H├╝hnerfleisch & Schlachtung

Schlachtung

Die meisten Rasseh├╝hner werden bei artgerechter Haltung ungef├Ąhr 5-7 Jahre alt. Nat├╝rlich gibt es auch Ausnahmen bei denen Tiere durchaus deutlich ├╝ber 10 Jahre alt werden k├Ânnen. Anderseits kann es auch vorkommen, dass vereinzelt Tiere auch nach relativ kurzer Zeit sterben, etwa durch diverse Krankheiten. Allgemein l├Ąsst sich sagen, dass Rasseh├╝hner l├Ąnger leben als f├╝r die Eierproduktion hochgez├╝chtete Legehybridhennen.

Sollten H├╝hner ihr nat├╝rliches Lebensende erreichen d├╝rfen, stellt sich nach einer kurzen Trauerphase meist die Frage ÔÇ×Wohin mit dem Huhn?ÔÇť. Unabh├Ąngig von der Todesursache, sollten Sie auf nat├╝rlichem Wege verstorbene Tiere nicht mehr verzehren. Selbst wenn diese ohne Einwirkungen von Krankheiten gestorben sind, sind die Tiere nicht ausgeblutet und das Fleisch daher nicht wirklich genie├čbar.

Sollte das Tier an einer meldepflichtigen Krankheit gestorben sein, sollten Sie das Tier unbedingt zu einer kommunalen Tierk├Ârpersammelstelle bzw. Tierk├Ârperbeseitigungsanlage gebracht werden. In den meisten Bundesl├Ąndern ist eine Bestattung im eigenen Garten erlaubt. Achten Sie hier jedoch unbedingt, dass Sie das Tier mindestens einen halben Meter tief vergraben, da sonst andere Tiere den Kadaver wieder ausgraben k├Ânnten. Bitte begraben Sie keine verendeten Tiere im Wald!

Da bei Hennen nach sp├Ątestens drei Jahren die Legeleistung merklich nachl├Ąsst, m├╝ssen Sie neue Hennen dazukaufen, um die t├Ągliche Eieranzahl konstant zu halten. Sofern Sie nicht sehr viel Platz zur Verf├╝gung haben und die ├Ąlteren H├╝hner weiterhin durchf├╝ttern m├Âchten, sollten Sie sich mit dem Gedanken einer Schlachtung vertraut machen. Sollten Sie selbst nachz├╝chten, werden Sie schnell feststellen, dass Sie viel zu viele H├Ąhne haben und diese nicht alle behalten k├Ânnen. Da eine Vermittlung von H├Ąhnen au├čerordentlich schwer ist, sollten Sie sich auch hier mit dem Vorgang der Schlachtung auseinandersetzen.

Auch wenn Sie die Schlachtung aus diversen Gr├╝nden ablehnen, kann es dennoch manchmal vorkommen, dass eine (Not)Schlachtung erforderlich sein kann. Sollte es etwa zu schwerwiegenden Verletzungen aus unterschiedlichen Gr├╝nden kommen, ist es meist tierfreundlicher einen langen Leidensweg zu verhindern und das jeweilige Tier zu erl├Âsen. Vor allem bei besonders grausamen Verletzungen, etwa durch Tierangriffe, sollte eine unmittelbare Schlachtung einem Tierarztbesuch vorgezogen werden.

Ich pers├Ânlich verzichte aus Tierschutzgr├╝nden auf Fleisch aus dem Supermarkt. Dennoch geh├Ârt f├╝r mich die Schlachtung zur H├╝hnerhaltung einfach dazu. Bedenken Sie, dass Ihre H├╝hner bei Ihnen wundervolle und artgerechte Monate bzw. Jahre verbringen konnten und ein sch├Ânes H├╝hnerleben hatten. In der Industrie werden Legehennen nach ein bis zwei Jahren in Massentierhaltung geschlachtet und vorwiegend entsorgt. Masthennen werden innerhalb weniger Wochen unter bedenklichen Bedingungen zur Schlachtung gem├Ąstet. H├Ąhne werden in der Industrie fast immer noch als Eintagsk├╝ken umgebracht. Verglichen mit Ihrer privaten H├╝hnerhaltung, ging es Ihren Hennen oder H├Ąhnen sehr gut.

Insbesondere bei H├Ąhnen ist eine Schlachtung in gewisser Hinsicht sogar tierfreundlich. W├╝rden sich die H├Ąhne schlie├člich sonst teilweise grausam bis in den Tod bek├Ąmpfen.

