Mareksche Lähme

Lähmungen, Hautveränderungen, Abmagerung bis hin zu plötzlichen Todesfällen – Noch bis vor wenigen Jahrzehnten war die nicht heilbare Mareksche Lähme oder Marek-Krankheit weit verbreitet. Glücklicherweise gibt es mittlerweile entsprechende Impfstoffe, die gemeinsam mit optimalen Hygiene- und Haltungsbedingungen zur wirksamen Vorbeugung eingesetzt werden. Somit ist diese Krankheit heute selten geworden.

Ursachen

Die Mareksche Lähme ist eine hoch ansteckende Krankheit, die durch das sogenannte Hühner-Herpesvirus 2 ausgelöst wird. Diese Erreger sind sehr widerstandsfähig und können mehrere Monate überleben. Eine Infektion findet durch das Einatmen der Viren über die Atemwege statt. Aber auch über Parasiten wie Milben oder Zecken gelangen die Herpesviren in den Körper der Hühner. Problematisch ist, dass die Viren sich auch auf dem Boden, im Stroh, auf Federn und natürlich in den Exkrementen der infizierten Tiere festsetzen. So scheiden betroffene Hühner die Viren aus, die dann von noch gesunden Tieren aufgenommen werden. Mareksche Lähme gilt als hochansteckende Erkrankung, die rasch die gesamte Herde erfasst und zu hohen Verlusten führen kann.

Symptome

Betroffen sind meist nur Küken und Junghühner, wobei sich die Marek-Krankheit unterschiedlich zeigen kann. Unterschieden wird zwischen der klassischen und der akuten Form. Bei der klassischen oder chronischen Form ist die Sterberate wesentlich geringer, betroffen sind meist Junghühner zwischen der 12. und 16. Woche. Erkennbar ist diese Form an Lähmungserscheinungen und einer damit einhergehenden eingeschränkten Beweglichkeit. Die erkrankten Hühner liegen im Endstadium hilflos auf dem Boden, die Beine von sich gestreckt und können nicht mehr aufstehen. Auch eine Veränderung der Pupillen sowie mögliche Sehschwierigkeiten können Symptome sein. Erst in einem fortgeschrittenen Stadium treten auch Geschwüre an Flügeln und Beinen auf.

Schwerwiegender und schwieriger zu erkennen ist die akute Form. Vor allem 18 bis 22 Wochen alte Tiere sterben an dieser Ausprägung der Krankheit. Doch auch später treten noch Todesfälle auf, die häufig unerwartet kommen. Außer Hauterhebungen und einer rauen Oberfläche der Haut zeigen sich zunächst kaum Symptome. Die Hühner verlieren immer mehr an Gewicht und verenden schließlich an Geschwüren in den inneren Organen.

Maßnahmen

Ist ein Huhn an Marekscher Lähme erkrankt, kann ihm nicht mehr geholfen werden. Es gibt gegen diese Erkrankung keine Therapie und keine mögliche Behandlung. Die betroffenen Tiere müssen daher eingeschläfert werden. Selbst nach einer völligen Reinigung und Desinfizierung der Ställe können die robusten Erreger überleben. In Österreich muss eine Erkrankung der eigenen Hühner an der Marekschen Lähme übrigens nicht gemeldet werden, während dies in Deutschland verpflichtend ist.

Umso wichtiger ist aus diesem Grund die Vorbeugung. Geimpft werden die Küken in der Regel am ersten Lebenstag. Für Hobbyzüchter*innen sind derartige Impfungen selbstverständlich mit höheren Kosten verbunden als für größere Betriebe. Dennoch kann eine Impfung auch für kleinere Herden sinnvoll sein. Über die Durchführung der Impfung informieren Tierärzt*innen. Hilfreich ist sicherlich der Zusammenschluss mit anderen Hobbyhalter*innen für einen gemeinsamen Impftag. So können Kosten gespart werden.

Wichtig kann es zudem sein, sich über die unterschiedliche Anfälligkeit bestimmter Rassen zu informieren. Einige Hühnerrassen erkranken fast nie an Marekscher Lähme, während beispielsweise Bernevelder oder Sebrights als besonders anfällig gelten. Als andere Vorbeugungsmaßnahme muss die Einhaltung gewisser Hygieneempfehlungen bei der Zucht genannt werden: Gekaufte Bruteier sollten ebenso wie die Brutmaschine stets desinfiziert werden. So kann das Einschleppen des Erregers oftmals verhindert werden.