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Kraienkopp

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland, Niederlande
  • Farbschläge: silberhalsig, goldhalsig, orangehalsig, blau-goldhalsig, rotgesattelt
  • Eigenschaften: robust, temperamentvoll, zutraulich, frühreif, gute Flugfähigkeit
  • Gewicht Henne: 1,75-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,0 kg
  • Legeleistung: ca. 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Kraienkopp-Hühner sind widerstandsfähige und legefreudige Landhühner. Sie haben ein stolzes und temperamentvollen Auftreten. Damit erinnern sie an typische Kämpfer, auch wenn sie selbst keiner reinen Kämpferrasse angehören. Von ihren Kämpfer-Vorfahren haben sie jedoch das selbstbewusste Verhalten geerbt. So sind Kraienköppe zwar meist ruhig und ausgeglichen. Doch besonders unter Hähnen brechen schnell Konflikte aus. Aufgrund dieses häufig aggressiven Charakters sollte stets nur ein Männchen innerhalb einer Herde gehalten werden.

Die Tiere dieser Rasse sind außerdem sehr neugierig. Sie fassen teilweise schnell Vertrauen zu ihren Halter*innen. Obwohl sie aber zutraulich werden können, sind Kraienköppe keinesfalls Schoßhühner und keine idealen Familientiere. Glauben die Hühner, eine Gefahr entdeckt zu haben, stellen sie sich dieser mutig entgegen. Besonders die Hähne sind schnell verteidigungs- und kampfbereit. Neben ihrer guten Legeleistung macht die Kraienköppe auch ihr hübsches Aussehen bei Züchter*innen und Hobbyhalter*innen beliebt.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Stehen Kraienköppen große Freiflächen und viel Auslauf zur Verfügung, ist die Grundvoraussetzung für die Haltung dieser Rasse erfüllt. Ansonsten stellen die Tiere kaum besondere Ansprüche an ihre Haltung und fühlen sich schnell wohl. Als typische Landhühner haben Kraienköppen viele Verhaltensweisen von ihren Vorfahren behalten. So freuen sie sich über naturnahe Haltungsbedingungen und gehen selbst fleißig auf Futtersuche. Geeignet ist diese Hühnerrasse daher für Halter*innen mit großen Flächen oder einem gut abgesicherten umfangreichen Gehege. Kraienköppe weisen eine gute Flugfähigkeit auf. Deshalb sollten Besitzer*innen auf eine ausreichend hohe Umzäunung achten. Die aktive und robuste Rasse ist gut an raue klimatische Bedingungen angepasst. Die Hühner verlassen daher auch in der kalten Jahreszeit ihren Stall. Sie lassen sich als überaus winterhart beschreiben. So legen die Hennen auch im Winter bei Schnee und Frost frische Eier.

Futter

Wie bereits erwähnt, gehen Kraienköppe in ihrem Freilauf eigenständig auf Nahrungssuche. Stehen auf ihrer Fläche ausreichend Nahrungsquellen zur Verfügung, ist eine Zufütterung nur eingeschränkt notwendig. Der geringe Bedarf an gekauftem Futter trägt gemeinsam mit der umfangreichen Eierproduktion zu einer hohen Wirtschaftlichkeit bei. Bei der Wahl des Futters gibt es im Vergleich zu anderen Hühnerrassen nichts Spezifisches zu beachten.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Kraienköppe gelten als pflegeleichte Hühner, die neben ihrem ansprechenden Äußeren mit einem guten wirtschaftlichen Nutzen überzeugen. So werden die Tiere dieser Rasse häufig zur Eierproduktion gehalten. Als frühreife Rasse legen junge Kraienkopp-Hennen bald ihre ersten Eier und zeigen im ersten Legejahr eine Leistung von etwa 200 Eiern. Die Eier haben eine weiße Schalenfarbe und ein Gewicht von ungefähr 55 Gramm. Zudem können sich Halter*innen dieser Rasse das ganze Jahr hindurch über Eier freuen. Ursprünglich wurden Kraienköppe vermutlich für Hahnenkämpfe gezüchtet. Heute werden sie gerne auch für Ausstellungen eingesetzt, da ihr stolzes Auftreten und der üppig befiederte Körper sehr beliebt sind. Für die Fleischproduktion ist diese Rasse nicht von Bedeutung.

Küken

Ebenso wie an die Haltung stellen Kraienköppe wenig Ansprüche an die Zucht. So gestaltet sich die Aufzucht der Küken recht einfach. Der Nachwuchs ist schnell robust und lebhaft. Zudem gelten die Kleinen als frohwüchsig und legen schnell an Gewicht zu. Schneller als andere Rassen sind Kraienkopp-Küken ausgewachsen. Die Hennen beginnen bald mit dem Eierlegen.

Aussehen und Farbschläge

Kraienkopp-Hühner lassen sich in verschiedenen Farbschlägen finden. Während der silberhalsige und goldhalsige Typ am weitesten verbreitet sind, gelten die anderen Färbungen eher als selten. Rotgesattelte Kraienköppe sind erst seit Kurzem in Deutschland anerkannt. Züchter*innen arbeiten ständig an der Erzüchtung weiterer Färbungen. Folgende Farbschläge gelten derzeit in Deutschland als zugelassen:

  • silberhalsig
  • goldhalsig
  • orangehalsig
  • blau-goldhalsig
  • rotgesattelt

Kraienkopp-Hühner vereinen Merkmale des Kampf- sowie Landhuhnes. So entsprechen die muskulöse Brust und der aufrechte Gang dem Kampfhuhntyp. Den langgezogenen und zierlichen Körperbau sowie die üppige Schwanzbefiederung hat die Rasse jedoch von den Landhühnern bewahrt. Zudem tragen Kraienköppe ihre Flügel knapp am Körper und zeigen breite Schultern. Charakteristisch ist auch die besondere Kopfform dieser Rasse, die Ähnlichkeit mit jener von Krähen aufweist. Eventuell hat dies zur Bezeichnung „Kraienkopp“ beigetragen.

Der Kamm der Tiere ist bei den Hennen kaum ausgebildet und auch bei den Hähnen recht unscheinbar. Er weist die Form einer kleinen Halbkugel auf und besitzt eine mit Warzen bedeckte Oberfläche. Die rote Färbung dieses Kammes zieht sich hinunter bis zu den kleinen Ohr- und Kehllappen. Gerade die schwache Ausprägung der Kopfanhängsel macht diese Tiere winterhart und frostbeständig. Auffällig sind zudem die orangerote Färbung der Augen und die intensive Gelbfärbung des kurzen, aber kräftigen Schnabels. Auch die Läufe weisen einen gelben Farbton auf.

Herkunft

Erzüchtet wurde die Rasse der Kraienköppe Mitte des 19. Jahrhunderts in der Region um Bentheim sowie in jener um Enschede, also in angrenzenden Gebieten auf beiden Seiten der niederländisch-deutschen Grenze. Als Ausgangspunkt wählten die Züchter*innen Malaien, Leghorns und Belgische Kämpfer, die mit verschiedenen Landhühnern gekreuzt wurden. Ziel war zunächst wohl die Züchtung einer reinen Kampfhuhnrasse, die in den gerade gegen Ende des 19. Jahrhunderts beliebten Hahnenkämpfen Einsatz fand. In den 1880er-Jahren wurde diese Rasse schließlich erstmals auf einer Ausstellung präsentiert.

Schon früh sollten Kraienköppe jedoch von schön anzusehenden und erfolgreichen Kampfhühnern zu wirtschaftlicheren Tieren gemacht werden. Vor allem die Hühner des silberhalsigen Farbschlags wurden durch gezielte Selektion und Kreuzungen zu guten Legehühnern gezüchtet. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden dann der Sonderverein der Kraienköppe sowie eine Zuchtgemeinschaft. Heute gelten die ehemaligen Kämpfer als legefreudige und überaus wirtschaftliche Hühner. Sie sind nicht nur auf Ausstellungen, sondern auch bei Hobbyhalter*innen beliebt.

