Einen Hühnerstall bauen

Einen fertigen Stall kaufen

Heute sind zahlreiche Varianten von fertigen Hühnerställen auf dem Markt erhältlich. Mittlerweile gibt es sogar schon Bausätze auf Amazon*, die sich leicht zusammenbauen lassen.

Wer ein Fertigprodukt aus dem Handel möchte, sollte Ställe meiden, die mit Dachpappe gedeckt sind, da sich dort gerne rote Vogelmilben einnisten. Dann hilft auch kein Mittel gegen Schädlinge, da kaum etwas Dachpappe wirklich gut durchdringen kann.

Kriterien beim Kauf

Besonders günstige Hühnerhäuser sind meist auch von minderer Qualität und halten dementsprechend nicht lange. Wichtig ist, dass das Holz mit einem Schutzmittel behandelt wurde und dick genug ist, um die Bewohner vor Kälte und Räubern zu schützen. Auch Schloss und Scharniere sollten robust und qualitativ sein, genauso wie der Zaun des Auslaufes. Um die Reinigung zu erleichtern, sind herausnehmbare Sitzstange empfehlenswert.

Eine weitere Überlegung ist, ob der Hühnerstall feststehend oder mobil sein soll. Mobile Ställe haben den Vorteil, dass sich der Boden nach dem Versetzen erholen kann. Feststehende Häuser können gegen Feinde sicherer und generell besser an die eigenen Bedürfnisse und die der Hühner angepasst werden.

Mittlerweile sind auch Ställe aus Plastik bzw. Kunststoff im Handel erhältlich, die gut geeignet und relativ sicher sind. Diese lassen sich meist sehr schnell und einfach zusammenbauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich Vogelmilben einnisten, ist auch deutlich geringer, da weniger Spalten und Risse vorhanden sind. Kunststoffställe lassen sich außerdem viel besser reinigen. Dazu reicht das Abspritzen mit einem Gartenschlauch und das anschließende Trocknen.

Auch der Erwerb eines gebrauchten Stalls ist eine Option, da viele Leute ihren Bestand aufstocken und deshalb einen größeren Hühnerstall benötigen. Verschiedene Kleinanzeigen geben hier dann Auskunft.

Hühnerstall Marke Eigenbau

Wer sich seinen Hühnerstall selbst baut, kann rund die Hälfte der Kosten einsparen. Steht nur ein knappes Budget zur Verfügung, schafft der Selbstbau somit durchaus Abhilfe. Im Internet finden sich hierzu zahlreiche Ideen und Fotos von Selbstbauten.

Wichtig ist jedenfalls, dass der Stall groß genug ist. Die Hühner sollten nachts bequem ruhen und tagsüber ihre Flügel ganz ausbreiten können. Auch für eventuellen Nachwuchs sollte Platz einberechnet werden. Wesentlich ist jedoch ein Rückzugsort zum Eierlegen und ein vor Räubern geschützter Außenbereich zum Scharren.

Folgende drei Punkte sind beim Bau des Hühnerstalles zu beachten:

Für eine gute Erreichbarkeit sollte der Stall möglichst nah ans eigene Haus gebaut werden. Zu den Nachbarn sollte jedoch eine sichere Entfernung bestehen, um Lärm- und Geruchsbelästigungen zu vermeiden.

Größe der Behausung

Je nach Tierzahl ist unterschiedlich viel Platz notwendig:

TierzahlStallfläche in m2Fensterfläche in m2
310,2
5 – 720,4
8 – 1030,6
12-1551,0
20 – 2581,5

Normalerweise ähnelt ein mittelgroßer Hühnerstall einem Gartenhaus. Wer jedoch nur drei Hennen halten will, kann sich eine kleinere Variante bauen. Hier reicht eine Grundfläche von einem Quadratmeter und eine Höhe von etwa 80 cm. Die Tür dient gleichzeitig als Fenster und besteht aus Plexiglas. Das Dach ist am besten abnehmbar. Damit keine Nässe von unten eindringen kann, steht der Stall um einige Dezimeter erhöht. Über eine Hühnerleiter gelangen die Hühner dann ins Freie.

Bei mehr als drei Hühnern sollte eine größere Variante gebaut werden, die auch selbst betreten werden kann. Einen Vorschlag für einen Hühnerstall gibt es weiter unten oder gleich hier: Vorschlag für ein Modell.

Bei Zwerghühnern sind die vorgegebenen Größen für rund ein Drittel mehr Tiere geeignet.

Beschaffenheit der Hühnerunterkunft

Nun sollten ist zu überlegen, ob der Stall aus Holz oder Stein bestehen soll. Bei kleineren Haltungen ist der Stall meistens aus Holz, da dieser einfacher und vor allem billiger im Bau ist.

