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Plymouth Rock

Steckbrief

  • Herkunftsland: USA
  • Farbschläge: u. a. schwarz, weiß, gelb, blau gesäumt (weitere unten)
  • Eigenschaften: Winterleger, robust, zutraulich, ruhig, zahm
  • Gewicht Henne: 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0 – 4,0 kg
  • Legeleistung: ca. 190 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: 55 g
  • Eierschalenfarbe: gelbbraun
  • Zwergform vorhanden: Ja

Haltung

Verhalten

Das Wesen der Plymouth Rock-Hühner ist sehr friedlich und zahm. In der Gruppe verhalten sich die Hühner so harmonisch, dass bei genügend Platz und Bestand sogar mehrere Hähne gehalten werden können. Sie sind robust, eignen sich für Anfänger*innen, aber auch Familien. Außerdem sind die Tiere lebhaft, robust und neugierig. Des Weiteren handelt es sich um unkomplizierte und leichtfuttrige Hühner, die genau deshalb so beliebt sind. Diese zutraulichen Winterleger sind nicht nur witterungsbeständig, sondern auch robust gegen Krankheiten. Aufgrund ihres Gewichtes werden sie als große und kräftige Hühner bezeichnet.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Plymouth Rocks stellen wenige Ansprüche an ihre Umgebung, jedoch schätzen sie den Freilauf an der frischen Luft. Sie brauchen nicht besonders viel Platz, solange nur ein Hahn führt. Wenn man sich entscheidet, dass man mehrere Hähne miteinander halten möchte, sollte man für ausreichend Fläche sorgen. Da die Hühner gerne und viel fressen, neigen sie zur Verfettung und sollten den Platz nutzen, um sich zu bewegen. Außerdem gelten diese Tiere als äußerst flugfaul, weshalb eine niedrige Umzäunung ausreicht.

Futter

Auch beim Futter sind Plymouth Rocks anspruchslos und ernähren sich hauptsächlich von Würmern und Insekten, die sie im Freilauf finden. Dennoch ist es ratsam, auch zusätzlich Futter zu verteilen, denn die Hühner brauchen genug, um ihrem schnellen Wachstum nachzukommen. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da diese Rasse stark zur Verfettung neigt. Um dem vorzubeugen, ist eine Installation eines Futterautomaten ratsam oder eine Portionierung der Futtermenge. Ebenso ist es klug, das Futter großflächig zu verteilen und so die Hühner zur Bewegung zu motivieren, denn sie sind fleißige Futtersucher.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Plymouth Rocks werden für ihr zartes mageres Fleisch geschätzt, aber auch ihre Legleistung. Durch ihre guten Legeeigenschaften erfreut sich der/die Züchter*in jährlich an 190 großen Eiern und das sogar im Winter. Die gelbbraunen Eier wiegen durchschnittlich 55 Gramm, weshalb Plymouth Rocks als gute Legerasse gelten. Die Legeleistung kann je nach Farbschlag oder Zuchtlinie variieren.

Küken

Plymouth Rock-Hennen legen und brüten zuverlässig und gerne. Küken sind schnellwüchsig und robust, weshalb es wenig Ausfälle gibt. Hennen sind tolle Glucken und führen den Nachwuchs mit Bedacht. Diese Küken brauchen viel Futter, um schnell zu wachsen und reifen. Auch Jungtiere sind gesundheitlich robust und lernfähig sowie zahm.

Aussehen und Farbschläge

Plymouth Rock-Hühner haben eine breite, tiefe Brust, jedoch eine aufrechte Haltung und einen stolzierenden Gang. Je nach Farbschlag unterscheidet sich das Gefieder dieser Rasse, woran man unter anderem das Geschlecht erkennen kann. Das Gefieder sitzt straff am Körper, wobei beim Hahn ein kurzer, voller, runder Schwanz erkennbar ist. Der Körperbau der Henne hingegen ist deutlich runder, was ihre Legeleistung deutlich macht. Allgemein haben Plymouth Rocks einen langen, breiten und rechteckigen Körperbau.

Da die Großform der Plymouth Rocks viel Platz und Futter braucht, ist in manchen Regionen die Zwergform beliebter. Tatsächlich gibt es für die Zwergrasse auch zusätzliche Farbschläge, jedoch schauen sich beide Formen ähnlich.

Folgende Farbschläge der Plymouth Rocks werden gezüchtet:

  • weiß-schwarz gestreift
  • schwarz
  • weiß
  • gelb
  • blau gesäumt
  • rebhuhnfarbig-gebändert
  • weiß-schwarzcolumbia
  • silberfarbig-gebändert
  • gelb schwarz columbia

Herkunft

Der Name der Plymouth Rocks ist auf eine Stadt in Amerika zurückzuführen, wo sie um 1860 herum anerkannt und schnell populär wurden. Grund für die Beliebtheit ist die Legeleistung, das wohlschmeckende Fleisch, aber auch der Charakter dieser Hühnerrasse. Diese Haushuhnrasse entstammt einer Mischung aus den Rassen Javahühnern, Dominikanern, Brahma und Cochin.

Der erste amerikanische Plymouth Rock Club wurde bereits 1886 gegründet.

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blau England Gelb goldschwarz-gesäumt kennfarbig orangefarbig rot schwarz weiß Zierhuhn Zweinutzung

Orpington

Steckbrief

  • Herkunftsland: England
  • Farbschläge: u. a schwarz,weiß, gelb, rot, porzellanfarbig blau gesäumt (weitere unten)
  • Eigenschaften: Winterleger, robust, zutraulich, ruhig, neugierig, anhänglich
  • Gewicht Henne: 3,5 kg
  • Gewicht Hahn: 4,5 kg
  • Legeleistung: ca. 160 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: 53 g
  • Eierschalenfarbe: gelbbraun
  • Zwergform vorhanden: Ja

Haltung

Verhalten

Orpington-Hühner haben ein sehr ruhiges, zahmes und freundliches Wesen, weshalb sie sehr beliebt sind. Sie sind außerdem anhänglich und verfolgen ihre Züchter*innen gerne im Stall. Diese Hühnerrasse kommt leicht in Brutstimmung, was ein klarer Vorteil zu vielen anderen Rassen ist. Orpingtons eignen sich für Personen, die in der Hühnerhaltung schon Erfahrungen gesammelt haben.