Legehennen schlachten Sie am besten nach R├╝ckgang der Legeleistung. H├Ąhne hingegen ben├Âtigen abh├Ąngig von der jeweiligen Rasse unterschiedlich lange, bis sie ausgewachsen und bereit zur Schlachtung sind. Sollten Sie Ihre H├╝hner vor der Schlachtung wiegen wollen, k├Ânnen Sie dies mit einer normalen K├Ârperwage erledigen. Stellen Sie sich einmal mit Huhn und einmal ohne Huhn auf die Waage. Die Differenz ist hierbei das Gewicht des Huhnes. Nat├╝rlich ist diese Messmethode nicht sonderlich genau, als Anhaltspunkt jedoch meist ausreichend.

H├╝hnerfleisch

Gefl├╝gelfleisch ist relativ Fettarm und enth├Ąlt auch wenig Kalorien. Da sich beim Huhn die Fettschicht gleich unterhalb der Haut befindet, ist das darunterliegende Muskelfleisch sehr fettarm. Durch den geringen Fettanteil ist H├╝hnerfleisch sehr gesund und zudem au├čerordentlich gut verdaulich.

Zus├Ątzlich sind ├╝ber die H├Ąlfte der im H├╝hnerfleisch enthaltenen Fetts├Ąuren einfach und mehrfach unges├Ąttigt[S1] , und daher f├╝r eine gesunde und ausgewogene Ern├Ąhrung ideal. Neben einem hohen Eiwei├čgehalt ist das Fleisch zudem reich an Mineralstoffen wie Magnesium, Zink und Eisen die wichtig f├╝r ein gut funktionierendes Immunsystem sind. Neben all diesen tollen Eigenschaften ist das Fleisch zudem besonders weich und zart und daher besonders bei Kindern sehr beliebt.

Die Schlachtung

Vorbereitungen

Die Schlachtung seiner eigenen H├╝hner sollte man prinzipiell selbst vornehmen. Gerade am Anfang kann es aber hilfreich sein, einen befreundeten H├╝hnerhalter um Hilfe zu bitten, um das Schlachten auch in der Praxis zu erlernen. M├Âchte man seine H├╝hner unter keinen Umst├Ąnden selbst schlachten, kann man diese auch zu einem Bauern, Metzger oder einem Gefl├╝gelhof bringen. Die Kosten betragen hierbei je nach Vereinbarung wenige Euro pro Huhn und daf├╝r bekommt man es fertig ausgenommen.

Den letzten halben Tag vor der Schlachtung sollte das jeweilige Huhn kein Futter mehr bekommen. Dies garantiert, dass der Kropf und auch der Darm des Tieres entleert sind. Es ist empfehlenswert die Schlachtung in den fr├╝hen Morgenstunden durchzuf├╝hren, da hier die H├╝hner noch schlafend auf der Sitzstange sitzen und so das ausgew├Ąhlte Huhn stressfrei von der Stange genommen werden kann, und auch die anderen H├╝hner nichts mitbekommen.

Sie sollten unter allen Umst├Ąnden vermeiden, dass das Tier gestresst ist, das sonst die Muskulatur des Tieres verkrampft, nicht so gut ausblutet und auch das Rupfen deutlich schwerer von der Hand geht. Sie sollten daher bereits alles vorbereiten, um den Vorgang schnell zu erledigen. F├╝r die Schlachtung ben├Âtigen Sie einen Holzstab zum Bet├Ąuben, ein scharfes Beil, einen Hackstock, einen K├╝bel, ein gro├čes Gef├Ą├č mit hei├čem Wasser und nat├╝rlich ein gut geschliffenes Messer.

Die T├Âtung des Tieres sollte unbedingt schnell und schmerzlos erfolgen. Einerseits ist dies durch das Tierschutzgesetz vorgeschrieben anderseits ist dies auch die Verantwortung seiner H├╝hner gegen├╝ber.

Das Schlachten

Nehmen Sie den drei, vier Zentimeter dicken Holzstab in die Hand, zielen Sie auf den Hinterkopf des Huhnes und schlagen gut zu. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nicht zu stark zuschlagen, da sonst das Tier bereits an diesem Schlag verstirbt, was nachteilig f├╝r das Ausbluten und folglich die Fleischqualit├Ąt w├Ąre. Um diesen Schlag ungehindert ausf├╝hren zu k├Ânnen, sollten Sie das Huhn mit der anderen Hand gut fixieren. Halten Sie dazu beide L├Ąufe fest und nehmen Sie die ├Ąu├čeren Schwungfedern des Fl├╝gels mit in die Haltehand. Sie sollten das Huhn dadurch gut festhalten k├Ânnen.