Züchter*innen

Sonderverein der Züchter der Kraienköppe und Zwerg-Kraienköppe: http://www.kraienkoeppe.de/

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Belgien schwarz silber-wildfarbig weiß Zierhuhn

Ardenner

Thomon / CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)

  • Herkunftsland: Belgien (Ardennen)
  • Farbschläge: schwarz, weiß, gold- und silberhalsig-schwarz, wildfarbig, silber-wildfarbig, golden- und silbern-lachsfarbig
  • Eigenschaften: kälteunemfindlich, frühreif, robust, zutraulich
  • Gewicht Henne: 1,5-1,75 kg
  • Gewicht Hahn: 1,75-2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 190 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Das Ardenner Huhn ist ein sehr aktives Huhn, das gerne seine Nächte in den Bäumen verbringt und viel Auslauf benötigt. Außerdem zeigt es Freude am Scharren. Es fällt durch seine besonderen Läufe, sowie seine Gesichtshaut auf. Handzahm wird es selten. Trotzdem ist es kein scheues Huhn und wird bei artgerechter Haltung recht zutraulich.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Da dieses Huhn ursprünglich aus dem Ardenner Wald stammt und noch einiges von dem Verhalten in dieser Umgebung in sich trägt, sollte man es nicht in einen Hühnerstall mit kleinem Gehege stecken. Ardenner Hühner können sehr gut für sich selber sorgen und sind äußerst robust sowie vital. Man sollte ihnen daher gänzlich freien Auslauf zur Verfügung stellen. Den Tag verbringen sie dann mit Scharren und nächtigen hoch oben in den Bäumen. Sie sind außerdem ausgezeichnete Flieger.

Futter

Aufgrund ihres „wilden“ Verhaltens stellen Ardenner in Bezug auf ihr Futter auch keine Ansprüche. Bei ausreichender Freifläche suchen sie sich den Großteil ihres Futters selbst.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Die Ardenner Hühner warten mit einer sehr guten Legeleistung von etwa 190 großen Eiern im Jahr auf. Mit ihnen kann man sich sicher sein, Eier von freilaufenden Hühnern zu bekommen.

Küken

Die Zucht mit dem Ardenner Huhn gestaltet sich schwer. Wie bei allen Legerassen wurde schon frühzeitig versucht, den Bruttrieb durch Züchtung zu zerstören. Heute ist es allerdings möglich, sich die bereits befruchteten Eier im Internet zu bestellen.

Aussehen und Farbschläge

Folgende Farbschläge sind anerkannt:

  • schwarz
  • weiß
  • gold- und silberhalsig-schwarz
  • wildfarbig, silber-wildfarbig
  • golden- und silbern-lachsfarbig

Der Ardenner ist ein schlankes Huhn mit leichtem, athletischem Körperbau. Dies wird durch die eng anliegend getragenen Flügel und die langgestreckte Körperform verstärkt.

Der Hahn trägt einen tief getragenen Schwanz. Die Henne wartet ebenfalls mit einem gut befiederten Hinterteil auf. Es gibt jedoch auch eine Variante des Ardenners, die keinen Schwanz hat. Dies ist für belgische Hühner nicht ungewöhnlich.

Den Kopf ziert ein Einzelkamm. Das Gesicht sowie die Kehl- und Ohrlappen sind rot. Die Läufe und Schnäbel sind sehr dunkel gefärbt.

Herkunft

Das Ardenner Huhn ist die älteste Hühnerrasse Belgiens. Wie der Name vermuten lässt, stammt es aus den Waldgebirgen der Ardennen. In Belgien war es immer schon als robustes Landhuhn mit guter Legeleistung bekannt. Aus welchen Rassen sich der Ardenner entwickelt hat, ist jedoch bis heute unbekannt.

Nach dem ersten Weltkrieg, im Zuge der Industrialisierung der Hühnerzucht und der Konditionierung von Hühnern auf enorme Legeleistungen, konnte der Ardenner mit den modernen Hybridrassen nicht mehr mithalten. Heute ist er als Rasse für Hühner-Liebhaber*innen in ganz Europa verbreitet.

Züchter*innen

Ardenner-Bruteier gibt es im Internet zu kaufen:

https://www.landwirt.com/Kleinanzeigen/angebote-Bruteier,741.html

https://www.tieranzeigen.at/suche/gefluegel-bruteier

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Deutschland Eier Farbschläge Fleisch gesperbert

Deutscher Sperber

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: gesperbert
  • Eigenschaften: lebhaft, zutraulich, aktiv, robust, frühreif
  • Gewicht Henne: 2,0-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,0 kg
  • Legeleistung: 180 bis über 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Deutsche Sperber sind für ihren angenehmen Charakter bekannt. Die Hühner sind zwar durchaus lebhaft und aktiv, zeichnen sich aber durch ein freundliches und friedliches Wesen aus. Da sie auch sehr zutraulich werden und gut mit ihnen gearbeitet werden kann, sind sie als „Familienhühner“ geeignet. Zudem erweist sich die Haltung dieser Rasse als relativ unkompliziert, da Deutsche Sperber keine allzu hohen Ansprüche an ihre Umgebung stellen.

Neben ihrem freundlichen Wesen erfreuen die frühreifen und robusten Tiere mit einer hohen Wirtschaftlichkeit: Halter*innen werden vor allem die gute Legeleistung schätzen, aber auch die Fleischqualität ist beachtlich. Obwohl Deutsche Sperber aber so gute Eigenschaften und ein friedliches Gemüt zeigen, sind sie leider mittlerweile sehr selten geworden und gelten als stark gefährdete Rasse.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die Haltung von Deutschen Sperbern ist recht einfach möglich, da diese im Vergleich zu anderen Rassen wenige Anforderungen voraussetzen. Notwendig ist aber auf jeden Fall eine sehr große Fläche, auf der sich die Hühner bewegen können. Durch die aktive Art ist ein deutscher Sperber gerne unterwegs und scharrt eifrig nach Futter. Eine abwechslungsreiche Umgebung freut das Tier, sodass ein vielfältig gestalteter Auslauf zu empfehlen ist.

Falls die Hühner überhaupt nicht freilaufen können, ist nur eine niedrige Umzäunung notwendig: Bei Deutschen Sperbern ist eine gewisse Flugfähigkeit zwar durchaus vorhanden, tatsächlich fliegen sie aber sehr selten. Solange ihnen also auf der umzäunten Fläche alles Notwendige zur Verfügung gestellt wird und sie sich wohlfühlen, bleiben Deutsche Sperber fast immer freiwillig innerhalb der Umzäunung. Grundsätzlich sind Hühner dieser Rasse sehr robust und widerstandsfähig.

Futter

Prinzipiell ist bei der Fütterung Deutscher Sperber nicht viel mehr zu beachten als bei anderen Rassen. Sie gelten als sehr eifrige Futtersucher, die sich bei genügend Auslauf den Großteil ihrer Nahrung selbst suchen. Daher müssen Halter*innen nicht allzu viel zufüttern. Aufgrund der hohen Legeleistung und des daraus resultierenden hohen Nährstoffbedarfs empfiehlt es sich aber, zusätzlich gesundes Futter zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise bleiben Legeleistung und Bewegungsfreude aufrecht und die Tiere aktiv und aufgeweckt.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Deutschen Sperbern um sehr wirtschaftliche Hühner mit vielen guten Eigenschaften. Zunächst beeindrucken sie mit einer sehr hohen Legeleistung: Der Bruttrieb ist zwar nicht so stark ausgeprägt, dafür sind die Hennen sehr legefreudig. Angefangen bei 180 Eiern pro Jahr können Hennen dieser Rasse bis zu 200 Eier oder mehr legen. Da sie frühreif sind, beginnen die jungen Tiere schon recht früh mit der Eierproduktion.

Gleichzeitig zeigt ein Deutscher Sperber auch gute Fleischleistung. Das Fleisch dieser Rasse soll besonders fein und hochqualitativ sein, sodass es vor allem früher durchaus gerne auf den Teller kam. Zudem sind Deutsche Sperber fleißige Futtersucher, bei denen nicht allzu viel zugefüttert werden muss. Dies freut Halter*innen, die darüber hinaus den schönen Anblick des gesperberten Gefieders genießen können. Bei so vielen positiven Eigenschaften stellt sich die Frage, wieso Hühner dieser Rasse so selten geworden sind.

Küken

Der Bruttrieb ist bei Deutschen Sperbern nicht sehr stark ausgeprägt. Die Hennen legen zwar viel, brüten aber meist nicht von selbst. Daher empfiehlt sich eher Kunstbrut als Alternative. Küken dieser Rasse sind schnell aktiv, frohwüchsig und bekommen bald ihr Gefieder. Die Hennen gelten als frühreif und fangen vergleichsweise schnell damit an, Eier zu legen.