Da die Hühner ein friedsames und zutrauliches Wesen haben, eignen sie sich auch für Familien. Des Weiteren vertragen sie sich sehr gut in der Gruppe und auch mit anderen Rassen. Außerdem zählen sie als schnellwüchsig und frühreif, weshalb man nicht lange auf das erste Ei warten muss.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Orpington-Hühner schätzen besonders den Freilauf, wenngleich die Fläche nicht groß gebaut sein muss. Zwar sind sie nicht anspruchsvoll, jedoch müssen hierbei einige Dinge beachtet werden. Da die Hühner dichte Bauchfedern haben, jedoch nur kurze Beine, empfiehlt man einen trockenen, sauberen Schlafstall. Eine Überdachung ist bei Regenwetter sicherlich von Vorteil, denn das schöne Gefieder soll vor Matsch und Schlamm geschützt bleiben. Außerdem sind Orpingtons sehr neugierig, weshalb man auf ein ausbruchssicheres Gehege achten soll. Durch ihr dichtes und üppiges Gefieder sind sie kälteunempfindlich. Aufgrund ihres stattlichen Gewichts fliegen diese Tiere kaum oder gar nicht, daher reicht ein niedriger Zaun in jedem Fall.

Futter

Orpingtons sind fleißige Futtersucher, die sich in der warmen Jahreszeit hauptsächlich von Grünfutter und Insekten, die sie selbst im Freiland finden, ernähren. Außerdem mögen sie Hafer und Legehennenalleinfutter, jedoch muss man hier mit der Menge vorsichtig sein. Da diese Rasse sich wenig bewegt und gemütlich ist, neigt sie umso mehr zur Verfettung. Auch hier berichten Züchter*innen von Einschränkungen der Legeleistung, wenn das Gewicht zu hoch ist. Besonders das Alter kann zu Verfettung führen und in weiterer Folge zu Herz- und Kreislaufproblemen. Die richtige Portionierung oder ein Futterautomat kann hier Abhilfe schaffen. Weniger ist mehr!

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Orpington-Hühner beeindrucken in erster Linie mit großen, ausgezeichneten Fleischmengen, die sie unter ihrer Befiederung verstecken. Ihre tiefe Brust und der fleischige Bauchteil verraten die ausgezeichneten Lege- und Masteigenschaften der Hühner. Die Legeleistung der Orpingtons beläuft sich in den ersten zwei Jahren auf je 160 Eier, die auch in Wintermonaten gelegt werden.

Küken

Orpington-Hennen sind besonders brutfreudig und eignen sich ideal für Nachwuchs, den sie sehr gut führen. Ihre Küken sind schnellwüchsig und robust, weshalb sie meist gesund und fröhlich heranwachsen. Sie gelten als zahm und zutraulich, außerdem sind sie anhänglich, was die Züchter*innen anbelangt.

Aussehen und Farbschläge

Orpington-Hühner haben ein auffällig dichtes und flauschiges Gefieder, was ihr Aussehen einzigartig macht und ein Merkmal ist, an dem man sie schnell erkennt. Diese Tiere sind von breiter Form, wobei die Höhe und Breite ihres Körpers nahezu gleich sind.

Ihre Augenfarbe gibt es in verschieden Ausführungen – von schwarz bis rot-orange. Ihr niedriger Einfachkamm sowie ihre Ohrlappen sind hellrot bis dunkelrot, je nach Farbschlag. Der Körperbau von Hahn und Henne ist annähernd gleich und auch das Gewicht zeigt ähnliche Werte. Der Hahn hat im Gegensatz zur Henne einen breiten, kurzen, vollen Schwanz, aber auch die Kehlklappen und der Kamm unterscheiden sich.

Anerkannte Farbschläge sind:

  • blau
  • rot
  • rebhuhnfarbig
  • gelb-Schwarzgesäumt
  • birkenfarbige
  • rosenkämmig (gelb und schwarz)
  • schwarz
  • weiß
  • gelb
  • porzellan
  • schwarz-Weißgescheckt
  • gestreift

Momentan befindet sich der kennfarbige Farbschlag noch in einem Zulassungsverfahren und könnte schon bald hinzugefügt werden.

Herkunft

Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Hühnerrasse von William Cook in der englischen Grafschaft Kent aus Orpington gezüchtet. Die Hühner sind eine Mischung aus Plymouth Rocks, Croad-Langschans und Minorkas aus Spanien. Bei seiner Vorstellung der Orpington Hühnerrasse 1886 stieß Cook nicht sofort auf Entzücken aufgrund der speziellen Optik der Tiere. Jedoch wurden die Hühner schnell populär, als ihre Eigenschaften bekannt wurden.

Züchter*innen

Fam. Grundmeier
33397 Rietberg
Im Thüle 70
www.unser-kleiner-nutztierhof.de.tl

Manuel Bruckmeier
Bergham 2
84347 Pfarrkirchen
Tel.: 01 71 / 1 24 61 01
bruckmeier-manuel@web.de

Hohle Hüentschi
Ursenbach
www.hohlehueentschi.com

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blau Frankreich geflockt schwarz weiß Zweinutzung

Bressehuhn / Bresse-Gauloise

Steckbrief

  • Herkunftsland: Frankreich
  • Farbschläge: weiß; schwarz; blau; geflockt
  • Eigenschaften: ruhig, zäh, neugierig, zahm, pflegeleicht, lebhaft, anpassungsfähig, robust, frohwüchsig
  • Gewicht Henne: 2,0 – 2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5 – 3,0 kg
  • Legeleistung: 240 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: nein

Ursprung

Bressehuhn bzw. Bresse-Gauloise ist eine französische Hühnerrasse benannt nach der Region Bresse im Osten Frankreichs. Das Außergewöhnliche an der Rasse ist ihr Namensschutz. Bereits im Jahr 1601 wurde unter dem französischen König Heinrich IV. erlassen, dass „das Huhn der Bresse“ (frz. Poule de Bresse) unter diesem Namen in keiner anderen Regionen gehalten werden darf. Außerhalb dieses Gebiets erhalten die Hühner demnach den Zusatz „Gauloise“.

Traditionell waren in der Bresse drei Farbschläge verbreitet: die Schwarzen von Louhans, die Grauen von Bourg und die Weißen von Bény. Durch Einfluss von Händlern und einer gezielten Zucht entwickelten sich die Weißen von Bény zu den eigentlichen Bressehühnern. Das Bressehuhn ist bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Im Jahr 1864 konnte es sich haushoch gewinnend bei einem nationalen Schlachttierwettbewerb durchsetzen. 1904 folgte die Gründung des ersten Bresse Clubs, der sich für genaue Rassestandards einsetzte und die Zucht förderte. 1957 erhielt das Huhn schließlich seinen Namensschutz, der die angemessene Nutzung des Rassennamens regelt.

