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Deutschland Eier Farbschläge Fleisch gesperbert

Deutscher Sperber

Steckbrief

  • Herkunftsland: Deutschland
  • Farbschläge: gesperbert
  • Eigenschaften: lebhaft, zutraulich, aktiv, robust, frühreif
  • Gewicht Henne: 2,0-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: 2,5-3,0 kg
  • Legeleistung: 180 bis über 200 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Deutsche Sperber sind für ihren angenehmen Charakter bekannt. Die Hühner sind zwar durchaus lebhaft und aktiv, zeichnen sich aber durch ein freundliches und friedliches Wesen aus. Da sie auch sehr zutraulich werden und gut mit ihnen gearbeitet werden kann, sind sie als „Familienhühner“ geeignet. Zudem erweist sich die Haltung dieser Rasse als relativ unkompliziert, da Deutsche Sperber keine allzu hohen Ansprüche an ihre Umgebung stellen.

Neben ihrem freundlichen Wesen erfreuen die frühreifen und robusten Tiere mit einer hohen Wirtschaftlichkeit: Halter*innen werden vor allem die gute Legeleistung schätzen, aber auch die Fleischqualität ist beachtlich. Obwohl Deutsche Sperber aber so gute Eigenschaften und ein friedliches Gemüt zeigen, sind sie leider mittlerweile sehr selten geworden und gelten als stark gefährdete Rasse.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Die Haltung von Deutschen Sperbern ist recht einfach möglich, da diese im Vergleich zu anderen Rassen wenige Anforderungen voraussetzen. Notwendig ist aber auf jeden Fall eine sehr große Fläche, auf der sich die Hühner bewegen können. Durch die aktive Art ist ein deutscher Sperber gerne unterwegs und scharrt eifrig nach Futter. Eine abwechslungsreiche Umgebung freut das Tier, sodass ein vielfältig gestalteter Auslauf zu empfehlen ist.

Falls die Hühner überhaupt nicht freilaufen können, ist nur eine niedrige Umzäunung notwendig: Bei Deutschen Sperbern ist eine gewisse Flugfähigkeit zwar durchaus vorhanden, tatsächlich fliegen sie aber sehr selten. Solange ihnen also auf der umzäunten Fläche alles Notwendige zur Verfügung gestellt wird und sie sich wohlfühlen, bleiben Deutsche Sperber fast immer freiwillig innerhalb der Umzäunung. Grundsätzlich sind Hühner dieser Rasse sehr robust und widerstandsfähig.

Futter

Prinzipiell ist bei der Fütterung Deutscher Sperber nicht viel mehr zu beachten als bei anderen Rassen. Sie gelten als sehr eifrige Futtersucher, die sich bei genügend Auslauf den Großteil ihrer Nahrung selbst suchen. Daher müssen Halter*innen nicht allzu viel zufüttern. Aufgrund der hohen Legeleistung und des daraus resultierenden hohen Nährstoffbedarfs empfiehlt es sich aber, zusätzlich gesundes Futter zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise bleiben Legeleistung und Bewegungsfreude aufrecht und die Tiere aktiv und aufgeweckt.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Deutschen Sperbern um sehr wirtschaftliche Hühner mit vielen guten Eigenschaften. Zunächst beeindrucken sie mit einer sehr hohen Legeleistung: Der Bruttrieb ist zwar nicht so stark ausgeprägt, dafür sind die Hennen sehr legefreudig. Angefangen bei 180 Eiern pro Jahr können Hennen dieser Rasse bis zu 200 Eier oder mehr legen. Da sie frühreif sind, beginnen die jungen Tiere schon recht früh mit der Eierproduktion.

Gleichzeitig zeigt ein Deutscher Sperber auch gute Fleischleistung. Das Fleisch dieser Rasse soll besonders fein und hochqualitativ sein, sodass es vor allem früher durchaus gerne auf den Teller kam. Zudem sind Deutsche Sperber fleißige Futtersucher, bei denen nicht allzu viel zugefüttert werden muss. Dies freut Halter*innen, die darüber hinaus den schönen Anblick des gesperberten Gefieders genießen können. Bei so vielen positiven Eigenschaften stellt sich die Frage, wieso Hühner dieser Rasse so selten geworden sind.

Küken

Der Bruttrieb ist bei Deutschen Sperbern nicht sehr stark ausgeprägt. Die Hennen legen zwar viel, brüten aber meist nicht von selbst. Daher empfiehlt sich eher Kunstbrut als Alternative. Küken dieser Rasse sind schnell aktiv, frohwüchsig und bekommen bald ihr Gefieder. Die Hennen gelten als frühreif und fangen vergleichsweise schnell damit an, Eier zu legen.

Aussehen und Farbschläge

Vom Körperbau her entspricht ein Deutscher Sperber dem Landhuhntyp. Auffällig sind der lange Rumpf sowie der breite, lang gestreckte Rücken. Hennen zeichnen sich zudem durch einen gut nach vorne gewölbten Bauch aus, der auf ihre gute Legeleistung hinweist. Die Flügel werden sehr nah am Körper getragen und der Schwanz steht in einem stumpfen Winkel zum Rumpf. Außerdem besitzen Deutsche Sperber unbefiederte, fleischfarbige Läufe und einen Einfachkamm mit vier bis sechs Zacken. Geziert werden sie außerdem von runden roten Kehllappen und rein weißen Ohrscheiben. Das Gesicht der Hühner ist dunkelrot gefärbt, ebenso wie Augen und Kehllappen. Der mittellange Schnabel erscheint in Hornfarbe. Deutsche Sperber existieren, wie der Name schon vermuten lässt, in nur einem einzigen Farbschlag:

  • Gesperbert

Dabei ist das gesamte Gefieder schwarz-blau-weiß gesperbert, wobei die Henne oft etwas dunkler wirkt als der Hahn. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ihr Gefieder mehr dunkle Farbpartien aufweist, während der Hahn zu gleichen Teilen helle und dunkle Farbfelder zeigt.

Herkunft

Um 1900 begann Otto Trieloff, ein Geflügelzüchter aus Duisburg, diese Rasse zu züchten. Dafür zog er unter anderem Minorkas, Italiener, Plymouth Rocks und Bergische Schlotterkämme mit gesperbertem Farbschlag heran. Ausgangspunkt war das Ziel, eine sehr wirtschaftliche Rasse mit guter Legeleistung und einem ansprechenden Aussehen zu züchten. Der heute noch bestehende Sonderverein der Deutschen Sperber wurde schon im Jahr 1907 gegründet. Erst 1917 bekam die Rasse allerdings ihren heutigen Namen „Deutsche Sperber“ in Anlehnung an den Greifvogel. Dieser weist nämlich eine ähnliche Gefiederfärbung auf.

Heute gelten Hühner dieser Rasse als „stark gefährdet“ und zählen zu den gefährdeten Geflügelrassen. Die Zahlen waren lange Zeit sehr gering, wobei sich mittlerweile zum Glück wieder mehr Züchter*innen finden lassen. Dazu beigetragen hat möglicherweise auch die Ernennung der Deutschen Sperber zur „Gefährdeten Nutztierrasse des Jahres 2012“. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es sich um eine sehr attraktive Rasse mit optimalen Eigenschaften handelt. Bleibt zu hoffen, dass Deutsche Sperber wieder mehr Beachtung finden und sich der Bestand bald erholt.