Aussehen und Farbschläge

Vom Körperbau her entspricht ein Deutscher Sperber dem Landhuhntyp. Auffällig sind der lange Rumpf sowie der breite, lang gestreckte Rücken. Hennen zeichnen sich zudem durch einen gut nach vorne gewölbten Bauch aus, der auf ihre gute Legeleistung hinweist. Die Flügel werden sehr nah am Körper getragen und der Schwanz steht in einem stumpfen Winkel zum Rumpf. Außerdem besitzen Deutsche Sperber unbefiederte, fleischfarbige Läufe und einen Einfachkamm mit vier bis sechs Zacken. Geziert werden sie außerdem von runden roten Kehllappen und rein weißen Ohrscheiben. Das Gesicht der Hühner ist dunkelrot gefärbt, ebenso wie Augen und Kehllappen. Der mittellange Schnabel erscheint in Hornfarbe. Deutsche Sperber existieren, wie der Name schon vermuten lässt, in nur einem einzigen Farbschlag:

  • Gesperbert

Dabei ist das gesamte Gefieder schwarz-blau-weiß gesperbert, wobei die Henne oft etwas dunkler wirkt als der Hahn. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ihr Gefieder mehr dunkle Farbpartien aufweist, während der Hahn zu gleichen Teilen helle und dunkle Farbfelder zeigt.

Herkunft

Um 1900 begann Otto Trieloff, ein Geflügelzüchter aus Duisburg, diese Rasse zu züchten. Dafür zog er unter anderem Minorkas, Italiener, Plymouth Rocks und Bergische Schlotterkämme mit gesperbertem Farbschlag heran. Ausgangspunkt war das Ziel, eine sehr wirtschaftliche Rasse mit guter Legeleistung und einem ansprechenden Aussehen zu züchten. Der heute noch bestehende Sonderverein der Deutschen Sperber wurde schon im Jahr 1907 gegründet. Erst 1917 bekam die Rasse allerdings ihren heutigen Namen „Deutsche Sperber“ in Anlehnung an den Greifvogel. Dieser weist nämlich eine ähnliche Gefiederfärbung auf.

Heute gelten Hühner dieser Rasse als „stark gefährdet“ und zählen zu den gefährdeten Geflügelrassen. Die Zahlen waren lange Zeit sehr gering, wobei sich mittlerweile zum Glück wieder mehr Züchter*innen finden lassen. Dazu beigetragen hat möglicherweise auch die Ernennung der Deutschen Sperber zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2012“. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich um eine sehr attraktive Rasse mit optimalen Eigenschaften handelt. Bleibt zu hoffen, dass Deutsche Sperber wieder mehr Beachtung finden und sich der Bestand bald erholt.

Züchter*innen

Peter Schröer
An der Vogelwiese 11a
47139 Duisburg
Tel.: 020386128
Mobil: 01716567376

Christian Lammerding
chr.lammerding@googlemail.com
Tel.: 017684070700

Marcel Gegenwarth
Sachsen-Anhalt
marcelgegenwarth@googlemail.com

Alexandra Neudecker
Nutztierarche von den 7 Hügeln
Wiesenweg 1
91466 Gerhardshofen
Tel.: 09163/7901
www.nutztierarche-von-den-7-huegeln.de

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Deutschland Eier gold silber

Westfälischer Totleger

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: gold, silber
  • Eigenschaften: robust, frühreif, lebhaft, wetterhart
  • Gewicht Henne: 1,5-2,0 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0-2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 180-200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 65 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: nein

Haltung

Verhalten

Der Name des Westfälischen Totlegers kann im ersten Moment irritierend oder sogar abschreckend wirken. Aber keine Sorge: Die Hühner dieser Rasse legen weder Eier mit toten Küken noch legen sie sich selbst zu Tode. Ganz im Gegenteil: Westfälische Totleger beeindrucken mit einer sehr guten Legeleistung. Daher wurden sie als „Alltagsleger“ oder „Dauerleger“ bezeichnet. Im Niederdeutschen entstand den Name „Doutleijer“, der als „Totleger“ wieder zurück in die hochdeutschen Dialekte kam. Westfälische Totleger gelten als sehr robuste und aufgeweckte Tiere, die wenig Anforderungen an ihre Haltung stellen. Mit ihrem recht temperamentvollen Charakter sind die Hähne untereinander wenig verträglich. Insgesamt gestaltet sich die Haltung bei ausreichendem zur Verfügung gestelltem Platz recht unkompliziert.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Große Freiflächen und viel Auslauf gehören zu den Grundbedingungen für die Haltung dieser Rasse. Als widerstandsfähige Landhühner suchen sich die Westfälischen Totleger gerne selbst ihr Futter. Sie sind stets in Bewegung und sollten im Freilauf ausreichend Nahrungsquellen finden können. Geeignet ist diese Rasse daher nicht für eine Haltung in kleinen Gärten oder geschlossenen Gehegen. Auf abwechslungsreich gestalteten Flächen wie Wiesen mit Bäumen und Gebüsch fühlen sich die Tiere besonders wohl. Zu achten ist auf eine recht hohe Umzäunung oder Überspannung des Freilaufs. Westfälische Totleger gelten nämlich als recht gute Flieger. Sie sind zudem sehr widerstandsfähig und an raue, kühle Wetterverhältnisse angepasst. Der kleine Rosenkamm ist nicht anfällig für Erfrierungen und macht die Totleger unempfindlicher als andere Rassen. Gerne verbringen die Hühner somit auch in der kalten Jahreszeit ihren Tag im Freien.

Futter

Westfälische Totleger sind, wie bereits erwähnt, fleißige Nahrungssucher. Steht ihnen ein großer Freilauf mit vielen Futterquellen zur Verfügung, ist in den warmen Monaten kaum Zufütterung notwendig. Die Ansprüche der Rasse an das Futter unterscheiden sich nicht von denen anderer Hühner. Folglich gibt es nichts Spezifisches zu beachten.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Westfälische Totleger werden nicht nur wegen ihres hübschen Aussehens, sondern auch aufgrund ihrer hohen Legeleistung gehalten. Im ersten Legejahr können Halter*innen dieser Rasse mit etwa 180 bis 200 Eiern rechnen. Ab dem zweiten Legejahr nimmt diese Zahl ab. In einigen Fällen können sogar bis zu 220 Eier pro Jahr erreicht werden. Die Eier weisen eine weiße Schalenfarbe auf und erreichen ein Gewicht von etwa 65 Gramm. Zudem gelten junge Totleger als frühreif, weshalb sich Besitzer*innen schon bald über frische Eier freuen dürfen. Es handelt sich um gute Legehühner, die aber für die Fleischproduktion kaum eine Rolle spielen.

Küken

Die Hennen der Westfälischen Totleger weisen keinen starken Bruttrieb auf. Wer Nachwuchs züchten möchte, sollte daher auf einen Brutapparat zurückgreifen oder auf eine Leihhenne setzen. Westfälische Totleger gelten jedoch als überaus fürsorgliche Mütter, die sich gut um die Küken kümmern. Der Nachwuchs entwickelt sich äußerst schnell: Die Küken befiedern und wachsen rasch, sind aktiv und robust. Nach etwa sechs Wochen lässt sich dann das Geschlecht der Tiere bestimmen. Während die Junghennen nach ungefähr vier Monaten ausgewachsen sind, gelten die Hähne erst nach sechs Monaten als erwachsen. Geachtet werden sollte darauf, dass sich die männlichen Tiere untereinander meist nicht gut verstehen. Halter*innen sollten die jungen Hähne daher rechtzeitig trennen.

Aussehen und Farbschläge

Westfälische Totleger weisen einen kräftigen Körperbau auf, der dem Landhuhntyp entspricht. Charakteristisch ist zudem die üppige Befiederung. So findet sich am Hals ein voller Behang und auch der Schwanz des Hahnes ist stark ausgeprägt. Die Hähne zeichnen sich durch eine volle Brust aus, während die Hennen einen fülligen Legebauch aufweisen. Der Kopf der Totleger ist eher schmal und mittelgroß. Typisch ist außerdem der unscheinbare Rosenkamm sowie die intensive rote Färbung der Kehllappen. Im Kontrast dazu stehen die zarten bläulich bis weiß gefärbten Ohrscheiben. Ebenfalls bläulich erscheint der Schnabel der Rasse. Die Augen der Totleger hingegen weisen eine dunkelbraune Färbung auf.

Folgende beiden Farbschläge gelten als anerkannt:

  • silber
  • gold

Bei dem silbernen Farbschlag sind die Schultern, der Rücken, Hals- und Sattelbehänge grau bis silbern gefärbt, bei dem goldenen Farbschlag erscheinen sie in einem Goldton. Das restliche Gefieder der Tiere ist hingegen gesprenkelt. Zudem ist der Schwanz schwarz gefärbt und das Untergefieder weist eine dunkelgraue Farbe auf.