Aussehen

Bressehühner sind einfachkämmige Landhühner mit blauen Läufen und weißen Ohrscheiben. Der weiße Farbschlag ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung, vor allem aber sind die Farben der französischen Flagge kennzeichnend (weißes Gefieder, roter Kamm und Kehllappen, blaue Läufe). Bei der Henne wird der abstehende Kamm umgelegt. Die Hühner haben außerdem einen langen, gut gerundeten Rumpf und einen breiten Rücken, der leicht abfällt. Die Brust ist breit und voll und die Flügel liegen eng an.

Haltung

Aufgrund des Namensschutzes kann die Rasse nicht überall einheitlich „Bressehuhn“ genannt werden. Das erfordert nämlich die Einhaltung gewisser Haltungs-, Mast- und Vermarktungsvorschriften. Außerdem muss die entsprechende Zuchtrichtung und die regionale Zugehörigkeit erfüllt sein. Es gibt rund 250 Züchter*innen in der französischen Region, die dadurch einheitliche Prinzipien verfolgen, was Haltung, Fütterung und Schlachtung betrifft. Das umfasst unter anderem geregelte Bedingungen für die Aufzucht der Küken sowie älterer Hühner und Vorgaben zum Futter. Dadurch bleibt das Rassekennzeichen erhalten, das die Authentizität des Bressehuhns bestätigt. Außerhalb all dieser Bedingungen ist die Rasse als Bresse-Gauloise zu bezeichnen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die ruhigen, neugierigen und zähen Hühner haben keine speziellen Anforderungen an die Haltung, jedoch haben sie einen durchaus hohen Bewegungsdrang. Eine Freilandhaltung ist daher empfehlenswert. Beim Platzbedarf sollten 10 m² pro Huhn einberechnet werden. Da die Hühner jedoch nicht gern fliegen, reicht eine niedrige Umzäunung aus.

Futter

Durch die Freilandhaltung nehmen die Hühner bereits den Großteil ihres Futters auf, allerdings kann mit regionalem Futter wie Mais und Buchweizen zugefüttert werden.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Bressehühner bzw. Bresse-Gauloise werden hauptsächlich als Wirtschaftshühner gezüchtet und gehalten. Besonders wegen ihres schmackhaften Fleisches, das durch sorgfältige Haltung hohe Qualität aufweist, sind sie eine begehrte Rasse. Bereits nach 20 Wochen erreichen sie ein Schlachtgewicht von 2,3 kg bei Hennen und 2,9 kg bei Hähnen. Doch auch die Legeleistung von bis zu 240 Eiern im Jahr ist bemerkenswert und macht Bressehühner somit zu einem wertvollen Zweinutzungshuhn.

Küken

Bressehühner brüten kaum, weshalb eine Leihhenne oder eine Kunstbrut empfehlenswert ist. Die Küken sind jedoch robust und wachsen schnell heran. Die Hennen beginnen bereits ab einem Alter von 18 Wochen, Eier zu legen.

Farbschläge

Beim originalen Bressehuhn gibt es nur den weißen Farbschlag mit weißem Gefieder, roten Kopfmerkmalen, blauen Läufen sowie dunkelbraunen Augen.

Bei den Bresse-Gauloise hingegen gibt es mehrere Farbschläge:

  • blau
  • schwarz
  • geflockt

Auch sie haben rote Kopfmerkmale sowie blaue Läufe, nur die Farbe des Gefieders variiert entsprechend. Ebenso kann die Augenfarbe je nach Farbschlag verschiedene Brauntöne annehmen.

Züchter*innen
(Bresse-Gauloise)

Deutschland:
Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

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Deutschland weiß weiß-rotgezeichnet Zierhuhn

Yokohama

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland (aus japanischen Rassen)
  • Farbschläge: weiß-rotgezeichnet, weiß
  • Eigenschaften: ruhig, neugierig, zutraulich, brutfreudig, robust
  • Gewicht Henne: 1,3-1,8 kg
  • Gewicht Hahn: 2-2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 80 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 40 g
  • Eierschalenfarbe: rotgelb bis gelb
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Yokohama gelten als charaktervolle, agile Tiere, deren Haltung einigermaßen anspruchsvoll ist. Vor allem Hähne können sich teilweise ein wenig „aufspielen“ und gegenüber Menschen eher aggressiv reagieren. Untereinander sind die Tiere aber meist sehr friedlich und leben gut zusammen. Bei liebevoller Pflege können Yokohamas relativ zutraulich werden und sich stark an ihre Halter*innen gewöhnen.

Von der Art her sind sie neugierig und vital, aber nicht nervös oder quirlig. Das Ziel bei dieser Rasse sind stets Tiere mit ruhigem Gemüt. Daher sollten sehr aggressive Hühner nicht weiter zur Zucht verwendet werden. Yokohamas können nicht als Schoßhühner bezeichnet werden und sind auch nicht geeignet für Betriebe mit hohem Eierbedarf. Wer sich jedoch elegante und zierliche Hühner mit einem wunderschönen Erscheinungsbild wünscht, wird seine Freude mit dieser Rasse haben.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Bei der Haltung von Yokohamas gibt es einige Aspekte zu beachten. Zunächst einmal kann gesagt werden, dass diese Hühner Bewegungsfreiheit und das Laufen auf weiten Wiesen genießen. Sie benötigen also viel Platz, auch aufgrund ihrer langen Federn. Daher sind sie nur geeignet für Halter*innen, die einen großen Auslauf bieten können.

Die sehr langen Schwanzfedern der Hähne erfordern zudem einiges an Pflege, wenn sie schön bleiben sollen. So sollten Halter*innen Sitzstangen eher höher über dem Boden anbringen, mind. 1 m. Dadurch wird verhindert, dass die Federn abbrechen oder verschmutzen. Yokohamas sind zwar gerne draußen, aber bei Nässe sollten sie nicht ins Freie gelassen werden. Noch stärker als andere Rassen brauchen Hühner dieser Rasse einen trockenen Untergrund und ihr sensibles Federkleid verträgt schlammigen Boden nicht sehr gut. Weiters muss die Umgebung der Hühner stets sauber sein: Regelmäßige Reinigung des Stalls und Wechseln der Einstreu sind stärker notwendig als bei anderen Rassen.

Trotz allem sind Yokohamas sehr robuste Tiere, die tiefe Temperaturen gut aushalten und schnell zufrieden sind. So können sie auch im Winter draußen sein und der Stall muss nicht extra beheizt werden.