Züchter*innen

Peter Schröer
An der Vogelwiese 11a
47139 Duisburg
Tel.: 020386128
Mobil: 01716567376

Christian Lammerding
chr.lammerding@googlemail.com
Tel.: 017684070700

Marcel Gegenwarth
Sachsen-Anhalt
marcelgegenwarth@googlemail.com

Alexandra Neudecker
Nutztierarche von den 7 Hügeln
Wiesenweg 1
91466 Gerhardshofen
Tel.: 09163/7901
www.nutztierarche-von-den-7-huegeln.de

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blau-gesäumt Fleisch schwarz USA weiß

Jersey Giant

Steckbrief

  • Herkunftsland: USA (New Jersey)
  • Farbschläge: schwarz, weiß, blau-gesäumt
  • Eigenschaften: ruhig, friedlich, robust, kälteunempfindlich
  • Gewicht Henne: 3,6-4,5 kg
  • Gewicht Hahn: 4,5-5,5 kg
  • Legeleistung: ca. 180 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 60 g
  • Eierschalenfarbe: braun
  • Zwergform vorhanden: ja (in den USA)

Haltung

Verhalten

Jersey Giant-Hühner gehören, wie der Name „Riesen“ schon erahnen lässt, zu den größten Hühnerrassen der Welt. Sie zeichnen sich durch einen angenehmen Charakter aus: Von Natur aus sind diese Tiere ruhig, friedlich und vertragen sich untereinander meist problemlos. Auch mit anderen Rassen und Nutztieren gemeinsam lassen sich diese Hühner gut halten. Zudem können Jersey Giant-Hühner schnell zahm werden und sind nicht schreckhaft. Mit etwas Geduld lassen sie sich auch gerne anfassen. Grundsätzlich eignen sie sich daher auch für Familien. Allerdings sind sie für kleine Kinder aufgrund der enormen Größe eher nicht optimal.

Ihr sanftmütiges Wesen macht die Riesenhühner zu beliebten Hobbyhühnern auch bei Anfänger*innen. Sie stellen nämlich relativ wenig Ansprüche an ihre Umgebung. So gestaltet sich die Haltung sehr unkompliziert. Eine Voraussetzung gibt es aber: Jersey Giants brauchen nicht nur einen größeren Stall als andere Rassen, sondern auch jede Menge Auslauf!

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Wie bereits erwähnt, ist die Haltung eines Jersey Giant-Huhns nicht sehr kompliziert. Wichtig ist aber auf jeden Fall, dass diese Hühner trotz ihrer gemütlichen Art sehr viel Platz benötigen. So ist ein ausreichend großer Freilauf notwendig und auch Hühnerklappen und Legenester sollten an die großen Tiere angepasst werden. Ihr enormes Gewicht macht es den Tieren fast unmöglich zu fliegen. Insofern können Halter*innen ohne Bedenken eine niedrige Begrenzung der Freifläche planen und die Hühner durchaus auch freilaufen lassen. Im Stall sollten sie Sitzstangen eher niedrig anbringen, damit die „Riesen“ auch wirklich darauf gelangen können.

Der Jersey Giant ist eine sehr robuste und wetterunempfindliche Rasse. Das dichte Gefieder und die große Körpermasse macht sie beständig gegen Witterungsverhältnisse und Niederschlag. Daher sind die Tiere auch bei Schlechtwetter gerne draußen, was kein Problem darstellt, solange Zugang zum trockenen Stall gewährleistet bleibt.

Futter

Jersey Giants beim Fressen im Freilauf (Foto: Hühnerhof Juesven)

Jersey Giants sind trotz ihrer Größe sehr aktiv und suchen im Freilauf fleißig nach Futter, wenn auch nicht so viel wie andere Rassen. Mit ihrem hohen Gewicht geht allerdings auch ein großer Bedarf an Nahrung einher. Deshalb sollten Halter*innen bei diesen Hühnern ganzjährig zufüttern und für ein optimales Wachstum auf Vitamine und Mineralstoffe achten. Im Sommer, wenn die Tiere mehr Zeit draußen verbringen, kann die Menge an zugefütterter Nahrung jedoch verringert werden.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Schon der riesige und massige Körper der Jersey Giants spricht für eine typische Fleischrasse. Tatsächlich wurden diese Hühner im 19. Jahrhundert in den USA gezüchtet, um den Truthahn als Hauptquelle für Fleisch abzulösen. Für große Betriebe stellte sich die Rasse dann als nicht so wirtschaftlich heraus wie zuerst gedacht. Aber bis heute gelten Jersey Giants als sehr beliebte Fleischrasse.

Zudem ist auch die Legeleistung gar nicht schlecht, zumal die Eier sehr groß werden. Heutzutage werden Hühner dieser Rasse vor allem auch wegen ihres gemütlichen Charakters von Hobbyhalter*innen geschätzt. Auch auf Ausstellungen sind sie mit ihrem imposanten Körperbau und den hübschen Farbschlägen sehr beliebt.

Küken

Jersey Giant-Küken

Jersey Giant-Hennen zeigen einen gut ausgeprägten Bruttrieb. Außerdem werden sie als gute Mütter beschrieben, die sich liebevoll um ihre Küken kümmern. Die Jungtiere sind zwar von Anfang an sehr robust und wachsen relativ schnell heran. Da die erwachsenen Tiere jedoch ein sehr hohes Gewicht aufweisen, dauert es bis zu 6 Monate, bis die Küken vollständig ausgewachsen sind. Dies war mitunter ein Grund, weshalb sich Jersey Giants im Vergleich zu schnell wachsenden Hybridhühnern nicht durchsetzen konnten. Züchter*innen kümmern sich oft darum, dass die Küken im Winter schlüpfen, um bis zur Ausstellungssaison Tiere mit dem entsprechenden Gewicht zeigen zu können.

Aussehen und Farbschläge

Schwarzer Jersey Giant-Hahn (Foto: Hühnerhof Juesven)

An Jersey Giants fällt zunächst der große, massig gebaute Körper mit dem breiten Rumpf auf. Die Hühner besitzen einen flachen Rücken und einen breiten Kopf. Sowohl weibliche als auch männliche Tiere zeichnen sich durch ein rotes Gesicht, einen roten aufrechten Kamm sowie rote Kehl- und Ohrlappen aus. In den Blick fallen auch die sehr dunklen Augen und die kräftigen unbefiederten Läufe in einem grauen Farbton.

Hühner dieser Rasse gibt es in drei verschiedenen Farbschlägen:

  • schwarz
  • weiß
  • blau-gesäumt

Anfänglich existierte nur der schwarze Farbschlag, dann wurden auch weiße Hühner gezüchtet und zuletzt kam der blau-gesäumte Farbschlag hinzu. Schwarze Jersey Giants beeindrucken mit einem sehr dunklen Gefieder, das bei Lichteinfall grünlich schimmert. Auch der Schnabel des schwarzen Huhns weist einen dunklen Farbton auf, kann im vorderen Bereich jedoch auch gelblich gefärbt sein. Männliche und weibliche Tiere unterscheiden sich bei diesem Farbschlag vom Gefieder her nicht. Dies ist auch bei den weißen Jersey Giants der Fall: Hier ist das gesamte Gefieder in einen milchig weißen Farbton getaucht. Bei dem jüngsten Farbschlag, dem blau-gesäumten, handelt es sich um den seltensten. Hier erscheinen die Tiere in einem blauen Grundton mit gesäumten Federn.

