Durchfall

Die Ausscheidungen gesunder Hühner sind in der Regel braun-grünlich und besitzen eine trockene, relativ feste Struktur. Mit Durchfall sind dünnflüssige Exkremente gemeint, die aus einer unzureichenden Funktion des Verdauungstraktes resultieren. Durchfall tritt bei Hühnern relativ häufig auf, wobei dies vielfältige Ursachen haben kann. Von Ernährungsfehlern über Erregerbefall bis zu schwerwiegenden Infektionen – Bei länger anhaltendem Durchfall ist es unerlässlich, zunächst den Grund für die Verdauungsprobleme zu identifizieren. Nur dann können Halter*innen richtig reagieren.

Ursachen

Eine häufige und vergleichsweise harmlose Ursache können Fütterungsfehler sein. Eventuell ist die Zusammensetzung des Futters nicht ideal, wenn zum Beispiel zu viel Saftfutter und zu wenig trockene Nahrung vorhanden ist. Besonders in der kalten Jahreszeit sind die Hühner, die in ihrem Freilauf wenig Nahrung finden, von zu viel feuchtem Futter überfordert. Auch verdorbenes oder abgestandenes Futter kann eine Ursache für Durchfall sein. Überprüfen sollten Halter*innen außerdem, ob vielleicht giftige oder nicht gut verträgliche Pflanzen oder Früchte von Bäumen in die Nahrung der Tiere gelangt sind.

Auch ein Parasitenbefall kann zu Durchfall führen. Einzellige Lebewesen und Würmer sind normalerweise in geringer Anzahl in jedem Hühnerdarm zu finden. Dies stellt in der Regel kein Problem dar, da die Hühner bei guter Gesundheit mit diesen Parasiten fertigwerden. Kritisch werden die Lebewesen jedoch in Zeiten, in denen die Tiere geschwächt sind. – Etwa während der Mauser oder in stressigen Situationen. Dann können die Parasiten Krankheiten hervorrufen.

Wenn sich Blut im Kot findet, die Hühner mager werden und an Lebhaftigkeit verlieren, leiden die Tiere möglicherweise an einem Kokzidien-Befall. Bei dieser ernstzunehmenden Krankheit, die sich rasch ausbreitet und zum Tod führen kann, müssen Halter*innen sofort eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen.

Symptome

Zu erkennen ist Durchfall an Verschmutzungen der Region um die Kloake. Der Kot ist nicht wie gewohnt fest und dunkel, sondern weist eine dünnflüssige oder schaumige Konsistenz auf. Auch die Farbe variiert, häufig tritt eine gelbliche Färbung des Kots auf.

Maßnahmen

Je nach Ursache des Durchfalls ist unterschiedlich vorzugehen. Bei ernsten Infektionskrankheiten und Parasitenbefall sollten Besitzer*innen einen Tierarzt oder eine Tierärztin zu Rate ziehen. Er oder sie kann eine Kotanalyse durchführen und den Tieren entsprechende Medikamente verabreichen oder eine Entwurmungskur verordnen.

Wenn schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen sind, gibt es mehrere Maßnahmen, die Hühnerhalter*innen selbst ergreifen können: Bei Fütterungsfehlern ist selbstverständlich eine Umstellung der Ernährung angebracht. Grün- und Frischfutter zunächst reduzieren! Genügend sauberes Trinkwasser sollten Besitzer*innen den Hühnern jedenfalls zur Verfügung stellen. Auch medizinische Holzkohle, die vorübergehend dem Wasser oder dem Futter zugesetzt wird, kann wirksam sein. Zudem gelten Oregano und Algenpulver als geeignete Mittel, um gegen Darmprobleme vorzugehen. Eine weitere Möglichkeit bildet das Verabreichen prä- und probiotischer Mittel, die eine gesunde Funktionsweise des Darms anregen können.

Nach der Behandlung der Tiere sollten die Halter*innen den Stall gründlich reinigen, um eine erneute Ansteckung zu verhindern. Die gesamte Einstreu dabei austauschen! Boden, Sitzstangen und Nester sollten Besitzer*innen am besten säubern und desinfizieren. Auch auf die Reinigung der Futterbehälter und Wassertränken darf nicht vergessen werden.