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Bressehuhn / Bresse-Gauloise

Steckbrief

  • Herkunftsland: Frankreich
  • Farbschläge: weiß; schwarz; blau; geflockt
  • Eigenschaften: ruhig, zäh, neugierig, zahm, pflegeleicht, lebhaft, anpassungsfähig, robust, frohwüchsig
  • Gewicht Henne: 2,0 – 2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5 – 3,0 kg
  • Legeleistung: 240 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: nein

Ursprung

Bressehuhn bzw. Bresse-Gauloise ist eine französische Hühnerrasse benannt nach der Region Bresse im Osten Frankreichs. Das Außergewöhnliche an der Rasse ist ihr Namensschutz. Bereits im Jahr 1601 wurde unter dem französischen König Heinrich IV. erlassen, dass „das Huhn der Bresse“ (frz. Poule de Bresse) unter diesem Namen in keiner anderen Regionen gehalten werden darf. Außerhalb dieses Gebiets erhalten die Hühner demnach den Zusatz „Gauloise“.

Traditionell waren in der Bresse drei Farbschläge verbreitet: die Schwarzen von Louhans, die Grauen von Bourg und die Weißen von Bény. Durch Einfluss von Händlern und einer gezielten Zucht entwickelten sich die Weißen von Bény zu den eigentlichen Bressehühnern. Das Bressehuhn ist bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Im Jahr 1864 konnte es sich haushoch gewinnend bei einem nationalen Schlachttierwettbewerb durchsetzen. 1904 folgte die Gründung des ersten Bresse Clubs, der sich für genaue Rassestandards einsetzte und die Zucht förderte. 1957 erhielt das Huhn schließlich seinen Namensschutz, der die angemessene Nutzung des Rassennamens regelt.

Aussehen

Bressehühner sind einfachkämmige Landhühner mit blauen Läufen und weißen Ohrscheiben. Der weiße Farbschlag ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung, vor allem aber sind die Farben der französischen Flagge kennzeichnend (weißes Gefieder, roter Kamm und Kehllappen, blaue Läufe). Bei der Henne wird der abstehende Kamm umgelegt. Die Hühner haben außerdem einen langen, gut gerundeten Rumpf und einen breiten Rücken, der leicht abfällt. Die Brust ist breit und voll und die Flügel liegen eng an.

Haltung

Aufgrund des Namensschutzes kann die Rasse nicht überall einheitlich „Bressehuhn“ genannt werden. Das erfordert nämlich die Einhaltung gewisser Haltungs-, Mast- und Vermarktungsvorschriften. Außerdem muss die entsprechende Zuchtrichtung und die regionale Zugehörigkeit erfüllt sein. Es gibt rund 250 Züchter*innen in der französischen Region, die dadurch einheitliche Prinzipien verfolgen, was Haltung, Fütterung und Schlachtung betrifft. Das umfasst unter anderem geregelte Bedingungen für die Aufzucht der Küken sowie älterer Hühner und Vorgaben zum Futter. Dadurch bleibt das Rassekennzeichen erhalten, das die Authentizität des Bressehuhns bestätigt. Außerhalb all dieser Bedingungen ist die Rasse als Bresse-Gauloise zu bezeichnen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die ruhigen, neugierigen und zähen Hühner haben keine speziellen Anforderungen an die Haltung, jedoch haben sie einen durchaus hohen Bewegungsdrang. Eine Freilandhaltung ist daher empfehlenswert. Beim Platzbedarf sollten 10 m² pro Huhn einberechnet werden. Da die Hühner jedoch nicht gern fliegen, reicht eine niedrige Umzäunung aus.

Futter

Durch die Freilandhaltung nehmen die Hühner bereits den Großteil ihres Futters auf, allerdings kann mit regionalem Futter wie Mais und Buchweizen zugefüttert werden.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Bressehühner bzw. Bresse-Gauloise werden hauptsächlich als Wirtschaftshühner gezüchtet und gehalten. Besonders wegen ihres schmackhaften Fleisches, das durch sorgfältige Haltung hohe Qualität aufweist, sind sie eine begehrte Rasse. Bereits nach 20 Wochen erreichen sie ein Schlachtgewicht von 2,3 kg bei Hennen und 2,9 kg bei Hähnen. Doch auch die Legeleistung von bis zu 240 Eiern im Jahr ist bemerkenswert und macht Bressehühner somit zu einem wertvollen Zweinutzungshuhn.