Herkunft

Die ersten Jersey Giants wurden Ende des 19. Jahrhunderts von John und Thomas Black im US-Bundesstaat New Jersey gezüchtet. Dies geschah mit verschiedenen anderen Rassen wie Brahmas, Javas und Croad Langschan. Die Idee dahinter war, eine wirtschaftlichere Alternative zum damaligen Hauptlieferanten für Fleisch, nämlich der Pute, zu finden. Deshalb wurden die Riesenhühner mit einem extra großen Fleischansatz gezüchtet. Jersey Giants waren und sind eine sehr beliebte Fleischrasse.

Vor allem gegen schnell wachsende Hybridhühner konnten sie sich dann aber nicht wirklich durchsetzen. Dennoch spielen New Jersey-Hühner bis heute eine entscheidende Rolle unter den Fleischrassen und werden auch aufgrund ihres beeindruckenden Erscheinungsbildes als Ausstellungshühner gezüchtet. Gerade für Hobbyhalter*innen stellen sie mit ihrer ruhigen Art, ihrem großen Schlachtkörper und der passablen Menge an Eiern eine interessante Rasse dar.

Züchter*innen

Hühnerhof Juesven
www.huehnerhof-juesven.de

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England Fleisch gesperbert gold-wildfarben goldhalsig silberhalsig silbern-wildfarben weiß

Dorking

Steckbrief

  • Herkunftsland: England
  • Farbschläge: silbern-wildfarben, gold-wildfarben, silberhalsig, goldhalsig, gesperbert, weiß
  • Eigenschaften: ruhig, friedlich, robust, geeignet für Anfänger, mastfähig
  • Gewicht Henne: ca. 2,5-3,5 kg
  • Gewicht Hahn: ca. 3,5-4,5 kg
  • Legeleistung: ca. 140 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Der Dorking gehört zu den ältesten Haushuhnrassen. Die großen und schweren Tiere zeichnen sich durch eine gemütliche Art und keine allzu hohe Bewegungsfreude aus. Dennoch sind sie durchaus aktiv und zufrieden, wenn sie im Auslauf nach Futter scharren können. Ihr recht ruhiges und friedliches Gemüt macht sie zu angenehmen Zeitgenossen für Mensch und Tier. So vertragen sich die Hühner untereinander meist recht gut und es kommt kaum zu Streitereien oder Kämpfen.

Die großen Hühner haben zwar grundsätzlich keine hohen Ansprüche an ihre Umgebung, genügend Platz muss aber auf jeden Fall gegeben sein: Zu kleine Räume beengen Tiere dieser Rasse besonders und können sehr stressig für sie sein. Ist aber ausreichend Auslauffläche vorhanden, sind Dorkings sehr genügsam und fassen recht schnell Vertrauen zu Menschen. Wer genügend Zeit und Geduld aufwendet, kann die Hühner sogar handzahm machen. Durch ihren gemütlichen Charakter, ihre Robustheit und ihre zufriedene Art eignet sich diese Rasse auch für Anfänger*innen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Im Allgemeinen hat ein Dorking keine allzu hohen Ansprüche an seine Umgebung. Das macht die Haltung relativ unkompliziert. Vor allem die Größe der Hühner sollte aber bei der Planung des Freilaufs beachtet werden. Dorkings sind zwar, wie bereits erwähnt, gemütliche Tiere, sie sind aber froh, wenn sie sich ausreichend bewegen und nach Futter scharren können. Eine Besonderheit der Dorkings ist auch ihre hohe Mastfähigkeit und schnelle Gewichtszunahme. Dies geht mit der Gefahr einer Verfettung einher. Eine abwechslungsreich gestaltete Umgebung sowie ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten stellen sich als geeignete Maßnahmen heraus, um dem entgegenzuwirken.

Dorking-Hühner können aufgrund ihres hohen Gewichts nicht fliegen. Und wenn sie ausreichend Platz und Freiraum haben, entwickeln sie auch keine hohen Ambitionen, ihr Revier zu verlassen. Insofern müssen Halter*innen keinen allzu hohen Zaun planen. Als ein aus dem oft nassen und stürmischen England stammendes Tier ist der Dorking sehr robust. Auch gegen schwierige Wetterverhältnisse sind die Tiere gut gerüstet und können meist draußen bleiben. Wie bei jeder Hühnerrasse sollte dabei immer freier Zugang zum Stall gewährleistet sein.

Futter

Wie schon erwähnt, genießen Dorkings ihre Zeit im Auslauf und gehen dort am liebsten selbst auf Futtersuche. Ihr hohes Körpergewicht und damit der relativ hohe Nahrungsbedarf machen allerdings die Zufütterung in allen Jahreszeiten notwendig. So sollte zumindest ein wenig zugefüttert werden, um die Hühner bei ihrem Wachstum zu unterstützen. Hochwertiges Futter kann dazu beitragen, dass Tiere dieser Fleischrasse schnell an Gewicht zulegen und gutes Fleisch entwickeln. Hierfür sollten Halter*innen auf ausreichend Nährstoffe, vor allem auch Proteine, achten. Da Dorkings zu Verfettung neigen, sollten sie auf eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung bedacht sein. Auch ausreichend Bewegung und Auslauf können Abhilfe schaffen.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Der Körperbau der Dorkings macht schon deutlich: Diese Rasse wird vor allem als Fleischrasse geschätzt. Die Hühner zeichnen sich durch eine hohe Mastfähigkeit aus und bilden einen ansehnlichen Schlachtkörper. Zudem wird die Qualität des feinen weißen Fleisches dieser Tiere gelobt. Auch die Legeleistung ist mit 140 relativ großen Eiern pro Jahr recht gut, im Vergleich zu Legerassen allerdings nicht so hoch. Deshalb gelten Dorkings nicht als Zweinutzungsrasse, sondern werden vor allem des Fleisches wegen gehalten. Auch auf Ausstellungen werden die optisch ansprechenden Tiere gerne gezeigt. Ihr angenehmer Charakter macht sie zudem zu beliebten Haustieren und Hobbyhühnern. Von der Zahl her ist diese Rasse aber im Lauf der letzten Jahrzehnte immer seltener geworden.

Küken

Bei Dorking-Hennen ist ein gut ausgeprägter Bruttrieb zu erkennen. Sie brüten von selbst und zeigen sich als zuverlässige Mütter. Liebevoll kümmern sie sich um ihren Nachwuchs. Die Küken dieser Rasse sind zwar noch etwas sensibler als die älteren Tiere, wachsen aber schnell zu robusten Hühnern heran. Wie viele Fleischrassen sind auch die Jungtiere der Dorkings von Anfang an recht mastfähig, auch wenn sie etwas Zeit brauchen, bis sie vollständig ausgewachsen sind und die endgültige Größe erreichen.