Futter

Yokohama Hühner suchen sich ihr Futter nicht wirklich selbst und stellen einige Ansprüche an ihre Nahrung. Daher müssen Halter*innen auf eine ausgewogene Ernährung achten. Besonders Proteine sind wichtig für die Bildung der langen prächtigen Federn. So können zum Beispiel Mehlwürmer als Eiweißquelle dienen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Von der wirtschaftlichen Seite betrachtet spielen Yokohamas eher weniger eine Rolle. Die Hennen legen ca. 80 eher kleine Eier pro Jahr. Das reicht vielleicht für kleine Familien, die sich nicht viele Eier erwarten. Im Vergleich zu anderen Rassen ist das allerdings eine sehr geringe Legeleistung. Durch den eher zierlichen Körper sind Yokohamas auch nicht unbedingt als Fleischlieferanten geeignet. Allerdings gilt das Fleisch dieser Rasse als sehr fein und wird gerne als Delikatesse serviert.

Wer Yokohamas hält, tut dies aber meist aufgrund des faszinierenden Erscheinungsbilds. Die langen Federn und die hübsche Färbung machen sie beliebt bei Ausstellungen. Grundsätzlich gewinnen sie als Zierhühner zunehmend an Bedeutung und werden manchmal sogar als schönste Hühner der Welt bezeichnet.

Küken

Yokohama-Hennen gelten als sehr brutfreudige Tiere, die leicht in Brutstimmung geraten. Sie sind zudem gute Mütter und kümmern sich verantwortungsbewusst um ihren Nachwuchs. Die Küken werden eher langsam größer, die Glucke zieht sie aber liebevoll groß.

Aussehen und Farbschläge

Yokohama Hahn und Henne

Yokohamas präsentieren sich mit einem eleganten, langgestreckten und zierlichen Körper. Auch die Köpfe sind länglich und zeichnen sich bei den Hähnen durch einen kleinen Wulstkamm und kleine Kehllappen aus. Auffällig ist vor allem der lange Schwanz: Die männlichen Tiere tragen diesen aufrecht, wobei die langen Federn in sanftem Bogen nach hinten fallen und wie eine Schleppe wirken. Auch die weiblichen Yokohamas zeichnen sich durch lange Schwänze aus. Diese sind bei den Hähnen jedoch deutlich länger und auch der prächtige Sattelbehang ist deutlicher ausgeprägt und kann bis zum Boden fallen. Von ihrer Körperform her wirken Yokohamas eher wie Fasane. Außerdem erinnert der athletische Körperbau an Kampfhuhnrassen.

Je nach Land sind unterschiedliche Farbschläge offiziell anerkannt. In Deutschland beispielsweise sind es nur zwei:

  • weiß-rotgezeichnet
  • weiß

Früher hieß der erstgenannte Farbschlag auch „rotgesattelt“. Dies wurde aber geändert, da der Name irreführend war: Hierbei sind eigentlich gerade Hals- und Sattelgefieder weiß. Zudem erscheinen Kopf und Schwanz in einem rahmweißen Farbton. Flügeldecken, Brust und Schenkel dagegen sind in Brauntönen gehalten und weiß getupft. Neben diesem häufigsten Farbschlag treten auch weiße Tiere auf. Es sollte sich allerdings nicht um einen reinweißen Farbton des Gefieders handeln, sondern eher um einen rahmweißen. Schnäbel und Läufe fallen bei beiden Farbschlägen durch die gelbe Färbung auf. Das Gesicht und die kleinen Kehllappen sind meist blassrot gefärbt.

Herkunft

Yokohama-Hühner zählen zu den Langschwanzhühnerrassen. Über ihren genauen Ursprung ist leider nicht viel bekannt. Bekannt ist nur, dass die Ahnen dieser Hühner aus Japan kamen und im 19. Jahrhundert von französischen Missionaren nach Europa gebracht wurden. Über Paris gelangten diese dann nach Deutschland. So wie wir sie heute kennen, sind die Yokohamas trotz ihres Namens erst in Deutschland erzüchtet worden. Mittlerweile sind sie weltweit bekannt und beliebt als Zierhühner. Deshalb ist ihre Verbreitung zunehmend und oftmals wird von ihnen als schönste Hühner der Welt gesprochen.

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blau-gesäumt Frankreich gesperbert perlgrau schwarz weiß Zweinutzung

La Flèche

Steckbrief

  • Herkunftsland: Frankreich
  • Farbschläge: schwarz; weiß; blau-gesäumt; gesperbert; perlgrau
  • Eigenschaften: scheu, wachsam, neugierig, misstrauisch, schwer zähmbar, robust, lebhaft
  • Gewicht Henne: 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0 – 4,0 kg
  • Legeleistung: 180 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 70 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Ursprung

Das La Flèche Huhn ist ein seltenes Rassehaushuhn aus Frankreich, das aus Haubenhühnern gezüchtet wurde. Der Name verweist auf den Herkunftsort, und zwar die Gemeine La Flèche im nordwestlichen Frankreich. Die Rasse geht vermutlich auf schwarze Spanier und Crève-Coeur Hühner zurück. La Flèche Hühner waren damals vor allem wegen ihrer hohen Fleischqualität sowie der weißen Haut ansehnlich. Um 1860 kam die Rasse nach Deutschland, allerdings ist sie heute selten außerhalb Frankreichs verbreitet.

Aussehen

Eine außergewöhnliche Eigenschaft der La Flèche Hühner ist der V-förmige Kamm, auch „Hörnerkamm“ genannt.

Haltung

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

La Flèche Hühner sind robuste und lebhafte Tiere, doch zahm und zutraulich sind sie nicht, da sie zur Vorsicht neigen. Sie sind sehr wachsam, misstrauisch, aber dennoch neugierig. Die Hühner haben einen hohen Bewegungsdrang , den sie in einem weiten, abwechslungsreichen Freilauf gut ausleben können. Allerdings fliegen die Tiere auch gern. Wenn die Hühner nicht daran gewöhnt werden, bei Tagesende für die Nacht in den Stall zu gehen, dann kann es sein, dass sie sich stattdessen auf Bäume zurückziehen. Die Umzäunung muss daher aber auch mindestens zwei Meter hoch sein.

Futter

Wird den La Flèche Hühnern genügend Freilauf gewährt, suchen sie den Großteil ihres Futters selbst und sie sind gut versorgt. Am Abend können die Tiere noch mit etwas Futter in den Stall gelockt werden, sonst übernachten die Hühner auch gern auf Bäumen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Ursprünglich wurde das La Flèche Huhn aufgrund seines kräftigen Körpers, des raschen Wachstums und der guten Fleischeigenschaften gezüchtet. Allerdings ist auch die hohe Legeleistung von 180 Eiern im Jahr bemerkenswert. Die Hennen legen außerdem jahrelang, noch dazu auch im Winter. Es handelt sich hierbei also um ein ideales Zweinutzungshuhn.