Küken

Bressehühner brüten kaum, weshalb eine Leihhenne oder eine Kunstbrut empfehlenswert ist. Die Küken sind jedoch robust und wachsen schnell heran. Die Hennen beginnen bereits ab einem Alter von 18 Wochen, Eier zu legen.

Farbschläge

Beim originalen Bressehuhn gibt es nur den weißen Farbschlag mit weißem Gefieder, roten Kopfmerkmalen, blauen Läufen sowie dunkelbraunen Augen.

Bei den Bresse-Gauloise hingegen gibt es mehrere Farbschläge:

  • blau
  • schwarz
  • geflockt

Auch sie haben rote Kopfmerkmale sowie blaue Läufe, nur die Farbe des Gefieders variiert entsprechend. Ebenso kann die Augenfarbe je nach Farbschlag verschiedene Brauntöne annehmen.

Züchter*innen
(Bresse-Gauloise)

Deutschland:
Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

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blau-gesäumt Frankreich gesperbert perlgrau schwarz weiß Zweinutzung

La Flèche

Steckbrief

  • Herkunftsland: Frankreich
  • Farbschläge: schwarz; weiß; blau-gesäumt; gesperbert; perlgrau
  • Eigenschaften: scheu, wachsam, neugierig, misstrauisch, schwer zähmbar, robust, lebhaft
  • Gewicht Henne: 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0 – 4,0 kg
  • Legeleistung: 180 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 70 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Ursprung

Das La Flèche Huhn ist ein seltenes Rassehaushuhn aus Frankreich, das aus Haubenhühnern gezüchtet wurde. Der Name verweist auf den Herkunftsort, und zwar die Gemeine La Flèche im nordwestlichen Frankreich. Die Rasse geht vermutlich auf schwarze Spanier und Crève-Coeur Hühner zurück. La Flèche Hühner waren damals vor allem wegen ihrer hohen Fleischqualität sowie der weißen Haut ansehnlich. Um 1860 kam die Rasse nach Deutschland, allerdings ist sie heute selten außerhalb Frankreichs verbreitet.

Aussehen

Eine außergewöhnliche Eigenschaft der La Flèche Hühner ist der V-förmige Kamm, auch „Hörnerkamm“ genannt.

Haltung

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

La Flèche Hühner sind robuste und lebhafte Tiere, doch zahm und zutraulich sind sie nicht, da sie zur Vorsicht neigen. Sie sind sehr wachsam, misstrauisch, aber dennoch neugierig. Die Hühner haben einen hohen Bewegungsdrang , den sie in einem weiten, abwechslungsreichen Freilauf gut ausleben können. Allerdings fliegen die Tiere auch gern. Wenn die Hühner nicht daran gewöhnt werden, bei Tagesende für die Nacht in den Stall zu gehen, dann kann es sein, dass sie sich stattdessen auf Bäume zurückziehen. Die Umzäunung muss daher aber auch mindestens zwei Meter hoch sein.

Futter

Wird den La Flèche Hühnern genügend Freilauf gewährt, suchen sie den Großteil ihres Futters selbst und sie sind gut versorgt. Am Abend können die Tiere noch mit etwas Futter in den Stall gelockt werden, sonst übernachten die Hühner auch gern auf Bäumen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Ursprünglich wurde das La Flèche Huhn aufgrund seines kräftigen Körpers, des raschen Wachstums und der guten Fleischeigenschaften gezüchtet. Allerdings ist auch die hohe Legeleistung von 180 Eiern im Jahr bemerkenswert. Die Hennen legen außerdem jahrelang, noch dazu auch im Winter. Es handelt sich hierbei also um ein ideales Zweinutzungshuhn.

Küken

La Flèche Hennen sind selten in Brutstimmung, weshalb eine Leihhenne oder ein Brutkasten notwendig ist. Ist die Brut erfolgreich, sind die Hennen jedoch hervorragende Glucken.

Wer Küken aufzieht, kann sie durchaus zähmen, doch Streichelhühner werden keine aus ihnen. Wichtig ist dennoch die Vermittlung von Sicherheit, damit die Küken an Zutrauen gewinnen. Durch wenig Beachtung werden die Küken jedoch später misstrauisch und distanziert.