Aussehen und Farbschläge

Beim Dorking handelt es sich um ein recht großes und schweres Huhn mit einem breiten Körper. Die Form des Körpers wird oft mit einem Rechteck verglichen. Auffällig sind der lange Rücken, die hohe Brust und der relativ große Kopf. Die Tiere sind mit einem roten Einzelkamm, seltener auch mit einem Rosenkamm, ausgestattet. Vor allem die Hähne dieser Rasse beeindrucken mit einer langen Befiederung an Schwanz und Sattelbehang. Es existieren verschiedenste Farbschläge, doch alle Dorking-Hühner teilen den roten Kinnlappen, Kamm und Gesichtsbereich.

Eine weitere Besonderheit ist festzustellen: Ähnlich wie die Deutschen Lachshühner zeichnen sich Dorkings durch 5 Zehen aus, anders als viele Rassen mit ihren 4 Zehen. Die unbefiederten Läufe der Dorkings sind fleischfarben, ähnlich wie die Schnäbel.

Heutzutage gibt es viele verschiedene Farbschläge der Dorkings:

  • silbern-wildfarben
  • gold-wildfarben
  • silberhalsig
  • goldhalsig
  • weiß
  • gesperbert

Besonders beliebt ist der silbern-wildfarbene Farbschlag. Die Hähne weisen hier einen weißen Hals- und Sattelbehang auf. Auch das Gefieder der Flügel erscheint in weißer Farbe. Bauch- und Brustbereich sind dagegen dunkel bis schwarz gefärbt. Die Hennen besitzen bei diesem Farbschlag graue Federn im Bereich von Schultern, Flügeln und Rücken. Bauch und Schenkel sind dunkelgrau, die Halsfedern dunkel mit weißer Säumung.

Herkunft

Dorkings gehören zu den ältesten bestehenden Haushuhnrassen. Einigkeit herrscht darüber, dass sie aus England stammen und dass die Ursprünge bis in das erste Jahrhundert v. Chr., also in die Römerzeit zurückreichen. Wie genau Dorkings gezüchtet wurden, ist nicht ganz klar. Manchmal wird dem kräftigen Huhn eine Verwandtschaft mit Riesenrassen aus Asien attestiert. Tatsächlich konnte dies aber nicht bestätigt werden.

Fest steht, dass Dorkings erst relativ spät in anderen Ländern eingeführt wurden, in Deutschland erst 1860. Dann wurden sie aber als optimale und mastfähige Fleischrasse schnell beliebt. Mittlerweile sind Dorkings recht selten geworden und werden nur noch wenig gezüchtet. Sondervereine bemühen sich, den Bestand dieser sehr alten, aber bedrohten Art wieder zu vergrößern.

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Fleisch Frankreich gesperbert perlgrau schwarz-weiß-gescheckt weiß

Houdan

Steckbrief

  • Herkunftsland: Frankreich
  • Farbschläge: schwarz-weißgescheckt, gesperbert, perlgrau, weiß
  • Eigenschaften: ruhig, zahm, pflegeaufwändig, zutraulich, kälteempfindlich
  • Gewicht Henne: 2,0 – 3,0 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0 – 3,5 kg
  • Legeleistung: 160 Eier / Jahr
  • Eiergewicht: 53 g
  • Eierschalenfarbe: weiß

Ursprung

Houdan-Hühner gehen aus dem Frankreich des 19. Jahrhunderts hervor. Sie wurden aus einer Kreuzung von Crève-Coeur-Hühnern und anderen lokalen Hühnerrassen gezüchtet, bekannt waren sie jedoch vorerst als „Normannische Hühner“. Der spätere Name „Houdan“ verweist auf die gleichnamige französische Stadt, in der die Rasse das erste Mal auf dem Markt verkauft wurde. Im Ausland erschienen die Hühner erstmals 1850 in England. Später wurden sie noch mit Dorkings gekreuzt, um als Fleischrasse ein schwereres Gewicht zu erzielen.

Haltung

Die Haltung von Houdan-Hühnern ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Durch ihr ausgeprägtes Kopfgefieder (Haube) brauchen die Hühner spezielle Tränke und einen überdachten Auslauf, damit ihr Äußeres gepflegt bleibt und keine Verschmutzungen auftreten. Die speziellen Tränke bewirken, dass Bart und Haube nicht ständig nass werden. Wichtig ist auch, die Haube regelmäßig auf Parasiten zu überprüfen, die den Hühnern ansonsten sehr schaden könnten. Andernfalls stellen die Tiere an Haltung und Fütterung keine großen Ansprüche. Da es sich um eine Fleischrasse handelt, sind Houdans gute Futterverwerter und wachsen schnell heran. Wer die Tiere jedoch dauerhaft halten möchte, sei gewiss, dass Houdans sieben bis acht Jahre alt werden können. Sie haben ein ruhiges Wesen und werden schnell zutraulich. Nichtsdestoweniger eignen sich Houdans eher für erfahrene Halter*innen.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Um das Kopfgefieder gut zu erhalten, ist ein (zum Teil) überdachter Auslauf nötig. Houdans meiden jedoch aufgrund ihres Gewichts das Fliegen, womit eine niedrige bis mittelhohe Umzäunung ausreicht.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Obwohl es sich um eine Fleischrasse handelt, haben Houdans eine hohe Legeleistung von 160 Eiern im Jahr. Vor allem wegen ihres hohen Gewichts sind Houdans jedoch beliebte Fleischhühner.

Küken

Houdan-Hennen werden oft brütig. Durch ihr hohes Gewicht sind die Hennen für die Brut jedoch ungeeignet, weil sie häufig die Eierschale eindrücken und somit der Bruterfolg nur mäßig ist. Bruteier sollten jedoch ein Mindestgewicht von 53 g haben und von einer Leihhenne bzw. im Brutkasten ausgebrütet werden.

Farbschläge

Anerkannte Farbschläge:

  • schwarz-weißgescheckt
  • gesperbert
  • perlgrau
  • weiß

Am häufigsten ist der Farbschlag schwarz-weißgescheckt. Die Perlung fällt schwächer aus und mit dem Alter werden die weißen Stellen in den Federn größer. Die Federhaube mündet in einen weißen Schopf und der schwarze Grundton ist leicht glänzend.

Die perlgrauen Houdans sind silbergrau und die gesperberten Tiere weisen auf jeder Feder einen mehrfachen Wechsel zwischen schwarz und blaugrau auf.

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blau-gesäumt Eier Fleisch Spanien Zierhuhn

Andalusier

Steckbrief

  • Herkunftsland: Spanien
  • Farbschläge: blau-gesäumt
  • Eigenschaften: lebhaft, temperamentvoll, distanziert, gute Flugfähigkeit
  • Gewicht Henne: ca. 2-2,5 kg
  • Gewicht Hahn: ca. 2,5-3 kg
  • Legeleistung: ca. 160 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 58 g
  • Eierschalenfarbe: weiß
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Beim Andalusier handelt es sich um eine besonders seltene, aber optisch sehr ansprechende und elegante Hühnerrasse. Die Hühner lassen sich als temperamentvolle und energiegeladene Tiere beschreiben. Dennoch vertragen sie sich untereinander recht gut und es kommt auch zwischen Hähnen kaum zu Streitereien. Hierfür müssen die Halter*innen allerdings immer auf ausreichend Platz und Freiraum achten. Zu Menschen bauen die aktiven Hühner grundsätzlich keine enge Beziehung auf und bleiben lieber auf Distanz. Daher eignen sie sich nicht als Schoßhühner, sind aber aufgrund ihrer agilen Art faszinierend zu beobachten.