Küken

La Flèche Hennen sind selten in Brutstimmung, weshalb eine Leihhenne oder ein Brutkasten notwendig ist. Ist die Brut erfolgreich, sind die Hennen jedoch hervorragende Glucken.

Wer Küken aufzieht, kann sie durchaus zähmen, doch Streichelhühner werden keine aus ihnen. Wichtig ist dennoch die Vermittlung von Sicherheit, damit die Küken an Zutrauen gewinnen. Durch wenig Beachtung werden die Küken jedoch später misstrauisch und distanziert.

Abhängig vom Entwicklungsstand wachsen die Küken schneller oder langsamer. Innerhalb der ersten drei Wochen werden aus den Küken kleine Geier. Bis zur 23. Woche reifen sie jedoch zu edlen Jungtieren heran.

Farbschläge

Folgende Farbschläge sind bei La Flèche anerkannt:

  • schwarz
  • weiß
  • gesperbert
  • blau-gesäumt
  • perlgrau

Beim schwarzen Farbschlag liegt auf den dunklen Federn ein grüner Glanz. Der grauschwarze Schnabel hat eine helle Spitze und die vorerst dunkel-schiefernfarbigen Läufe werden im zunehmenden Alter bleigrau.

Durch den weißen Farbschlag sind alle Hühner rein weiß. Im Gefieder des Hahns zeigt sich zusätzlich ein leichter Gelbstich. Schnabel und Läufe sind entweder hellbraun oder bleigrau.

Beim gesperberten Farbschlag ist auf jeder Feder ein quergebänderter Übergang von Schwarz zu Blaugrau zu sehen. Beim Hahn sind diese Streifen alle gleich breit, bei der Henne sind die dunklen Streifen breiter als die hellen, womit diese dunkler erscheinen. Schnabel und Läufe sind hellbraun und manchmal leicht gefleckt.

Der blau-gesäumte Farbschlag weist dunkelhornfarbene Schnäbel und schieferblaue Läufe auf. Dabei wirken die Hähne etwas dunkler als die Hennen.

Hühner des perlgrauen Farbschlags haben sowohl bei Hahn als auch Henne ein gleichmäßig hellgraues Gefieder. Der Hahn erscheint dabei etwas dunkler als die Hennen.

Züchter*innen

Österreich:
Johannes Janus
Großgrabenstraße 36
3052 Innermanzing
Tel.: +43 (0) 676 347 980 9
kontakt@huehnernest.at
www.huehnernest.at

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blau-gesäumt chamois-weißgesäumt gesperbert goldschwarz-gesäumt Italien perlgrau schwarz silber-schwarzgesäumt tollbunt weiß Zierhuhn

Paduaner

Chamois-weißgesäumte Paduaner-Henne

Steckbrief

  • Herkunftsland: Italien
  • Farbschläge: silber-schwarzgesäumt; gold-schwarzgesäumt; chamois-weißgesäumt; blau-gesäumt; schwarz; weiß; perlgrau; tollbunt; gesperbert
  • Eigenschaften: zutraulich, ruhig, robust, neugierig, kälteempfindlich, pflegeaufwändig
  • Gewicht Henne: 1,5 – 2,0 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0 – 2,5 kg
  • Legeleistung: 120 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 50 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Ursprung

Paduaner gehören zu den Vollhaubenhühnern und ihre Geschichte reicht bereits mehrere Jahrhunderte zurück. Der Name der Rasse verweist auf die italienische Stadt Padua, jedoch ist die tatsächliche Herkunft bzw. der Ursprung der Paduaner nicht ganz klar. Die Rasse besteht mindestens seit 1600 und wurde aus dem halbhaubigen europäischen Landhuhn herausgezüchtet. Frühere Formen der Paduaner wiesen jedoch ein höheres Gewicht sowie eine höhere Legeleistung auf. Haube, Bart sowie das Fehlen von Kehllappen und Kamm stellen dabei eine natürliche Anpassung an kaltes Klima dar. Neben Italien waren sie ab dem 18. Jahrhundert auch in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland verbreitet.

Aussehen

Paduaner sind mittelgroße, leichtgebaute Hühner mit großer Vollhaube und dichtem Bart. Sie haben eine aufrechte Haltung und ein gut entwickeltes, glatt anliegendes Gefieder.

Haltung

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Paduaner heben sich durch ihr beeindruckendes Aussehen sowie ihren ruhigen und zutraulichen Charakter positiv hervor. Dennoch sind ein paar Punkte bei der Haltung zu beachten. Wesentlich für die Tiere ist genügend Bewegung beim täglichen Auslauf und ausreichend Platz. Weiters ist ein trockener und windgeschützter Stall wichtig, für den Freilauf ist zudem ein wetterfester Unterstand ratsam.

Die Haube der Paduaner ist zwar praktisch bei Kälte, jedoch sollte diese nicht nass werden, um sie gepflegt und hygienisch zu halten. Weiters sollte auch darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht bei Morgentau oder nach Regen durch die Wiese laufen, da bei der Futtersuche Kinn- und Backenbart nass werden.

Da die Paduaner durch ihre Haube nur eingeschränkte Sicht haben, fliegen sie nicht und scharren auch weniger. Jedoch ist Vorsicht geboten, wenn Greifvögel in der Nähe sind. Paduaner können die Gefahr durch ihre Haube übersehen und leichter Angriffen zum Opfer fallen. Wird die Haube bei den Hühnern zu lang, können Halter*innen den Tieren die Federn vor und neben den Augen etwas zurückschneiden.

Futter

Paduaner fressen gerne weiche Kost, dazu zählen eingeweichte Haferflocken, Reis, Nudeln, gekochte Eier oder mit Milch und Quark vermischte Mehlreste. Als Frischfutter eignen sich Kräuter, Karotten, Zwiebeln, Knoblauch, Gemüsereste oder frischer Rasenschnitt. Um die Verdauung zu fördern und das Immunsystem zu stärken, kann ins Trinkwasser ein Schuss Obstessig beigefügt werden. Hochwertiges Futter ist aufgrund der mangelnden genetischen Vielfalt wichtig für die Gesundheit der Tiere.

