Impfungen

Wie bei uns Menschen ist die Frage nach Impfungen auch bei Hühnern relevant. Ziel dabei ist stets, einige abgeschwächte Erreger in den Körper zu bringen, damit er beim nächsten Kontakt damit wirkungsvolle Abwehr leisten kann. Für Hühnerimpfungen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten bei der Durchführung. Zudem kann gegen unterschiedliche Krankheiten geimpft werden. Je nach Land sind auch bestimmte regelmäßige Impfungen vorgeschrieben.

Was bringt eine Impfung?

Bei einer Hühnerimpfung werden wie bei uns Menschen in ihrer Intensität verringerte Krankheitserreger in den Organismus gebracht. Dabei wird das Immunsystem mit dem Erreger konfrontiert. So wird es darauf trainiert, bei der nächsten Aufnahme des Erregers durch die Bildung von Antikörpern eine Abwehrreaktion zu zeigen. Derartige Impfungen finden vorbeugend statt. Sie bieten durch die daraus resultierende Immunisierung in den meisten Fällen einen wirksamen Schutz vor vielen Krankheiten.

Einige Hühnerkrankheiten können sehr gefährlich werden, da sie sich extrem schnell ausbreiten. So erfassen sie leider binnen kürzester Zeit den gesamten Bestand. Dies trifft beispielsweise auf die Newcastle-Krankheit zu. Wer sich und seine Hühner vor derartigen Ereignissen bewahren möchte, sollte bzw. muss (siehe unten) über eine Impfung nachdenken.

Muss ich impfen und gegen welche Krankheiten?

Die Frage nach der Pflicht zum Impfen lässt sich nur länderspezifisch beantworten:

  • In Deutschland sind jegliche Hühnerbesitzer*innen, egal ob Hobby- oder gewerbliche Halter*innen, verpflichtet, ihre Tiere regelmäßig gegen Newcastle Disease zu impfen. Ab 350 gehaltenen Hühnern müssen sie auch gegen Salmonellen impfen.
  • In der Schweiz ist die Impfung von Hühnern gegen Newcastle-Disease dagegen verboten.
  • In Österreich ist eine Impfung gegen Newcastle-Disease erlaubt, aber nicht verpflichtend.

Bei der Newcastle-Krankheit (oder auch: atypische Geflügelpest) handelt es sich um eine durch Viren hervorgerufene Erkrankung. Betroffen sind bei einem Ausbruch Hühner aller Altersstufen. Das Problem ist die sehr schnelle Verbreitung. Ist erst einmal ein Huhn infiziert, scheidet es die Viren durch seinen Kot aus und der Bestand wird sehr schnell erfasst. Typische Symptome sind Atemnot, hohes Fieber, Durchfall, ein bläulicher Kamm und schleimbedeckte Augen. Sind die Tiere einmal erkrankt, gibt es keine Heilung mehr. Daher ist eine vorbeugende Impfung alle 3 Monate in Deutschland verpflichtend, in Österreich empfohlen.

Gegen weitere Krankheiten kann geimpft werden:

Marek-Krankheit: Es handelt sich um eine sehr ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Lähmungen hervorruft. Die Krankheitsverläufe gestalten sich sehr unterschiedlich, jedoch sind meist junge Tiere betroffen. Symptome sind Lähmungserscheinungen, Hauterhebungen, Abmagerungen und plötzliche Todesfälle. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, können die Hühner nicht mehr geheilt werden. Deshalb sind vor allem vorbeugende Maßnahmen wichtig. Eine Impfung erfolgt bei Jungtieren am ersten Lebenstag. Allerdings zu beachten: Diese schützt nur vor dem Ausbrechen der Symptome, nicht aber vor der Infizierung mit dem Virus an sich.

Kokzidiose: Diese Erkrankung wird durch Darmparasiten ausgelöst. Sie kann vor allem für junge Hühner und jene mit einem schwachen Immunsystem gefährlich werden. Es findet eine Zerstörung der Darmzellen statt. Dies kann blutigen Durchfall und im schlimmsten Fall Verbluten der Tiere zur Folge haben. Bewährt hat sich eine Impfung im Alter von einem bis neun Tagen. So sind die Tiere lebenslang vor Kokzidiose geschützt.

Auch gegen weitere Krankheiten sind grundsätzlich Impfungen möglich. Allerdings sollten sich Halter*innen immer auch die Frage stellen, welche tatsächlich notwendig sind. Möglicherweise kommen die eigenen Tiere durch die Haltung im eigenen Garten ja gar nicht so stark in Kontakt mit anderen Hühnern. Beispielsweise für Züchter*innen, die mit ihren Tieren regelmäßig auf Ausstellungen sind, stellt sich die Frage stärker. Auch große Betriebe impfen öfter, so z.B. gegen Infektiöse Laryngotracheitis (ILT) oder Bronchitis.

Wie funktioniert eine Impfung bei Hühnern?

Anders als bei uns Menschen erfolgt eine Hühnerimpfung in den seltensten Fällen über eine Injektion. Grundsätzlich bieten sich verschiedene Möglichkeiten, je nach Bestandsgröße und Impfstoff:

  • Trinkwasserimpfung: Diese Art der Impfung können auch Anfänger*innen relativ problemlos durchführen. Zunächst müssen Halter*innen darauf achten, dass die Hühner ungefähr 2 Stunden vorher nichts trinken. So ist gewährleistet, dass die Tiere das Wasser mit dem Impfstoff dann auch wirklich zu sich nehmen. Anschließend werden die geeignete Menge Wasser abgemessen (ungefähr 1l für 5 Hühner) und der Impfstoff darin aufgelöst.
  • Sprayimpfung: Hier erfolgt zunächst das Auflösen des Impfstoffes in ausreichend Wasser. Mit einem speziellen Sprühgerät wird dann vorsichtig der Stoff auf den Gesichtsbereich aufgebracht.
  • Nasentropfenimpfung oder Augentropfenimpfung: Dafür muss der Impfstoff zuerst gelöst werden. Hier die mitgelieferte Anleitung beachten. Dann wird vorsichtig ein Tropfen der Lösung in ein Auge oder eine Nasenöffnung gebracht.
  • Injektion: Eine derartige Impfung sollte grundsätzlich ein Tierarzt oder eine Tierärztin vornehmen. Mithilfe einer Spritze wird hier der Impfstoff in den Nacken- oder Brustbereich injiziert.
Seltene Form der Impfung bei Hühnern: Eine Injektion sollte nur durch Tierärzt*innen durchgeführt werden

Für alle Methoden gilt: Bei wenig Erfahrung mit Impfungen oder Unklarheiten auf jeden Fall eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu Rate ziehen! Zudem die mitgelieferte Anleitung bei den Impfstoffen immer beachten!

Ebenfalls zu bedenken: Nur gesunde Tiere werden geimpft, keine Hühner mit Immunschwäche oder Krankheiten. Wie bei uns Menschen kann die Verabreichung von schwachen, aber doch Krankheitserregern zu Schwäche führen. Daher sollten Halter*innen den Tieren in den nächsten Tagen Ruhe gönnen und sie eventuell mit zusätzlichen Vitaminen versorgen.

Vor allem für Einsteiger*innen empfiehlt es sich, Informationen über Impfungen bei Geflügelvereinen einzuholen. Oftmals werden auch Impftage veranstaltet, sodass nicht jede/r Halter*in eine unnötig große Menge an Impfstoff besorgen muss.