Die Legeleistung dieser Rasse ist im Vergleich zu anderen nicht besonders hoch, weshalb die Andalusier in großen Betrieben wirtschaftlich kaum eine Rolle spielen. Gerade für Hobbyhalter*innen kann die Haltung dieser Hühner jedoch wegen ihres schönen Aussehens und der für die private Nutzung ausreichenden Legeleistung interessant sein. Auch eine Haltung in einem großen Garten ist bei dieser Rasse durchaus möglich. Nur sollte bedacht werden, dass die Andalusier mit ihrer lebhaften Art unter Umständen auch relativ laut werden können.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Andalusier stellen keine allzu hohen Ansprüche an ihre Umgebung. So sind sie auch gut für eine Haltung im Garten geeignet. Einige Aspekte gilt es allerdings zu bedenken: Die aktiven Hühner sind ständig in Bewegung und zeichnen sich durch eine hohe Flugfähigkeit aus. Wichtig ist es also, das Gehege oder den Freilauf ausreichend zu sichern, da die Tiere sonst davonfliegen würden. Allgemein benötigen Andalusier eine relativ große Auslauffläche. Wird es zu eng, sind die Hühner gar nicht begeistert und fangen im schlimmsten Fall sogar mit Kämpfen an.

Wichtig ist zudem, ihnen genügend Freiräume zu lassen und teilweise auch Abstand zu halten. Beschrieben werden Andalusier außerdem als durchaus robuste Hühner, die auch bei tieferen Temperaturen gerne Zeit draußen verbringen. Achtung ist aber bei ihren großen Kämmen und Kinnlappen geboten, die bei Frost schnell einmal Erfrierungen davontragen können. Auch zu starke Sonneneinstrahlung tut den Tieren nicht gut. Daher sollten genügend schattige Plätze im Freilauf zu finden sein. Dann fühlen sich Andalusier richtig wohl.

Futter

Zu den Hauptbeschäftigungen der lebhaften und unabhängigen Hühner gehört neben dem Fliegen auch die eigenständige Futtersuche. Andalusier sind ständig in Bewegung und scharren im Freilauf nach Futter, sodass kaum zugefüttert werden muss. Dies macht sie vor allem für kleine Betriebe und Hobbyhalter*innen relativ wirtschaftlich, da fast keine zusätzliche Nahrung erworben werden muss.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Hühner dieser Rasse waren früher auch in Großbetrieben sehr beliebt, da sie als höchst wirtschaftlich galten. Dazu führten geringer Futterbedarf, gute Legeleistung, ein zum Schlachten geeigneter Körper und nebenbei ein schönes Aussehen. Jedoch wurden mit der Zeit immer mehr Hybridhühner gezüchtet, die eine viel höhere Legeleistung aufwiesen. Mit ca. 160 Eiern pro Jahr galten Andalusier nicht mehr als wirtschaftlich, weshalb sie sehr selten geworden sind. Mittlerweile gehören sie zu den gefährdeten Haustierrassen und werden mit dem höchsten Gefährdungsstatus „extrem gefährdet“ bedacht. Vielleicht könnte aber der Bestand wieder wachsen: Gerade für Hobbyhalter*innen können diese Hühner doch sehr ansprechend sein. Sie punkten mit einem schönen Erscheinungsbild und für kleinere Betriebe oder Familien reichen wohl auch die Eier pro Jahr gut aus.

Küken

Bei Andalusier-Hennen ist kaum ein Bruttrieb festzustellen, was natürliche Brut selten macht. Auch Kunstbrut stellt sich als vergleichsweise kompliziert heraus, vor allem dann, wenn der anerkannte Farbschlag gezüchtet werden soll. Diese Hühnerrasse weist nämlich einen intermediären Erbgang auf. So zeichnet sich rein statistisch gesehen nur die Hälfte des Nachwuchses tatsächlich durch einen blau-gesäumten Farbschlag aus. Die restlichen Jungtiere besitzen schwarzes oder weißes Gefieder.

Insofern nimmt es viel Zeit und Aufwand in Anspruch, durch die gezielte Paarung von schwarzen und weißen Tieren die anerkannte Färbung zu züchten. Gelingt die Brut, schlüpfen recht robuste und schnell reifende Küken, die zu prächtigen Tieren heranwachsen. In Anbetracht des schönen Aussehens der Andalusier zahlt sich die Mühe bei der Zucht auf jeden Fall aus. Schon mit ca. 5 Monaten beginnen die Hennen erste Eier zu legen.

Aussehen und Farbschläge

Andalusier zeichnen sich durch einen kräftigen Körperbau und eine aufrechte Haltung aus. Durch den langen, leicht nach hinten gelegten Hals, den langen Rücken und die breiten Schultern wirken die Hühner imposant und stolz. Der Hahn weist einen großen Stehkamm auf, der regelmäßig gezackt ist. Die Hennen besitzen ebenfalls einen Kamm, der aber nicht ganz aufrecht stehen muss, sondern im hinteren Teil etwas geneigt sein kann. Zudem sind dunkle, seltener auch rote Augen und weiße Ohrscheiben zu erkennen. Kehllappen und Kamm sind bei dieser Rasse relativ groß und bestehen aus feinem Gewebe. Daher müssen, wie schon vorhin erwähnt, diese Stellen besonders gut vor Frost geschützt werden.

Vom Gefieder her lassen sich bei männlichen und weiblichen Tieren kaum Unterschiede ausmachen. Bei dem anerkannten Farbschlag „blau-gesäumt“ besitzen sie gleichermaßen eine blaue Grundtönung und die einzelnen Federn sind schwarz gesäumt. Der Hahn ist an seinem dunklen Hals- und Sattelbehang zu erkennen, wobei die Henne ebenfalls dunklere Partien im Bereich des Halses aufweist. Die Schwanzfedern sollten bei männlichen und weiblichen Tieren den dunklen Grundton des Gefieders zeigen.

Herkunft

Ursprünglich stammen die anmutigen Andalusier aus Spanien. Von dort wurden sie Mitte des 19. Jahrhunderts nach England mitgenommen. Ausgehend von diesem Land verbreiteten sie sich schnell in ganz Europa. 1972 fanden sie Einzug in Deutschland und sind dort sogar stärker verbreitet als in Spanien selbst. Damals wurde das Andalusier-Huhn als besonders wirtschaftliches Tier gerne gehalten und war sehr beliebt. Enge Verwandtschaft weisen die Andalusier übrigens zu Spaniern, Minorka-Hühnern und Kastilianern auf.

Wie schon vorhin angeführt, wurden die Andalusier leider von leistungsfähigeren Rassen, vor allem Hybriden, verdrängt, sodass sie heute sehr selten geworden sind. Sie werden auch als extrem gefährdet eingestuft und zählen zu den bedrohten Haustierrassen. Bleibt nur zu hoffen, dass sich der Bestand dieser außergewöhnlichen Hühner wieder erholt.