Wichtig ist zudem, dass bei Wasser- und Futternäpfen keine Rückstände im Gefieder bleiben. Etwaige Futterreste können nämlich das Federpicken begünstigen. Auch Ektoparasiten können sich dadurch einnisten, weshalb eine regelmäßige Kontrolle des Gefieders wichtig ist. Für die Haltung von Haubenhühnern gibt es jedoch spezielle Tränke und Näpfe, die diese Wasser- und Futterreste im Gefieder verhindern.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Die Legeleistung der Paduaner beträgt 120 Eier im ersten Legejahr, es gibt aber auch optimierte Linien, die auf 150 Eier kommen. In der Regel wiegen diese im Schnitt 50 g. Im Hochsommer legen die Tiere wesentlich weniger und im Winter ist Legepause. Da der Haltungsaufwand im Gewicht zur Wirtschaftlichkeit jedoch zu hoch ist, werden Paduaner heute weitgehend als Zierhühner gehalten.

Küken

Der Bruttrieb der Paduaner-Hennen ist kaum vorhanden. Züchter*innen können die Bruteier jedoch anderen Hennen unterschieben oder eine Brutmaschine nutzen. In den ersten Wochen sollen die Küken in einem geschützten Raum bleiben. Nach ein paar Tagen beginnt bereits die Haube zu wachsen. Zudem haben Züchter*innen beobachtet, dass sich Paduaner Küken verschiedener Größen untereinander besser verstehen als Küken anderer Rassen.

Farbschläge

Folgende Farbschläge der Paduaner sind anerkannt:

  • silber-schwarzgesäumt
  • gold-schwarzgesäumt
  • chamois-weißgesäumt
  • schwarz
  • weiß
  • blau-gesäumt
  • gesperbert
  • perlgrau
  • tollbunt

Züchter*innen

Österreich:
Leon Bachinger
Emming 22
4892 Fornach
leonbac3u@gmail.com
Facebook: Geflügelzucht Bachinger

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chamois-weißgesäumt citron-schwarzgesäumt England goldschwarz-gesäumt rahmweiß-braungesäumt rahmweiß-graugesäumt silber-schwarzgesäumt Zierhuhn

Sebright

Steckbrief

  • Herkunftsland: England
  • Farbschläge: silber-schwarzgesäumt; gold-schwarzgesäumt; chamois-weißgesäumt; citron-schwarzgesäumt; rahmweiß-graugesäumt; rahmweiß-braungesäumt
  • Eigenschaften: keck, neugierig, mutig, dominant, robust, flugfreudig, zahm, pflegeaufwändig, zutraulich
  • Gewicht Henne: 0,5 kg
  • Gewicht Hahn: 0,6 kg
  • Legeleistung: 80 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 25 – 30 g
  • Eierschalenfarbe: weiß

Ursprung

Das Sebright Huhn ist eine um 1800 gezüchtete Zwerghuhnrasse. Dabei handelt es sich um Zwerghühner in der Ursprungsform, die, im Gegensatz zu vielen anderen Zwergrassen, nicht aus einer großen Rasse gezüchtet wurden. Erzüchtet wurden sie ca. 1810 vom Adeligen Sir John Sebright, der in Folge zum Namensgeber der Rasse wurde. Auf eigenen Landgütern widmete er sich gezielt der Zucht von Schafen und Geflügel. Sir John Sebright bewunderte die gesäumte Zeichnung goldener und silberner Paduaner und nahm sich vor, diese Eigenschaft auf eine eigene Zwerghuhnrasse zu übertragen. Für die Kreuzung verwendete er verschiedene Hühner, deren Rassen jedoch unbekannt sind. Laut Beschreibungen waren eine gelbe Zwerghenne, eine goldene Henne sowie ein rötlicher Hahn beteiligt. Es lässt sich nur vermuten, dass es sich bei den Hennen um seltene Nankin-Zwerghühner handelte. Durch Einsatz dieser Tiere gelang Sir John Sebright letztlich innerhalb von 30 Jahren die Erzüchtung der neuartigen Zwerghuhnrasse, nun bekannt als „Sebrights“.

1926 entstand der deutsche Erhaltungszuchtverein „Deutscher Sebright-Club„.

Haltung

Sebright Hühner sind zwar klein und haben ein bewundernswertes Aussehen, allerdings kommen sie im Umgang mit anderen Hühnerrassen nur schwer klar. Sie mit Hühnern außerhalb ihrer Rasse zu vergemeinschaften ist deshalb nicht empfehlenswert. In dieser Hinsicht haben sie einen zu dominanten und hartnäckigen Charakter. Trotz ihrer Lebhaftigkeit werden sie bei sorgsamer Haltung schnell zahm und zutraulich. Sebrights mögen Kälte nicht besonders, jedoch halten sie die Temperaturen gut aus und nur selten kommt es zu Erfrierungen. In den Wintermonaten zeigen sie sich dennoch träger als sonst.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Obwohl Sebrights zu den Zwerghühnern gehören, sind sie sehr bewegungsfreudig und benötigen einen großflächigen Auslauf. Dieser sollte am besten abwechslungsreich gestaltet sein, sonst wird ihnen schnell langweilig. Sie sind außerdem flugfreudig und sitzen gerne in Bäumen, was bei der Auslaufgestaltung berücksichtigt werden kann. Bei der Umzäunung sollte jedoch zusätzlich ein Netz überspannt werden, sonst könnten die Tiere den Zaun überfliegen.

Futter

Sebrights sind hervorragend bei der Futtersuche und versorgen sich weitgehend selbst. Nur in den Wintermonaten muss darauf geachtet werden, die Hühner ausreichend und nährstoffreich zu füttern.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Sebright Hühner sind als Wirtschaftshühner ungeeignet. Durch ihre kleine Größe sind sie kaum als Fleischhühner geeignet, aber auch ihre deutlich geringe Legeleistung mit einem Eigewicht von maximal 30 g hat nur schlechten wirtschaftlichen Nutzen. Sebright Hühner werden daher größtenteils als Zierhühner gehalten.

Küken

Der Bruttrieb ist von Henne zu Henne verschieden ausgeprägt. Manche Hennen scheinen ständig zu glucken, während andere kaum in Brutstimmung kommen. Eine Naturbrut kann dennoch gelingen, allerdings sollte damit bis zum späten Frühjahr gewartet werden. Wenn es zu kühl ist, treten die Hähne nämlich nicht. Ist die Brut erfolgreich, sind Sebright Hennen jedoch fürsorgliche Mütter, die auf ihre Küken achten.