Herkunft

Die genaue Herkunft der Westfälischen Totleger lässt sich nicht eindeutig klären. Bereits um 1600 scheint es Vorfahren der Rasse gegeben zu haben, die als „Türkische Hühner“ bezeichnet wurden. Spätestens seit Beginn des 19. Jahrhunderts waren Westfälische Totleger unter ihrem Namen bekannt. Verwandt sind sie mit Brakel-Hühnern und Ostfriesischen Möwen. Im östlichen Westfalen dürfte die Rasse ihren Ursprung haben, doch schon bald breitete sie sich im gesamten Nordseeraum aus. Aufgrund ihrer Legeleistung und Wirtschaftlichkeit waren diese Hühner sehr beliebt. Mit dem Import ausländischer und wirtschaftlicherer Rassen verloren die Westfälischen Totleger jedoch an Bedeutung. Seit dem 20. Jahrhundert bemühten sich zahlreiche Züchter*innen und Vereinigungen um den Erhalt der alten Rasse. Westfälische Totleger gelten als selten und stehen auf der Liste der gefährdeten Nutztierrassen. Glücklicherweise interessieren sich heutzutage wieder mehr Hobbyhalter*innen und Züchter*innen für diese optisch ansprechende und legefreudige Rasse.

Züchter*innen

Fam. Grundmeier
33397 Rietberg
Im Thüle 70
www.unser-kleiner-nutztierhof.de.tl

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Deutschland Zierhuhn Zweinutzung

Vorwerkhuhn

Steckbrief

Vorwerk-Junghenne auf der Futtersuche
  • Herkunftsland: Deutschland
  • Eigenschaften: robust, zutraulich, friedlich
  • Gewicht Henne: 2,0 – 2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5 – 3,0 kg
  • Legeleistung: ca. 160 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: 58 g
  • Eierschalenfarbe: cremefarbig
  • Zwergform vorhanden: Ja

Haltung

Verhalten

Das Vorwerkhuhn ist sehr friedlich und harmonisch in der Gruppe, weshalb es selten zu Zankereien kommt. Diese Tiere werden auch als zahm und zutraulich beschrieben. Da die Vögel als frühreif gelten, kann es bereits nach 5-6 Monaten zum ersten Ei kommen, über das sich der/die Züchter*in freut. Außerdem sind diese Hühner aufgrund ihres Gefieders wetterbeständig und auch robust gegen Krankheiten. Sie sind eine stattliche Erscheinung und schön anzusehen, jedoch sind sie selten brütig. Vorwerkhühner eignen sich somit für Familien und Anfänger*innen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Das dichte Bauchgefieder vom Vorwerkhuhn ermöglicht es ihnen, auch bei weniger idealen Witterungsbedingungen ein gutes Durchhaltevermögen zu zeigen. Da die Tiere sehr agil und aktiv sind, suchen sie fleißig nach Futter im Auslauf, weshalb sie in warmen Monaten weniger davon brauchen. Sie ernähren sich im Freiland von Würmern und Insekten und sind damit für den/die Züchter*in kostengünstig. Bei ihrer Haltung sollte man auf genügend bis viel Platz für den Freilauf der Hühner achten, denn den brauchen sie.

Ihre Flugfähigkeit ist ziemlich eingeschränkt, wobei Jungtiere gerne kleinere Ziele anfliegen und ältere Vögel mehr auf festem Boden bleiben. Es empfiehlt sich daher ein Zaun von mind. 1,5 m Höhe. Dieser sollte engmaschig sein, da diese neugierigen Tiere nach Löchern suchen und gerne das Unbekannte erkunden.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Wie erwähnt ist das Vorwerkhuhn frühreif und schnellwüchsig, weshalb es nach 5-6 Monaten beginnt Eier zu legen. Die Größe der Eier kann anfangs noch besonders klein ausfallen, jedoch nach einigen Wochen auf Normalzustand sein. Die cremefarbigen Eier wiegen dann etwa 55g und die Anzahl beläuft sich auf 150 – 170 Eier jährlich und diese haben einen höheren Dotteranteil als bei anderen Rassen. Bei wenig Nahrung kann die Legeleistung nachlassen.

Doch auch für sein Fleisch ist das Vorwerkhuhn bekannt, vor allem als Brathuhn. Zwar gibt es Rassen, die mehr Fleisch oder mehr Eier bieten, jedoch sind Vorwerkhühner mehr als ausreichend für den kleinen Haushalt.

Küken

Vorwerk-Hennen glucken leider sehr selten auf natürliche Weise, dies ist aber für die Erhaltung des Stammes ausreichend. Daher lassen Halter*innen oft die Bruteier von anderen Hennen in Form einer Ammenbrut oder im Brutschrank ausbrüten.

Brütet die Vorwerk-Henne doch, führt sie den Nachwuchs zuverlässig. Küken sind schnellwüchsig und robust, jedoch sollten sie mit hochwertigem Futter ernährt werden und keinen herausfordernden Witterungsumständen ausgesetzt sein. Auch die Farbe des Gefieders unterscheidet sich von erwachsenen Hühnern, ändert sich jedoch im Alter.

Aussehen und Farbschläge

Eine Besonderheit dieser Rasse ist die gleiche Farbgebung bei Hahn und Henne. Sie unterscheiden sich lediglich bei der Intensität, die bei Hennen weniger stark ist als bei Hähnen, besonders von Halsbehang bis Sattel/Brust. Hals, Kopf und Halsbehang sind glänzend schwarz, während der Rumpf goldgelb leuchtet. Das Gesicht, der Kamm und die Kehllappen bilden einen Kontrast in Rot. Speziell sind außerdem die weißen Ohrenscheiben, die blauen Läufe und orangerote Augen. Aufgrund der bunten Farben sind Vorwerk Hühner besonders spannend anzusehen.

Beide Geschlechter erscheinen tief gestellt, schlank, muskulös und kräftig. Der Kamm steht beim Hahn aufrecht, während er bei der Henne seitlich liegt.

Herkunft

Diese deutsche Haushuhnrasse wurde um 1900 in Hamburg von Oskar Vorwerk erzüchtet und ist in ganz Europa als Zweinutzungshuhn verbreitet. Der Zweite Weltkrieg führte zu einer massiven Bestandsverminderung, die bis heute andauert, weshalb diese Hühnerrasse als gefährdete Nutztierrasse gilt.

Die 1965 anerkannte Zwergform ist ebenfalls weit verbreitet und legt durchschnittlich 140 Eier jährlich. Beide Formen sind bei der Suche nach einem/einer Züchter*in keine leichte Aufgabe, weshalb es sich oft um Kreuzungen handelt.

Züchter*innen

Mariano Zamorano
Nutztierarche Tripsrath
Annastr. 38
52511 Geilenkirchen
kontakt@nutztierarche-tripsrath.de
Tel.: 02451-4844474
www.nutztierarche-tripsrath.de

Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

Kategorien
blau England Gelb goldschwarz-gesäumt kennfarbig orangefarbig rot schwarz weiß Zierhuhn Zweinutzung

Orpington

Steckbrief

  • Herkunftsland: England
  • Farbschläge: u. a schwarz,weiß, gelb, rot, porzellanfarbig blau gesäumt (weitere unten)
  • Eigenschaften: Winterleger, robust, zutraulich, ruhig, neugierig, anhänglich
  • Gewicht Henne: 3,5 kg
  • Gewicht Hahn: 4,5 kg
  • Legeleistung: ca. 160 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: 53 g
  • Eierschalenfarbe: gelbbraun
  • Zwergform vorhanden: Ja

Haltung

Verhalten

Orpington Hühner haben ein sehr ruhiges, zahmes und freundliches Wesen, weshalb sie sehr beliebt sind. Sie sind außerdem anhänglich und verfolgen ihre Züchter*innen gerne im Stall. Diese Hühnerrasse kommt leicht in Brutstimmung, was ein klarer Vorteil zu vielen anderen Rassen ist. Orpingtons eignen sich für Personen, die in der Hühnerhaltung schon Erfahrungen gesammelt haben.

Da die Hühner ein friedsames und zutrauliches Wesen haben, eignen sie sich auch für Familien. Des Weiteren vertragen sie sich sehr gut in der Gruppe und auch mit anderen Rassen. Außerdem zählen sie als schnellwüchsig und frühreif, weshalb man nicht lange auf das erste Ei warten muss.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Orpington Hühner schätzen besonders den Freilauf, wenngleich die Fläche nicht groß gebaut sein muss. Zwar sind sie nicht anspruchsvoll, jedoch müssen hierbei einige Dinge beachtet werden. Da die Hühner dichte Bauchfedern haben, jedoch nur kurze Beine, empfiehlt man einen trockenen, sauberen Schlafstall. Eine Überdachung ist bei Regenwetter sicherlich von Vorteil, denn das schöne Gefieder soll vor Matsch und Schlamm geschützt bleiben. Außerdem sind Orpingtons sehr neugierig, weshalb man auf ein ausbruchssicheres Gehege achten soll. Durch ihr dichtes und üppiges Gefieder sind sie kälteunempfindlich. Aufgrund ihres stattlichen Gewichts fliegen diese Tiere kaum oder gar nicht, daher reicht ein niedriger Zaun in jedem Fall.

