Rasse, die für ihre lebhafte und aktive Art bekannt ist. Die Tiere sind am liebsten in Bewegung und brauchen viel Platz und Beschäftigung. Ansonsten langweilen sie sich und vertragen sich untereinander nicht so gut. Streitereien und Kämpfe können bei dieser Rasse relativ heftig auftreten. Wer den Hühnern jedoch genügend Platz bietet, kann sie recht gut zufriedenstellen.

Zutraulich werden Hamburger nicht gerade. Sie können zwar mit viel Geduld und Zeit Vertrauen zu ihren Halter*innen fassen. Dennoch bleiben sie meist eher zurückhaltend und sind schnell verschreckt. Als Haustiere sind sie also nicht geeignet. Umso schöner sind sie jedoch anzuschauen mit ihrem außergewöhnlich gefärbten Gefieder. Zudem legen sie eine passable Menge an Eiern und sind mit ihrer aktiven Art interessant zu beobachten. Hobbyhalter*innen mit etwas Erfahrung und viel Platz werden also sicherlich ihre Freude haben an dieser Rasse.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Hamburger sind eine sehr robuste Rasse, die auch tiefe Temperaturen und schwierige Witterungsverhältnisse gut aushält. Trotzdem stellen sie einige Anforderungen an ihre Umgebung. So benötigen sie, wie bereits erwähnt, aufgrund ihres hohen Bewegungsdrangs eine große Fläche. Empfohlen wird eine Haltung, bei der die Hühner freilaufen können oder in einem sehr großen Gehege leben.

Neben ihrem hohen Platzbedarf, der gedeckt werden muss, stellen sie einige Ansprüche an die Gestaltung ihres Auslaufs: Zu empfehlen ist die Einrichtung einer sehr abwechslungsreichen Umgebung. Auf diese Weise sind die Hühner ausreichend beschäftigt und verhalten sich untereinander weitgehend friedlich. Einen weiteren Aspekt sollten Halter*innen bedenken: Die bewegungsfreudigen Hamburger können aufgrund des geringen Körpergewichts gut fliegen. Nicht selten schlafen sie sogar auf Bäumen. Wichtig ist es daher, die Fläche stets gut abzusichern. Hier empfiehlt sich entweder ein ausreichend hoher Zaun oder die Option des Flügelstutzens.

Futter

Hamburger-Hühner sind frühreif und entwickeln sich schnell. Fühlen sie sich wohl, legen sie auch eine beachtliche Menge an Eiern. Dafür sind aber gute Pflege und Futter wichtig, sodass eine Zufütterung sinnvoll sein kann. Achten sollten Halter*innen auf ausreichend Vitamine und Mineralstoffe, sodass die Legeleistung unterstützt wird. Grundsätzlich muss aber in Bezug auf die Fütterung im Vergleich zu anderen Rassen nichts Besonderes beachtet werden.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Schon der schlanke Körper der Hamburger-Hühner zeigt, dass sie nicht zu den Fleischrassen zählen. Gezüchtet wurden sie vielmehr als optimale Legerasse. Wegen ihrer hohen Legeleistung galten sie lange Zeit als Nutztiere mit hoher Wirtschaftlichkeit. Mittlerweile liegen sie im Vergleich zu anderen Rassen in Bezug auf die Anzahl der gelegten Eier aber im Durchschnitt. Für größere Betriebe eignet sich die Haltung von Hamburgern also eher weniger.

Gerade für Hobbyhalter*innen und kleinere Familien reicht die Anzahl an gelegten Eiern aber sicher aus. Ein frisches Sonntagsei ist also auf jeden Fall drinnen und zusätzlich erfreuen die Hamburger auch noch mit einem hübschen Aussehen. Heute lassen sich diese Hühner überhaupt eher als Zierhühner bezeichnen. Beliebt sind sie nämlich vor allem bei Ausstellungen, da sie mit ihrem ansprechenden Erscheinungsbild und ihren vielfältigen Farbschlägen beeindrucken.