Farbschläge

Am häufigsten sind Sebrights in folgenden beiden Farbschlägen anzutreffen:

  • silber-schwarzgesäumt
  • gold-schwarzgesäumt

Die goldenen Sebrights haben eine gleichmäßig goldbraune Grundfarbe mit einem deutlich abgegrenzten schwarzen Saum auf jeder Feder und dem dunklen Untergefieder. Die silbernen Tiere haben eine silberweiße Grundfarbe mit demselben schwarzen Saum.

Seltener anzutreffen sind folgende Farbschläge:

  • chamois-weißgesäumt
  • citron-schwarzgesäumt
  • rahmweiß-graugesäumt
  • rahmweiß-braungesäumt

Ein typisches Merkmal der Rasse ist hierbei die Hennenfiedrigkeit. Das bedeutet, dass Hähne und Hennen kaum bzw. nur wenige Unterschiede in Körperbau und Gefieder aufweisen.

Kategorien
England gelb-schwarzcolumbia gestreift rot schwarz weiß wildbraun Zweinutzung

Sussex

Sussex Huhn

Steckbrief

  • Herkunftsland: England
  • Farbschläge: wildbraun, grausilber u. a
  • Eigenschaften: lebhaft, temperamentvoll, kälteunempfindlich, Winterleger
  • Gewicht Henne: ca. 2,5-3 kg
  • Gewicht Hahn: ca. 3-4 kg
  • Legeleistung: ca. 180 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: gelb-braun
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Sussex-Hühner sind vom Wesen sehr neugierig und aufgeschlossen. Sie sind robust, aktiv und legen sogar im Winter Eier. Diese Tiere sind kälteunempfindlich und werden mit Geduld zahm, weshalb sie sich für Anfänger*innen und Familien eignen. Diese Hühner gelten als Zwiehühner, die besonders leckeres Fleisch haben, aber auch optisch schön anzusehen sind. Außerdem sind sie sowohl körperlich als auch gesundheitlich robust und nicht schreckhaft, wenn es laut wird.

Sussex-Hühner sind für Anfänger*innen, Hobbyhaltende, aber auch Aussteller*innen interessant und werden als „Allround-Hühner“ bezeichnet. Mit anderen Hühnern der Gruppe kommen sie gut zurecht und geben aufeinander Acht. Wenn man Sussex mit einer anderen Rasse mischt, sollte diese vom Verhalten ruhig sein, um Probleme zu vermeiden.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Sussex-Hühner sind sehr pflegeleicht und freuen sich über Freilauf, um nach Futter zu suchen. Interessant ist, dass sie trotz ihrer agilen Aktivität wenig Fläche brauchen. Durch das schwere Gewicht der Hühner gelten diese als flugfaul, weshalb der Zaun entsprechend niedrig sein darf. Am Boden bewegen sich die Hühner tagsüber im Freilauf ausgesprochen schnell, in der Nacht freuen sie sich über einen Unterstall.

Futter

Ein weiterer Vorteil von Sussex-Hühnern ist, dass sie auch bei Futter nicht anspruchsvoll sind und gerne auch Haushaltsreste verwerten. Jedoch sollte man spitze Knochen und salzige sowie würzige Speisen vermeiden. Sie schätzen eine ausgewogene Mischung von Getreide, Proteinen und Fetten. Wie auch andere Hühnerrassen suchen Sussex-Hühner tagsüber nach Futter im Freilauf besonders an warmen Tagen, in der Winterzeit brauchen sie mehr Futter von Außen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Wie erwähnt sind Sussex Zwiehühner, die vor allem viel Fleisch bieten. Jedoch ist ihre Legeleistung mit 180 Eiern im ersten Legejahr und 170 Eiern im zweiten Jahr nicht zu vergessen. Außerdem zählen sie zu den wenigen Winterlegern, weshalb sie ganzjährig interessant sind für die Eierproduktion. Die Eier sind hell gelb-braun, manchmal gesprenkelt und wiegen mind. 60g. Sie eignen sich ebenso für die Kunstbrut.

Küken

Zwar legen Sussex-Hennen viele Eier, sie sind jedoch nur selten brütig und es dauert lange bis es soweit ist. Da es sich um eine robuste Hühnerrasse handelt, ist die Brut meist erfolgreich und die Ausfälle sind gering. Solange man keine anderen Hennen hält, muss man regelmäßig auf Kunstbrut setzen. Nach dem Schlüpfen überleben die Küken in den meisten Fällen.

Aussehen

Sussex-Hühner haben eng anliegende Flügel, einen kurzen Hals und einen kastenförmigen Körperbau. Es gibt diese Rasse in drei Größen: Großform, Mittelform und Zwergform. Die zwei Hauptrassen sind Weiß und Rot.

Am häufigsten kommen die Farbschläge weiß-schwarzcolumbia und rot-schwarzcolumbia vor. Sie haben ihre Grundfarbe, einen schwarzen Schwanz und grün-schwarz schimmernde Federn am Hals und im Behang.

Bei rot-schwarzcolumbia Sussex ist der Rücken jedoch dünkler und mit schwarzen Federn besetzt. Der braun-porzellanfarbige Farbschlag hingegen hat einen kastanienbraunen Grundton und schwarze Federn mit weißen Punkten.

Farbschläge

Folgende Farbschläge sind anerkannt:

  • weiß-schwarzcolumbia
  • gelb-schwarzcolumbia
  • rot-schwarzcolumbia
  • wildbraun
  • braun-porzellanfarbig
  • grausilber

Herkunft

Die Namensgebung kommt von der Grafschaft Sussex aus London, die um 1930 einen großen Teil des englischen Hühnerfleischbedarfs damals mit der Zucht der Hühner deckte. Die heute bekannten Sussex-Hühner sind eine Kreuzung aus den damals englischen gemeinsam mit asiatischen Hühnern (Cochin, Brahma) und entstanden Anfang des 19. Jahrhunderts. Diese waren damals besonders in großen Hafenstädten zuhause.

Kategorien
blau Chile Eier gesperbert weizenfarbig wildbraun

Araucana

Araucana Huhn im Freiland

Steckbrief

  • Herkunftsland: Chile
  • Farbschläge: wildfarbig, weizenfarbig, schwarz-blau variierend
  • Eigenschaften: resistent, zahm, folgsam, harmonisch, Grüneierleger
  • Gewicht Henne: 1,6 – 2,0 kg
  • Gewicht Hahn: 2,0 – 2,5 kg
  • Legeleistung: ca. 170 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 50 g
  • Eierschalenfarbe: grün-blau
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Araucana-Hühner werden oft wegen ihrer friedlichen und zurückhaltenden Art geschätzt und sind in Gruppen unproblematisch. Sie gelten als aufmerksam und fleißig unter den Hühnerrassen. Sie zeichnen sich durch eine schnelle und geschickte Vorgehensweise beim Suchen der Nahrung im Freien aus. Des Weiteren werden Araucana-Hühner als zutraulich bezeichnet und eignen sich so auch als Haustiere in der Haltung. Gerne werden sie Anfängern der Hühnerhaltung empfohlen und enttäuschen mit ihrer treuen, friedsamen Art nicht.

