Mauser

Bei der Mauser handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um einen ganz natürlichen Prozess. Dieser ist Teil des Jahresrhythmus von Hühnern und geht mit der Abstoßung alter und der Bildung neuer Federn einher. Die Mauser findet meist im Herbst statt und ist mit einer Legepause der Hennen verbunden. Die Hühner können in dieser Phase durchaus mitgenommen aussehen, was aber nicht unbedingt Anlass zur Sorge geben muss. Meist kommen die Hennen ganz gut durch diese anstrengende und kräftezehrende Phase. Mit einigen zu beachtenden Aspekten können Hühnerhalter*innen ihre Tiere aber auch während der Mauser unterstützen.

Ursache

Meist im Herbst setzt mit der Mauser eine Regenerationsphase ein

Die Vorfahren unserer heutigen Hennen hatten nur ein- bis zweimal im Jahr eine Phase, in der sie Eier legten. Unsere heutigen Tiere müssen im Vergleich dazu viel mehr leisten. Dies ist sehr anstrengend für die Hennen und belastend für die inneren Organe, vor allem für den Eierstock. Zum natürlichen Jahresrhythmus gehört daher eine Phase, in der die Legetätigkeit pausiert wird. Meist fällt dieser Vorgang, die Mauser, in den Herbst, wenn die hellen Stunden weniger werden. Während dieser Zeit, die von mehreren Wochen bis zu vier Monaten dauern kann, werden also keine Eier gelegt. Der Sinn dahinter ist, dass sich der Eierstock regenerieren kann. Und in ihrem natürlichen Rhythmus würde die Henne in der kalten Jahreszeit sowieso keinen Nachwuchs bekommen. Tatsächlich ist oftmals nach der Mauser eine bessere Legeleistung zu erkennen.

Weiters geht diese Phase mit der Erneuerung des Gefieders einher. Alte und abgenutzte Federn werden abgeworfen und neue gebildet. Auch dies macht Sinn: Rechtzeitig für den Winter und kalte Tage ist ein neues, funktionsfähiges Federkleid vorhanden. Wichtig ist, die Mauser als natürlichen und sinnvollen Prozess anzuerkennen. Halter*innen sollten also Rücksicht darauf nehmen, dass die Hühner in dieser Zeit geschwächt sind und sich keine Eier erwarten.

Symptome

In der Phase der Mauser werden die Hühner in der Regel ruhig und sind weniger aktiv. Zudem legen sie, wie vorhin schon erläutert, keine Eier. Außerdem entfärben sich Kamm und Kehllappen und die Federn fallen aus. Je nachdem, an welchen Stellen die Mauser stattfindet, werden Teil- und Vollmauser unterschieden. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass der Ablauf von Tier zu Tier stark variieren kann. Manche verkraften diese anstrengende Zeit besser als andere oder im einen Jahr besser als im nächsten.

Auch die Reihenfolge der Mauser unterscheidet sich stark: Häufig ist eine stufenweise Mauser von Kopf über Hals bis hin zum Schwanz, aber es kann auch eine völlig andere Reihenfolge geben. Hühner, die sich in dieser Phase befinden, sind an ihrem zerrupften Federkleid erkennbar. Dieses bietet natürlich weniger Schutz vor Kälte und Niederschlage. Da diese Zeit zudem sehr energieraubend ist, weisen die Tiere oft einen geschwächten Allgemeinzustand auf und sind daher anfälliger für Krankheiten.

Maßnahmen

Die Mauser stellt eine kräftezehrende Phase für die Tiere dar. Halter*innen sollten versuchen, ihre Lieblinge bei diesem Prozess bestmöglich zu unterstützen. Leider wird gerade in Betrieben, die auf eine hohe Eierproduktion ausgerichtet sind, der natürliche Rhythmus oftmals nicht berücksichtigt. Wem seine Tiere aber am Herzen liegen, sollte Verständnis dafür haben, dass in dieser Zeit nicht mit Eiern gerechnet werden kann.

Auf keinen Fall dürfen die Hühner während der Mauser gestört oder unterbrochen werden. Jeglicher Stress ist zu vermeiden: Lärm sollte verhindert werden, weshalb beispielsweise Bauarbeiten am Stall nicht in dieser Zeit vorgenommen werden sollten. Auch Veränderungen der gewohnten Umgebung, fremde Hühner oder Menschen können die Hühner unnötig stressen. Der wichtigste Punkt ist also, für Ruhe zu sorgen.

Zudem können Halter*innen ihre Tiere auch durch spezielles Futter unterstützen. Für einen unkomplizierten Ablauf der Mauser sind Nährstoffe wichtig, allen voran Vitamine und Proteine. Auf dem Markt gibt es hierfür eigens entwickelte Stärkungsmittel, die über das Trinkwasser verabreicht werden können. Die essenzielle Aminosäure Methionin ist aber auch in Haferflocken, gekeimtem Getreide und Mehlwürmern enthalten. Zur Aufnahme von ausreichend Vitaminen dient die Bereitstellung von Grünfutter und Obst (z.B. Äpfel, Beeren). Auf diese Weise können Halter*innen ihren Hühnern helfen, durch diese anstrengende Zeit zu kommen. Sind dann die Tiere wieder fit, legefreudig und beeindrucken mit einem prächtigen Federkleid, freuen sich Halter*innen und Hühner.