Küken

Hamburger wurden als Legehennen gezüchtet und zeigen deshalb keinen stark ausgeprägten Bruttrieb. Von selbst werden die Hennen also kaum brütig. Wer trotzdem Nachwuchs wünscht, sollte eine künstliche Brut durchführen. Benötigt werden dafür Bruteier von einem Züchter, ein Brutkasten oder eine Leihhenne einer anderen Rasse. Grundsätzlich wachsen Hamburger-Küken schnell und sind sofort aktiv. Zudem sind die Hennen frühreif.

Aussehen und Farbschläge

Hamburger: Kamm und Dorn

Hamburger-Hühner zeichnen sich durch einen schlanken, mittelgroßen Körper aus. Mit ihrer eleganten Haltung und dem langgestreckten Körperbau erinnern sie eher an Fasane als an so manch andere Hühnerrasse. Die prächtigen Tiere sind reich befiedert und die Hähne werden von üppigen Schwanzfedern in Sichelform geziert. Männliche und weibliche Tiere tragen einen aufrechten Rosenkamm mit einem abgerundeten Dorn. Hamburger existieren in verschiedensten Farbschlägen, doch teilen sich alle die rote Farbe von Gesicht, Kehllappen und Kamm. Auch die auffälligen weißen Ohrlappen zeigen Tiere unterschiedlichster Färbungen. Die Vielfalt an Gefiederfarben zeigen die verschiedenen Varianten:

  • schwarz
  • weiß
  • silberlack
  • goldlack
  • silber gesprenkelt
  • gold gesprenkelt
  • blaugesäumt

Besonders beliebt und häufig ist der Farbschlag silberlack, der ein wenig an die Färbung von Dalmatinern erinnert. Die Tiere erscheinen hier weiß mit schwarzen Tupfen. Tiere mit dem Farbschlag goldlack weisen ebenfalls schwarze Tupfen auf, die Grundfarbe erscheint rötlich-braun. Eine weitere „Farbgruppe“ stellen die gesprenkelten Farbschläge dar: Silber gesprenkelte Tiere zeichnen sich durch weißes Gefieder mit schwarzen Sprenkeln in den Regionen unterhalb des Halses aus, gold gesprenkelte durch goldbraunes Gefieder mit ebenfalls schwarzen Sprenkeln. Auch rein schwarze oder weiße Tiere sind möglich, ebenso wie blaugesäumte, die in einem blauen Ton erscheinen.

Interessant an Hamburger-Hühnern ist, dass sie sich im Vergleich zu anderen Rassen je nach Farbschlag deutlich im Charakter unterscheiden können. Hühner in Silberlack werden oftmals als ruhig beschrieben, während goldlacke Tiere eine lebhaftere Art zeigen, die sich bei den gesprenkelten Tieren noch einmal steigert.

Herkunft

Die Geschichte des Hamburger-Huhns ist recht kompliziert bzw. unklar. Deutschland, England und Niederlande werden abwechselnd als Heimatland dieser Rasse bezeichnet. Tatsächlich ist der genaue Ursprung aber ungeklärt. Vorfahren der Hamburger waren offensichtlich bereits im 18. Jahrhundert in Deutschland und England bekannt. In unterschiedlichen Ländern wurde mit diesen gezüchtet, sodass die verschiedenen Farbschläge entstanden. Dies könnte auch erklären, weshalb sich die Tiere in ihrem Charakter doch deutlich unterscheiden. Die Lackhühner scheinen vor allem mit dem englischen Raum in Zusammenhang zu stehen. Die gesprenkelten Tiere weisen wohl eine Verwandtschaft mit Rassen aus Deutschland auf. Hamburger-Hühner erfreuten sich vor allem aufgrund ihrer Legeleistung großer Beliebtheit als Wirtschaftstiere. Später stand dann in erster Linie das Aussehen im Mittelpunkt. Heute werden Hühner dieser Rasse gerne auf Ausstellungen gezeigt.

