Pfauen

Pfauen

Der Vorfahre des Hauspfaues ist der Indische oder Blaue Pfau, der in Indien und angrenzenden Gebieten vorkommt. In seiner Heimat wird der Pfau noch heute gern in halbwildem Zustand gehalten, da man seine Warnrufe vor Schlangen hoch einsch├Ątzt. Die Schleppe eines wilden Pfaues ist selten so sch├Ân und vollst├Ąndig wie die eines Hauspfaues, da er im Dschungel vielerlei Gefahren ausgesetzt ist.

In China und Japan fand der Pfau schon in sehr fr├╝her Zeit Eingang in die Domestikation. Seit Altersher gilt er als Inbegriff der Sch├Ânheit, aber auch der Eitelkeit. Das Sprichwort „Eitel wie ein Pfau“ kommt nicht von ungef├Ąhr, wenn man beobachtet mit welcher Ausdauer ein Pfau sein Gefieder, etwa nach einem Regenguss pflegt. Jede einzelne Feder wird dabei in den Schnabel genommen und mehrmals durchgezogen, bis sie ganz sauber und trocken ist. Die R├Âmer hielten Pfauen und Fasanen gleicherweise in gro├čen Parkanlagen. Bis heute ist nicht gekl├Ąrt, aus welchen Gr├╝nden in Europa der Pfau zum Hausgefl├╝gel, der Fasan aber zum Jagdwild wurde. Die R├Âmer sch├Ątzten das Fleisch beider Arten als Delikatesse. In der „Cena Trimalchionis“ werden gebratene Pfauenhirne, -brust und eier beschrieben. Nach ausgiebigem Gelage galt es als „in“ sich mit einer Pfauenfeder den Gaumen zu kitzeln und das soeben Gegessene wieder von sich zu geben, um Platz f├╝r neue Leckereien im Magen zu schaffen.

Im Mittelalter trat der Pfau gelegentlich noch auf f├╝rstlichen Tafeln als Speise auf, wobei der Balg des Tieres gerne als Tischschmuck, ausgestopft, Verwendung fand. Zu Beginn der Neuzeit wurde es vorallem bei den M├╝llern und Gutsbesitzern Mode Pfauen zu haben. Man wollte damit demonstrieren, dass man es sich leisten konnte Gefl├╝gel allein um dessen Sch├Ânheit willen, ohne Nutzenwert halten zu k├Ânnen. Seit dem Barock gelten Pfauen als klassisches Parkgefl├╝gel und sind seit der franz├Âsischen Revolution praktisch von der Speisekarte verschwunden.

Autor: Ortwin Grossmann