Abhängig vom Entwicklungsstand wachsen die Küken schneller oder langsamer. Innerhalb der ersten drei Wochen werden aus den Küken kleine Geier. Bis zur 23. Woche reifen sie jedoch zu edlen Jungtieren heran.

Farbschläge

Folgende Farbschläge sind bei La Flèche anerkannt:

  • schwarz
  • weiß
  • gesperbert
  • blau-gesäumt
  • perlgrau

Beim schwarzen Farbschlag liegt auf den dunklen Federn ein grüner Glanz. Der grauschwarze Schnabel hat eine helle Spitze und die vorerst dunkel-schiefernfarbigen Läufe werden im zunehmenden Alter bleigrau.

Durch den weißen Farbschlag sind alle Hühner rein weiß. Im Gefieder des Hahns zeigt sich zusätzlich ein leichter Gelbstich. Schnabel und Läufe sind entweder hellbraun oder bleigrau.

Beim gesperberten Farbschlag ist auf jeder Feder ein quergebänderter Übergang von Schwarz zu Blaugrau zu sehen. Beim Hahn sind diese Streifen alle gleich breit, bei der Henne sind die dunklen Streifen breiter als die hellen, womit diese dunkler erscheinen. Schnabel und Läufe sind hellbraun und manchmal leicht gefleckt.

Der blau-gesäumte Farbschlag weist dunkelhornfarbene Schnäbel und schieferblaue Läufe auf. Dabei wirken die Hähne etwas dunkler als die Hennen.

Hühner des perlgrauen Farbschlags haben sowohl bei Hahn als auch Henne ein gleichmäßig hellgraues Gefieder. Der Hahn erscheint dabei etwas dunkler als die Hennen.

Züchter*innen

Österreich:
Johannes Janus
Großgrabenstraße 36
3052 Innermanzing
Tel.: +43 (0) 676 347 980 9
kontakt@huehnernest.at
www.huehnernest.at

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Wyandotte

Drei goldblau-gesäumte Wyandotten-Hennen

Steckbrief

  • Herkunftsland: USA
  • Farbschläge: schwarz, blau, weiß, weiß-schwarz-columbia, rebhuhnfarbig-gebändert, gelb, silberhalsig, goldhalsig, rot, schwarz-weiß-gescheckt, braun-porzellanfarbig, dunkel, gelb-schwarz-columbia, gestreift, goldblau-gesäumt, goldschwarz-gesäumt, goldweiß-gesäumt, silber-schwarzgesäumt
  • Eigenschaften: robust, freundlich, geeignet für Anfänger, wetterfest, zutraulich, zahm, brütet gerne
  • Gewicht Henne: 2,5 – 3,0 kg
  • Gewicht Hahn: 3,4 – 3,8 kg
  • Legeleistung: ca. 180 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 55 g
  • Eierschalenfarbe: je nach Farbschlag gelb bis dunkelbraun
  • Zwergform vorhanden: ja

Ursprung

Die Wyandotte stammt aus den USA, wobei sich der Name der Rasse vom Huronen-Indianerstamm ableitet, der sich selbst als Wyandot bezeichnet, das übersetzt „Inselbewohner“ bedeutet.
Die ersten Tiere wurden bereits ab dem Jahr 1865 gezüchtet, wobei mehrere Züchter beteiligt waren. Der Durchbruch gelang dann dem Züchter L. Whittaker in den 1870er-Jahren. Gekreuzt wurden hierfür Silber-Sebrights, Silber-Paduaner, Hamburg Silberlack Hühner sowie Brahmas und Cochins. Daraus entstand der erste silber-schwarz-gesäumte Farbschlag, welchem noch etwa 30 weitere folgten.
Zunächst hieß die Rasse „Amerikanischer Sebright“ bzw. „Sebright-Cochin“, jedoch folgte auf den Vorschlag des Züchters Frederick A. Houdlette die Umbenennung in „Wyandotte“. Die Rasse wurde schließlich 1883 anerkannt.