Kategorien
blau braun-blau-doppeltgesäumt braun-schwarz-doppeltgesäumt dunkelbraun Niederlande schwarz weiß Zweinutzung

Barnevelder

Steckbrief

  • Herkunftsland: Niederlande
  • Farbschläge: schwarz, weiß, blau, dunkelbraun, braun-blau-doppelgesäumt, braun-schwarz-doppeltgesäumt
  • Eigenschaften: geeignet für Anfänger, zutraulich, robust, friedlich, lebhaft, mastfähig
  • Gewicht Henne: 2,5-2,7 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0-3,5 kg
  • Legeleistung: ca. 180 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 65 g
  • Eierschalenfarbe: braun
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Barnevelder gelten als lebhafte, aber sehr sanftmütige Tiere, die untereinander sehr gut verträglich sind. So können sie ohne Zankereien gut in Gruppen zusammen gehalten werden, auch mit anderen Hühnerrassen. Dabei ist darauf zu achten, dass diese ebenfalls einen friedlichen und ruhigen Charakter besitzen. Die Barnevelder-Hühner fassen schnell Vertrauen zu Menschen und werden handzahm. Aus diesem Grund eignen sie sich gut für eine Haltung als Haustiere. Zudem sind sie für Familien mit Kindern zu empfehlen sowie für Personen, die viel Zeit mit ihren Hühnern verbringen und ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufbauen möchten. Zwar scharren diese Hühner selbst gerne nach Futter, über Leckerlies, die ihnen aus der Hand gegeben werden, freuen sie sich aber besonders.

Barnevelder werden als sehr robust und leicht zu halten beschrieben, weshalb sie für Anfänger*innen empfohlen sind. Als Nachteil dieser Rasse lässt sich jedoch ihre Anfälligkeit für die Mareksche Lähme anführen. Gegen diese höchst ansteckende Krankheit sollten bereits die Eintagsküken vorsorglich geimpft werden!

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Barnevelder im Freilauf (Foto: Stefan Wanzel)

Barnevelder stellen wenig Ansprüche an ihre Haltung. Es handelt sich um eine sehr robuste Rasse, die sich beinahe überall wohlfühlt. Geeignet sind Barnevelder daher sowohl für eine Haltung in einem Gehege als auch im Freiland. Bei ausreichend Auslauf suchen sich die eifrigen Futtersucher ihre Nahrung selbst, weshalb in der warmen Jahreszeit nur wenig Zufütterung notwendig ist. Die Hühner sind sehr robust und wetterhart. Daher ist auch in der kalten Jahreszeit bei dem Vorhandensein eines trockenen Stalles eine Haltung im Freien möglich. Die Barnevelder-Hühner sind schlechte Flieger, dafür aber gute Springer. Eine mittelhohe Umzäunung ist ausreichend, um die Hühner in ihrem Gehege zu halten.

Futter

Wie auch bei der Haltung der Barnevelder gibt es bei der Ernährung dieser Rasse wenig Spezifisches zu beachten. Barnevelder gehen, wie bereits angesprochen, gerne auf Nahrungssuche in ihrem Freilauf. Daher benötigen sie in den Sommermonaten weniger zusätzliches Futter, sie bringen aber dennoch ausgesprochen viele Eier und eine Menge Fleisch. Insgesamt gelten Barnevelder daher als sehr gute Futterverwerter.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Das Barnevelder-Huhn ist eine Zweinutzungsrasse, die mit einer guten Legeleistung und einer hohen Fleischqualität überzeugt. Es lässt sich als überaus wirtschaftliches Huhn bezeichnen, das nach 24 bis 26 Wochen mit dem Legen beginnt. Die Eier der Barnevelder sind groß, besitzen eine relativ dicke Schale, und wiegen zwischen 60 bis 70 Gramm. Auffällig ist besonders die schokoladenbraune Färbung der Eierschalen, wobei diese nach einigen Wochen deutlich heller werden. Die Hühner dieser Rasse bringen bis zu 180 Eier pro Jahr und legen teilweise auch im Winter. Barnevelder lassen sich leicht mästen und ihr Fleisch gilt als sehr schmackhaft.