Ein angemessener Stall sollte warm, hell und gut belüftet sein. Durchzug ist jedoch nicht erwünscht. Die Temperatur spielt dagegen keine so große Rolle, da die Legeleistung laut neuesten Studien hauptsächlich durch Licht beeinflusst wird und nicht durch Wärme. Trotzdem sollte die Temperatur nicht unter 5 °C absinken, da die Eier hier ihre Entwicklungsfähigkeit verlieren. Dabei helfen doppelte Wände mit schützendem Isoliermaterial, wie Steinwolle im Inneren.

Um schlechtem Wetter zu trotzen, sollte der Stall von außen einen mehrschichtigen Schutzaufstrich aufweisen. Das Holzdach sollte entweder mit Ziegeln oder mit Dachpappe gedeckt werden. Dachpappe ist jedoch alle paar Jahre zu wechseln, da sie mit der Zeit wasserdurchlässig wird.
Der Boden sollte aus Holz oder Beton bestehen. Im Gegensatz zu Holz schützt Beton jedoch angemessen gegen Mäuse und Ratten.

Um den Nagetieren das Eindringen dennoch etwas zu erschweren, kann unter dem Boden eine dicke Schicht Glasscherben verteilt werden, in der die Mäuse nur ungern hausen. Eine andere natürliche Schädlingsbekämpfung ist ein feinmaschiger Zaun, der im Boden vergraben wird.

Die Fenster sollten am besten nach Südost zeigen, damit auch schon am frühen Morgen genug Licht in den Stall kommt, was für die Legeleistung enorm wichtig ist. Im Sommer sollte die Scheibe durch ein Drahtgitter ersetzt werden, damit das Klima auch bei schwüler Sommerluft angenehm bleibt. Allerdings darf auch hier kein Durchzug entstehen.

Die Hühnerklappe führt in den Auslauf

Die Höhe des Stalls sollte an die Körpergröße der Hühnerhalter*innen angepasst sein, damit das Arbeiten angenehmer ist. Die Tür sollte ebenfalls gut begehbar sein und mindestens 80 cm in der Breite betragen, um auch mit einer Schubkarre (Scheibtruhe) hinein zu gelangen.

Als Ausgang für die Hühner dient der Bau einer kleinen Klappe, die ca. 25 cm breit und 40 cm hoch sein sollte. Um das Hinausscharren von Einstreu zu verhindern, sollte die Klappe 30 cm über dem Boden liegen. Aus diesem Grund bleibt auch die große Tür ganztags geschlossen.

Nachts muss der Hühnerstall geschlossen sein, um die Hühner vor Fuchs, Marder oder Iltis zu schützen, die meist alle Hühner auf einmal erlegen.

Einrichtung

Vor allem in der Winterzeit halten sich Hühner sehr oft im Stall auf, deshalb ist auch die Inneneinrichtung wesentlich. Damit die Hühner ihren natürlichen Trieben nachgehen können, muss der Hühnerstall eine dicke Einstreu aus Stroh, Heu, Erde oder Sand enthalten. Darin können sie ausgiebig scharren und im Sand baden, was für die Körperpflege sehr wichtig ist.

Zur Futteraufnahme ist das Aufstellen eines Futterautomaten* empfehlenswert. Sie fassen meist ca. 20 Liter und es läuft immer nur so viel Futter in die Rinne, wie die Hühner fressen. Dadurch bleibt das Futter unverschmutzt und durch das große Fassungsvermögen muss nicht täglich gefüttert werden. Einen ähnlichen Automaten gibt es auch für Trinkwasser. Auch hier läuft immer nur so viel Wasser nach, wie die Hühner trinken. Futter- und Wasserautomat sollten jedoch etwas erhöht stehen, damit keine Einstreu hineingelangt. Reines Körnerfutter kann zudem auch in die Einstreu geworfen werden. Die Hühner picken es dort ebenso gerne auf.

Mehr Informationen zum perfekten Hühnerfutter (inklusive einer Empfehlung für Inhaltsstoffe & ideale Mischungen).

Zum Nächtigen und zur Ruhe brauchen Hühner Sitzstangen. Diese sollten möglichst rund sein, ca. 5 cm Dicke haben und im oberen Drittel des Stalles angebracht werden. Auf ein Huhn kommen etwa 20 bis 30 cm Platz. Es müssen immer genug freie Plätze auf den Sitzstangen vorhanden sein.