Das Tier wird nun ruhig und ein wenig Steif. Sie k├Ânnen den Kopf des Tieres nun auf den Hackstock legen und mit einem kr├Ąftigen Schlag mit dem Beil den Kopf vom K├Ârper abtrennen. Erschrecken Sie bitte nicht, wenn das Huhn direkt danach sehr stark zu zucken anf├Ąngt. Das Huhn blutet mit der Zeit aus und die Zuckungen lassen nach. Um das Blut aufzufangen, k├Ânnen Sie das Huhn ├╝ber einen gro├čen Eimer halten.

Alternativ k├Ânnen Sie das Huh nach der Bet├Ąubung auch mit einem Genickbruch t├Âten. Umgreifen Sie hierbei mit der freien Hand so den Hals, dass dieser zwischen den Fingern hindurchsteht. Nun dreht und beugt man den Kopf des Huhnes so lange nach hinten, bis man f├╝hlt das der Halswirbel bricht. Anschlie├čend wird die Halsschlagader mit einem scharfen Messer durchgetrennt.

Das Rupfen

Bereiten Sie bereits im Vorhinein ein Gef├Ą├č, wie etwa einen Eimer, mit hei├čem Wasser (rund 95 Grad Celsius) vor. Darin wird das Huhn f├╝r eine knappe Minute getaucht und etwas hin und her bewegt, damit es sich anschlie├čend einfach rupfen l├Ąsst. Alternativ k├Ânnen Sie das Huhn auch trocken rupfen, was das Rupfen zwar deutlich erschwert, aber zu weniger Verletzungen der H├╝hnerhaut f├╝hrt.

Beginnen Sie mit dem Rupfen der Brustfedern und ziehen Sie diese Richtung Schwanz ruckartig heraus. Die Federn am R├╝cken werden hingegen Richtung Kopf herausgezogen. Die Befiederung am Schwanz und den Fl├╝geln werden in Wuchsrichtung herausgezogen. Diese lassen sich nicht immer gut entfernen, tauchen Sie daher das Huhn eventuell nochmal in hei├čes Wasser. Entfernen Sie danach mit einem scharfen Messer eventuell ├╝briggebliebene Federn. Danach werden die ganz feinen Haare mit einer Flamme abgesengt. Waschen Sie das Huhn danach mit lauwarmen Wasser gemischt mit einem kleinen Spritzer Sp├╝lmittel.

Das Ausnehmen

Legen Sie das Huh auf den R├╝cken und durchtrennen Sie die Sehnen und auch die B├Ąnder am Fersengelenk. Nehmen Sie nun die d├╝nne Haut oberhalb des Kropfes zwischen zwei Finger und schneiden Sie diese vorsichtig auf. Entfernen Sie nun den Kropf.

Schneiden Sie nun oberhalb der Kloake die Bauchdecke einige Zentimeter auf, sodass Sie anschlie├čend mit Ihrer Hand vorsichtig die Eingeweide herausziehen k├Ânnen. Achten Sie darauf wirklich vorsichtig zu arbeiten, da sonst die in der Leber liegende Gallenblase durch austreten von Gallenfl├╝ssigkeit das Fleisch ungenie├čbar machen k├Ânnte. Waschen Sie nun das Huhn und die gew├╝nschten Innereien mit klarem Wasser ab.

Von den Innereien l├Ąsst sich der gut gereinigte H├╝hnermagen und das Herz gut verwerten, wie etwa f├╝r eine H├╝hnerbr├╝he. Aber auch die Leber schmeckt zum Beispiel angebraten recht gut. Um satt zu werden, ben├Âtigt man aber Innereien von mehr als einem Huhn. Sollte man nur eines geschlachtet haben kann man die gereinigten Innereien aber auch durchaus einfrieren.

┬áManchmal kommt es vor, dass man mit dem Beil den Kopf nicht komplett abtrennen kann und dieser noch an Sehnen oder ein wenig Haut h├Ąngen bleibt. Diese k├Ânnen Sie mit einem scharfen Messer durchtrennen.

Buchempfehlungen: ÔÇ×Gefl├╝gel und Kaninchen selbst schlachtenÔÇť* von Wilhelm Bauer sowie „H├╝hner„* von Jakob Eggenhofer.