Futter

Orpingtons sind fleißige Futtersucher, die sich in der warmen Jahreszeit hauptsächlich von Grünfutter und Insekten, die sie selbst im Freiland finden, ernähren. Außerdem mögen sie Hafer und Legehennenalleinfutter, jedoch muss man hier mit der Menge vorsichtig sein. Da diese Rasse sich wenig bewegt und gemütlich ist, neigt sie umso mehr zur Verfettung. Auch hier berichten Züchter*innen von Einschränkungen der Legeleistung, wenn das Gewicht zu hoch ist. Besonders das Alter kann zu Verfettung führen und in weiterer Folge zu Herz- und Kreislaufproblemen. Die richtige Portionierung oder ein Futterautomat kann hier Abhilfe schaffen. Weniger ist mehr!

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Orpington Hühner beeindrucken in erster Linie mit großen, ausgezeichneten Fleischmengen, die sie unter ihrer Befiederung verstecken. Ihre tiefe Brust und der fleischige Bauchteil verraten die ausgezeichneten Lege- und Masteigenschaften der Hühner. Die Legeleistung der Orpingtons beläuft sich in den ersten zwei Jahren auf je 160 Eier, die auch in Wintermonaten gelegt werden.

Küken

Orpington Hennen sind besonders brutfreudig und eignen sich ideal für Nachwuchs, den sie sehr gut führen. Ihre Küken sind schnellwüchsig und robust, weshalb sie meist gesund und fröhlich heranwachsen. Sie gelten als zahm und zutraulich, außerdem sind sie anhänglich, was die Züchter*innen anbelangt.

Aussehen und Farbschläge

Orpington Hühner haben ein auffällig dichtes und flauschiges Gefieder, was ihr Aussehen einzigartig macht und ein Merkmal ist, an dem man sie schnell erkennt. Diese Tiere sind von breiter Form, wobei die Höhe und Breite ihres Körpers nahezu gleich sind.

Ihre Augenfarbe gibt es in verschieden Ausführungen – von schwarz bis rotorange. Ihr niedriger Einfachkamm sowie ihre Ohrlappen sind hellrot bis dunkelrot, je nach Farbschlag. Der Körperbau von Hahn und Henne ist annähernd gleich und auch das Gewicht zeigt ähnliche Werte. Der Hahn hat im Gegensatz zur Henne einen breiten, kurzen, vollen Schwanz, aber auch die Kehlklappen und der Kamm unterscheiden sich.

Anerkannte Farbschläge sind:

  • blau
  • rot
  • rebhuhnfarbig
  • gelb-Schwarzgesäumt
  • birkenfarbige
  • rosenkämmig (gelb und schwarz)
  • schwarz
  • weiß
  • gelb
  • porzellan
  • schwarz-Weißgescheckt
  • gestreift

Momentan befindet sich der kennfarbige Farbschlag noch in einem Zulassungsverfahren und könnte schon bald hinzugefügt werden.

Herkunft

Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Hühnerrasse von William Cook in der englischen Grafschaft Kent aus Orpington gezüchtet. Die Hühner sind eine Mischung aus Plymouth Rocks, Croad-Langschans und Minorkas aus Spanien. Bei seiner Vorstellung der Orpington Hühnerrasse 1886, stieß Cook nicht sofort auf Entzücken aufgrund der speziellen Optik der Tiere. Jedoch wurden die Hühner schnell populär, als ihre Eigenschaften bekannt wurden.

Züchter*innen

Fam. Grundmeier
33397 Rietberg
Im Thüle 70
www.unser-kleiner-nutztierhof.de.tl

Manuel Bruckmeier
Bergham 2
84347 Pfarrkirchen
Tel.: 01 71 / 1 24 61 01
bruckmeier-manuel@web.de

Hohle Hüentschi
Ursenbach
www.hohlehueentschi.com

Kategorien
blau-gesäumt Deutschland Eier England gold gesprenkelt goldlack Niederlande schwarz silber gesprenkelt silberlack weiß

Hamburger

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland, England, Niederlande
  • Farbschläge: schwarz, weiß, silberlack, goldlack, silber gesprenkelt, gold gesprenkelt, blaugesäumt
  • Eigenschaften: aktiv, lebhaft, robust, gute Flugfähigkeit, frühreif
  • Gewicht Henne: 1,5-2 kg
  • Gewicht Hahn: 2-2,5 kg
  • Legeleistung: 160-180 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Bei Hamburger-Hühnern handelt es sich um eine Rasse, die für ihre lebhafte und aktive Art bekannt ist. Die Tiere sind am liebsten in Bewegung und brauchen viel Platz und Beschäftigung. Ansonsten langweilen sie sich und vertragen sich untereinander nicht so gut. Streitereien und Kämpfe können bei dieser Rasse relativ heftig auftreten. Wer den Hühnern jedoch genügend Platz bietet, kann sie recht gut zufriedenstellen.

Zutraulich werden Hamburger nicht gerade. Sie können zwar mit viel Geduld und Zeit Vertrauen zu ihren Halter*innen fassen. Dennoch bleiben sie meist eher zurückhaltend und sind schnell verschreckt. Als Haustiere sind sie also nicht geeignet. Umso schöner sind sie jedoch anzuschauen mit ihrem außergewöhnlich gefärbten Gefieder. Zudem legen sie eine passable Menge an Eiern und sind mit ihrer aktiven Art interessant zu beobachten. Hobbyhalter*innen mit etwas Erfahrung und viel Platz werden also sicherlich ihre Freude haben an dieser Rasse.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Hamburger sind eine sehr robuste Rasse, die auch tiefe Temperaturen und schwierige Witterungsverhältnisse gut aushält. Trotzdem stellen sie einige Anforderungen an ihre Umgebung. So benötigen sie, wie bereits erwähnt, aufgrund ihres hohen Bewegungsdrangs eine große Fläche. Empfohlen wird eine Haltung, bei der die Hühner freilaufen können oder in einem sehr großen Gehege leben.

Neben ihrem hohen Platzbedarf, der gedeckt werden muss, stellen sie einige Ansprüche an die Gestaltung ihres Auslaufs: Zu empfehlen ist die Einrichtung einer sehr abwechslungsreichen Umgebung. Auf diese Weise sind die Hühner ausreichend beschäftigt und verhalten sich untereinander weitgehend friedlich. Einen weiteren Aspekt sollten Halter*innen bedenken: Die bewegungsfreudigen Hamburger können aufgrund des geringen Körpergewichts gut fliegen. Nicht selten schlafen sie sogar auf Bäumen. Wichtig ist es daher, die Fläche stets gut abzusichern. Hier empfiehlt sich entweder ein ausreichend hoher Zaun oder die Option des Flügelstutzens.

Futter

Hamburger-Hühner sind frühreif und entwickeln sich schnell. Fühlen sie sich wohl, legen sie auch eine beachtliche Menge an Eiern. Dafür sind aber gute Pflege und Futter wichtig, sodass eine Zufütterung sinnvoll sein kann. Achten sollten Halter*innen auf ausreichend Vitamine und Mineralstoffe, sodass die Legeleistung unterstützt wird. Grundsätzlich muss aber in Bezug auf die Fütterung im Vergleich zu anderen Rassen nichts Besonderes beachtet werden.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Schon der schlanke Körper der Hamburger-Hühner zeigt, dass sie nicht zu den Fleischrassen zählen. Gezüchtet wurden sie vielmehr als optimale Legerasse. Wegen ihrer hohen Legeleistung galten sie lange Zeit als Nutztiere mit hoher Wirtschaftlichkeit. Mittlerweile liegen sie im Vergleich zu anderen Rassen in Bezug auf die Anzahl der gelegten Eier aber im Durchschnitt. Für größere Betriebe eignet sich die Haltung von Hamburgern also eher weniger.

Gerade für Hobbyhalter*innen und kleinere Familien reicht die Anzahl an gelegten Eiern aber sicher aus. Ein frisches Sonntagsei ist also auf jeden Fall drinnen und zusätzlich erfreuen die Hamburger auch noch mit einem hübschen Aussehen. Heute lassen sich diese Hühner überhaupt eher als Zierhühner bezeichnen. Beliebt sind sie nämlich vor allem bei Ausstellungen, da sie mit ihrem ansprechenden Erscheinungsbild und ihren vielfältigen Farbschlägen beeindrucken.