Haltung

Die Wyandotte ist eine sehr robuste und vitale Hühnerrasse, die sowohl schlechten Wetterbedingungen als auch Frost trotzt und selten erkrankt. Die Tiere sind zudem zutraulich, lebensfroh und stellen keine speziellen Ansprüche an ihre Haltung.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die Wyandotte fliegt nicht gern, deshalb reicht eine niedrige Umzäunung für den Auslauf aus. Sie fühlt sich sowohl im Gehege als auch im unbegrenzten Freilauf wohl, vor allem wenn dieser abwechslungsreich mit Bäumen und Büschen gestaltet ist. In warmen Jahreszeiten bietet es sich jedoch an, den Tieren weiten Freilauf zu gewähren, da sie sich dann gut selbst versorgen können.

Futter

Es ist wichtig, dass Wyandotten nicht überfüttert werden. Sie können ansonsten schnell verfetten, wodurch ihre Wirtschaftsleistung beeinträchtigt wird. Durch ausreichend Freilauf in warmen Monaten etwa suchen sie ihr Futter auch gern selbst, erhalten so wichtige Nährstoffe und die Zufütterung kann eingeschränkt werden.

Goldblau-gesäumter Wyandotten-Hahn

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Wyandotten sind ideale Zweinutzungshühner. Sie können für die Mast, aber auch als Legehühner gehalten werden. Bei den Eiern gibt es deutliche Schwankungen was Eigewicht und -farbe angeht, da dies je nach Farbschlag variiert. Durchschnittlich wiegen die Eier rund 55 g bei einer Legeleistung von etwa 180 Eiern im Jahr, wobei im Winter Legepause ist.

Küken

Wyandotten haben einen stark ausgeprägten Bruttrieb. Bei der Haltung muss deshalb darauf geachtet werden, dass die Hennen genug fressen und keine Gesundheitsschäden aufweisen. Die Bruteier eignen sich jedoch sowohl für den Brutkasten als auch für die Naturbrut. Die Hennen sind jedenfalls fürsorgliche Mütter, die sich um ihre Küken zuverlässig kümmern.

Farbschläge

Es gibt eine breite Vielfalt an Farbschlägen der Wyandotten. Der ursprüngliche Farbschlag ist der silber-schwarzgesäumte. Mittlerweile existieren über 30 verschiedene Varianten, darunter:

  • weiß
  • weiß-schwarz-columbia
  • silberhalsig
  • silber-schwarzgesäumt
  • schwarz
  • schwarz-weiß-gescheckt
  • rot
  • rebhuhnfarbig-gebändert
  • goldhalsig
  • goldweiß-gesäumt
  • goldschwarz-gesäumt
  • goldblau-gesäumt
  • gestreift
  • gelb
  • gelb-schwarz-columbia
  • dunkel
  • braun-porzellanfarbig
  • blau

Auch die Eierschalenfarbe variiert von gelb bis dunkelbraun.

Hahn und Henne unterscheiden sich durch Farbgebungen bei Kopf- und Halszeichnungen. Während die Mantelzeichnung bei der Henne bestehen bleibt, weist der Hahn in Kopf- und Halsbereich deutliche Unterschiede zum Mantelbehang auf. Was bei allen Farbschlägen einheitlich ist, sind die orangerote Augen und die gelben Läufe.

Züchter*innen

Zwerg-Wyandotte:
Mariano Zamorano
Nutztierarche Tripsrath
Annastr. 38
52511 Geilenkirchen
kontakt@nutztierarche-tripsrath.de
Tel.: 02451-4844474
www.nutztierarche-tripsrath.de

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blau chamois-weiß-getupft gold-schwarz-getupft schwarz Schweiz silber-schwarz-getupft Zweinutzung

Appenzeller Spitzhaube

Silber-schwarz-getupfte Appenzeller Spitzhauben Hennen

Steckbrief

  • Herkunftsland: Schweiz (Appenzellerland)
  • Farbschläge: gold-schwarz-getupft, chamois-weiß-getupft, silber-schwarz-getupft, schwarz, blau, weiß, reingoldig
  • Eigenschaften: scheu, robust, wetterfest, vital, langlebig
  • Gewicht Henne: 1,2 – 1,5 kg
  • Gewicht Hahn: 1,5 – 1,8 kg
  • Legeleistung: 100-150 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß

Ursprung

Appenzeller Spitzhauben sollen bereits im 15. Jahrhundert in Klöstern des alpinen Raums gezüchtet worden sein. Stammeltern dieser Rasse dürften die Hühner der niederländischen Brabanter und der französischen La Flèche und Crève-Coeur sein. Im Laufe des 20. Jahrhunderts waren die Spitzhauben nur mehr in Appenzell vorhanden, daher die Namensgebung. In den 1950er-Jahren ist die Rasse fast ausgestorben. 1983 nahm sich die gemeinnützige Schweizer Stiftung „ProSpecieRara“ der bedrohten Hühner an, wonach noch im selben Jahr 230 Küken hervorgingen. Heute wird die Rasse in der gesamten Schweiz gezüchtet, wobei der Schwerpunkt in der Ostschweiz liegt.

