Schnupfen

Unter Schnupfen oder Rhinitis wird eine akute oder chronische Entzündung der Nasenschleimhaut verstanden. Rinnende Nase, Atemschwierigkeiten und tränende Augen – genau wie Menschen können auch Hühner an Schnupfen leiden. Eine Infektion der Atemwege tritt bei Geflügel in den kalten Monaten relativ häufig auf und muss in der Regel noch kein Anlass zur Sorge sein. Schnupfen kann allerdings auch ein Hinweis auf ernstzunehmende Krankheiten sein oder als ansteckender Geflügelschnupfen eine eigene bakterielle Krankheit bilden, die sofort behandelt werden muss. Zentral ist es also, den Auslöser des Schnupfens zu identifizieren, um angemessene Maßnahmen ergreifen zu können.

Ursachen

Hühner erkranken wie häufig auch Menschen besonders im Herbst und Winter an Schnupfen. Nass-kalte Wetterverhältnisse können das Immunsystem schwächen. Schon etwas Zugluft im Stall oder im Freilauf reicht dann aus, um die Erkrankung auszulösen. Auch Vitaminmangel kann eine mögliche Ursache für eine Rhinitis bilden. Schnupfen ist als bakterielle Erkrankung höchst ansteckend und wird rasch von Tier zu Tier übertragen.

Schnupfen muss jedoch, wie bereits erwähnt, nicht selbst ein eigenes Krankheitsbild sein. Auch als Symptom oder Begleiterscheinung von anderen Erkrankungen treten Infektionen der Atemwege auf. So kann Schnupfen auf die Newcastle-Krankheit, eine Infektiöse Bronchitis oder Laryngotracheitis sowie auf eine Mykoplasmose hindeuten. Da dies schwerwiegende Krankheiten sind, sollte bei auftretendem Schnupfen sofort die Ursache geklärt werden. Bei Unsicherheiten sollte ein Tierarzt oder eine Tierärztin eingeschaltet werden, der den Auslöser identifizieren und im Notfall weitere Schritte einleiten kann.

Auch mit Parasitenbefall kann Schnupfen übringens einhergehen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Hühnerkörper mit der Zahl an Organismen im Verdauungstrakt nicht mehr fertig wird.

Symptome

Als erstes Anzeichen von Schnupfen bei Hühnern treten Niesen, Husten und röchelnde Geräusche auf. Die Tiere atmen schwer und mit pfeifenden Geräuschen. Eine wässrige Flüssigkeit, Schleim sowie im weiteren Verlauf Eiter quellen aus den Nasenlöchern. Außerdem sind bei Infektionen der Atemwege häufig auch die Augen betroffen: Eine Entzündung der Bindehaut kann sich in Form von Augenausfluß und Schwellungen um die Augen zeigen. Die Nase der Tiere ist belegt, weshalb sie dann auch durch den Schnabel atmen. Erkennbar ist Schnupfen auch daran, dass die Hühner oft ihre Köpfe hin- und herbewegen, um den Schleim in den Atemwegen loszuwerden. Wenn Schnupfen nicht rechtzeitig behandelt wird und sich verschlimmert, kann es zu schwerwiegenden Erkrankungen kommen, die mit einer verminderten Legeleistung, mit zurückgehender Vitalität und Fressunlust der Hühner einhergehen.

Maßnahmen

Um Schnupfenerkrankungen vorzubeugen, sollten Halter*innen stets auf Sauberkeit im Stall achten. Gerade in der kalten Jahreszeit sollten in der Nacht die Fenster im Stall geschlossen und Ritzen in den Wänden zugedeckt werden, um Zugluft zu vermeiden. Ein guter Allgemeinzustand und ein intaktes Immunsystem der Hühner können dazu führen, dass die Tiere für Schnupfen nicht sehr anfällig sind. Daher ist immer auf eine vitaminreiche Ernährung sowie geeignete Haltungsbedingungen der Hühner zu achten.

Wenn ein Tier nun erkrankt ist, sollte zunächst nach der Ursache gesucht werden. Die oben genannten Erkrankungen, auf die Schnupfen hindeuten kann, sollten ernst genommen werden. Tierärzt*innen helfen, Klarheit über den Auslöser zu schaffen. Zudem kann er weitere Maßnahmen ergreifen und Antibiotika oder andere passende Medikamente verschreiben.

Das betroffene Huhn sollte jedenfalls sofort von der Herde getrennt werden, um eine Ansteckung zu vermeiden, falls dies nicht schon geschehen ist. Die restlichen Hühner müssen jedenfalls in der nächsten Zeit beobachtet werden. Eventuell sollte auch mit einem Tierarzt abgeklärt werden, ob nicht vorbeugend alle Tiere behandelt werden müssen. Es ist ratsam, den gesamten Stall zu reinigen, am besten zu desinfizieren und neu einzustreuen.

Das erkrankte Huhn sollte an einen warmen und trockenen Ort gebracht werden. Ist der Schnupfen nicht stark ausgeprägt und konnten schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen werden, können zunächst auch homöopathische Mittel Einsatz finden. Ätherische Öle können in eine Schale mit heißem Wasser geträufelt und für eine Inhalation verwendet werden. Als wirksames Hausmittel gegen Schnupfen bei Hühnern gilt zudem Knoblauch, der zerdrückt dem Trinkwasser oder zerkleinert dem Futter beigemengt wird. Auch besonders vitaminreiches und kräftigendes Futter kann das Immunsystem des Huhns wieder aufbauen und dazu führen, dass der Körper den Schnupfen von ganz alleine überwindet.