Küken

Barnevelder Küken (Foto: Stefan Wanzel)

Barnevelder haben fast vollständig ihren Bruttrieb verloren, die Hennen werden also äußerst selten brütig. Wer Küken aufziehen möchte, sollte jedenfalls einen Brutkasten einsetzen. Der Nachwuchs wächst nach dem Schlüpfen sehr schnell und ist bald robust und kräftig. Jedoch sind bereits die Küken anfällig für die Mareksche Lähme. Daher ist eine Impfung in den ersten Tagen empfehlenswert.
Schon nach einigen Wochen lässt sich das Geschlecht der Küken bestimmen: Während die weiblichen Küken eine weiß-gefärbte Brust haben, ist die der Hähne grau. Zudem bildet sich das Gefieder bei den Männchen etwas langsamer aus.

Aussehen und Farbschläge

Weiße Barnevelder (Foto: Stefan Wanzel)

Die Barnevelder sind in zahlreichen Farbschlägen anzutreffen, was sich auf die große Anzahl verschiedener Rassen als Ahnen zurückführen lässt. Im Zuge verschiedenster und teilweise unkontrollierter Züchtungen fanden Vermischungen statt. Heute sind jedoch in verschiedenen Ländern bestimmte Farbschläge anerkannt. In relativ vielen Regionen erkennen Züchter*innen folgende Farben an:

  • weiß
  • schwarz
  • braun-blau-doppelgesäumt
  • braun-schwarz-doppeltgesäumt

Während beispielsweise in England auch der rebhuhnfarbige Schlag gezüchtet wird, sind in Deutschland zusätzlich zu den bereits genannten folgende Farben anerkannt:

  • blau
  • dunkelbraun

Barnevelder verfügen über einen mäßig langen Rücken mit einem fließenden Übergang zum Schwanz. Die Form, die Hals, Rücken und Schwanz gemeinsam bilden, lässt sich als V beschreiben. Die Hennen besitzen einen fülligen Legebauch und an der breiten Körperform lässt sich die gute Fleischqualität erkennen. Außerdem fällt an dieser Hühnerrasse das schöne und glänzende Gefieder auf, das sowohl Henne als auch Hahn ziert. Auf dem Kopf der Barnevelder ist ein Einzelkamm zu finden, der aus vier breiten Zacken bestehen soll. Die Ohr- und Kehllappen der Barnevelder sind im Idealfall wie das Gesicht und der Kamm tiefrot, während die Iris eine orange Färbung aufweisen soll. Die Läufe dieser Rasse sollten dunkelgelb sein.

Herkunft

Das Barnevelder-Huhn stammt aus der Umgebung des niederländischen Ortes Barneveld. Hier wurden ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts örtliche Legehühner mit asiatischen Hühnerrassen wie Cochins oder Brahmas gekreuzt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand erstmals ein Export der Tiere in andere europäische Länder statt.
Während zuvor zahlreiche Farbschläge bekannt waren und unkontrollierte Züchtungen und Kreuzungen zu Vermischungen führten, bemühten sich um 1920 Züchtervereine um eine Standardisierung. So wurden die anerkannten Farbschläge begrenzt. Da die Barnevelder heute selten geworden sind, stehen sie auf der Liste der gefährdeten Haustierrassen.

Züchter*innen

Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

Manuel Bruckmeier
Bergham 2
84347 Pfarrkirchen
Tel.: 01 71 / 1 24 61 01
bruckmeier-manuel@web.de

Zwerg-Barnevelder:
Jonas Masling
Lüdinghausen
jonasmasling@web.de

Sonderverein:
www.sv-barnevelder.de