Küken

Hamburger wurden als Legehennen gezüchtet und zeigen deshalb keinen stark ausgeprägten Bruttrieb. Von selbst werden die Hennen also kaum brütig. Wer trotzdem Nachwuchs wünscht, sollte eine künstliche Brut durchführen. Benötigt werden dafür Bruteier von einem Züchter, ein Brutkasten oder eine Leihhenne einer anderen Rasse. Grundsätzlich wachsen Hamburger-Küken schnell und sind sofort aktiv. Zudem sind die Hennen frühreif.

Aussehen und Farbschläge

Hamburger: Kamm und Dorn

Hamburger-Hühner zeichnen sich durch einen schlanken, mittelgroßen Körper aus. Mit ihrer eleganten Haltung und dem langgestreckten Körperbau erinnern sie eher an Fasane als an so manch andere Hühnerrasse. Die prächtigen Tiere sind reich befiedert und die Hähne werden von üppigen Schwanzfedern in Sichelform geziert. Männliche und weibliche Tiere tragen einen aufrechten Rosenkamm mit einem abgerundeten Dorn. Hamburger existieren in verschiedensten Farbschlägen, doch teilen sich alle die rote Farbe von Gesicht, Kehllappen und Kamm. Auch die auffälligen weißen Ohrlappen zeigen Tiere unterschiedlichster Färbungen. Die Vielfalt an Gefiederfarben zeigen die verschiedenen Varianten:

  • schwarz
  • weiß
  • silberlack
  • goldlack
  • silber gesprenkelt
  • gold gesprenkelt
  • blaugesäumt

Besonders beliebt und häufig ist der Farbschlag silberlack, der ein wenig an die Färbung von Dalmatinern erinnert. Die Tiere erscheinen hier weiß mit schwarzen Tupfen. Tiere mit dem Farbschlag goldlack weisen ebenfalls schwarze Tupfen auf, die Grundfarbe erscheint rötlich-braun. Eine weitere „Farbgruppe“ stellen die gesprenkelten Farbschläge dar: Silber gesprenkelte Tiere zeichnen sich durch weißes Gefieder mit schwarzen Sprenkeln in den Regionen unterhalb des Halses aus, gold gesprenkelte durch goldbraunes Gefieder mit ebenfalls schwarzen Sprenkeln. Auch rein schwarze oder weiße Tiere sind möglich, ebenso wie blaugesäumte, die in einem blauen Ton erscheinen.

Interessant an Hamburger-Hühnern ist, dass sie sich im Vergleich zu anderen Rassen je nach Farbschlag deutlich im Charakter unterscheiden können. Hühner in Silberlack werden oftmals als ruhig beschrieben, während goldlacke Tiere eine lebhaftere Art zeigen, die sich bei den gesprenkelten Tieren noch einmal steigert.

Herkunft

Die Geschichte des Hamburger-Huhns ist recht kompliziert bzw. unklar. Deutschland, England und Niederlande werden abwechselnd als Heimatland dieser Rasse bezeichnet. Tatsächlich ist der genaue Ursprung aber ungeklärt. Vorfahren der Hamburger waren offensichtlich bereits im 18. Jahrhundert in Deutschland und England bekannt. In unterschiedlichen Ländern wurde mit diesen gezüchtet, sodass die verschiedenen Farbschläge entstanden. Dies könnte auch erklären, weshalb sich die Tiere in ihrem Charakter doch deutlich unterscheiden. Die Lackhühner scheinen vor allem mit dem englischen Raum in Zusammenhang zu stehen. Die gesprenkelten Tiere weisen wohl eine Verwandtschaft mit Rassen aus Deutschland auf. Hamburger-Hühner erfreuten sich vor allem aufgrund ihrer Legeleistung großer Beliebtheit als Wirtschaftstiere. Später stand dann in erster Linie das Aussehen im Mittelpunkt. Heute werden Hühner dieser Rasse gerne auf Ausstellungen gezeigt.

Kategorien
Belgien Eier gold silber

Brakel

Steckbrief

  • Herkunftsland: Belgien
  • Farbschläge: silber, gold
  • Eigenschaften: robust, geeignet für Anfänger, scheu, lebhaft, frühreif
  • Gewicht Henne: 1,75-2,25 kg
  • Gewicht Hahn: 2,20-2,75 kg
  • Legeleistung: 180-200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Brakel gelten als aktive und temperamentvolle Hühner. Sie sind auch gerne beschäftigt und freuen sich daher über eine abwechslungsreich gestaltete Umgebung. Außerdem sind Tiere dieser alten Haushuhnrasse robust und relativ genügsam. Aufgrund der geringen Ansprüche an ihre Haltung sind diese Hühner für Anfänger*innen geeignet. Bei guter Pflege fassen Brakel auch schnell Vertrauen zu ihren Halter*innen und werden teilweise zutraulich. Schoßhühner sind die Tiere dieser Rasse jedoch keine: Sie bleiben scheu und werden nicht gerne angefasst oder gestreichelt. Für Familien mit kleinen Kindern oder Haushalte mit quirligen Hunden ist diese Rasse daher nicht ideal.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Brakel-Huhn im Stall

Da Brakel-Hühner sehr vital und neugierig sind, sollten Halter*innen ihnen einen umfangreichen Freilauf gönnen. Ideal wären ein großes Gehege oder Freilaufhaltung. Zudem sollten die Freiflächen viele Beschäftigungsmöglichkeiten für die Hühner bieten. Bei ausreichend Auslauf werden Brakel auch zu fleißigen Futtersuchern. Deshalb kann die Zufütterung in der warmen Jahreszeit verringert werden.

Zu bedenken ist, dass die Hühner dieser Rasse als gute Flieger gelten. Hühnerhalter*innen sollten daher eine ausreichend hohe Umzäunung planen oder die Überspannung des Geheges mit einem Netz in Erwägung ziehen. Brakel werden in Belgien gerne freilaufend in Gärten gehalten und als Kompostaufbereiter eingesetzt. Die Hühner scharren selbst nach Futter, fressen und verwerten Küchenabfälle. Daher ist es wichtig, Beete zu umzäunen, damit die aktiven Tiere diese nicht gleich umgraben. Brakel sind gut an raue Wetterverhältnisse angepasst. Deshalb halten sie sich auch in den Herbst- und Wintermonaten gerne im Freien auf.

Futter

Wie bereits angesprochen, gelten Brakel als aktive Futtersucher. Bei ausreichend großen Freiflächen ist keine starke Zufütterung notwendig. Wichtig ist, stets das Gewicht der Hühner im Blick zu behalten. So kann die Ernährung optimal gestaltet werden. Bei zahlreichen Nahrungsquellen im Auslauf sollten Besitzer*innen die Menge an Zusatzfutter anpassen. Brakel-Hühner legen nämlich schnell an Masse zu und eine Verfettung kann zu einer Einschränkung der Legeleistung führen. Umgekehrt sollten Halter*innen dieser Rasse in den Wintermonaten genügend kräftigendes Futter anbieten, um die Legeleistung der eigentlich nicht typischen Winterleger anzuregen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Brakel-Hühner gelten in erster Linie als Legerasse. Die ausgesprochen gute Legeleistung mit 180 bis 200 Eiern pro Jahr macht diese Rasse wirtschaftlich attraktiv. Die Eier weisen eine weiße Schalenfarbe auf und sind mit 55 g relativ groß und schwer. Zudem sind Brakel-Hennen frühreif und erfreuen die Halter*innen bereits nach 4 bis 5 Monaten mit den ersten Eiern. Auch wenn das Brakel-Huhn nicht als Zweinutzungsrasse beschrieben wird, zeichnet es sich durch eine besondere Fleischqualität aus. Das Fleisch der schnell an Gewicht zulegenden Tiere ist sehr hell und zart. Vor allem in Belgien gilt es als Delikatesse.

Küken

Nur äußerst selten werden Brakel-Hennen brütig. Wer sich also Nachwuchs wünscht, sollte auf Brutapparate oder Leihhennen zurückgreifen. Die Eier sind für die Kunstbrut optimal geeignet, weshalb die natürliche Nachzucht meist problemlos gelingt. Die Küken sind nach dem Schlupf schnell vital und robust. Zudem wachsen die Kleinen schnell und bilden bald ihr Gefieder aus.