Kategorien
blau Fleisch gelb-blaucolumbia gelb-schwarzcolumbia rebuhuhnfarbig-gebändert schwarz silberfarbig-gebändert USA weiß-schwarzcolumbia Zweinutzung

Brahma

Steckbrief

  • Herkunftsland: USA
  • Farbschläge: weiß-schwarzcolumbia, gelb-schwarzcolumbia, gelb-blaucolumbia, blau, schwarz, silberfarbig-gebändert, blau-rebhuhnfarbig-gebändert, rebhuhnfarbig-gebändert, blau-silberfarbig-gebändert mit Orangerücken
  • Eigenschaften: wetterhart, robust, geeignet für Anfänger, zutraulich, ruhig, nicht stressresistent
  • Gewicht Henne: 3,0-4,5 kg
  • Gewicht Hahn: 3,5-5,0 kg
  • Legeleistung: ca. 140 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 53 g
  • Eierschalenfarbe: gelbbraun bis gelbrot
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Brahma-Hühner gelten als ruhige und zurückhaltende Tiere. Trotzdem sind sie aktiv und lebhaft, vor allem, wenn ihnen eine große Freifläche zur Verfügung gestellt wird. Allgemein stellen Brahma-Hühner jedoch wenig Ansprüche an ihre Haltung und können auch auf kleineren Flächen gehalten werden. Geeignet ist diese robuste und wetterharte Rasse jedenfalls auch für Anfänger*innen. Eine Besonderheit dieser Tiere ist dennoch zu beachten: Brahma-Hühner sind nicht stressresistent und geraten schnell in Aufregung. Eine Haltung in einem Haushalt mit kleinen Kindern oder Hunden sollte daher gut durchdacht werden. Unter ruhigen Bedingungen können Brahma-Hühner schnell Vertrauen zu Menschen fassen, werden sogar handzahm und lassen sich streicheln.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Wie bereits erwähnt, stellt sich die Haltung von Brahmas als relativ einfach heraus. Die robuste Rasse fühlt sich sowohl auf im Verhältnis zu ihrer Größe kleinen Flächen als auch bei größerem Auslauf wohl. Selbstverständlich gilt auch hier: Je mehr Platz, desto besser. Bei ausreichend Freifläche sind die Brahma-Hühner fleißige Futtersucher. Zwar vertragen sich die Hühner untereinander recht gut, damit es unter Hähnen friedlich bleibt, sollten sie sich aber auch aus dem Weg gehen können.

Bei der Gestaltung des Freilaufs sollte auf genügend Versteckmöglichkeiten geachtet werden, in die sich die schreckhaften Tiere zurückziehen können. Um Stress zu vermeiden, sollten Halter*innen Stall und Auslauf an einer ruhigen Stelle platzieren und laufende Kinder davon fernhalten. Umzäunungen müssen bei Brahmas nicht sehr hoch geplant werden. Aufgrund ihres hohen Gewichtes gehören sie zu den eher flugunfähigen Rassen.

Brahmas werden als sehr wetterhart beschrieben und vertragen auch raue Wetterbedingungen gut. Zu achten ist jedoch darauf, dass die Hühner nicht zu lange auf matschigen und feuchten Böden stehen müssen. An ihren Federfüßen setzt sich nämlich rasch Schmutz wie Matsch oder Exkremente fest. Hygiene und regelmäßige Säuberungen von Stall und Auslauf sind bei dieser Rasse ganz besonders wichtig.

Futter

Bei großen Freiflächen und ausreichend Nahrungsquellen suchen sich Brahma-Hühner gerne selbst ihr Futter. Da die Rasse jedoch durch ihre besondere Größe ausgezeichnet ist, haben Brahma-Hühner einen hohen Nahrungsbedarf. Eine Zufütterung ist deshalb fast immer unerlässlich. Hier sollten die Halter*innen auf kräftiges Futter mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen zurückgreifen. Besonders wichtig sind auch Proteine und Kalk, um die Funktion der großen Knochen zu unterstützen. Es sollte aber auch bedacht werden, dass Brahma-Hühner zu Verfettung neigen. Auslauf und damit Bewegungsmöglichkeiten können dem in Kombination mit einer richtigen Futterdosierung entgegenwirken.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Das Brahma-Huhn gilt zwar als Zweinutzungsrasse, besonders häufig wird es jedoch aufgrund des hochwertigen Fleisches gehalten. Brahma-Hühner wachsen zwar recht langsam, bringen mit ihrer enormen Größe und ihrem hohen Gewicht aber rasch eine große Fleischmenge. Die Legeleistung der Brahma-Hühner gilt im Vergleich zu anderen Rassen als mittelmäßig. Im ersten Jahr bringen Brahma-Hennen bis zu 140 Eier, wobei diese Zahl im nächsten Jahr ungefähr 100 beträgt. Die Eier sind mit ca. 53 Gramm in Anbetracht der Körpermasse der Riesenhühner eher klein. Ein Vergleich mit den Eiern anderer Rassen zeigt jedoch, dass diese Größe dem Durchschnitt entspricht. Die Eierschalen weisen eine gelbrote bis gelbbraune Färbung auf.

Küken

Brahma Küken

Brahma-Hennen verfügen über einen außerordentlichen Bruttrieb, womit eine Naturbrut möglich ist. Sie werden als verantwortungsvolle Mütter beschrieben, die sich zuverlässig um ihren Nachwuchs kümmern. Eine Nachzucht ist somit problemlos möglich. Zu achten ist darauf, dass die Küken nur langsam an Größe gewinnen und sich auch ihr Gefieder erst relativ spät ausbildet. Als Zeitpunkt für das Züchten des Nachwuchses sollte also das Frühjahr gewählt werden, damit die ersten Monate der spätreifen Küken in die warme Jahreszeit fallen. Die jungen Hennen dieser Rasse legen mit etwa 8 Monaten ihre ersten Eier. Wichtig ist sicherlich der Hinweis, dass in den letzten Jahren vermehrt eine Anfälligkeit der Brahma-Küken für die Mareksche Lähme bekannt wurde. Eine Impfung der Eintagsküken ist daher empfehlenswert.

Aussehen und Farbschläge

Brahma Hahn und Henne (Foto: Rudolf Haas)

Die ersten Brahma-Hühner, die aus Amerika nach Europa gebracht wurden, wiesen die Farben weiß-schwarzcolumbia und silberfarbig-gebändert auf. Damals wurden diese Farbschläge auch einfach als „hell“ und „dunkel“ bezeichnet. Seit den ersten Importen der Rasse gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat sich die Farbpalette erweitert, sodass heute folgende Farbschläge in Deutschland als anerkannt gelten:

  • weiß-schwarzcolumbia
  • gelb-schwarzcolumbia
  • gelb-blaucolumbia
  • blau
  • schwarz
  • silberfarbig-gebändert
  • blau-rebhuhnfarbig-gebändert
  • rebhuhnfarbig-gebändert
  • blau-silberfarbig-gebändert mit Orangerücken

Charakteristisch für das Brahma-Huhn ist der große und massige Körper. Der breite und füllige Eindruck wird durch das prächtige Federkleid der Rasse verstärkt. Der kurze Rücken der Hühner führt direkt zu dem kurzen Schwanz. Die Flügel trägt das Brahma-Huhn nah am Körper. Besonders auffällig bei dieser Rasse sind außerdem die befiederten gelben Läufe, wobei sich die Befiederung bis hinunter zu den Zehen zieht. An diesem Merkmal können auch reinrassige Brahma-Hühner von Mischlingen unterschieden werden: Nur reinrassige Tiere weisen eine Befiederung der Mittelfußzehe und nicht nur der äußeren auf. Im Vergleich zu dem massig gebauten Körper der Rasse wirkt der Kopf recht klein. Der dreiteilige Erbsenkamm der Brahma-Hühner ist wie Ohr- und Kehllappen tiefrot gefärbt. Die Augen dagegen sind von orangeroter Farbe. Auffällig sind zudem die kräftigen Augenbrauen der Rasse.

