Rachitis

Beschreibung

Rachitis ist eine Erkrankung der Knochen, die während des Wachstums auftritt. Es handelt sich dabei um eine Mineralisierungsstörung, die zu Deformationen sowie Brüchen der Knochen führt.

Bei Vögeln kommt Rachitis hauptsächlich bei Papageien, Singvögeln und Hühnern vor.

Ursache

Rachitis entsteht durch einen Kalzium- bzw. Vitamin-D3-Mangel. Erhalten die Tiere eine zu einseitige Ernährung, können schnell Vitamin- und Nährstoffmängel entstehen. Gerade Jungtiere sind betroffen, die für das Wachstum eine reichhaltige und ausgewogene Ernährung benötigen. Knochen bilden sich nämlich, indem Kalzium in das Knochengewebe eingelagert wird (Mineralisierung). Bekommt das Tier zu wenig Kalzium, versucht der Körper, diesen Mangel auszugleichen, worauf er das Kalzium aus den Knochen bezieht. In Folge werden die Knochen demineralisiert und weich. Dasselbe kann auch ein Vitamin-D3-Mangel verursachen, denn dieses Vitamin fördert die Kalzium-Aufnahme durch die Nahrung sowie die Einlagerung.

Erhält ein Jungtier etwa nur Körnermischungen als Futter (z.B. Sonnenblumenkerne, Hirse), kann es schnell für eine Rachitis anfällig werden. Im Futter ist nämlich zu wenig Vitamin D enthalten, dafür aber zu viel Phosphor im Vergleich zu Kalzium. Wichtig ist, dass das Futter mehr Kalzium als Phosphor enthält. Bei einer übermäßigen Phosphor-Aufnahme wird nämlich die Bildung von aktiviertem Vitamin D in den Nieren verringert und die Kalzium-Aufnahme aus dem Darm nimmt ab.

Außer einer Mangelernährung kann noch eine Schilddrüsen- oder Nierenerkrankung eine Rachitis auslösen.

Symptome

Besonders häufig zeigt sich Rachitis an den Beinen

Meist sind die Beine von Verkrümmungen betroffen, da sie das ganze Gewicht des Vogels tragen müssen. Sind die Knochen weich, können sie dem Gewicht nicht mehr standhalten und verbiegen sich.

Weitere Krankheitserscheinungen sind zudem:

  • weicher Schnabel und Krallen
  • geschwollene Gelenke
  • Verformung der Röhrenknochen und der Wirbelsäule
  • Grünholzfrakturen (unvollständiger Knochenbruch, bei dem die Knochenhaut erhalten bleibt)
  • Fehlstellungen an Flügeln oder Hintergliedmaßen

Treten Fehlstellungen an Flügeln oder Hintergliedmaßen auf, kann dies sogar zur Lähmung des Tieres führen. Im schlimmsten Fall ist der ganze Körper des Tieres verformt, sodass es sich nicht mehr richtig bewegen kann. Ein weiterer Hinweis auf eine Rachitis ist außerdem, wenn die Vögel beim Sitzen die Beine spreizen. Ein angehaltenes Wachstum beim Tier kann ebenso ein Symptom für eine Rachitis sein.

Was tun?

Vorbeugend ist bereits im Küken-Alter Einsatz gefragt. Vor allem bei Handaufzuchten ist es gewöhnlich, dass einzelne Küken isoliert werden. Dadurch belastet das Küken seine Beine aber zu sehr, da es reflexartig viel herumläuft, um seine Geschwister zu suchen. Bei einer gemeinsamen Aufzucht in der Nestbox hingegen liegen die Küken alle eng beisammen, ohne das Bedürfnis, dass sie herumlaufen müssen. Dies bewirkt eine Schonung der noch unausgehärteten Knochen. Ansonsten ist die Gefahr einer Fehlstellung zu hoch; umso mehr, sollten die Küken an Rachitis erkranken.

Therapieren lässt sich Rachitis mit einer Futterumstellung sowie mit einer zusätzlichen Verabreichung von Kalzium und Vitamin D.

Verkrümmte Knochen können nur mehr durch einen medizinischen Eingriff korrigiert werden.

Hat die Krankheit bereits tiefgreifende Schäden angerichtet, die sich nicht mehr behandeln lassen, muss das Tier im äußersten Fall eingeschläfert werden.