Aussehen und Farbschläge

Brakel-Hahn

Am weitesten verbreitet sind heutzutage immer noch Brakel-Hühner der Farbschläge silber und gold. Diese ursprünglichsten Typen werden in fast allen Ländern, in denen diese Rasse gehalten wird, anerkannt. Mittlerweile gibt es jedoch auch weitere Farben, die in unterschiedlichen Ländern gezüchtet werden. Folgende Farbschläge sind somit bekannt:

  • gold
  • silber
  • chamois (gelb-weiß-gebändert)
  • blau
  • weiß
  • schwarz
  • weißgeblümt

Brakel-Hühner verfügen über einen charakteristischen Landhuhn-Körper. Sie sind schlank und weisen eine breite Brust sowie ausladende Bauchpartien und einen vollen Hinterleib auf. Schon an diesen körperlichen Merkmalen lässt sich auf die gute Legeleistung der Rasse schließen. Auffällig ist zudem die dunkle Pigmentierung der Hühner im Bereich des Kopfes. Die Iris dieser Rasse weist eine dunkelbraune bis schwarze Färbung auf. Auch die Bereiche um die Augen sowie der Kamm der Hennen ist mit einer purpurnen Färbung besonders dunkel. Die Ohrlappen der Brakel-Hühner sind reinweiß. Außerdem ist auf dem mittelgroßen Kopf dieser Rasse ein Einfachkamm mit 5 bis 6 Zacken zu finden. Charakteristisch für Brakel-Hühner ist zudem der lange Schwanz, der eine üppige Befiederung aufweist und meist aufrecht getragen wird.

Herkunft

Brakel werden zu den ältesten Haushuhnrassen überhaupt gezählt. Die genaue Herkunft dieser Tiere ist jedoch nicht vollständig geklärt. Eventuell wurden ihre Vorfahren bereits im 16. Jahrhundert über die Türkei aus dem Osten nach Westeuropa gebracht. Fest steht, dass die Rasse in Westeuropa aus Landhühnern erzüchtet wurde. Vermutet wird auch eine Verwandtschaft mit dem französischen Bressehuhn. In der namensgebenden belgischen Stadt Niederbrakel wurde im Jahr 1989 der erste Züchterverein für diese Rasse gegründet. Auch zahlreiche Varianten wurden vor allem in Belgien erzüchtet. So etwa die Schwarzkopf-Brakel-Hühner, die auch als Zottegemer-Hühner bekannt sind. Heute sind Brakel-Hühner allerdings selten geworden und stehen auf der Liste der gefährdeten Nutztierrassen.

Züchter*innen

Mariano Zamorano
Nutztierarche Tripsrath
Annastr. 38
52511 Geilenkirchen
kontakt@nutztierarche-tripsrath.de
Tel.: 02451-4844474
www.nutztierarche-tripsrath.de

Kategorien
Deutschland lachsfarbig weiß weiß-schwarzcolumbia Zweinutzung

Deutsches Lachshuhn

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: lachsfarbig, weiß, weiß-schwarzcolumbia
  • Eigenschaften: robust, ruhig, zutraulich, friedlich, geeignet für Anfänger, frühreif, Winterleger
  • Gewicht Henne: 2,5-3,25 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0-4,0 kg
  • Legeleistung: ca. 150-160 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55-60 g
  • Eierschalenfarbe: gelb bis braun
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Ein Deutsches Lachshuhn lässt sich als ruhiges und gutmütiges Tier beschreiben. Die Rasse ist robust und aufgrund der geringen Ansprüche an ihre Haltung gut für Anfänger*innen und Hobbyzüchter*innen geeignet. Die Tiere dieser Rasse sind außerdem überaus friedlich und leben harmonisch in größeren Gruppen zusammen. Außerdem fassen sie mit ihrer liebenswerten Art bei guter Pflege schnell Vertrauen zu Menschen. Deutsche Lachshühner gelten so als perfekte Tiere für Familien: Sie werden schnell zahm, bleiben auch in der Gegenwart von Kindern gelassen und lassen sich sogar streicheln. Besonders freuen sich die Tiere über Leckerbissen aus der Hand, was die Beziehung zwischen Huhn und Halter*in stärken kann.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Lachshahn (Foto: Melani Marfeld)

Wie bereits angesprochen, gestaltet sich die Haltung der Lachshühner sehr unkompliziert. Der Platzbedarf dieser Hühner ist im Vergleich zu anderen Rassen eher gering. Ein Stall und ein relativ kleiner Auslauf reichen häufig aus, um die Tiere zufriedenzustellen. Hier sollten Halter*innen allerdings bedenken, dass Deutsche Lachshühner schnell zu Übergewicht neigen. Ein ausreichend großes Gehege und damit genügend Bewegungsfreiheit und Auslauf ist hier hilfreich. Da die Hühner dieser Rasse als schlechte Flieger gelten, muss die Umzäunung des Freilaufs nicht sehr hoch geplant werden. Meist ist ein Zaun von 1 Meter Höhe vollkommen ausreichend. Die Hühner vertragen sich untereinander sehr gut und Streitereien treten kaum auf. Auch die Haltung mehrerer Hähne in einer Herde funktioniert bei ausreichend Auslauf bei Lachshühnern problemlos. Werden die Hühner mit Tieren anderer Rassen zusammengehalten, so sind sie schnell unterwürfig.

Futter

Wie bei den allgemeinen Haltungsbedingungen gibt es auch bei der Fütterung der Lachshühner wenig zu beachten. Die Ernährungsanforderungen dieser Rasse unterscheiden sich nämlich kaum von denen anderer Rassen. Leckerbissen können den Tieren, wie bereits angemerkt, auch aus der Hand gegeben werden. Geeignet sind hier beispielsweise Apfelstücke oder Getreidekörner. Den einzigen zu bedenkenden Aspekt bildet die Neigung der Lachshühner zu Übergewicht und Verfettung. Halter*innen dieser Rasse sollten stets die Gewichtszunahme ihrer Hühner im Blick behalten, um die Ernährung eventuell anpassen zu können und eine Überfütterung zu vermeiden.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Lachshühner zeichnen sich sowohl durch eine gute Legeleistung als auch ihre hohe Fleischqualität aus. Somit gelten Deutsche Lachshühner als Zweinutzungsrasse. Besonders attraktiv für viele Hühnerhalter*innen ist, dass diese Rasse als Winterleger bis in die kalte Jahreszeit hinein und sehr verlässlich Eier legt. Im ersten Jahr bringen Deutsche Lachshühner 150 bis 160 Eier pro Jahr, die eine hellgelbe bis braune Färbung aufweisen. Auch des Fleisches wegen wird diese Rasse gerne gezüchtet. Lachshühner gelten als leicht zu mästen und ihr Fleisch gilt als überaus schmackhaft. Zudem lassen sich die Tiere leicht rupfen.

Küken

Bei der Nachzucht der Lachshühner gibt es einige Punkte zu beachten. Zunächst lässt sich sagen, dass Lachshuhn-Hennen nicht brütig werden. Daher müssen Halter*innen auf einen Brutkasten zurückgreifen oder die Eier von anderen Hennen ausbrüten lassen. Besonders die Unempfindlichkeit der Eier gegen zu hohe Temperaturen muss bedacht werden. So sollte am Brutkasten die übliche Temperatur um 0,2 °C verringert werden. Aus diesem Grund muss außerdem damit gerechnet werden, dass die Küken erst am 22. Tag schlüpfen. Ist der Nachwuchs dann auf der Welt, wachsen die Kleinen rasch, sind aufgeweckt und lebhaft. Sehr bald, meist schon nach ca. 2 Wochen, ist das Geschlecht der Junghühner ermittelbar: Der gelbe Gefiederflaum wird bei den Hennen an den Flügeln bald braun bis grau, während der der Männchen eine schwarze Färbung aufweist.

Aussehen und Farbschläge

Lachshenne (Foto: Melani Marfeld)

Am weitesten verbreitet ist heutzutage der lachsfarbige Farbschlag, der auch als der ursprünglichste Typ zu beschreiben ist. Dabei weisen die Hennen eine lachsfarbige Färbung des Gefieders an Rücken und Hals auf. Die Hähne dagegen verfügen über einen hellen Kopf und Hals, während sich an Rücken und Teilen der Flügel rotbraune Einfärbungen der Federn finden. Brust, Schwanz und Bart sind bei den männlichen Tieren tiefschwarz. Durch diese starken Unterschiede zwischen Hahn und Henne sind sie vielleicht auf den ersten Blick nicht als gleicher Typ zu erkennen. Zusätzlich zu dieser Ursprungsform wurden weitere Farbschläge erzüchtet, so dass in Deutschland heute folgende Typen anerkannt sind:

  • lachsfarbig
  • weiß
  • weiß-schwarz-columbia

Als charakteristisch für Lachshühner können neben den deutlichen Unterschieden zwischen Männchen und Weibchen die Befiederung der Läufe und die fünf Fußzehen angeführt werden. Die meisten Rassen verfügen nämlich nur über vier Zehen. Besonders sind zudem der Bart und die befiederte Halskrause. Die Kehl- und Ohrlappen sollten von der Bartbefiederung verdeckt werden. Ebenfalls auffällig ist die orangerote Färbung der Augen dieser Rasse. Allgemein lässt sich der Körper des Deutschen Lachshuhns als rundlich und breit beschreiben. Der recht kurze Schwanz wird von den Tieren fast waagrecht getragen.