Aussehen

Charakteristisch für Appenzeller Spitzhauben ist ihr auffälliger Kopfschmuck. Hierbei handelt es sich um die nach vorn geneigte Federhaube sowie die zwei abstehenden „Hörner“ des Kammes.

Haltung

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die Appenzeller Spitzhauben sind Alpenhühner und dementsprechend an diesen Raum angepasst. Sie sind an felsigen Grund gewohnt und halten sich auch vermehrt in Bäumen auf bzw. übernachten sogar auf diesen, auch im Winter. Für ihre kleine Größe sind die Tiere jedoch sehr aktiv, fleißig bei der Futtersuche und können gut fliegen. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es wichtig, dass Appenzeller Spitzhauben ein großflächiger Auslauf zur Verfügung steht. Auch wenn die Tiere ihre Halter*innen erkennen können, sind sie dennoch scheu und nicht leicht zu zähmen.

Futter

Appenzeller Spitzhauben sind hervorragend bei der Futtersuche, wenn sie genügend Auslauf haben, daher muss nur auf eine geeignete Zufütterung geachtet werden.

Silber-schwarz-getupfter Appenzeller Spitzhauben Hahn

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Die Appenzeller Spitzhauben werden zum Teil als Zier-, Lege- oder Zweinutzungshühner gehalten. Die Hennen bringen mit ca. 150 Eiern im Jahr eine gute Legeleistung.

Küken

Der Bruttrieb der Hennen ist kaum vorhanden. Wird jedoch mit Erfolg gebrütet, gehen die Hennen sehr wachsam mit ihren Küken um. Das Geschlecht lässt sich ab einem Alter von acht bzw. neun Wochen feststellen, da bei Hähnen der längere Kehllappen sowie der größere Hörner-Kamm hervorsticht.

Farbschläge

Im letzten Jahrhundert waren noch weit über zehn Farbschläge der Appenzeller Spitzhaube verbreitet, von diesen haben heute jedoch nur fünf überlebt:

  • gold-schwarz-getupft
  • chamois-weiß-getupft
  • silber-schwarz-getupft
  • schwarz
  • blau
  • weiß
  • reingoldig

Am häufigsten ist der Farbschlag silber-schwarz-getupft. Seltener sind die gold-schwarz-getupften, reingoldigen, reinschwarzen und reinweißen Farbschläge.

Züchter*innen

Schweiz:
Manuela Silvestro
Erlenmühle 561
9200 Gossau
zuechterin@appenzeller-spitzhaube.com
www.appenzeller-spitzhaube.com

Hohle Hüentschi
Ursenbach
www.hohlehueentschi.com

Deutschland:
Manuel Bruckmeier
Bergham 2
84347 Pfarrkirchen
Tel.: 01 71 / 1 24 61 01
bruckmeier-manuel@web.de

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gesperbert USA Zweinutzung

Amrock

Steckbrief

  • Herkunftsland: USA
  • Farbschläge: gestreift
  • Eigenschaften: robust, frühreif, zahm, freundlich, geeignet für Anfänger, familienfreundlich
  • Gewicht Henne: 2,5-3,0 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0-4,0 kg
  • Legeleistung: ca. 220 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: 58 g
  • Eierschalenfarbe: braun bis bräunlich gelb
  • Zwergform vorhanden: ja

Ursprung

Amrock-Hühner stammen ursprünglich aus der Stadt Plymouth (USA) und waren schon ab 1849 bekannt, allerdings noch unter dem Namen „Barred Rocks“, der auf die Zeichnung des Gefieders anspielt. Wie die Plymouth Rocks wurden auch Amrocks aus Dominikanern, Javahühnern und Cochins erzüchtet. Für lange Zeit wurden sie lediglich als Wirtschaftshühner gezüchtet.
Als sie im Jahr 1948 nach Deutschland kamen, wurde versucht, die wirtschaftlichen Eigenschaften zu erhalten und gleichzeitig die äußeren Eigenschaften zu optimieren. Durch diese Entwicklung kamen ab den 1950er-Jahren die Hybridhühner auf. Allerdings verlor die Wirtschaftsrasse innerhalb von Jahren ihre Wirtschaftlichkeit, weshalb Zuchtschwerpunkt entweder Rassetyp oder Ausstellungshuhn wurde.