Unter den Sitzstangen hat sich ein Kotbrett sehr bewährt. Dieses sollte sich ca. 80 cm fest über dem Boden befinden. Es verhindert, dass die Einstreu durch den Nachtkot, der den größten Teil der Ausscheidungen ausmacht, verschmutzt wird. Das Kotbrett sollte aus einer festen Spanplatte mit einem dreifachen Teeraufstrich bestehen. Unter das Kotbrett können zwei längsseitige Verstrebungen angebracht werden, die ein Durchbiegen der Spanplatte verhindern. Wer es besonders sauber haben möchte, kann ca. 5 bis 10 cm über dem Kotbrett noch einen festen Drahtrost einbauen. So kommen die Hühner nicht mit ihrem Kot in Kontakt.

Das perfekte Hühnernest zum Eierlegen

Zum Eierlegen brauchen die Hühner ein geeignetes Nest. Hier gibt es viele Möglichkeiten. Anfangs kann eine einfache, mit Heu ausgepolsterte Holzkiste als Nest dienen. Damit die Hühner verstehen, dass es sich um das Nest handelt, können vorerst Kunsteier hinein gelegt werden.

Gerne nehmen die Hühner ein Nest an, das erhöht steht. Außerdem sollte es etwas dunkel sein, damit sich die Hühner geborgen fühlen. Auf fünf Hühner kommt etwa ein Nest. Besteht die Herde jedoch nur aus fünf Hühnern, so sind zwei Nester besser.

Damit die Hühner auch im Winter genügend Licht bekommen, was immerhin eine höhere Anzahl an Eiern bedeutet, kann hier eventuell auch eine Beleuchtung* eingebaut werden. Somit bekommen die Hühner ihre benötigten 14 bis 16 Stunden Licht am Tag.

Fortgeschrittene Nester

Sind eierfressende Hennen im Spiel, dann erweist sich das Heunest schnell als problematisch. Wenn nämlich schon mehrere Eier im Nest liegen und nun noch eine Henne kommt, die gerne ihre Eier frisst, so werden gleich das ganze Nest und die übrigen Eier beschmutzt. Die Reinigung wird dann zur Herausforderung, vor allem, da gleich das ganze Nestmaterial gewechselt werden muss. Auch wenn sich zwei Hennen zusammen auf ein Nest begeben, gehen Eier oft zu Bruch.

Aus diesen Gründen ist die Anschaffung eines Europanests ratsam. Bei dieser Variante verschließt ein Mechanismus das Nest sofort, wenn eine Henne hineingeht. So kann keine zweite Henne mehr hinzukommen. Durch das Gewicht der Henne im Nest drückt sich der Boden hinten leicht nach unten, was dazu führt, dass sich der Boden vorne etwas hebt. Durch einen Drahtstift verschließt sich nun die Klappe. Im Nest befindet sich eine Kokosmatte, auf der die Henne relativ bequem sitzt. Gemütlich wie ein Heunest ist es zwar nicht, die Hennen nehmen das Nest dennoch an. In der Mitte der Kokosmatte befindet sich ein Loch, durch welches das gelegte Ei hinunter rollt. Unter dem Nest befindet sich eine Schublade mit einem Drahtboden, auf der das Ei landet. Eierfressende Hennen haben somit keine Chance und das Ei kann bequem und sauber aus der Schublade geholt werden.

Präzise Züchter*innen greifen zu einem sogenannten Fallennest*. Dieses Nest hat einen ähnlichen Schließmechanismus wie das Europanest. Allerdings schließt dieses von beiden Seiten, sodass weder eine Henne hinein, noch die legende Henne hinaus kann. Die Züchter*innen müssen die Henne dann selbst befreien. So ein Nest ist jedoch notwendig, um ein Ei einer bestimmten Henne mit Sicherheit zuordnen zu können, was in der Zucht maßgeblich ist.

Beispiel für einen Stall

Beispiel Grundriss eines Stalls für Hühner

Dies ist ein beispielhafter Grundriss eines Stalles. Er reicht für etwa 10 bis 12 Hennen. Unter der Sitzstange befindet sich das Kotbrett. Zu beachten ist auch, dass die Sitzstangen nicht direkt beim Fenster liegen, da es den Hennen sonst zu hell wird. Durch die Klappe können die Hühner ins Freie und Halter*innen durch die Tür in den Stall.

Außerhalb befindet sich die Stallwand mit einem Fenster und der Klappe. Für ein ideales Klima im Stall wird das Fenster im Sommer herausgenommen und durch ein Drahtgitter* ersetzt, um für frische und kühle Luft zu sorgen. Dies darf allerdings nur bei einem Fenster gemacht werden, sonst zieht es zu sehr. Damit es nicht durch die Klappe hineinregnet, steht davor idealerweise eine kleine Schutzkonstruktion.