Herkunft

Die Geschichte dieser Hühnerrasse reicht bis in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück. In der französischen Stadt Faverolles wurden aufgrund des hohen Bedarfs an Hühnerfleisch einheimische mit „exotischen“ Rassen gekreuzt. Vor allem Brahmas und Dorkings sollten dem heimischen Huhn zu einer besseren Fleischqualität verhelfen. Das entstandene Faverolles-Huhn verbreitete sich in den folgenden Jahrzehnten in Europa. Neben dem ursprünglichen französischen Typ entstanden ein englischer und eben der deutsche. In England stand das Aussehen der Rasse im Mittelpunkt, während in Deutschland das Ziel die Schaffung einer attraktiven Zweinutzungsrasse war. Dieses Unterfangen gelang und so etablierte sich aufgrund dieser Leistung die Bezeichnung „Deutsches Lachshuhn“, die häufig nicht nur für den deutschen Typ, sondern für die gesamte Rasse der Faverolles verwendet wird.

Züchter*innen

Melani Marfeld
Wiesenstr. 9
44653 Herne
0157-85645184
www.lachshuhnzucht-herne.com

Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

Fam. Grundmeier
33397 Rietberg
Im Thüle 70
www.unser-kleiner-nutztierhof.de.tl


Kategorien
Eier USA weiß

Leghorn

Steckbrief

  • Herkunftsland: USA
  • Farbschläge: weiß (amerikanischer Typ, in Deutschland anerkannt), weitere Farbschläge je nach Typ
  • Eigenschaften: robust, frühreif, zutraulich
  • Gewicht Henne: 1,7-2,2 kg
  • Gewicht Hahn: 2-2,7 kg
  • Legeleistung: ca. 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Leghorn-Hühner weisen meist ein aktives und lebhaftes Gemüt auf. Die vitalen Hühner stellen relativ wenig Ansprüche an ihre Umgebung und können trotz ihres temperamentvollen Charakters nach einiger Zeit und Geduld recht zutraulich werden. Handzahm werden sie allerdings nicht und bleiben auch bei guter Pflege eher auf Distanz. Daher sind Leghorns nicht für Kinder oder als Haustiere für Familien geeignet. Vor allem bei Selbstversorger*innen sind Hühner dieser Rasse aber aufgrund ihres angenehmen Charakters und der hohen Wirtschaftlichkeit (siehe unten) beliebt.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Grundsätzlich können Leghorns freilaufend oder in Gehegen gehalten werden. Wichtig ist für die bewegungsfreudigen und aktiven Tiere ausreichend Auslauf. Hier ist allerdings Folgendes zu beachten: Leghorns können im Vergleich zu anderen Rassen relativ gut fliegen, weshalb sie sich nicht selten auch auf Bäumen wiederfinden lassen. Daher ist auf jeden Fall auf eine Umzäunung zu achten. Eine Höhe von mindestens 2 Metern ist hierbei zu empfehlen. Natürlich eignet sich auch eine Überspannung des Geheges mit einem Netz.
Leghorns befinden sich am liebsten in einer abwechslungsreichen Umgebung und können aufgrund ihrer Robustheit auch im Winter draußen bleiben. In Bezug auf die Pflege der Tiere muss bei Frost aber auf eines geachtet werden: Leghorns zeichnen sich durch besonders große Kinnlappen und Kämme aus. Diese müssen im Winter unbedingt vor Kälte geschützt werden. Am besten sollten diese Körperteile bei Frost daher mit säurefreier Vaseline eingeschmiert werden, um die Hühner vor Erfrierungen zu bewahren.

Futter

Leghorns benötigen als Legehühner relativ viel Futter. Im Allgemeinen stellen sie wenig Ansprüche an ihre Nahrung. Auch wenn sie im Auslauf selbst Futter finden, sollte aber bei dieser Rasse gut zugefüttert werden. Dies ist zur Aufrechterhaltung der Legeleistung sehr wichtig. Geachtet werden muss auf eine abwechslungsreiche und nährstoffreiche Nahrung. So sollte durch selbstgefundenes und zugefüttertes Futter der Bedarf an Kalk, Proteinen und Kohlenhydraten gedeckt werden. Auf diese Weise kann die hohe Legeleistung beibehalten werden. Grundsätzlich sind Leghorns sehr gute Futterverwerter.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Gezüchtet wurden Leghorns als optimale Legehühner mit einer sehr hohen Legeleistung. Die Hennen legen ungefähr 200 Eier pro Jahr und die Zahl an gelegten Eiern nimmt nur langsam ab. Nicht selten werden auch im Winter einige Eier gelegt. Aufgrund ihrer optimalen Eigenschaften wurden Leghorns auch gerne als Zuchtgrundlage für viele weitere Rassen verwendet. Für Fleischnutzung sind Leghorns nicht so gut geeignet, da die Körper relativ klein sind. Am ehesten wird noch der Hahn als Tafelhuhn verzehrt. Mittlerweile sind Leghorns aufgrund ihres ansprechenden Aussehens auch als Ausstellungstiere sehr beliebt. Dennoch sind Tiere dieser Rasse nach wie vor für ihre hohe Legeleistung bekannt und eignen sich auch für Selbstversorger*innen und Kleinbetriebe, die sich auf Eierproduktion konzentrieren möchten.

Küken

Leghorn-Küken

Leghorns gelten als nicht sehr brutfreudige Rasse. Von sich aus fangen die Hennen eigentlich nicht zu brüten an. Daher ist ein Brutkasten erforderlich oder auch Hennen anderer Rassen, die die Eier ausbrüten. Sind die Leghorn-Küken einmal geschlüpft, wachsen sie sehr schnell und sind von Anfang an aktiv und sehr robust. Sie lassen sich also leicht großziehen. Hühner dieser Rasse gelten als frühreif: Schon nach ca. 6 Monaten beginnen die Hennen mit dem Legen von Eiern.

Aussehen und Farbschläge

Aufgrund der komplizierten Geschichte des Leghorns gibt es heutzutage unterschiedliche Typen dieser Rasse und eine bunte Vielfalt an Farbschlägen. In verschiedenen Ländern sind andere Farbschläge und Aussehen anerkannt. Gemeinsam haben alle Typen allerdings den länglichen und schlanken Körper des Landhuhntyps. Vor allem die Formen des Schwanzes unterscheiden sich aber deutlich: Während der amerikanische Typ den Schwanz hoch und gespreizt trägt, sitzt dieser beim englischen und niederländisch-deutschen tiefer. Zusätzlich ist er bei letzterem stark befiedert.

In Deutschland wird, wie in vielen weiteren Ländern, zum Beispiel nur ein einziger Farbschlag anerkannt, nämlich der weiße. Daher hier eine kurze Beschreibung dieses Typs: Weiße Leghorns zeichnen sich durch ihr silber-weißes Gefieder und die gelben Läufe aus. Zudem weisen sie einen gelben Schnabel und ein rotes Gesicht auf. Der Kamm leuchtet ebenfalls rot und zeigt 5 Zacken. Bei den weiblichen Leghorns ist dieser zudem ein wenig auf die Seite geneigt. Trotz der Unterschiedlichkeit des Aussehens werden alle Farbschläge und Zuchttypen als „Leghorn“ bezeichnet. Hinzugefügt wird dem Namen dann jeweils noch eine Typenbezeichnung.

Herkunft

Entstanden sind die heutigen Leghorn-Hühner aus weißen Landhühnern im italienischen Livorno. Aufgrund ihres guten Rufs und ihrer optimalen Eigenschaften als Legehühner wurden diese schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in verschiedenste Länder exportiert, unter anderem nach Amerika. Dort wurden die heutigen Leghorns des amerikanischen Typs gezüchtet. Auch in anderen europäischen Ländern wurde aber weiter gezüchtet, was die heutige Vielfalt an Farbschlägen und Typen erklärt.

Zu unterscheiden ist die Rasse der Leghorns von den Italienern. Optisch ist zumindest für Laien kaum ein Unterschied zu erkennen und auch auf internationaler Ebene werden diese beiden Begriffe meist synonym verwendet. In Deutschland beispielsweise gelten sie aber als zwei unterschiedliche und anerkannte Rassen. Die Bezeichnung „Italiener“ bezieht sich also auf das von den Landhühnern in Italien abstammende Huhn, mit dem in Europa weitergezüchtet wurde. Die eigentlichen Leghorns sind in Amerika weitergezüchtete Hühner, die dann wieder in Europa eingeführt wurden.

Züchter*innen

Rudolf Haas
Gersdorfer Straße 22
8472 Straß
rudolf.haas70@gmx.at
Tel.: +43/(0)6645554836