Haltung

Amrocks sind ruhige und freundliche Hühner, die auch sehr gut mit anderen Tieren – ganz gleich welcher Art und Rasse – auskommen. Sie werden auch sehr schnell handzahm, womit sie sich auch für den größeren Hühnerhof, aber auch für Familien mit Kindern sehr gut eignen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Amrocks können im Garten gehalten werden, ohne auf allzu hohe Umzäunungen setzen zu müssen. Sie sind nämlich schlechte Flieger, womit ein Zaun mit einer Höhe von 1,40 m ausreichend ist. Der Auslauf sollte jedoch genug Versteckmöglichkeiten wie Hecken oder Büsche bieten, damit die Hühner vor Greifvögeln geschützt sind.

Es ist zudem wichtig, Amrocks nicht zu überfüttern, da sie vor allem im höheren Alter zur Verfettung neigen. Das wirkt sich schlecht auf die Legeleistung aus. Daher benötigen Amrocks auf jeden Fall genügend Auslauf. Wenn sie diesen bekommen, suchen sie sich in warmen Jahreszeiten den Großteil ihrer Nahrung selbst. So erhalten sie genügend Nährstoffe und Vitamine, was die Ei-Qualität verbessert. Dann muss auch nur mehr ergänzend zugefüttert werden. Eine reine Haltung im Stall ist jedoch nicht zu empfehlen.

Futter

Haben die Hühner im Freien nur wenig Erfolg bei der Futtersuche, können sie mit passenden Gemüse- bzw. Essensresten aus dem Haushalt gefüttert werden. Wenn die Tiere ausgewogen ernährt sind, bleiben sie gesünder und benötigen auch weniger Hühnerfutter. Das entspricht 100 g Hühnerfutter pro Tag bzw. in der Lege-Saison 100 g Legemehl.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Beim Amrock handelt es sich um ein ausgezeichnetes Wirtschaftshuhn. Die Hennen legen bis zu 220 Eier in ihrem ersten Legejahr, diese wiegen jeweils ca. 58 bis 60 g. Auch in den Folgejahren legen die Amrock-Hennen fleißig. Im zweiten und sogar noch dritten Jahr sind bis zu 200 Eier pro Jahr bei sorgfältiger Haltung möglich.

Mit ihrem schweren Schlachtkörper weisen Amrock-Hühner feines und wohlschmeckendes Fleisch auf. Zudem sind die Küken sehr frohwüchsig und die Tiere sind hervorragend beim Futterverwerten.

Somit stellen Amrocks eine ideale Zweinutzungsrasse dar.

Küken

Amrock-Küken haben eine Kennfarbe. Das heißt, dass sich gleich nach dem Schlüpfen das Geschlecht feststellen lässt. Diese Unterschiede zeigen sich wie folgt:

Henne

  • kleiner bis größerer geschlossener Kopffleck
  • dunkle Läufe mit hellen oder dunklen Füßen

Hahn

  • größerer, zerfaserter Kopffleck
  • hellere Läufe und Füße

Farbschläge

Anders als beim Plymouth Rock gibt es Amrocks nur in einem Farbschlag, nämlich gestreift bzw. gesperbert. Das Sperber-Muster bildet sich aus einer mehrfachen Querstreifung einzelner Federn, Grundfarbe ist dabei das scharf abgegrenzte Schwarz.

Amrock Hahn und Hennen

Züchter*innen

Deutschland:
Martin Kathmann
Calhorner Kirchweg 6
49632 Essen (Oldenburg)
martin.kathmann@gmx.de
Tel.: 05434 / 2046

Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

Österreich:
Rudolf Haas
Gersdorfer Straße 22
8472 Straß
rudolf.haas70@gmx.at
Tel.: +43/(0)6645554836