Auch ihr Krähen wird im Allgemeinen nicht als störend empfunden, denn sie sind dafür bekannt, morgens gelegentlich laut, aber selten zu krähen und Hennen meist nur dann, wenn sie ein Ei gelegt haben. Warnen, Verteidigen, Locken und Suchen sind ihre Lieblingsbeschäftigungen im Alltag. Beim Beobachten der Araucana-Hühner wird Einem durch ihre agile, neugierige und clevere Art nie langweilig.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Araucana-Hühner sind besonders pflegeleicht und schätzen den freien Auslauf tagsüber, um nach Futter zu suchen und sind ziemlich schnell in ihrer Fortbewegung. Ist eine Einzäunung nötig, sollte diese die Flughöhe der Hühner von 2,5 m überschreiten, um deren Verschwinden zu verhindern. Durch das Geschick der Tiere sind dichte Zäune zu empfehlen, denn so manches Huhn findet eine Lücke und nutzt diese.

Futter

Bei der Fütterung sollte darauf geachtet werden, dass es sich nicht um eine klebrige oder breiige Konsistenz handelt. Eine solche Ernährung kann zum Verkleben des dicht gefiederten Kopfschmucks der Hühner führen. Dies kann das unerwünschte „Federpicken“ verursachen und ist dringend zu vermeiden. In warmen Monaten finden Araucana-Hühner selbständig Nahrung im Freiland, jedoch wird Zusatznahrung empfohlen. Im Winter sind sie selbstverständlich auf externe Nahrungszufuhr angewiesen.

Flugfähigkeit

Oft wird behauptet, dass Araucana-Hühner aufgrund ihres fehlenden Schwanzes Steuerprobleme in der Höhe haben. Jedoch lässt sich sagen, dass besonders Junghühner außerordentlich hoch und weit fliegen können. Erwachsene Araucanas fliegen bis zu 4 m hohe Tannen oder andere Hindernisse an und beherrschen das problemlose Wenden in der Luft. Dennoch sollte man ihre flinke Fortbewegung auch am Boden nicht unterschätzen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Araucana-Hühner zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie die einzigen Grünleger sind. Das bedeutet, ihre Eier sind grün, wobei diese Besonderheit häufig bei der folgenden Generation verblasst. Interessant ist, dass die Farbe der Eier mit der dominanten Verebung zu tun hat: Wenn das andere Elterntier ein Weißleger ist, so erscheinen die Eier der nächsten Generation bläulich. Wenn es sich bei dem anderen Elterntier jedoch um Braunleger handelt, so ändert sich die Eifarbe der Nachkommen zu olivgrün oder olivbraun. Die außergewöhnliche Farbe der Eier wird auf Gallensäure zurückgeführt und zieht sich bis zum Inneren durch.

Araucana-Hennen legen jährlich durchschnittlich 170-180 Eier, die ca 50 Gramm wiegen. Wintermonate bedeuten für Hennen eine Legepause, wobei es bei günstigen Bedingungen im Hühnerstall vorkommen kann, dass hin und wieder ein Ei gelegt wird.

Küken

Empfehlenswert ist das Stutzen der Federn um die Kloake, um so den Befruchtungserfolg zu begünstigen. Zwar brüten Araucana-Hennen eher selten, doch werden umso weniger Ausfälle verzeichnet. So kann man sich über robusten und pflegeleichten Nachwuchs freuen. Bei Verwendung einer Brutmaschine sollte man auf eine geeignete Wärmelampe achten. Auch der Stall soll möglichst gut auf Küken ausgelegt sein und das Futter besonders feinkörnig sein.

Es gibt jedoch ein Kriterium, das sich negativ auf Araucana-Küken auswirkt: Wenn beide Elterntiere buschige Bommeln um die Ohren aufweisen, ist eine gesunde Nachkommenschaft höchst unwahrscheinlich und kann zu genetischen Missbildungen sowie frühzeitigem Sterben führen, daher züchtet man keine reinerbigen Bommelträger.

Aussehen

Reinrassige Araucana-Hühner besitzen keine Bürzeldrüse, keine Schwanzfedern oder -wirbel, doch sie fallen durch ihren roten Erbsenkamm auf. Mischformen können jedoch über einen andersfarbigen Kamm verfügen und bilden häufig einen gewöhnlichen Hühnerschwanz aus. Als „Kaulhühner“ bezeichnet man Araucana-Hühner ohne Schwanz.

Farbschläge

Araucana-Hähne zeichnen sich durch einen vollen Sattelbehang sowie einen mittellangen Halsbehang aus und unterscheiden sich von Hennen vor allem durch geschlechtsspezifische Merkmale, aber auch eine senkrechtere Haltung. Die Zwergform der Araucana-Hühner ähnelt der Großform in besonderem Maße. Folgende Farbschläge sind anerkannt:

  • Blau-Rot (nur Großform)
  • Blau-Wildfarbig (nur Großform)
  • Blau-Goldhalsig (nur Großform)
  • Wildfarbig
  • Goldhalsig
  • Gold-Weizenfarbig
  • Blau-Weizenfarbig
  • Silberhalsig
  • Blau
  • Schwarz
  • Schwarz-Rot
  • Gesperbert
  • Weiß

Herkunft

Die Herkunft der Araucana-Hühner kann nicht mit Sicherheit bestätigt werden, vermutet wird aber die Abstammung in Südamerika. Ihre Bezeichnung leitet sich von den Araukanern (Indianerstamm) ab, die sie um 1890 für sich entdeckten. Das Gebiet der damaligen Verbreitung erstreckte sich von Chile bis nach Brasilien. Interessanterweise haben Araucna-Hühner eine auffällige Ähnlichkeit mit Hühnern aus Polynesien. Für die Zucht wurden sie erst ab den 1960er Jahren populär.

Züchter*innen

Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

Manuel Bruckmeier
Bergham 2
84347 Pfarrkirchen
Tel.: 01 71 / 1 24 61 01
bruckmeier-manuel@web.de

Marina Längle
Hittisau
nurse_83@gmx.at
Tel.: 0664/1069725

Hohle Hüentschi
Ursenbach
www.hohlehueentschi.com