Herkunft

Die Herkunft des Brahma-Huhns ist nicht eindeutig geklärt. Fest steht, dass diese Tiere in Nordamerika gezüchtet und um 1850 erstmals nach Europa exportiert wurden. Frühe Bezeichnungen für die Rasse waren „Shanghai“ und „Chittagong“. Ob die Hühner zunächst in Asien erzüchtet wurden oder erst in Amerika durch die Kreuzung von Chochin- und Malaien-Hühnern entstanden, ist unsicher. In der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts galten Brahma-Hühner als Hauptfleischrasse in den USA. Die Beliebtheit der Rasse wurde an Europa weitergegeben: Besonders in England und Deutschland waren die Brahma-Hühner nach ihrem Import in Mode und weit verbreitet. Nach den beiden Weltkriegen verlor die Rasse etwas an Bedeutung. Heute gilt das Brahma-Huhn als größte Rasse Europas und erfreut sich bei Hühnerhalter*innen wieder größerer Beliebtheit.

Züchter*innen

Rudolf Haas
Gersdorfer Straße 22
8472 Straß
rudolf.haas70@gmx.at
Tel.: +43/(0)6645554836

Marina Längle
Hittisau
nurse_83@gmx.at
Tel.: 0664/1069725

Fam. Grundmeier
33397 Rietberg
Im Thüle 70
www.unser-kleiner-nutztierhof.de.tl

Hohle Hüentschi
Ursenbach
www.hohlehueentschi.com

Kategorien
blau blau-gesäumt Eier Farbschläge Fleisch Gelb gesperbert schwarz schwarz-weiß-gescheckt Vietnam weiß Zweinutzung

Cochin

Cochin Huhn

Steckbrief

  • Herkunftsland: Vietnam
  • Farbschläge: schwarz, blau, weiß, gelb gesperbt
  • Eigenschaften: harmonisch, robust, brutfreudig, Federfüße
  • Gewicht Henne: 3.5 – 4.5 kg
  • Gewicht Hahn: 4,0 – 5,5 kg
  • Legeleistung: ca. 120 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: braun – gelb
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

Das harmonische und friedsame Wesen der Cochin-Hühner ist der Grund für die Beliebtheit dieser Hühnerrasse. Ein weiterer Vorteil ist die Robustheit der Hühner sowie ihre Anspruchslosigkeit und Einheit in der Gruppe. Sie sind von Natur aus zahm und zutraulich, weshalb sie sich für Anfänger*innen und Familien eignen. Diese Hühnerrasse zeichnet sich durch ein niedriges Aggressionspotenzial aus, weswegen sie sich schnell an ihre Halter*innen binden und gelehrig sind. Aufgrund ihres Gewichts fliegen sie kaum und bewegen sich weniger als andere Hühnerrassen. Cochin-Hühner wachsen vergleichsweise langsam heran und können bis zu anderthalb Jahre brauchen, bis sie völlig entwickelt sind, jedoch können sie bei guter Pflege bis zu zehn Jahre alt werden.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

Cochin-Hühner stellen nur wenige Anforderungen an ihren Hühnerstall und freuen sich über Freilauf, denn ihr dichtes Federkleid schützt sie auch in kälteren Bedingungen vor dem Erfrieren. Da sie jedoch über Federfüße verfügen, ist darauf zu achten, dass sie nicht auf schlammigem oder matschigem Untergrund weilen. Um dem Problem vorzubeugen, wird eine einfache Überdachung empfohlen. Weiches Gras oder Sandboden eignen sich besonders für die Gestaltung des Auslaufs und auch für die Umzäunung reicht eine 60cm hohe Grenze, denn die Hühner gelten als flugfaul. Diese Rasse benötigt nur eine kleine Auslauffläche und ist daher für Hühnerhalter*innen sehr unkompliziert. Außerdem kann Berichten zufolge bei viel Freilauf die Legeleistung darunter leiden.

Futter

Da diese Rasse wenig Bewegung sucht, neigt sie sehr stark zur Verfettung, was auch eine Ursache für eingeschränkte Legeleistung sein kann. Daher wird eine portionierte oder automatische Futtervergabe empfohlen, jedoch ist die Art des Futters nicht von Bedeutung. Leider neigen Cochin-Hühner oft zu Stoffwechsel- und Herzproblemen, die durch Überfütterung und wenig Auslauf verursacht werden. Auch wenn es sich um Zwiehühner handelt, werden Cochins vorrangig für ihr zartes Fleisch geschätzt.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Wie erwähnt liegt der Fokus der Haltung auf der Gewinnung von Fleisch, jedoch sollte man auch die Legeleistung von 120 Eiern im Jahr nicht vergessen. Die gelb-braunen Eier von mittlerer Größe wiegen rund 55 Gramm, wobei das Alter der Henne darauf Einfluss haben kann. Wer also vorrangig die Wirtschaftlichkeit im Ei sieht, sollte entweder darauf achten, dass immer wieder junge Hennen dazukommen oder sich nach einer geeigneteren Rasse umsehen. Nicht zu vergessen ist das bemerkenswerte Aussehen der Cochin-Hühner, welches sich auch zum Ausstellen eignet.

Küken

Wie auch erwachsene Hühner sind Küken sehr robust und nicht anfällig für Krankheiten, weshalb der Nachwuchs meist überlebt. Cochin-Hennen brüten nicht nur mehrmals im Jahr, sondern haben meist noch Platz für fremde Eier und übernehmen manchmal noch Küken fremder Hennen. Ihre Küken gelten als schnellwüchsig und benötigen daher ausreichend Futter. Da Cochin-Hühner jedoch langsam heranreifen, kann es sein, dass man bis zu 18 Monate geduldig sein muss, bis das Eierlegen beginnt. Auch wenn diese Hühnerrasse sich ruhig verhält, sind Küken meist eher agil und nutzen den Auslauf, der im Alter abnimmt. Der Nachwuchs kann bei richtigem Umgang schnell handzahm gemacht werden und gilt als unkompliziert in der Haltung.

Aussehen und Farbschläge

Eine Besonderheit der Cochin-Hühner ist die üppige Befiederung an den Läufen, die je nach Farbschlag gelb-grün ausfällt und bei der Gestaltung des Auslaufs beachtet werden soll. Die auffällig roten Kehlklappen sind bei beiden Geschlechtern zu beobachten, sind jedoch beim Hahn deutlich länger als bei der Henne. Deutlich stärker ist auch der Einfachkamm bei den Hähnen der Rasse ausgeprägt und der Schnabel ist bei allen Hühnern gelb oder hornfarbig. Allgemein sind Cochin-Hühner sehr dicht und üppig befiedert, weshalb manchmal die Augen der Tiere kaum sichtbar sind.

Früher wurde das Gefieder oft für die Füllung von Decken verwendet, während es heutzutage hier kaum noch Verwendung findet. Je nach Farbschlag können mit dem Alter Veränderungen sichtbar sein, wobei Hähne und Jungtiere meist schwarz erscheinen. Der gelbe Farbschlag bleicht bei Sonne und Regen häufig aus, weshalb Aussteller diese meist in geschlossenen Räumen halten. Allgemein ist ihr Erscheinungsbild harmonisch und rund. Anerkannte Farbschläge sind:

  • schwarz
  • weiß
  • gelb
  • blau
  • rebhuhnfarbig-gebändert
  • gesperbert
  • schwarz-weiß gescheckt

Herkunft

Die Haushuhnrasse Cochin stammt urspünglich aus Vietnam und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erstmalig nach Europa gebracht, wo sie wegen ihrer Anspruchslosigkeit und Friedsamkeit schnell bekannt wurde. Zum Erfolg der Verbreitung dieser Hühnerrasse soll die britische Königin Victoria als erste Züchterin beigetragen haben. Das ruhige Temperament und das außergewöhnliche Aussehen unterschied sich damals von den bis dahin bekannten Rassen. Zwar gibt es auch eine Zwergrasse der Cochin-Hühner, diese hat aber eine gänzlich andere Herkunft als die Großform und besitzt starke visuelle Ähnlichkeit mit dieser. Cochin-Hühner sind heute weltweit beliebt und vielseitig.

Kategorien
blau-gesäumt Fleisch USA weiß wildbraun Zweinutzung

New Hampshire

New Hampshire Küken im Freiland

Steckbrief

  • Herkunftsland: USA (New Hampshire)
  • Farbschläge: rot-goldbraun, rot-goldbraun blau gezeichnet, weiß
  • Eigenschaften: gesundheitlich robust, ruhig, anspruchslos
  • Gewicht Henne: 2,5 – 2,7 kg
  • Gewicht Hahn: 3,0 – 3,5 kg
  • Legeleistung: ca. 240 Eier/Jahr
  • Eiergewicht: ca. 55 g
  • Eierschalenfarbe: braun
  • Zwergform vorhanden: ja

Haltung

Verhalten

New Hampshire-Hühner sind pflegeleichte, ruhige Tiere, die untereinander gut verträglich sind. Sie sind Krankheiten gegenüber sehr robust und haben sich seit ihrer Entdeckung kaum in ihrer Natur verändert. Aufgrund ihres Gewichtes werden die Hühner als flugfaul bezeichnet und bewegen sich überwiegend auf festem Boden. Sie besitzen ein zutrauliches Wesen und können daher handzahm gemacht werden. Ein klarer Vorteil von New Hampshire-Hühnern ist ihre Legefreudigkeit, während ihre Brutfreude zu wünschen übrig lässt. Diese Rasse ist sowohl familienfreundlich als auch friedlich und hat niedrige Ansprüche an ihre Umgebung, weshalb sie als Haustierrasse weit verbreitet ist.

Platzbedarf und Gestaltung des Auslaufs

New Hampshire-Hühner sind wie erwähnt ruhige Tiere und bewegen sich wenig, dennoch genießen sie die Bewegung im Freilauf. Da sie wenig bis kaum fliegen können, reicht eine Umzäunung lediglich in der Höhe von 1.5 m. Auch Hindernisse werden umgangen. Außerdem wird empfohlen den Hühnerstall großzügig zu gestalten, um gegenseitiges Federpicken zu verhinden. Zu beachten ist, dass diese Hühner sehr kälteempfindlich sind und es zu Erfrierungen beim großen Kamm kommen kann. Tipp: Bei Frostgefahr mit säurefreier Vaseline einreiben.

Futter

Da New Hampshire-Hühner sich nur wenig bewegen, benötigen sie Hühnerfutter, dennoch sind sie gute Futterverwerter. Ab dem zweiten Jahr wird empfohlen, das Futter mit Bedacht zu portionieren, denn diese Hühnerrasse neigt stark zum Verfetten. Eine Möglichkeit, das zu verhindern, ist einen Teil des Kornfutters großflächig zu verteilen und die Hühner so zur Bewegung zu motivieren. Auch ein Futterautomat kann in diesem Fall hilfreich sein, denn die Legeleistung kann durch Übergewicht negativ beeinflusst werden. Anspruchsvoll ist diese Rasse bei der Futterart nicht.

Wirtschaftlichkeit und Legeleistung

Dieses Thema wird bei New Hampshire-Hühnern großgeschrieben, denn sie sind dafür bekannt, besonders wirtschaftlich zu sein. Auch wenn sie wegen ihres Fleisches zur Gruppe der Zwiehühner gehören, zeichnen sie sich durch ihre hohe Legefähigkeit aus. Mit 240 Eiern im ersten Jahr und 180 Legeeiern im zweiten Jahr befinden sie sich über dem Durchschnitt. Wegen der festen braunen Schale eignen sich die Eier auch besonders für die Kunstbrut. Das Gewicht der Eier beläuft sich auf mindestens 55 Gramm, obwohl sie bei optimalen Bedingungen fast doppelt so schwer sein können. Gelegentlich werden diese Hühner auch als Ausstellungstiere verwendet.

Küken

Wie bereits erwähnt, werden diese Hühner nur selten brütig, jedoch ist die Sterberate des Nachwuchses gering. Die Küken sind schnellwüchsig und werden schnell als Legehennen oder Tafelhühner verwendet. Wie die Elterntiere sind auch Junghühner robust und gesundheitlich besonders stabil. Sie brauchen besonders anfangs viel Futter, um dem schnellen Wachstum nachzukommen. Jungtiere sind im Gegensatz zu erwachsenen Hühnern sehr agil und bewegungsfreudig, können jedoch mit Geduld handzahm gemacht werden. New Hampshire-Hühner gelten als frühreif.

Aussehen und Farbschläge

Mit Ausnahme des weißen Farbschlags spricht man von einer Dreifarbigkeit: Hähne haben einen rot-goldbraunen Hals, einen dunklen Sattel und eine dunkelrote Befiederung an der Brust und den Flügeln. Das Gefieder ist beim Hahn besonders glänzend und es sind schwarze Sicheln und Schwungfedern sichtbar. Der zusätzlich blaugezeichnete Farbschlag erscheint im Licht graublau.

Bei Hennen sind die Farbabstufungen weniger intensiv ausgeprägt und sie besitzen einen schwarzen oder blauen Saum um den Hals herum. Das Gefieder legender Hennen zeigt im Freiland nach zwei Monaten ausbleichende, fleckige Veränderungen. Folgende Farbschläge sind anerkannt:

  • rein weiß
  • rot-goldbraun
  • rot-goldbraun blaugezeichnet

Herkunft

Ursprünglich stammen New Hampshire-Hühner aus Neuengland (1935) und sind ein Produkt der Züchtung von Rhodeländer-Hühnern, die bis 1980 besonders populär waren. Erst ab dem Aufkommen der Zwerg-New-Hampshire-Rasse verbreiteten sich diese bis nach Amerika, wo sie aufgrund ihrer Legefreudigkeit bekannt wurden. New Hampshire-Hühner sind eine nahezu unverfälschte Hühnerrasse und wurden auf Leistung gezüchtet, nicht zur Ausstellung.

Züchter*innen

Ralf Linnenkamp
Rüschfeld 226
33397 Rietberg-Varensell
Tel.: 05244-5610
www.rassegefluegelzucht-linnenkamp.de

Hohle Hüentschi
Ursenbach
www.hohlehueentschi.com